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Weihnachtshaus: 40 000 Lichter tanzen wieder

Neuwied. Tunken und föhnen. Tunken und föhnen. Tunken und föhnen. 2500-mal. Es war nicht die spannendste Beschäftigung, die sich Meikel Rockenfeller und Felix Jung für die voradventliche Zeit ausgesucht hatten. „Aber es half ja nichts. Es sah nicht mehr schön aus“, kommentiert Rockenfeller achselzuckend die Arbeit von zweieinhalb Tagen, an denen die beiden jungen Männer rote Lämpchen einzeln und per Hand nachgefärbt haben. 2500 Stück. „Wir schmücken ja jedes Jahr ab und dabei verlieren sie immer ein wenig“, erklärt er die Aktion und bilanziert nach dem Testlauf am Sonntagabend zufrieden: „Das Ergebnis jetzt kann sich wieder sehen lassen.“

Das gilt umso mehr, als die 400 Lämpchen, die die Macher des seit Jahren überregional bekannten Weihnachtshauses ausgetauscht haben, auch perfekt funktionierten. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn bei den professionellen Lichterketten, die sie in Feldkirchen aufhängen, zieht man die Lämpchen nicht einfach heraus und steckt eine Ersatzbirne wieder ein. „Sie müssen herausgeschnitten und neu verlötet werden“, berichtet Rockenfeller. Und macht man das nicht, funktioniert die ganze Kette nicht mehr. So jedoch können bei den insgesamt 18 Shows (siehe Auslagerung unten rechts) wieder mehr als 40 000 Lichter zur Musik tanzen.

Und das für einen guten Zweck. Denn erneut stellen Rockenfeller, Jung und ihr Helferteam Spendenboxen für die Rhein-Zeitungs-Initiative HELFT UNS LEBEN (HUL) auf. „Das ist für uns mittlerweile selbstverständlich. Wir finden die Aktion klasse, weil sie so transparent ist. Wir können ja immer wieder lesen, dass mit unseren Geldern bedürftigen Menschen in unserer Region geholfen wird“, sagt Rockenfeller.

In diesem Jahr dürfen sich die Beteiligten übrigens auf den Durchbruch einer Schallmauer freuen: Denn die 50 000-Euro-Grenze steht kurz vor dem Fall. Möglich ist das auch, weil Rockenfeller und Jung viel aus der eigenen Tasche bezahlen und die Besuchern spendenfreudig sind, weil sie keinerlei Eintritt bezahlen müssen und selbst den Glühwein beziehungsweise Kinderpunsch kostenlos bekommen. Zudem gibt es einige Unterstützer aus der Wirtschaft: Die Neuwieder Stadtwerke stellen den notwendigen Ökostrom und auch einen Steiger für den Aufbau zur Verfügung, Rewe Müller sponsert die Getränke und „Haugwitz Design“ die Mediengestaltung.

Foto: 40 000 Lichter tanzen bei den Shows am Feldkirchener Weihnachtshaus zur Musik. Damit das auch gut aussieht, haben Felix Jung und Meikel Rockenfeller in diesem Jahr allein 2500 rote Lämpchen einzeln per Hand nachgefärbt. Foto: Jörg Niebergall

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Food-Rallye: Startplatz für eine Oldtimerfahrt gewinnen

Region. Dass Piloten automobiler Schätze häufig ein großes Herz für diejenigen haben, denen es nicht so gut geht, konnte HELFT UNS LEBEN in diesem Jahr schon mehrfach erfahren. Einen weiteren Anlass dazu bietet die Food-Rallye rund um Neuwied am Samstag, 31. August. Die Rallye ist seit Langem ausgebucht, doch für den guten Zweck gibt es jetzt noch einen Startplatz: Der Inhaber des Oldtimer-Zentrums Depot3 in Mülheim-Kärlich, Ralph Grieser, stellt seinen Startplatz für die gute Sache zur Verfügung und geht noch einen Schritt weiter: Wenn der glückliche Teilnehmer keinen Oldtimer besitzen sollte, stellt ihm das Depot3 einen für die Mitfahrt zur Verfügung.Und so funktioniert die Teilnahme: Wer bis zum 29. August mit dem Stichwort „Food-Rallye 2019“ und Angabe seiner Telefonnummer an HELFT UNS LEBEN spendet, hat bereits gute Chancen auf den Startplatz. Wer den Zuschlag bekommt, entscheidet dabei nicht der Zufall, sondern die höchste Einzelspende. Von den Spenden profitieren bedürftige Familien in der Region. Den Gewinner erwartet ein unvergesslicher Tag im automobilen Klassiker, bei dem nicht nur das Fahren im Oldtimer im Mittelpunkt steht. Bei der Food-Rallye gilt der Verpflegung ein besonderes Augenmerk. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Food-Hotel in Neuwied geht es im Oldtimer über eine anspruchsvolle Strecke rund um Neuwied. Die Zieleinfahrt wird am späten Nachmittag wieder in Neuwied sein, wo zahlreiche Zuschauer die alten Fahrzeugschätze und ihre Piloten begrüßen.Kontoverbindung HELFT UNS LEBEN: BIC: MALADE51KOB; Iban: DE72 5705 0120 0000 0013 13.

