Menü

HELFT UNS LEBEN macht Westerwälder Familie wieder mobil


Westerwaldkreis. Damit die Tochter im Teenageralter, die gewachsen ist und daher einen größeren Rollstuhl brauchte, wieder vom Familienvater zur Schulbushaltestelle im Nachbarort gefahren werden kann, hat eine sechsköpfige Familie im Westerwaldkreis dringend ein größeres Fahrzeug benötigt. HELFT UNS LEBEN, die Hilfsaktion unserer Zeitung, hat die schwierige Situation erkannt und konnte dank der großen Spendenbereitschaft unserer Leser Abhilfe schaffen: Nun überreichten Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary (rechts), die Vorsitzende und der Geschäftsführer von HELFT UNS LEBEN, zusammen mit Mark Beck, Inhaber des Katzenelnbogener Autohauses Wöll, der Familie im Westerwald den Schlüssel zu einem rollstuhlgerecht ausgebauten VW-Bus. Das geräumige Fahrzeug bietet in der mittleren Reihe Sitzgelegenheiten für drei Personen, und anstelle der herausnehmbaren Sitze in der dritten Reihe finden Sicherungsvorkehrungen für den Rollstuhl sowie eine eingebaute, herausklappbare Rampe Platz. Die körperlich und in ihrer geistigen Entwicklung eingeschränkte Tochter testete die neue Sitzordnung sofort aus und wusste von den Schulbusfahrten her über das Anbringen der Arretierungen am Rollstuhl und der Sicherheitsgurte wirklich hervorragend Bescheid, wie sich bei der Einweisung der Eltern sehr rasch zeigte. Das Mädchen und seine Eltern strahlten vor Freude darüber, dass zukünftig neben dem Schulweg auch wieder Fahrten mit der ganzen Familie möglich sein werden. Sie bedankten sich bei Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary sowie Mark Beck stellvertretend für alle Unterstützer von HELFT UNS LEBEN. Foto: Katrin Maue-Klaeser

https://helftunsleben.de/%ef%bb%bfhelft-uns-leben-macht-westerwaelder-familie-wieder-mobil/

Donum Vitae: Hilfsorganisationen arbeiten im Netzwerk

 Rund ein Drittel der Frauen aus dem Westerwald geben medizinische Gründe bei einem Schwangerschaftsabbruch an

Westerwaldkreis. Die Donum-Vitae-Beratungsstelle in Montabaur für die Landkreise Westerwald und Rhein-Lahn betreut durchschnittlich 200 schwangere Frauen jährlich. Bei der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangeren- und Sozialberatung ist die gesetzlich vorgeschriebene Schwangerschaftskonfliktberatung weiterhin das Hauptaufgabengebiet. Im Jahr 2015 wandten sich 87 Frauen an Donum Vitae, um sich über einen Schwangerschaftsabbruch informieren zu lassen. Als Hauptgründe für einen Abbruch werden psychische Überforderung, Probleme mit Ausbildung, Schule und Beruf und Partnerprobleme sowie wirtschaftliche Gründe angegeben. Rund ein Drittel gab aber auch medizinische Gründe an, weiß Heike Hartkorn, Beraterin bei Donum Vitae in Montabaur. „Es wenden sich auch junge Frauen an uns, die sich wegen gesundheitlicher Probleme fragen, ob sie ein Kind bekommen sollen“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin. „Das können beispielsweise Erb- oder Krebserkrankungen sein.“

Hartkorn hatte vor sechs Jahren die schwangere Julia (Name von der Redaktion geändert) aus dem Westerwald betreut, die sich aufgrund ihrer Multiple-Sklerose-Erkrankung an Donum Vitae wandte. Nicht, weil sie einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung zog, sondern weil sie eine adäquate Wohnung brauchte. „Wichtig war auch, dass Julia in der Nähe ihrer Familie bleiben konnte, weil sie im Fall eines Krankheitsschubes auf Hilfe angewiesen ist“, betont die Sozialpädagogin. Ziel war es, das Elternhaus der damals 19-Jährigen so umzubauen, dass sie mit ihrer kleinen Familie dort wohnen, und sich im Fall eines Krankheitsschubes im Haus bewegen kann. Darüber hinaus musste die Option für einen Aufzug geschaffen werden, sollte die junge Mutter aufgrund ihrer Krankheit mal im Rollstuhl sitzen müssen. „Solche Fälle kommen immer mal wieder vor“, berichtet Hartkorn. „Wichtig ist, dass man gute Kooperationspartner hat, um helfen zu können.“

Der Umbau wurde durch Spendengelder der Bundesstiftung Mutter und Kind, der Katharina-Kasper-Stiftung aus Dernbach, der Aktion HELFT UNS LEBEN, eine Initiative unserer Zeitung, sowie der Walter-Nink-Stiftung aus dem Westerwald finanziert. Knapp 13.000 Euro kamen dabei zusammen. Professor Dr. Ursula Rieke, Leiterin der Katharina-Kasper-Stiftung, lobt die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen. „Kooperationen ohne Kompetenz- und Zuständigkeitsgerangel und persönliche Empfindlichkeiten sind zwingend notwendig“, hebt Rieke hervor. „Das steht und fällt neben bürokratischen Voraussetzungen mit den Menschen, die dort arbeiten.“ Die Stiftung, die werdende Mütter in Entscheidungsfragen bei pränatalen Befunden, frühem Kindesverlust und im Umgang mit Behinderungen berät, unterstützt Frauen finanziell in besonderen Einzelfällen. Julia ist eine von ihnen. „Ihr Umgang mit der Erkrankung, ihr uneingeschränktes Ja zum Kind haben uns beeindruckt und motiviert“, lobt Rieke. „Wir freuen uns um jede Familiensituation, in der das Ja gelebt und ein hoffnungsfrohes Aufwachsen von Kindern ermöglicht wird.“

https://helftunsleben.de/donum-vitae-hilfsorganisationen-arbeiten-im-netzwerk/