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Wenn Menschen ans Ende ihrer Kräfte geraten

So unterstützen unsere Leser durch großzügige Spenden für HELFT UNS LEBEN in Not geratene Mitbürger

Rheinland-Pfalz. Es sind bewegende Momente, wenn HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unsererZeitung, „Vollzug“ melden kann. Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary haben übers Jahr zahlreiche Gelegenheiten, Menschen aufzusuchen, die von Schicksalsschlägen hart getroffen wurden. Solche Besuche gehen manchmal unter die Haut. Doch wenn mithilfe der Spendengelder der Leser unserer Zeitung die Not dieser Menschen zumindest ein wenig gelindert werden kann und die große Dankbarkeit der Spendenempfänger für die beiden Überbringer spürbar ist, wissen Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary, dass sich nicht nur der organisatorische Aufwand und der Einsatz für die Spendenempfänger gelohnt hat. Sie erfahren auch immer wieder aufs Neue, wie hoch die Bereitschaft der Menschen in unserem Verbreitungsgebiet ist zu helfen, wo es wirklich notwendig ist.

Einige Hilfseinsätze veranschaulichen dies beispielhaft. So konnte durch Spenden unserer Leser der Aktionsradius der Familie Brenig aus Misselberg im Rhein-Lahn-Kreis deutlich vergrößert werden. Die schwerbehinderte Jule, 17 Jahre alt, ist auf einen speziellen Elektrorollstuhl angewiesen. Weil das 130 Kilo schwere Gerät nicht in einen Kofferraum passte, schaffte HELFT UNS LEBEN für die Misselberger Familie einen Ford Tourneo an, der für die Erfordernisse der Brenigs umgebaut wurde. Mittels einer Rampe kann der Elektrorollstuhl direkt und ohne große Kraftanstrengung ins Heck verladen und dort gesichert werden. Jule kann für die Fahrt in ihrem Rollstuhl sitzen bleiben oder im Innenraum Platz nehmen.

Um Mobilität ging es auch in einem Fall in Erbach (Rhein-Hunsrück-Kreis). Hier war Bettina Badermann nicht mehr in der Lage, ihre 25 Jahre alte schwerstbehinderte Tochter Annika vom Bett in den Rollstuhl und dann ins Auto zu heben. Ihr Körper spielte nach mehreren Bandscheibenvorfällen und mit zwei künstlichen Kniegelenken einfach nicht mehr mit. Um weiterhin am täglichen Leben, zumindest den eingeschränkten Möglichkeiten entsprechend, teilnehmen zu können, musste ebenfalls ein Spezialfahrzeug her. Auch hier setzte eine große Spendenwelle ein. Neben vielen kleinen und großen Privatspenden sammelten die Gemeinde, Vereine und Verbände bei Aktionen und Festen Geld für die Badermanns. Ein Kleinbus mit spezieller Ladevorrichtung für Annikas Rollstuhl sprang am Ende dabei heraus – und es blieb sogar noch Geld übrig, um die geschotterte Einfahrt vor dem Haus der Badermanns in Erbach zu befestigen. Jetzt kann Bettina Badermann dank der Unterstützung des Bauunternehmens Schmitt aus Liebshausen problemlos das Fahrzeug bis zur eigenen Haustür rangieren.

Und dann ist da noch Justin aus dem Andernacher Stadtteil Miesenheim (Kreis Mayen-Koblenz). Der 13-Jährige würde gern die Dinge machen, die seine Altersgenossen unternehmen – zur Schule gehen, mit seinem Fahrrad herumfahren. Aber das ist nicht möglich. Denn Justin leidet seit neun Jahren an einem inoperablen Hirntumor. Nach der jahrelangen Chemotherapie und der Einnahme starker Medikamente ist sein Körper extrem geschwächt. Er kann nicht mehr allein laufen, nur noch kurz im Rollstuhl sitzen und muss teilweise über eine Sonde ernährt werden. Die Familie hatte große Schwierigkeiten bei der täglichen Pflege. Denn das Badezimmer liegt im ersten Stock und ist nur über eine schmale, steile Treppe zu erreichen. Einen Treppenlift hatte die Krankenkasse schon genehmigt, aber der behindertengerechte Umbau des kompletten Badezimmers überstieg die Möglichkeiten der Familie. Auch eine Rampe zum Fahrzeug war notwendig, um den Rollstuhl zu verladen. Nach ihrem Besuch bei der Familie entschieden Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary dann: „Wir wollen Familie Dahm helfen.“

HELFT UNS LEBEN finanzierte die notwendige Rampe zum Hof und den Übergang vom Lift zum höher gelegenen Badezimmer. Eine Lösung für das Einladen des Jungen samt Rollstuhl in das Auto der Familie wurde ebenfalls vorangetrieben und eine klappbare Rampe mit einem Seilzug angebracht. Und der für den Badezimmerumbau benötigte Fliesenleger erhielt durch die Spenden der Leser unserer Zeitung eine Kostenübernahme für die noch nicht abgedeckten Anteile der Finanzierung.

Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary werden auch weiterhin für HELFT UNS LEBEN Menschen Unterstützung gewähren, die in ähnliche Not geraten sind und die manchmal keinen Ausweg aus ihrer Situation mehr sehen.

Foto: Bauunternehmer Volker Schmitt kam zur symbolischen Übergabe des frisch gestalteten Hofes zu Bettina Badermann und ihrer schwerstbehinderten Tochter Annika. Die Spendenbereitschaft unserer Leser für HELFT UNS LEBEN war Anfang des Jahres so groß, dass nicht nur ein Spezialkleinbus für die Badermanns angeschafft werden konnte. Durch zahlreiche Großspenden, unter anderem durch das Bauunternehmen Schmitt sowie die Feuerwehr Mörschbach, konnte nun auch die Einfahrt vor dem Wohnhaus in Erbach für das Fahrzeug entsprechend hergerichtet werden. Foto: Werner Dupuis

https://helftunsleben.de/wenn-menschen-ans-ende-ihrer-kraefte-geraten/

Schicksal von Annika berührt ganz Erbach

Familie Badermann ist wieder mobil – Freundin aus Schulzeiten findet Mutter über Spendenaufruf wieder

Erbach. Es war eine riesengroße Welle der Hilfsbereitschaft, die Bettina Badermann und ihrer schwerstbehinderten Tochter Annika in den vergangenen Wochen entgegenschlug. Bettina Badermann ist immer noch gerührt, wenn sie davon spricht. Seit zwei Wochen steht nun der rote Kleinbus in der Einfahrt vor dem Haus der Familie Badermann in Erbach und erleichtert den Alltag für Annika und ihre Mutter.

Bettina Badermann öffnet die Schiebetür und drückt einen Knopf auf einer Fernbedienung. Piepend fährt eine Rampe hervor und senkt sich ab. Jetzt kann sie Annikas Rollstuhl auf die Rampe schieben, diese per Knopfdruck wieder hochfahren, Annika in den Bus rollen und mitsamt ihrem Rollstuhl angurten. Das hydraulisch gefederte Spezialfahrzeug konnte mit Spenden von HELFT UNS LEBEN angeschafft werden, der Hilfsorganisation unserer Zeitung.

Mutter und Tochter können alleine wieder Ausflüge unternehmen

Mit dem neuen Fahrzeug können die Badermanns nicht nur wieder Ausflüge unternehmen, auch im Alltag ist es eine große Erleichterung. Bettina Badermann kann losfahren und Annika aus der Tagesförderstätte der Lebenshilfe in Kastellaun abholen, wenn sie wieder einen Krampfanfall hat. „Früher musste ich immer einen Fahrdienst organisieren“, sagt sie.

Bettina Badermann musste schon viele Schicksalsschläge verkraften und hat doch ihren Mut und ihre freundlich-warme und hilfsbereite Art nie verloren. Annika kam vor 25 Jahren als gesundes Baby zur Welt. Doch vier Tage nach ihrer Geburt erlitt sie eine Hirnhautentzündung und eine Blutvergiftung. In Folge dessen kam es zu einer schweren Hirnblutung. Annika lag 14 Tage im Koma. Ihr Gehirn wurde schwer geschädigt. Seitdem ist sie blind und hat keine Kontrolle über ihren Körper. Sie kann nicht stehen, nicht allein essen, und kaum sprechen. Hinzu kommen epileptische Anfälle.

Das Haus, in dem Bettina Badermann mit ihrem erwachsenen Sohn und ihrer Tochter Annika lebt, hatten damals ihre Eltern gekauft, als noch nicht zu erahnen war, dass Annika ein Leben lang auf den Rollstuhl und Hilfe angewiesen sein wird. Es ist nicht behindertengerecht eingerichtet, doch sie arrangieren sich in den beengten Räumen mit dem Rollstuhl. Bettina Badermanns Eltern sind beide an Krebs gestorben und besaßen keine Restschuldversicherung. Das Haus muss sie weiter abbezahlen. Auch Annikas Vater ist bereits verstorben.

