Menü

Neues Auto erleichtert Jamies Leben sehr

Ochtendung. Auf bewundernswerte Weise meistert die Familie Marmé aus Ochtendung seit zwölf Jahren ihr schweres Schicksal: die Pflege und Betreuung ihres schwerstbehinderten Sohns Jamie. Nun gab es einen wahren Glückstag im Leben der Eltern Anke und Thomas sowie Jamies Schwestern Emily (9) und Lilly (5).

Im Koblenzer Autohaus Foerster überreichte Anne Schattner, Vorstandsmitglied von HELFT UNS LEBEN (HUL), der Initiative unserer Zeitung, einen Ford Transit Tourneo Customer mit Hochdach und elektrischem Hecklift für den Transport einer Person im Rollstuhl. Das Auto ist von HUL zum großen Teil mitfinanziert worden. „In dem Auto finden nun die gesamte Familie und die Betreuerin Platz, um zu den zahlreichen verschiedenen Therapien, aber auch zu den wenigen Freizeitunternehmungen reisen zu können“ erklärt Anne Schattner. Bis jetzt waren dafür immer zwei Autos notwendig, und der in die Jahre gekommene VW Caddy wurde für Jamies größer gewordenen Rollstuhl langsam zu klein. Thomas Marmé, Lokführer bei der Mittelrheinbahn, berichtet: „Als am 4. März, es war mein Geburtstag, der positive Anruf von Frau Schattner kam, hat man mich wohl in ganz Ochtendung vor Freude laut rufen gehört.“ Seine Frau Anke, die seit drei Jahren als Hilfspflegekraft in einer Einrichtung für Schwerstbehinderte arbeitet, ergänzt: „Wir hatten schon die Hoffnung aufgegeben, eine ausreichende Unterstützung für das dringend benötigte Auto zu bekommen.“ 250 Stiftungen hatte die Familie angeschrieben. Von zehn gab es eine Zusage für eine Geldspende. Der Tipp, sich an HUL zu wenden, führte schließlich zum Erfolg.

Der Wagen, mit dem Jamie im Rollstuhl transportiert werden kann, ist unersetzlich für seine Behandlung, die unter anderem in Köln, St. Augustin, Unna oder Bielefeld stattfindet. Ferien verbringt die Familie in einem Kinderhospiz. „Das ist nicht nur eine Einrichtung für todkranke Kinder“, erklärt Anke Marmé auf. Dort wird Jamie betreut, und die Eltern und seine Geschwister können sich erholen. „Emily und Lilly mögen das sehr“, sagt die Mutter. Auch sonst kümmern sie sich liebevoll um ihren Bruder, auch ihre Spielkameraden. „Bei uns ist meistens volles Haus, und die Kinder besuchen auch immer Jamie“, sagt die Mutter. Jamie hat seit Ende August einen neuen Freund, der ihn glücklich macht. „Laffi“ ein Straßenhund aus Rumänien, der durch Vermittlung des Tierschutzvereins zu Familie Marmé kam. Der Vater zeigt stolz ein Handyfoto, auf dem Jamie mit sichtlich glücklichem Ausdruck mit Laffi schmust.Glücklich nimmt Familie Marmé ihr neues Auto, das wesentlich von HELFT UNS LEBEN finanziert wurde, in Empfang. Mit der Familie freuen sich HUL-Vorstandsmitglied Anne Schattner (links) und Kfz-Meister Stephan Kern (rechts) vom Koblenzer Autohaus Foerster. Foto: Winfried ScholzSeltener Gendefekt ist große HerausforderungDer zwölfjährige Jamie leidet an einem seltenen Gendefekt. Das Chromosom 7 fehlt, die Kiefer-Gaumenspalte fehlt. Die Gehirnhälften sind nicht richtig zusammengewachsen. Die Eltern berichten: „Die Ärzte im Krankenhaus sagten uns, wir bräuchten das Kind nicht für die Kita anzumelden, das würde es nicht erleben.“ Jetzt geht Jamie in die siebte Klasse der Christiane-Herzog-Schule in Neuwied. Neben einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung sind zahlreiche Fahrten zu verschiedenen Krankenhäusern und Therapieplätzen in ganz Deutschland erforderlich.