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Landräte spenden für Zoo und HUL

Statt Geschenken bei Abschied und Einführung

Kreis Neuwied. Blumenberge und überquellende Weinkeller wollten sie nicht. Deshalb verzichteten Neuwieds Landrat Achim Hallerbach und sein Vorgänger Rainer Kaul bei der Amtsübergabe auf Geschenke. Stattdessen baten sie die Gäste der Feier um Spenden für HELFT UNS LEBEN (HUL) und den Neuwieder Zoo. Das hoch erfreuliche Ergebnis präsentierten sie jetzt bei der symbolischen Scheckübergabe. Direktor Mirko Thiel freute sich über 8400 Euro für den privat getragenen Zoo. HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer bedankte sich im Namen des Spendeninitiative unserer Zeitung für 4525 Euro und versicherte, dass das Geld für bedürftige Menschen in der Region eingesetzt wird.

Foto: Landrat Achim Hallerbach (links) und sein Amtsvorgänger Rainer Kaul (rechts) überbrachten dicke Schecks für Zoo und HUL. Es freuten sich (von links) Zoo-Direktor Mirko Thiel, Zoo-Wirtschaftsberater Dieter Rollepatz, die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Birgit Klütsch, Geschäftsführerin des Zoo-Fördervereins. Foto: Ulf Steffenfauseweh

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Projekt realisiert: Ruander hobeln, dass Späne fliegen

Schreinerwerkstatt von „Karaba-Neuwied“ ist in Betrieb – Ausbildung der Ausbilder als nächstes Ziel in der Planung

Neuwied/Karaba. Nothilfe war gestern: Die Mitglieder von Karaba-Neuwied begegnen den Menschen in ihrer ruandischen Partnerregion lieber auf Augenhöhe. Hilfe zur Selbsthilfe heißt dabei das Leitmotiv der Vereinsarbeit. Und auf dem Weg zu diesem Ziel konnten jetzt ein weiterer Meilenstein gefeiert werden: Mit der Schreinerwerkstatt ist am Berufsbildungszentrum Mwogo die zweite große Abteilung in Betrieb.

85 000 Euro sind in den Bau und die Ausstattung geflossen. Neben gesammelten Spenden und 68 000 Euro aus dem Topf der Landespartnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda hatte auch die RZ-Leserinitiative HELFT UNS LEBEN 9000 Euro zugeschossen.

„Eine fantastische Einrichtung“, schwärmt Franz Eichinger. Und der Österreicher, der seit einigen Monaten als Baukoordinator im Büro der Landespartnerschaft in Kigali arbeitet, ist sogar sicher, dass sie „enormes Potenzial hat, die Handwerksausbildung in der Region in eine neue Dimension zu bringen“.

Das hoffen auch die Karaba-Neuwied-Vorsitzende Sybille Hass-Machill und ihr Stellvertreter Dietmar Rieth, die sich über den reibungslosen Ablauf des Baus freuen. Nach der Genehmigung des Projektes durch das Land hatte es gerade einmal eineinhalb Jahre gedauert, bis es abgeschlossen werden konnte – und das mit einer finanziellen Punktlandung: „774 Euro sind übrig geblieben“, teilt Rieth gut gelaunt mit und legt einen 40-seitigen Verwendungsnachweis mit allen Rechnungen vor. „Das läuft in Ruanda. Wir haben auch in der Vergangenheit schon festgestellt, dass die Planungen in Ruanda stimmen“, sagt er.