Bis vor zwei Wochen war es Mutter und Tochter nicht einmal mehr möglich, gemeinsam Ausflüge zu unternehmen, denn Annika wiegt 50 Kilo. Bettina Badermann muss sie täglich mehrmals heben, vom Bett in den Rollstuhl und zurück. Sie hatte schon vier Bandscheibenvorfälle und lebt mit zwei künstlichen Kniegelenken. Kürzlich ist ein weiterer Bandscheibenvorfall hinzugekommen. Als Annika nachts wach wurde und Bettina Badermann sich zu ihr beugte, um sie hochzuheben, spürte sie wieder diesen stechenden Schmerz im Rücken. Und nichts ging mehr.

„Ich kenne das schon“, sagt sie, „mit der Zeit versteift sich die Stelle und es wird wieder besser.“ Die 57-Jährige kann auf ihre eigene Gesundheit wenig Rücksicht nehmen, sie kümmert sich rund um die Uhr um Annika, die im April 26 Jahre alt wird. Aber auch für ihre Mutter gibt es nun Lichtblicke im Alltag. Bevor der erste Artikel mit dem Spendenaufruf in unserer Zeitung erschien, war Bettina Badermann sozial isoliert, denn durch die Pflege ihrer schwerstbehinderten Tochter und das fehlende Spezialfahrzeug war es ihr kaum möglich, das Haus zu verlassen, geschweige denn Freundschaften zu pflegen.

Über Zeitung gefunden: Nach 40 Jahren meldet sich Schulfreundin

Vor Kurzem meldete sich unverhofft eine alte Schulfreundin, die sie mehr als 40 Jahre lang nicht gesehen hat. Über unseren Spendenaufruf, der auch im Internet veröffentlicht wurde, hatte ihre Schulfreundin sie ausfindig gemacht. „Sie hatte mich schon länger gesucht, aber da ich nicht bei Facebook vertreten bin, konnte ich nicht gefunden werden“, sagt Bettina Badermann.

An einem Sonntagnachmittag klingelte ihr Telefon. Eine leise, zögerliche Stimme meldet sich mit ihrem Namen. „Entschuldigung, wenn ich störe, kennen Sie eine Bettina?“ Viel haben sich die beiden zu erzählen. Ein halbes Leben. Ihre Freundin verspricht, sie bald besuchen zu kommen, wenn das Winterwetter vorbei ist.

Seitdem hat Bettina Badermann auch wieder Kontakt zu fast allen damaligen Klassenkameraden, mit denen sie in Rüsselsheim zur Schule gegangen ist, erzählt sie und ihre Augen strahlen. Ihre Schulfreunde treffen sich einmal im Monat dort zu einem Stammtisch: „Da kann ich zwar leider nicht mit dabei sein, aber es gibt eine Whatsapp-Gruppe, in der sich alle regelmäßig austauschen.“ Ihre Klassenkameraden hatte Bettina Badermann am Tag der Mittleren Reife das letzte Mal gesehen. „Jetzt ist es ein bisschen so, als wäre ich wieder mit dabei. Ich kann mitlesen und halte so den Kontakt.“

Die Jungfernfahrt im neuen Auto haben Bettina Badermann und Annika bereits hinter sich. Es ging gemeinsam zum Einkaufen. „Ich war sehr aufgeregt, am Ende aber erleichtert, dass wir endlich wieder gemeinsam losfahren können und alles funktioniert hat“, sagt Bettina Badermann. Auch Annika gefällt es, mit ihrer Mutter wieder unterwegs zu sein. „Sie kennt das Ratschen der Gurte bereits vom Fahrdienst, der sie zur Tagesförderstätte in Kastellaun gebracht hat. Sobald sie dieses Geräusch hört, lacht sie“, erzählt ihre Mutter. Die Fahrt mit dem neuen Auto zum Einkaufen war auch für Annika ein besonderes Erlebnis: „Sie mag es, unter Menschen zu kommen. Sie liebt die leise Musik und die Stimmen im Hintergrund“, erzählt ihre Mutter.