Foto: Glücklich nimmt Familie Marmé ihr neues Auto, das wesentlich von HELFT UNS LEBEN finanziert wurde, in Empfang. Mit der Familie freuen sich HUL-Vorstandsmitglied Anne Schattner (links) und Kfz-Meister Stephan Kern vom Koblenzer Autohaus Foerster. (Foto: Winfried Scholz)

vorheriger
Artikel
nächster
Artikel

https://helftunsleben.de/neues-auto-erleichtert-jamies-leben-sehr/

Mutter kämpft um Tagespflege für Celina

Hundsangen. Die Ärzte gaben ihr kein halbes Jahr, heute ist Celina Tripp aus Hundsangen 23 Jahre alt. Sie kam schwerstbehindert zur Welt, aber die Eltern Ella und Heinz Tripp haben ihre ganze Lebenskraft aufgeboten, um das kleine Mädchen aufwachsen zu sehen. Das ist ihnen geglückt. Mit den Jahren hat Celina gelernt zu essen und zu laufen, doch sie ist nach wie vor in allen Lebensbereichen auf Hilfe angewiesen. Umso mehr, als dass ihr Papa im vergangenen Jahr gestorben ist. Mutter Ella Tripp musste sich das Leben mit ihrer Tochter komplett neu einrichten. Doch nun ist auch dieses ohnehin schwierige Lebenskonstrukt noch einmal aus den Fugen geraten, nachdem die Techniker Krankenkasse ihr die Leistungen für die 24-Stunden-Betreuung zunächst gestrichen hatte. Seit vielen Jahren begleitet unsere Zeitung das Schicksal der Familie Tripp. Unter anderem auch mit Spenden von HELFT UNS LEBEN, der Initiative der Rhein-Zeitung. Was die kleine Familie nun aber braucht, ist mit Geld nicht zu bezahlen: einen Wohnplatz für junge Menschen wie Celina.

„Die Krankenkasse hat uns die Tagesbetreuung gestrichen, weil es Celina besser geht“, erzählt Ella Tripp. Dass es Celina aber nur deshalb besser geht, weil sie auch tagsüber durch speziell geschulte Pflegekräfte betreut wurde, berücksichtigte die Krankenkasse nicht. „Innerhalb von einer Woche ist unser Leben auf den Kopf gestellt worden, und wir mussten uns von jetzt auf gleich ganz neu organisieren“, erzählt Ella Tripp. Nachts bekommt das Mädchen weiterhin Intensivbetreuung, dann muss sie beatmet und ihr Schlaf bewacht werden. Diese Hilfe ist gewährleistet.

Doch nun muss Celina auch tagsüber daheimbleiben, die Zeit in der Tagesförderstätte in Neuwied-Engers ist vorläufig vorbei. Dort wird sie nur in Begleitung einer Pflegekraft aufgenommen. Das war bisher durch die 24-Stunden-Pflegeleistung möglich. Nach Einschätzung von Ella Tripp war es ein sehr guter Tagesablauf, bei dem Celina große Fortschritte gemacht und ihre Gesundheit sich stabilisiert hatte. Ihre Mutter ging tagsüber arbeiten und hatte ihre Tochter abends wieder bei sich. Es habe immer mehr Momente gegeben, in denen Celina so etwas wie ein normales Leben genießen konnte, berichtet ihre Mutter unter Tränen. „Celina hat auch autistische Züge und braucht Kontinuität, was die Menschen und ihre Umgebung betrifft“, erklärt Ella Tripp.