„In der Vergangenheit“ meint in diesem Fall eine fast 14-jährige Erfahrung. Denn seit der Gründung des Vereins – inspiriert durch die Hochzeitsreise des Ehepaars Hass-Machill/Rieth 2004 nach Ruanda – hat der Verein zahlreiche Projekte realisiert. Er hat Kindergärten und Schulen instand gesetzt, die Wasserversorgung verbessert und dann – als nächsten Schritt einer Entwicklung – den Bau des Berufsausbildungszentrums Mwogo angestoßen. Seit 2014 werden hier im ersten großen Gebäude Automechaniker ausgebildet, nun kommen die Schreiner hinzu.

„Das duale System ist ein frommes Schlagwort, wenn es keine Betriebe gibt, die so ausbilden. Hier haben wir eine überbetriebliche Ausbildungswerkstatt, die an eine Schule angedockt ist“, erklärt Rieth und weist darauf hin, dass die jungen Leute beim erfolgreichen Durchlaufen des „Vocational Training Centers“ (VTC) staatliche Urkunden bekommen. „Damit können sie sich bewerben und haben eine Zukunft“, ist er überzeugt und unterstreicht: „Partnerschaft ist die Antwort auf die Frage, wie Fluchtursachen vermieden werden können. Das lässt sich belegen.“ Daher müsse die Zusammenarbeit „hoch qualitativ weitergehen“.

Doch was heißt das konkret? Zum einen ist für Karaba-Neuwied denkbar, dass am Zentrum noch ein dritter Zweig installiert wird: „Das Gelände ist groß genug“, weiß Hass-Machill und nennt die Installateurausbildung als Möglichkeit. Vorher aber will sich der Verein vor allem darum kümmern, dass die Ausbildung der Ausbilder verbessert wird, besonders mit Blick auf Wartung und Pflege der Gerätschaften. „Die können schon jetzt aus einem Baumstamm einen Zahnstocher machen“, sagt Rieth und zeigt Bilder von Möbeln „in richtig guter Qualität“, die in der neuen Werkstatt entstanden sind. In Umgang und Wartung der Maschinen müsse aber noch geschult werden.

Daher hofft er, dass sich der angedachte Einsatz eines Senior-Experten (SES) realisieren lässt. Einen passenden Kandidaten, der für einige Wochen in die Partnerregion fliegt, die Ausbilder schult und Lehrmaterialien erstellt, habe der Verein bereits in Aussicht.

Unabhängig davon setzt Karaba-Neuwied für die Zukunft darauf, dass mit einem neuen Oberbürgermeister auch die Möglichkeit einer kommunalen Partnerschaft wieder in den Fokus rückt. „Wir hätten für infrastrukturelle Fragen die Stadt gern im Boot“, sagt Rieth und lobt in diesem Zusammenhang das Partnerschaftsbüro des Landes in Kigali: „Ohne deren Unterstützung könnte kein Ehrenamtler solche Projekte machen.“

Foto: In der neuen Schreinerwerkstatt, deren Bau der Partnerschaftsverein Karaba-Neuwied initiiert und mithilfe von Spendern, HELFT UNS LEBEN und dem Land finanziert hat, wird bereits kräftig gearbeitet. Foto: Partnerschaftsbüro

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Das große Schmücken

Wo Besuchern Tausende Lichter aufgehen und warum Menschen ganze Häuser mit Krippenwelten füllen

Kordel/Völklingen/Neuwied. Vor Weihnachten kommt die Zeit des großen Schmückens. Lichterketten und Sterne zieren Fenster. Figuren werden auf Simse und Fensterbänke gestellt und leuchtende Rentiere und Weihnachtsmänner in den Vorgärten angeknipst. Wir haben die außergewöhnlichsten Lichtgestalten in Rheinland-Pfalz und im Saarland zusammengestellt:

Das Weihnachtshaus mit Licht und Musik in Neuwied: Bei Felix Jung und Meikel Rockenfeller aus dem Neuwieder Stadtteil Feldkirchen kamen zwei Sachen zusammen: Sie sind beide Weihnachtsfans und gelernte Elektroniker. Die perfekte Kombination also, um ein Haus in der Vorweihnachtszeit mit reichlich Lichterketten und Leuchtdeko zu Musik erstrahlen zu lassen. „Wir lassen das Haus im Takt der Musik leuchten“, erzählt Rockenfeller.

Rund 35 000 weiße und rote Birnchen gehen dafür an und aus – jeder Einsatz ist genau programmiert. „Pro Liedminute brauchen wir vier bis fünf Stunden am Laptop“, sagt er. Die Lightshows, die jeweils 15 Minuten dauern, können Besucher sich in diesem Jahr am zweiten und dritten Adventswochenende (ab 17 Uhr) anschauen.