Durch die zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung an die Stiftung unserer Zeitung HELFT UNS LEBEN wurde dies erst möglich gemacht: „Zwei junge Frauen, Alina Lambrich und Celine Oppermann, sind mit der Sammelbüchse durch den Ort gegangen“, berichtet Bettina Badermann gerührt. Erbachs Ortsbürgermeister Paul Schirra hatte organisiert, dass der Erlös der Weihnachtsfeier in der Gemeinde gespendet wird, die Theatergruppe aus Erbach hatte gespendet und extra zu diesem Zweck eine Generalversammlung einberufen, die freiwillige Feuerwehr aus Erbach, die Frauen der Kleiderkammer Rheinböllen und die freiwillige Feuerwehr aus Mörschbach – sie alle zögerten nicht lange und wollten Familie Badermann helfen.

Große Dankbarkeit und Freude über die kleinen Dinge im Alltag

Wenn es wieder wärmer wird, möchte Bettina Badermann mit ihrer Tochter einen Ausflug an den Rhein nach St. Goar machen. „Dort gibt es eine ganz tolle Pommesbude. Da können wir uns an den Rhein stellen und gemeinsam Würstchen essen“, sagt sie. Denn es sind schon die kleinen Freuden um Alltag, die Familie Badermann sehr viel bedeuten. „Gemeinsam zum Rhein gefahren sind wir bestimmt seit vier oder fünf Jahren nicht mehr“, sagt Bettina Badermann. Deshalb ist es ihr auch eine Herzensangelegenheit, allen zu danken, die sich an der Spendenaktion beteiligt haben.

Und weil so viele Spenden bei HELFT UNS LEBEN eingegangen sind, ist sogar noch Geld übrig, um die steile, geschotterte Auffahrt vor Familie Badermanns Haus zu befestigen, die für Annika und ihre Mutter mit dem Rollstuhl nicht zu bewältigen ist.

Foto: Das Schicksal der schwerstbehinderten Annika und ihrer Mutter hat eine ganze Region berührt. Ohne rollstuhlgerechtes Auto hatten sie keine Möglichkeit mehr, das Haus zu verlassen. Seit zwei Wochen hat sich ihr Leben dank zahlreicher Spenden an HELFT UNS LEBEN grundlegend geändert – und Bettina Badermann hat nach über 40 Jahren wieder Kontakt zu ihrer früheren Schulklasse. Eine Schulfreundin hatte sich auf unseren Artikel gemeldet. Foto: Denise Bergfeld

https://helftunsleben.de/schicksal-von-annika-beruehrt-ganz-erbach/

Hilfe für eine Familie in Not

 Spenden unserer Leser erleichtern den Alltag von Bettina Badermann und ihrer schwerstbehinderten Tochter

Erbach. Die Spendenbereitschaft aus Leserschaft und Bevölkerung war enorm, als unsere Zeitung im Oktober über das schwere Schicksal von Bettina Badermann und ihrer schwerstbehinderten Tochter Annika aus Erbach im Rhein-Hunsrück-Kreis berichtete. Als gesundes Baby zur Welt gekommen, erlitt die kleine Annika eine Hirnhautentzündung und eine Blutvergiftung. In der Folge kam eine schwere Hirnblutung hinzu. Annika lag 14 Tage im Koma. Auch wenn die Ärzte damals wenig Hoffnung hatten: Sie kämpfte sich zurück ins Leben.

Aber die Krankheit blieb nicht ohne Folgen. Die Hirnhautentzündung hat Annikas Gehirn schwer geschädigt. Sie erblindete und hat keine Kontrolle über ihren Körper, kann nicht stehen, nicht allein essen, kaum sprechen. Hinzu kommen epileptische Anfälle, mit denen die junge Frau, die am 14. April 26 Jahre alt wird, regelmäßig zu kämpfen hat.

So gravierend die Krankheit von Annika ist, so mühsam gestaltete sich der Alltag ihrer Mutter, die sich für ihre Tochter aufopferte, bis ihr eigener Körper nicht mehr mitspielte. Die erwachsene Tochter regelmäßig vom Rollstuhl ins Auto zu heben, hat nach jahrelanger Belastung Spuren hinterlassen. Die Mutter erlitt vier Bandscheibenvorfälle, bekam im September 2014 das erste und im Juni 2016 das zweite künstliche Kniegelenk eingesetzt. Im vergangenen Jahr war die Belastungsgrenze bei Bettina Badermann erreicht. Sie war nicht mehr in der Lage, ihre Tochter zu heben.