Dass Celina Veränderungen nicht guttun, zeigen die vergangenen Wochen, in denen sie kränkelt, weil ihr die Übungseinheiten und die Teilhabe in der Tagespflege fehlen. „Es geht ihr schlechter und schlechter, sodass wir kürzlich sogar wieder im Krankenhaus waren, weil sie eine Lungenentzündung hatte“, berichtet Ella Tripp. Nachbarn und Freunde helfen, wo sie können. Aber sie können keine Therapien ersetzen, für die ohnehin das Fachpersonal fehlt: „Es fehlt die exakte Pflege“, betont die Mutter. Auch der zurzeit ständige Wechsel von Bezugspersonen hat seine Folgen. Celina isst wenig bis gar nicht. Die Eskalation hatte zur Folge, dass der Arzt der Familie Tripp sich eingeschaltet hat und die Krankenkasse dann zunächst die 24-Stunden-Pflege wieder bis April 2020 genehmigt hat. Doch eine Intensivpflege lässt sich nicht kurzfristig an- oder ausschalten, die müsse jetzt erst wiederaufgebaut werden, so Ella Tripp.

Zwischenzeitlich liegt der Fall beim Sozialgericht, das über den Fortgang entscheidet. „Wenn ich den Prozess verliere, muss ich das Geld für die Tagespflege sogar zurückzahlen“, sagt Ella Tripp und hofft auf einen guten Ausgang für ihre Tochter und auch für sich.

Weil es aber immer schwieriger wird, die 24-Stunden-Pflege über einen Pflegedienst zu gewährleisten, sucht Ella Tripp eigentlich einen Wohnplatz für ihre Tochter. „Wenn ich morgen selbst krank würde, dann wäre meine Tochter nicht versorgt“, denkt Ella Tripp einen Schritt weiter und hat sich schon verschiedene Einrichtungen angeschaut. Aber entweder ist die Warteliste unendlich lang, oder die Wohnform nicht für junge Menschen geeignet, die tagsüber auch beschäftigt werden müssen. Seit einem Jahr ist sie auf der Suche nach einer betreuten Wohngruppe, die zu Celina passt, in der ihre Tochter betreut und gepflegt werden kann, in der es ihr gut geht. „Ich möchte sie nicht weggeben, aber allein schaffe ich das nicht mehr.“Wer Ella Tripp Hinweise auf eine Wohngruppe geben kann, kann ihr unter ella.tripp@web.de eine E-Mail schreiben.

Foto: Zurzeit betreut Ella Tripp ihre Tochter Celina fast ausschließlich daheim. Was nur mit Hilfe von Freunden und Nachbarn möglich ist. Foto: Susanne Willke

https://helftunsleben.de/2484-2/

Das Leben ist leichter geworden

Rosenheim. Bis zu 15 000 Euro kostet ein Treppenlift für einen Schwerbehinderten wie den 31-jährigen Dennis Brenner aus Rosenheim im Kreis Altenkirchen. „Das hätten wir selbst kaum bezahlen können“, sagt seine Mutter Katja (58). Sie und ihr Mann Klaus-Peter (61) sind längst nicht mehr fit genug, ihren Sohn die Treppen hinauf- und hinunterzutragen – spätestens, als Klaus-Peter Brenner 2013 einen Herzinfarkt hatte und seit er an Morbus Bechterew leidet, einem schmerzhaften chronischen Rheuma an der Wirbelsäule. 2017 kam dann die große Hilfe: HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unserer Zeitung, finanzierte den Rosenheimern den Treppenlift vom Erdgeschoss in die erste Etage, wo Dennis wohnt. „Seitdem ist unser Leben deutlich einfacher geworden“, sagt Vater Klaus-Peter, „denn mit Dennis wird es ja nicht besser.“