„Wir wollen ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung im amerikanischen Stil verbreiten“, sagt der 26-Jährige. „Nebenbei“ sammeln Jung und er bei den Shows Spenden für einen guten Zweck. In den vergangenen fünf Jahren sind so mehr als 35 000 Euro zusammengekommen – und zwar für die RZ-Leserinitiative HELFT UNS LEBEN, die dieses Geld gezielt für Menschen in unserer Region einsetzt, die unverschuldet in Not geraten sind. Jung und Rockenfeller sind auch schon seit Ende Oktober bei der Vorbereitung.

„Es werden jedes Jahr mehr Besucher“, schwärmt Meikel Rockenfeller und schüttelt dabei selbst ein wenig ungläubig den Kopf. 5000, so schätzt er, werden es im vergangenen Jahr gewesen sein. Und das hat zur Folge, dass es vor dem Weihnachtshaus durchaus kuschelig werden kann. „Eigentlich sind die Freitagsvorstellungen die schönsten. Da ist der Andrang nicht ganz so groß, und man hat einen super Blick auf das Haus“, rät Felix Jung.

Das Krippenhaus in Kordel (Kreis Trier-Saarburg): „Ich bin seit 1. November dran“, sagt Richard Schmitz. Er hat mit seiner Frau im Wohnzimmer gleich eine ganze Krippenlandschaft aufgebaut – mit Wurzeln, Moos, selbst gebauten Häusern und mehr als 120 Figuren und Tieren. „Sie ist 17 Quadratmeter groß“, sagt der Kaufmann über die Anlage, die über Jahrzehnte immer weiter gewachsen ist. „Wir machen das, weil wir ganz einfach an die Sache glauben“, sagt der 67-Jährige. „Und es ist eben unser Hobby.“ Die Megakrippe steckt voller Details: Die Hirten halten kleine leuchtende Laternen in den Händen, ein Fluss plätschert vor der Wurzelhöhle vorbei, in der Maria und Josef neben dem Jesuskind auf Stroh stehen. Die mit Geschenken beladenen Kamele und Elefanten der Heiligen Drei Könige sind mit Goldsaum gezierten Samtdecken geschmückt – und Musiker spielen auf einem Kiesweg auf.

Die Krippe mit ihren 500 Lichtern wurde am ersten Adventswochenende angeschaltet. „Und danach werden kein Tier und keine Figur mehr bewegt.“ In der Zeit vor Weihnachten sitzt die Familie oft abends vor der Landschaft und betrachtet sie, erzählt Schmitz. „Das ist gemütlich, wenn es draußen dunkel ist – da ist die Krippe so etwas wie ein Lichtblick.“

Das leuchtende Weihnachtshaus in Völklingen: Wie in Neuwied leuchtet es auch bei Sven Berrar überall – die Fassaden seines Hauses sind voller Lichterketten, Kerzen, Engel, Sterne und Weihnachtsmänner. Auch der Garten ist im Dunkeln hell. Insgesamt 67 000 Lämpchen und mehr als 300 beleuchtete Figuren sind es in diesem Jahr. „Das ist unser persönlicher neuer Rekord“, sagt der 33-Jährige im Völklinger Ortsteil Ludweiler. Bei ihm haben die Vorbereitungen noch früher begonnen: „Wir haben ab dem 1. Oktober acht Wochen lang aufgebaut.“ Der gelernte Gärtnermeister Berrar bringt das liebevoll geschmückte Haus bereits im 19. Jahr zum Leuchten. Jedes Mal kommt Neues dazu.

„2017 ist es neuer Glasbaumschmuck und eine leuchtende Eisenbahn am Teich“, sagt er. Warum er so gern schmückt? „Das ist Balsam für die Seele. Denn Weihnachten ist für mich die schönste Zeit des Jahres.“ Sein leuchtendes Kunstwerk wurde am Samstag zum ersten Mal in diesem Winter angeschaltet. Seitdem erstrahlt es jeden Abend von 17 bis 22 Uhr. Der Garten ist für Gäste geöffnet. „Wir haben viele Besucher, die jedes Jahr kommen“, erzählt Berrar. Für viele gehört ein Besuch im Weihnachtshaus zum Fest dazu.

