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Endlich ist Urlaub mit der ganzen Familie möglich

Arzbach. Freudestrahlende Gesichter, Umarmungen, menschliche Wärme: Es ist ein wunderbarer Empfang, der Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, und Geschäftsführer Hans Kary in Arzbach (Rhein-Lahn-Kreis) bereitet wird. Wegen dieser offenen und sympathischen Art, die Michael und Rebecca Heymann auch im Umgang mit ihren Kindern an den Tag legen, ist ihnen die Familie ans Herz gewachsen. Und es ist wirklich beeindruckend, wie unbeschwert und zufrieden die vier wirken – obwohl sie es alles andere als leicht haben.

Tochter Vanessa ist seit ihrer Geburt geistig und körperlich schwerstbehindert und auf einen Rollstuhl angewiesen. Davon lassen sich die Heymanns aber nicht unterkriegen. Die Familie hält zusammen. Doch so wichtig der liebevolle Umgang untereinander auch ist, ganz ohne Unterstützung geht es nicht. Die Familie ist eingeschränkt. Gemeinsam irgendwo hinfahren, gemeinsame Ausflüge, Urlaube? Ein Traum. Es fehlt ein geeigneter fahrbarer Untersatz. Das war vor drei Jahren. Dann trat HELFT UNS LEBEN, die Hilfsaktion unserer Zeitung, auf den Plan – und die Situation für die Familie änderte sich.

Im Dezember 2016 konnten Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary der Familie ein Auto übergeben, in dem alle Platz haben. Dadurch veränderte sich alles. Nun können die Heymanns zusammen auf Tour gehen. Der Kleinbus wurde für die inzwischen 19-jährige Vanessa umgebaut, besitzt im Heck eine breite Laderampe, über die der Rolli bequem hineinfahren kann. „Das ist ein ganz anderes Lebensgefühl“, sagt Mutter Rebecca. Besonders freue sich die elfjährige Saphira, mit ihrer großen Schwester unterwegs zu sein. „Da geht nichts drüber“, sagt Michael Heymann mit Blick auf die enge Verbindung der Geschwister.

Bei dem Besuch in Arzbach erzählen Rebecca und Michael von ihren Touren. Die „Hexe“, wie Vanessa von allen nur liebevoll genannt wird, sitzt daneben, strahlt Freude aus, setzt gelegentlich ein Lächeln auf, das andere ansteckt. Ein Ziel hat es der Familie Heymann inzwischen besonders angetan: der Europa-Park in Rust. An Pfingsten hatten sich die vier erstmals zusammen in den Südwesten Deutschlands aufgemacht, um einige schöne Tage in dem Vergnügungspark zu verbringen. Ohne das große, umgebaute Auto undenkbar. „Wie übernachtet Ihr da?“, wollte Manuela Lewentz-Twer wissen. Die Antwort ist einfach. Familie Heymann hat einen Wohnwagen dabei, und der wird auf einem Behindertenstellplatz auf dem angrenzenden Campingplatz geparkt. „Das klappt einwandfrei“, sagt Rebecca. Für die Familie ist das der perfekte Urlaub. Wenn Vanessa sich ausruhen muss, geht ihr Vater mit ihr zum Wohnwagen. Mutter Rebecca bleibt mit Saphira im Vergnügungspark. Aber natürlich kommt auch die „Hexe“ auf ihre Kosten. Es gebe beispielsweise extra ein Boot, auf das ein Rollstuhl passt. „Sie durfte mit drei Bahnen fahren“, sagt der Vater stolz, und sie hatte richtig viel Spaß. Die Fotos, die er zeigt, sind ein eindeutiger Beweis. Natürlich ist das Leben mit der „Hexe“ nicht immer einfach. Es gibt Höhen und Tiefen. Aber im Moment sei sie „topfit“, erklärt Michael. Auch bei so mancher Tour sei etwas schiefgegangen. Aber all das steht die Familie durch. „Einfach kann jeder“, sagt der Vater mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht. So geht es für die sympathische Familie aus Arzbach weiter. Vanessa hat in diesem Jahr ihren Schulabschluss an der Christiane-Herzog-Schule in Engers gemacht. Demnächst geht sie in die Tagespflege der Stiftung Scheuern in Nassau. Angeschaut hat sie sich die Einrichtung bereits, wie Michael betont: „Das hat ihr Spaß gemacht.“

Viel Freude und Mut legt die Familie Heymann an den Tag – und Dankbarkeit. Denn die große Unterstützung, die ihr von HELFT UNS LEBEN und dadurch auch zahlreichen anderen Menschen und Einrichtungen zuteil wurde, hat das Leben von Michael, Rebecca, Saphira und Vanessa verändert, sie noch mehr zusammengeschweißt.

Und die vier sind glücklich und zufrieden. „Was wir dringend bräuchten, wüsste ich nicht“, sagt Michael. Wie könnte man ihnen trotzdem eine Freude machen? Gar nicht so einfach zu beantworten. Doch nach einigem Hin- und Herüberlegen hatten Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary dann eine Idee. HELFT UNS LEBEN spendiert die nächste Jahreskarte für den Europa-Park, sodass die Familie noch viele schöne Urlaube genießen kann – gemeinsam zu viert.