Der junge Mann ist seit seiner Geburt halbseitig gelähmt, kann nicht sprechen und ist schwerstbehindert. Als Frühgeburt erlitt er eine Gehirnblutung; heute wird er täglich im Förderbereich der Tagesförderstätte Steckenstein betreut. Zu den Helfern von HUL sagen die Eltern: „Wie gut, dass es solche Menschen gibt, die anderen in ihrem Alltag helfen. Dafür sind wir unendlich dankbar.“ Denn die beiden erfahren immer wieder, wie schwer es etwa bei der Krankenkasse ist, an Hilfsmittel heranzukommen, die ein Normalverdiener nicht bezahlen kann: „Da kommt man sich oft wie ein Bittsteller vor“, sagt Katja Brenner, „und wenn wir die Hilfe der Kasse nicht bräuchten – wenn wir Geld genug hätten, würden wir die Unterstützung ja nicht beantragen.“ So war es jetzt bei einem Rollstuhl für Dennis: „Da mussten wir ein Dreivierteljahr von der Bestellung bis zur Auslieferung warten. Das kostet sehr viel Nerven.“

2016 hatte eine Verwandte aus Hachenburg HELFT UNS LEBEN angeschrieben und um Hilfe für die Brenners gebeten. Wenig später hatten Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary von HELFT UNS LEBEN die Rosenheimer besucht, um sich ein Bild von der Situation in der Familie zu machen. Für beide war es damals schnell klar: HELFT UNS LEBEN übernimmt die Kosten für den Treppenlift, der sich per Fernbedienung steuern lässt. Die Eltern müssen Dennis nun zwar nicht mehr die Treppen hinauftragen, haben aber noch genug damit zu tun, ihn aufs WC, in die Badewanne oder ins Bett zu heben. Und natürlich, ihn auf den Treppenlift zu setzen und wieder herauszuholen.

Der größte Wunsch des Ehepaars wäre ein längerer Urlaub als in den vergangenen 30 Jahren. Bislang konnte sie nur einmal im Jahr fünf Tage Ruhe und Erholung suchen – wenn Dennis einen betreuten Ausflug mit der Lebenshilfe Steckenstein unternimmt. Einmal zwei oder gar drei Wochen die Beine hochzulegen und das ausgesprochen anstrengende Leben zu vergessen, welches die Betreuung eines Schwerbehinderten mit sich bringt, wäre für die beiden das Größte. Für Weihnachten freuen sie sich jetzt aber erst mal auf ein Fest im Kreis der Familie, mit den zwei anderen Söhnen, deren Frauen und den vier Enkelkindern.

Foto: Klaus-Peter und Katja Brenner aus Rosenheim und ihr schwerstbehinderter Sohn Dennis freuen sich, dass sie von HELFT UNS LEBEN einen Treppenlift für den Hausflur bekommen haben. Foto: Peter Seel

https://helftunsleben.de/das-leben-ist-leichter-geworden/

Therapiestuhl erleichtert Philipps Leben

HELFT UNS LEBEN unterstützt Familie mit schwerbehindertem Jungen

Gollenberg. Für Philipp Müller und seine Familie bedeutet diese Spende von HELFT UNS LEBEN (HUL) eine wichtige Erleichterung im täglichen Leben: Dank unserer Leserinitiative konnte für den schwerstbehinderten 18-Jährigen aus Gollenberg (Kreis Birkenfeld), der seit seiner Geburt an einem seltenen Gendefekt leidet, ein höhenverstellbarer Therapiestuhl angeschafft werden. Auf ihm sitzt er zum Beispiel, wenn seine Mutter Claudia ihm am Küchentisch das Essen reicht oder wenn sie ihn im Bad wäscht.

Außerdem hat das Engagement des Vereins, der seit 38 Jahren mithilfe von Spenden unserer Leser Kindern und Familien in Not Unterstützung leistet, dazu geführt, dass sich die Krankenversicherung der Müllers jetzt doch noch zur Finanzierung eines Treppenlifts bereit erklärt hat.

Das war der Grund, warum sich Klaus Günther ursprünglich an HUL gewandt hatte. Er fährt Philipp Müller, der am sogenannten Cornelia-de-Lange-Syndrom mit multiplen Fehlbildungen wie Kleinwüchsigkeit und Anomalien der Gliedmaßen leidet, jeden Tag mit einem Bus des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) zur Peter-Caesar-Förderschule nach Idar-Oberstein. „Wenn ich ihn abgeholt habe, habe ich ja immer die Not der Mutter gesehen, wie sie sich abmühte. Irgendwann habe ich mir dann gedacht, so kann das nicht weitergehen – und habe mich bei HUL gemeldet, um auf die Notsituation der Familie hinzuweisen“, sagt Günther.