Das Weihnachtsdorf Waldbreitbach im Wiedtal: Weit über den Kreis Neuwied hinaus bekannt ist das Weihnachtsdorf Waldbreitbach im Wiedtal. Zu den beleuchteten und leuchtenden Attraktionen im und um den Ort gehören die nach Angaben der Westerwaldgemeinde weltweit größte Naturwurzelkrippe in der Kirche, ein riesiger Stern von Bethlehem im Wald, eine schwimmende Krippe auf der Wied und eine acht Meter hohe Weihnachtspyramide. Hinzu kommen ein großer schwimmender Adventskranz, eine Freilandkrippe, ein Adventskalenderhaus und ein Glockenspiel.

Foto: Das Weihnachtshaus von Feldkirchen wird in diesem Jahr zum siebten Mal die Besucher mit seinen Lichtershows verzaubern. Archivfoto: Jörg Niebergall

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Frank Zimmermann kämpft weiter

Neuwieder hat sich nach schwerer Krise wieder aufgerappelt, braucht aber weiter Hilfe

Neuwied. Im Februar war es fast vorbei. Frank Zimmermann wollte nicht mehr. Der schwer von der Muskelkrankheit ALS gezeichnete Neuwieder lag im Krankenhaus und hatte trotz aller Angst vor dem Sterben beschlossen, dass die Beatmungsmaschine abgestellt wird. Das bürokratische Prozedere war eingeleitet, an der Wand hing ein Abschiedsbrief seines Sohnes: „Ich hoffe, du wirst im Himmel wieder gesund. Du bist der beste Papa der Welt, Welt, Welt …“, hatte der damals siebenjährige Max geschrieben – und damit den entscheidenden Anteil geleistet, dass sein Vater doch noch einmal umdachte. „Der Brief geht mir nicht aus dem Kopf, ich möchte ihn noch ein bisschen aufwachsen sehen“, hatte er nach ein paar Tagen des Zweifelns zu seinen Freunden gesagt, die am Krankenbett saßen und ihm Mut zusprachen, dass er doch bitte bleiben soll.

Dank ihnen und der Unterstützung der RZ-Leser-Spendeninitiative HELFT UNS LEBEN konnte immerhin eine große Sorge vorläufig genommen werden. Denn die Wohnung, in der der 43-Jährige auf dem Heddesdorfer Berg lebt, ist eigentlich zu groß und damit zu teuer für das Geld, das ihm zur Verfügung steht – und das er aus eigener Kraft nicht vermehren kann. An Arbeit ist schließlich nicht zu denken. Denn seit der ALS-Diagnose 2009 ist der körperliche Verfall des früher sportlich-fitten jungen Mannes rapide. Frank Zimmermann sitzt heute im Rollstuhl, bewegen kann er ihn so eben noch mit den Füßen – und ist dabei froh, nicht immer an Ecken anzustoßen, weil ihm die Wohnung einen gewissen Bewegungsspielraum bietet. Dort ausziehen zu müssen: eine Horrorvorstellung. Zumal Max direkt um die Ecke wohnt und es kräftig nutzt, dass er „mal eben rüberkommen“ kann.

Das Zuhause halten zu können, war – und ist – aber nur eine der Sorgen. Eine große andere ist die Pflegesituation. Denn Frank Zimmermann ist aufgrund der Beatmung auf eine 24-Stunden-RundumBetreuung angewiesen – und hat damit teilweise sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Mittlerweile hat er auf das sogenannte Arbeitgebermodell umgestellt, und es läuft besser. Der Unterschied ist, dass nicht mehr die Krankenkasse einen Pflegedienst engagiert, sondern ihm ein persönliches Budget zur Verfügung stellt, mit dem er selbst einstellen kann. Er hat so ein Team aufbauen können, das gut harmoniert – allerdings nicht vollständig ist. Er sucht dringend noch eine Teil- oder Vollzeitkraft, die mit einsteigt. „Der Verdienst ist gut, die Zuschläge sind super“, weiß Yvonne Butter, die als gelernte Krankenschwester zum Team gehört. Ein Kranken- oder Altenpfleger wäre ideal, erzählt sie. Aber auch Leute mit anderer medizinisch-pflegerischer Erfahrung wie Rettungsassistenten könnten Frank helfen, weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Denn aktiv ist der 43-Jährige weiterhin. Oft ist er am Platz, wenn der Neuwieder HSV kickt, bei dem auch sein Sohn in der F-Jugend spielt. Oder er trifft sich mit Freunden auf ein Bierchen. Trinken kann er das zwar nicht mehr selbst, sich aber die Flüssigkeit über den Ernährungskanal in den Bauch spritzen lassen. „Ich weiß ja, wie es schmeckt. Und die Wirkung ist noch die gleiche“, lässt er seinen augengesteuerten Sprachcomputer sagen und lächelt dazu. Gesichtsmimik ist ihm geblieben.