Foto: Drei Jahre nach dem ersten Besuch von HELFT UNS LEBEN: Was sich bei den Heymanns aus Arzbach verändert hat. Foto: Markus Eschenauer

https://helftunsleben.de/endlich-ist-urlaub-mit-der-ganzen-familie-moeglich/

Auch Niklas stand die Freude im Gesicht

Neues Auto macht Familie mit schwerstbehindertem zehnjährigen Kind das Leben erträglicher

Vallendar. „Niklas hat ein Zeichen gegeben, dass er sich freut.“ Diese Aussage seiner Eltern Gina und Albert Kolic aus Vallendar war wohl für alle, die in diesem Fall geholfen haben, das schönste Dankeschön. Die RZ-Initiative für Kinder und Familien in Not, HELFT UNS LEBEN (HUL), konnte das Schicksal des Jungen und seiner Familie zumindest etwas erträglicher machen. Dank einer Spende von HUL übergaben im Koblenzer Volkswagen Nutzfahrzeugzentrum die Geschäftsführerin Gabi Esser und Vertriebsleiter Sonderfahrzeuge Ralf Schneider ein VW-Nutzfahrzeug T6 Kombi mit Klapprampe und geprüftem Rückhaltesystem für einen Rollstuhl.

Der zehnjährige Niklas Kolic ist seit Geburt schwerstbehindert. Komplikationen während der Geburt führten zu Sauerstoffmangel in seinem Gehirn. Dadurch sind Hirnbereiche außer Kraft, die für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind. Deswegen kann der Junge weder seine Gliedmaßen noch sonstige Körperteile bewusst ansteuern und bewegen. Die Folge: Niklas kann weder laufen noch sprechen oder selbstständig essen. Außerdem leidet der Junge an epileptischen Anfällen, bei denen immer wieder die Gefahr besteht, dass er sich und andere verletzt. Er ist vollständig auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen und muss ständig betreut werden. Momentan muss noch davon ausgegangen werden, dass sich an Niklas‘ Gesundheitszustand nichts ändert. Durch spezielle Therapien und Operationen hoffen die Ärzte jedoch, Körperfunktionen wieder aktivieren zu können.

Messungen im Gehirn haben ergeben, dass Niklas sehr wohl bewusst ist, was um ihn herum passiert. Er ist durchaus in der Lage, Dinge intellektuell einzuschätzen und emotional darauf zu reagieren. So war zum Beispiel die Freude in seinem Gesicht zu sehen, als sein Vater ihn im Rollstuhl das erste Mal ins neue Auto schob.

Auch sonst strahlt er häufig Zufriedenheit aus. Man sieht ihn lachen, und seine Augen verraten, dass er sich geborgen fühlt. Dafür sorgen rund um die Uhr seine Eltern und Großeltern, die er über alles liebt. Ihnen ist keine Mühe zu groß, allerdings ist die Pflege mit größten Einschränkungen für die Familie verbunden. Der Vater ist Busfahrer. Er hat seine Schichten so legen lassen, dass er möglichst viel Zeit für seinen Sohn aufwenden kann. Er fährt mit dem Rad zur Arbeit. Den Kleinwagen benötigt die Mutter für Besorgungen und Arztbesuche.

Ein weiteres Problem, das immer prekärer wird: Niklas wiegt inzwischen 20 Kilogramm und wird naturgemäß ständig schwerer. Dadurch wird es absehbar nicht mehr möglich, den Jungen in den Kleinwagen zu tragen, um zu seinen medizinischen Behandlungen zu fahren. In dieser Situation wandten sich der Vallendarer Architekt Guido Fries und seine Frau Christine an HUL. Sie kennen die Familie Kolic seit zehn Jahren. Im HUL-Vorstand wurde dann entschieden, dass hier mit einem Fahrzeug geholfen wird. Dabei handelt es sich um einen Umbau eines VW-Nutzfahrzeuges in Zusammenarbeit mit der Firma AMF in Apen/Norddeutschland. Damit ist es möglich, dass der Junge während der Fahrt im Rollstuhl sitzen bleiben kann.

Guido Fries sagte bei der Fahrzeugübergabe: „Wir sind superglücklich, dass HELFT UNS LEBEN hier schnell und unbürokratisch geholfen hat. Sie erfüllen der Familie Kolic heute einen Traum.“ Albert Kolic bedankte sich mit bewegenden Worten: „Wir haben ganz viel Freude, weil uns das Leben dadurch erleichtert wird.“

Foto: Die Freude im Gesicht des zehnjährigen Niklas Kolic ist unübersehbar. Mit ihm freuen sich seine Eltern (Bildmitte) sowie (von links) Gabi Esser, die Geschäftsführerin des VW-Nutzfahrzeugzentrums, das Ehepaar Christine und Guido Fries, Vertriebsleiter Ralf Schneider sowie (von rechts) die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und HUL-Geschäftsführer Hans Kary. Foto: Winfried Scholz

 

https://helftunsleben.de/auch-niklas-stand-die-freude-im-gesicht/