Die fünfköpfige Familie – zu ihr gehören noch Vater Edgar und die beiden jüngeren Geschwister Jonas (17) und Emily (12) – lebt in dem idyllischen Dörfchen Gollenberg in einem alten Bauernhaus. Die Schlafzimmer und das Bad befinden sich in der oberen Etage, und wenn Claudia Müller ihren Sohn nach unten brachte, musste sie ihn bisher durch das enge, steile Treppenhaus nach unten tragen. „Das war schon sehr mühsam, auch wenn Philipp nur 36 Kilo wiegt. Ich habe auch schon seit Jahren Rückenprobleme“, berichtet Claudia Müller.

Die Krankenkasse hatte zunächst die Kosten für einen Treppenlift nicht übernehmen wollen, weil der Umbau des Bads, den Vater Edgar überwiegend in Eigenregie übernommen hatte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war. Nachdem sich HUL eingeschaltet hatte, führte das bei der Krankenversicherung aber offenbar zu einem „Motivationsschub“, wie es Anne Schattner formuliert. Sie ist Leiterin des RZ-Lesermarkts sowie Beisitzerin des Vereins und hatte den Kontakt zu den Müllers aufgenommen. Da die Krankenkasse den Treppenlift schließlich doch bezahlte, habe man sich in den Gremien von HUL kurzentschlossen darauf verständigt, das Spendengeld der Gollenberger Familie für einen anderen, ebenso sinnvollen und notwendigen Zweck zu verwenden, sagt Schattner. So wurde der Therapiestuhl gekauft, der nun im alltäglichen Leben für Philipp und seine Familie vieles leichter macht, wie seine Mutter erleichtert betont.

Dass ihr Sohn schwerstbehindert das Licht der Welt erblickte, „kam für uns ohne Vorwarnung“, sagt Claudia Müller. Oft haben Kinder mit dieser Generkrankung eine sehr geringe Lebenserwartung, was laut Vater Edgar häufig damit zusammenhängt, dass sie nur über eine Magensonde ernährt werden können. „Meine Frau hat aber einen eisernen Willen gezeigt und es geschafft, Philipp mit dem Löffel füttern zu können. Das war entscheidend“, sagt er. Auch in der Folgezeit nahm Claudia Müller ihren Sohn überall hin mit, etwa zu den Pferden im Stall, und suchte in Selbsthilfegruppen den Kontakt mit anderen Betroffenen, deren Kinder an dem nach der niederländischen Ärztin Cornelia de Lange benannten Syndrom leiden. Die beiden jüngeren Kinder der Müllers sind übrigens kerngesund, und über Philipp sagt seine Mutter liebevoll: „Er ist eben einfach etwas exotischer.“ Sie betont, wie dankbar die Familie darüber ist, dass sie mithilfe der HUL-Spende nun einen Therapiestuhl für Philipp besitzt. Und dass es wegen des Einlenkens der Krankenversicherung auch inzwischen mit dem Einbau des Treppenlifts geklappt hat. Denn diese beiden Anschaffungen „bedeuten für Philipp und uns alle mehr Lebensqualität und auch mehr Sicherheit“, sagt Claudia Müller.