Aber auch der Sprachcomputer macht in jüngster Zeit immer mehr Zicken, fällt häufiger mal aus. „Dann hänge ich in der Luft, und wir müssen hier mit der Buchstabentafel kämpfen“, erzählt Frank und bedauert, dass die Krankenkasse ein Zweitgerät für rund 3000 Euro nicht bezahlen will. „Vielleicht findet sich dafür ja ein Sponsor“, hofft er.

Noch wichtiger hingegen wäre, wenn die Krankenkasse seinem Antrag auf einen neuen Rollstuhl zustimmen würde. Denn im aktuellen Modell mit Autositz schmerzt ihm nach zwei bis drei Stunden der Po. Einen möglichen neuen Stuhl hat er kürzlich getestet und war begeistert. „Der wäre ein Traum“, sagt er und zählt mehrere technische Eigenschaften auf, die ihm sehr helfen würden. „Der jetzige Rolli ist einfach nicht mehr zeitgemäß, der neue würde sich seinem Gesundheitsverlauf anpassen“, findet auch Yvonne Butter und schätzt die Chancen, dass die Kasse Ja sagt, auf 50 zu 50. „Wir hoffen“, sagt sie. Denn er wäre so wichtig, damit Frank noch ein bisschen selbstbestimmt leben kann – gerade jetzt, wo er sich aufgerappelt hat und weiter kämpft.

Foto: Frank Zimmermann beim Probesitzen im möglichen neuen Rollstuhl. Der Neuwieder hofft nun auf eine Zusage der Krankenkasse, weil ihm das Modell ein selbstbestimmteres Leben ermöglichen würde. Foto: Ulf Steffenfauseweh
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Leser machen Familie Funk mobil

Neuwieder können ihren Kindern dank Spezialfahrzeug wieder etwas von der Welt zeigen

Neuwied. Anfangs sah es nach einem unmöglichen Unterfangen aus: Familie Funk aus Neuwied brauchte dringend ein neues Fahrzeug. Aber nicht irgendeins: Echte Hilfe würde nur ein Spezialtransporter bringen, in den gleich zwei Elektrorollstühle passen. Für insgesamt fünf Personen müsste Platz sein, und in eine Tiefgarage sollte der Wagen auch noch fahren können. Sonst wäre Mutter Helena aufgeschmissen, wenn sie mit ihren Kindern – wie so häufig – zum Spezialarzt fahren muss.

Denn: Zwei der drei Kinder der Familie, Sohn John und Tochter Vanessa, leiden an einer seltenen und unheilbaren Erbkrankheit. Die „Mitochondriale Cytopathie“ verändert, verkrampft und verdreht ihre Muskulatur. Bei John ist die Krankheit weit fortgeschritten, er kann nicht mehr sprechen und ist dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen. Auch Vanessa wird irgendwann nicht mehr gehen können. 70 000 Euro, so hatte Vater Jakob ausgerechnet, würde ein geeignetes Fahrzeug kosten. Unmöglich für ihn als Alleinverdiener, wusste er und wandte sich deshalb an HELFT UNS LEBEN (HUL). Und hier wurde aus der scheinbar unmöglichen Mission eine erfolgreiche. Denn nachdem ein HUL-Mitglied die Familie besucht und sich sich davon überzeugt hatte, dass sie unverschuldet in große Not geraten ist, rief der Hilfsverein unserer Zeitung zu Spenden auf. Und die Leser zeigten sich so mitfühlend wie großzügig.

Parallel hatte HUL-Geschäftsführer Hans Kary seine Drähte zu den Autohäusern in der Region glühen lassen. Und tatsächlich flatterte ihm kurz darauf vom „Volkswagen Zentrum Koblenz“ ein ideales Angebot auf den Tisch: Ein ein Jahr alter Leasingrückläufer mit gerade einmal 17 000 Kilometer auf dem Tacho entpuppte sich als Schnäppchen, das all das mitbrachte, was die Familie braucht. Unter dem Strich kamen nicht nur die dafür erforderlichen 32 000 Euro zusammen, HUL konnte die Familie auch noch in einen lang ersehnten Urlaub schicken. Sichtlich erholt kehrten die Funks davon zurück und konnten anschließend den Schlüssel für den umgebauten VW entgegennehmen. Den haben Funks übrigens umgehend genutzt. Direkt in den Herbstferien probierten sie den Wagen bei einer spontanen Tour zur Nordsee aus. „Es war wunderschön“, schwärmte Jacob Funk anschließend und dankte im Namen seiner Familie „allen, die so reichlich gespendet haben“, von Herzen.