Foto: Durch dieses enge Treppenhaus musste Claudia Müller (sitzend, Mitte) ihren Sohn Philipp bisher nach unten tragen. Über den Einbau eines Lifts und den dank einer Spende von HUL möglich gewordenen Kauf eines Therapiestuhls freuen sich Schwester Emily, Vater Erhard (oben), Betreuer Klaus Günther und Anne Schattner, Leiterin des RZ-Lesermarkts. Foto: Reiner Drumm

https://helftunsleben.de/therapiestuhl-erleichtert-philipps-leben/

Hilfe für eine Familie in Not

 Spenden unserer Leser erleichtern den Alltag von Bettina Badermann und ihrer schwerstbehinderten Tochter

Erbach. Die Spendenbereitschaft aus Leserschaft und Bevölkerung war enorm, als unsere Zeitung im Oktober über das schwere Schicksal von Bettina Badermann und ihrer schwerstbehinderten Tochter Annika aus Erbach im Rhein-Hunsrück-Kreis berichtete. Als gesundes Baby zur Welt gekommen, erlitt die kleine Annika eine Hirnhautentzündung und eine Blutvergiftung. In der Folge kam eine schwere Hirnblutung hinzu. Annika lag 14 Tage im Koma. Auch wenn die Ärzte damals wenig Hoffnung hatten: Sie kämpfte sich zurück ins Leben.

Aber die Krankheit blieb nicht ohne Folgen. Die Hirnhautentzündung hat Annikas Gehirn schwer geschädigt. Sie erblindete und hat keine Kontrolle über ihren Körper, kann nicht stehen, nicht allein essen, kaum sprechen. Hinzu kommen epileptische Anfälle, mit denen die junge Frau, die am 14. April 26 Jahre alt wird, regelmäßig zu kämpfen hat.

So gravierend die Krankheit von Annika ist, so mühsam gestaltete sich der Alltag ihrer Mutter, die sich für ihre Tochter aufopferte, bis ihr eigener Körper nicht mehr mitspielte. Die erwachsene Tochter regelmäßig vom Rollstuhl ins Auto zu heben, hat nach jahrelanger Belastung Spuren hinterlassen. Die Mutter erlitt vier Bandscheibenvorfälle, bekam im September 2014 das erste und im Juni 2016 das zweite künstliche Kniegelenk eingesetzt. Im vergangenen Jahr war die Belastungsgrenze bei Bettina Badermann erreicht. Sie war nicht mehr in der Lage, ihre Tochter zu heben.

Damit Annika aber weiterhin viermal in der Woche die Tagesförderstätte der Lebenshilfe Rhein-Hunsrück in Kastellaun besuchen kann, musste dringend ein Spezialfahrzeug angeschafft werden, in das Annikas Rollstuhl über eine Rampe hineingeschoben wird und in dem sie im Rollstuhl sitzen bleiben kann.

Seit die Ärzte bei Annika im Alter von 16 Jahren in einer elfstündigen Operation die Wirbelsäule versteiften, um ihr die Schmerzen zu nehmen, ist ihre Wirbelsäule äußerst empfindlich. Daher muss der Spezialtransporter auch hydraulisch gefedert sein, um Stöße abzufangen. Die Anschaffung eines solchen Fahrzeugs überstieg die finanziellen Möglichkeiten von Bettina Badermann bei Weitem. Ein Fall für HELFT UNS LEBEN. Nach dem Aufruf bei unserer Zeitung war die Hilfsbereitschaft unserer Leser enorm, sodass jetzt der entsprechende Kleinbus in Koblenz an die Familie übergeben werden konnte. Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, freute sich, dass die Spendenorganisation in diesem schweren Fall ein wenig Linderung für Bettina Badermann und ihre Tochter Annika ermöglichen konnte. Geschäftsführer Hans Kary nahm nicht nur den Dank der Fahrzeugempfängerinnen mit nach Hause. „Frau Badermann erzählte uns bei der Übergabe, dass unter anderem aufgrund unseres Artikels nach 40 Jahren eine ihrer Schulfreundinnen Kontakt zu ihr aufgenommen habe.“ Ein schöner Nebeneffekt, der durch die Hilfe unserer Zeitung, neben der praktischen Unterstützung für das tägliche Leben, auch möglich gemacht wurde.