Foto: Dank der großen Spendenbereitschaft der Leser unserer Zeitung konnte HELFT UNS LEBEN der Neuwieder Familie Funk, bei der zwei Kinder an einer seltenen Erbkrankheit leiden, einen speziell umgebauten Transporter zur Verfügung stellen. Foto: Sascha Ditscher

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Porta unterstützt durch „Möbelkauf mit Herz“ die Initiative HELFT UNS LEBEN

Neuwied. Mit gleich mehreren Aktionen feierte  das Möbelhaus Porta in Neuwied am Samstag die Spendenaktion „Möbelkauf mit Herz“. Zum neunten Mal stellten alle Einrichtungshäuser der     Kette an diesem Tag 10 Prozent der Tagesumsätze für gemeinnützige Organisationen zur Verfügung. Die Aktion anlässlich des Geburtstags von Unternehmensgründer Herrmann Gärtner gehört bei Porta Möbel zu den festen Terminen im Kalender. Normalerweise ist der „Möbelkauf mit Herz“ am 7. Mai, doch da dieser in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, hatte Porta den umsatzstarken  Samstag als Alternative gewählt. Mit dabei: Summi, die Sommerspaß-Biene der Rhein-Zeitung, denn in Neuwied unterstützt Porta mit den Erlösen aus dem Aktionstag das Engagement von HELFT UNS LEBEN. Jeder im Haus umgesetzte Euro durch den Kauf von Möbeln und Wohnaccessoires floss in die Spendensumme ein. An den Kassen erhielten die Kunden nach ihrem Einkauf einen Herzaufkleber, den sie mit ihrem Namen beschriftet auf das Sofa vor der Tür kleben konnten. Für jedes aufgeklebte Herz spendete Porta zusätzlich 50 Cent. Spendenboxen undeine große  Tombola mit wertvollen Preisen spülten zusätzlich Geld in die Spendenkasse. Hausleiter Heinz Peters und Verkäuferin Melanie Zieglowski legten persönlich Hand bei der Losausgabe.

Foto: Jörg Niebergall

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Porta verkauft wieder günstig für den guten Zweck

Benefiz Aktionstag zugunsten der Aktion HELFT UNS LEBEN am Samstag, 6. Mai – 10 Prozent des Erlöses gehen an Bedürftige in der Region

Neuwied. Einmal im Jahr veranstalten die 22 deutschen Porta-Möbelhäuser zum Geburtstag ihres Unternehmensgründers Hermann Gärtner einen Aktionstag für den guten Zweck. Weil der in diesem Jahr auf einem Sonntag fällt, wird er aber nicht gestrichen, sondern einfach einen Tag vorverlegt: Und so dürfen sich die Besucher in diesem Jahr schon am 6. Mai von 10 bis 19 Uhr auf ein  wahres Rabattfestival freuen.

Groß ist die Freude aber vor allem beim Leserspendenverein unserer Zeitung. Denn das Porta-Möbelhaus im Neuwieder Gewerbegebiet, Breslauer Straße 6, hat   erneut HELFT UNS LEBEN als Partner ausgewählt – zum mittlerweile sechsten Mal. Im Vorjahr kam dabei eine Rekordsumme von 15.778,66 Euro für bedürftige Menschen in der Region    zusammen, vor allem weil der Geburtstag auf den verkaufsstarken Samstag fiel. Und so ist man in Koblenz mit der diesjährigen Konstellation einer Vorfeier auch sehr zufrieden, lässt sie doch  erneut eine besonders hohe Summe erhoffen. Schließlich fließen beim Aktionstag satte 10 Prozent des Tagesverkaufserlöses an den guten Zweck. Hinzu kommen weitere Spendenerlöse als Ergänzung. „Unsere Kunden können uns helfen zu helfen“, freut sich Hausleiter Heinz Peters, der den Aktionstag als die „wichtigste unserer regelmäßigen Charity-Maßnahmen“ bezeichnet. Die    Käufer tun aber nicht nur etwas für den guten Zweck, sondern auch für das eigene Portemonnaie. „Am 6. Mai bieten wir große Einkaufsvorteile an. Beim Kauf von Möbeln gibt es ungewöhnlich   große Rabatte“, nennt Peters ein Beispiel und ergänzt: „Auf Leuchten, Heimtextilien, Boutique-Artikel und Teppiche gibt es überdurchschnittliche Preisnachlässe, und beim Kauf von Küchen   haben wir ein attraktives Sparpaket geschnürt.“ Unsere Zeitung bietet ebenfalls ein abwechslungsreiches Programm an. Selbstverständlich „fliegt“ Biene Summi umher, verteilt kleine Präsente  und lässt sichv mit den Besuchern fotografieren. Die Bilder gibt es als Andenken mit nach Hause. Es gibt Kinderschminken, Glittertattoos und ein Gewinnspiel. Doch wofür wird das Geld  verwendet? Für Projekte in der Region, lautet die Antwort. Carlos Alexandre, Leiter der RZ-Kundenbindung, versichert: „HELFT UNS LEBEN unterstützt Menschen, die Hilfe benötigen.   Besonders wichtig sind uns dabei die Projekte für Kinder und Familien vor unserer Haustüre. Es gibt genügend Einrichtungen in unserer Heimat, die finanzielle Mittel für die Umsetzung ihrer  Projekte benötigen. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass dies gelingt.“ Durch den Porta-Aktionstag kamen allein in Neuwied in den Vorjahren schon mehr als 60.000 Euro für regionale     Projekte zusammen, die von HELFT UNS LEBEN unterstützt werden. Wer sich über die großzügige Spendenaktion wundert, dem erklärt Heinz Peters: „Seit der Gründung des Unternehmens    1965 gehört die soziale Verantwortung zu den Firmenleitsätzen.“

Firmengründer Hermann Gärtner hatte selbst einen behinderten Sohn. Im Jahr 1993 gründete er deshalb die gemeinnützige  Andreas- Gärtner-Stiftung, die sich um die Förderung und Integration von Menschen mit geistiger Behinderung kümmert. Sie hilft den betroffenen Menschen persönlich und deren Familien finanziell.

Peters erklärt: „Die Andreas- Gärtner-Stiftung ist nicht überall bekannt, deshalb suchen die einzelnen Porta-Teams an Ort und Stelle nach sinnvollen Empfängern für die Spenden. Da haben wir mit HELFT UNS LEBEN genau den richtigen Partner.“ Peters weiß: „Der Inhaberfamilie ist es wichtig, etwas zurückzugeben.“ Und deshalb ist der Samstag auch nicht einfach nur ein Tag, an dem zu günstigen Rabatten eingekauft und gespendet werden kann, sondern ein Aktionstag zugunsten bedürftiger Menschen in der Region.

Fotot: Porta-Hausleiter Heinz Peters (links) freut sich wieder auf den Aktionstag, bei dem auch Summi wieder durch sein Möbelhaus fliegen wird. Schließlich gehen 10 Prozent des Verkaufserlöses an HELFT UNS LEBEN. Foto: Niebergall

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Mehr als 100 Stimmen beim „Mit-Sing-Abend“ für HELFT UNS LEBEN

Neuwied. Mehr als 100 Mitsinger kamen ins Neuwieder Bootshaus und unterstützten HELFT UNS LEBEN, die Hilfsaktion unserer Zeitung. Der Funke war bereits beim ersten gemeinsamen Song („Sag mir quando“) übergesprungen. Das Neuwieder Bootshaus hatte gemeinsam mit dem Feldkirchener Musiker Jens Martienssen und Schlagzeuger Willi Weber zum großen „Mit-Sing-Abend“ eingeladen, und das wollten sich viele heimische Karaoke-Fans natürlich nicht entgehen lassen. Ob auf Deutsch oder Englisch, Martienssen zog die Zuhörer und Mitmacher mit seinen Klassikern der Rock- und Popgeschichte mit Gesang und Gitarre in seinen Bann. Dank eines Beamers liefen die Liedtexte gleich hinter der Zweimannband auf einer Riesenleinwand mit, und aus dem Sologesang von Martienssen wurde schnell ein großer Chor mit über 100 Stimmen. Der Eintritt war übrigens frei, doch die aufgestellte Spendendose für die RZ-Aktion HELFT UNS LEBEN füllte sich im Laufe des Abends immer mehr.

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