Bettina Badermann war ihre Dankbarkeit anzumerken. Neben den vielen Spendern hob sie stellvertretend die Unterstützung der Feuerwehr und der Kleiderkammer Rheinböllen hervor. Die 17 Frauen hatten kürzlich aus dem Verkaufserlös ihrer Kleidung 2000 Euro beigesteuert, die mithalfen, das Spezialfahrzeug zu finanzieren.

Foto: Im Volkswagen Nutzfahrzeugzentrum Koblenz wurde das Spezialfahrzeug übergeben. Verkaufsleiter Ralf Schneider (von links) und Geschäftsführerin Gabi Esser übergaben Bettina Badermann die Autoschlüssel und einen Blumenstrauß. Ihr Sohn Lars und Tochter Annika haben schon in dem neuen Kleinbus Platz genommen. Rechts im Bild HELFT UNS LEBEN-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary. Foto: Sascha Ditscher

https://helftunsleben.de/hilfe-fuer-eine-familie-in-not/

Florian Kötting ist jetzt flotter unterwegs

HELFT UNS LEBEN finanziert Rollstuhlschiebehilfe für Ulmener

Ulmen. Wenn Florian Kötting zuhört, wie seine ehrenamtliche Betreuerin über Erlebnisse mit ihm spricht, strahlt der 34-Jährige bis über beide Ohren. Seit seiner Geburt ist der junge Mann schwerstbehindert und komplett auf Hilfe angewiesen, er ist sowohl motorisch wie auch geistig extrem eingeschränkt. Von seinen Eltern wurde er nach seiner Geburt direkt in eine Pflegeeinrichtung gegeben, wo er bisher sein ganzes Leben verbracht hat. Kontakt zu den Eltern gibt es keinen, in seiner Gruppe „Barbara“ im Pflegeheim St. Martin in Ulmen scheint sich Florian Kötting aber sehr wohlzufühlen.

Besonders freut er sich allerdings, wenn Maria Ferber und ihre Schwester Eva Göbel zu Besuch kommen. Göbel kennt Kötting aus einer Einrichtung, in der sie vor ihrer Rente gearbeitet hat. Seitdem haben die beiden ein enges Verhältnis zueinander.

„Florian hat wirklich ein Wahnsinnsgedächtnis“, schwärmt Maria Ferber, „Namen kann er sich besser merken als ich.“ Die 75-Jährige kümmert sich seit nunmehr 16 Jahren ehrenamtlich um Florian Kötting. Allerdings gab es da eine Sache, die ihr zunehmend schwerer fiel. „Florians Rollstuhl ist sehr schwer, den habe ich mit meiner Schwester zuletzt kaum noch Steigungen hochgeschoben bekommen“, berichtet Ferber. Sie hat alles versucht, um eine elektrische Schiebehilfe für den Rollstuhl bewilligt zu bekommen. Ohne Erfolg. Über einen Bekannten bei der AWO entstand schließlich der Kontakt zu HELFT UNS LEBEN, der Initiative unserer Zeitung für Kinder und Familien in Not. Der Verein sagte zu, die Kosten für den Umbau des Rollstuhls zu übernehmen. Anne Schattner, Beisitzerin im Verein, hat jetzt in Ulmen die frohe Kunde überbracht.

„Dank der elektronischen Schieb- und Bremshilfe können wir jetzt wieder öfter mit Florian rausgehen und die Gegend erkunden“, freut sich Maria Ferber. Das steigere die Lebensqualität des 34-Jährigen ungemein. Auch Eisessen im Sommer ist nun wieder möglich. Denn dabei hatte es zuletzt große Probleme gegeben, vom Ulmener Stadtzentrum bergauf zurück zum Pflegeheim zu gelangen. „Meine Schwester und ich haben da zu zweit wie verrückt geschoben“, erinnert sich die 75-Jährige und lacht. Christoph Bröder

Foto: Maria Ferber (von links), die ehrenamtliche Betreuerin von Florian Kötting, hat den jungen Mann gemeinsam mit Anne Schattner besucht. Foto: Christoph Bröder
https://helftunsleben.de/florian-koetting-ist-jetzt-flotter-unterwegs/