Damit Annika aber weiterhin viermal in der Woche die Tagesförderstätte der Lebenshilfe Rhein-Hunsrück in Kastellaun besuchen kann, musste dringend ein Spezialfahrzeug angeschafft werden, in das Annikas Rollstuhl über eine Rampe hineingeschoben wird und in dem sie im Rollstuhl sitzen bleiben kann.

Seit die Ärzte bei Annika im Alter von 16 Jahren in einer elfstündigen Operation die Wirbelsäule versteiften, um ihr die Schmerzen zu nehmen, ist ihre Wirbelsäule äußerst empfindlich. Daher muss der Spezialtransporter auch hydraulisch gefedert sein, um Stöße abzufangen. Die Anschaffung eines solchen Fahrzeugs überstieg die finanziellen Möglichkeiten von Bettina Badermann bei Weitem. Ein Fall für HELFT UNS LEBEN. Nach dem Aufruf bei unserer Zeitung war die Hilfsbereitschaft unserer Leser enorm, sodass jetzt der entsprechende Kleinbus in Koblenz an die Familie übergeben werden konnte. Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, freute sich, dass die Spendenorganisation in diesem schweren Fall ein wenig Linderung für Bettina Badermann und ihre Tochter Annika ermöglichen konnte. Geschäftsführer Hans Kary nahm nicht nur den Dank der Fahrzeugempfängerinnen mit nach Hause. „Frau Badermann erzählte uns bei der Übergabe, dass unter anderem aufgrund unseres Artikels nach 40 Jahren eine ihrer Schulfreundinnen Kontakt zu ihr aufgenommen habe.“ Ein schöner Nebeneffekt, der durch die Hilfe unserer Zeitung, neben der praktischen Unterstützung für das tägliche Leben, auch möglich gemacht wurde.

Bettina Badermann war ihre Dankbarkeit anzumerken. Neben den vielen Spendern hob sie stellvertretend die Unterstützung der Feuerwehr und der Kleiderkammer Rheinböllen hervor. Die 17 Frauen hatten kürzlich aus dem Verkaufserlös ihrer Kleidung 2000 Euro beigesteuert, die mithalfen, das Spezialfahrzeug zu finanzieren.

Foto: Im Volkswagen Nutzfahrzeugzentrum Koblenz wurde das Spezialfahrzeug übergeben. Verkaufsleiter Ralf Schneider (von links) und Geschäftsführerin Gabi Esser übergaben Bettina Badermann die Autoschlüssel und einen Blumenstrauß. Ihr Sohn Lars und Tochter Annika haben schon in dem neuen Kleinbus Platz genommen. Rechts im Bild HELFT UNS LEBEN-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary. Foto: Sascha Ditscher

https://helftunsleben.de/hilfe-fuer-eine-familie-in-not/

Kleiderkammer spendet fürs Rollstuhl-Auto

Frauen aus Rheinböllen geben 2000 Euro für HELFT UNS LEBEN – Erleichterung für Erbacher Schwerstbehinderte

Rheinböllen. Annika Badermann aus Erbach braucht dringend ein rollstuhlgerechtes Auto, denn ihre Mutter Bettina kann die 25-Jährige nicht mehr alleine heben. Im Oktober vergangenen Jahres berichtete unsere Zeitung über die Notlage und bat um Spenden an die Hilfsorganisation der Rhein-Zeitung, HELFT UNS LEBEN.

Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung war groß. Unter anderem haben jetzt die 17 Frauen der Kleiderkammer der Verbandsgemeinde Rheinböllen 2000 Euro beigesteuert, um der schwerstbehinderten Annika und ihrer Mutter das tägliche Leben ein wenig zu erleichtern.

Die Frauen sind seit 28 Jahren ehrenamtlich aktiv. Sie sammeln Kleiderspenden, sortieren diese und bieten sie Bedürftigen zum Verkauf an. Donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr hat der „Laden“ geöffnet. Ganz oben unterm Dach stapeln sich Kleidungsstücke für Kinder und Erwachsene in den Regalen der Kleiderkammer auf engstem Raum. Kinderkleidung wechselt meist für 50 Cent den Besitzer, Leder- und Pelzwaren kosten 5 Euro. Im Schnitt zahlen die Kunden aber 1 Euro pro Kleidungsstück.

Das Geld, das die Frauen aus Rheinböllen und den umliegenden Dörfern einnehmen, spenden sie schon immer für wohltätige Zwecke. „Wir wollen mit dem Erlös anderen helfen, und damit überspielen wir die Nachteile unserer ehrenamtlichen Tätigkeit“, sagt die Sprecherin Käthe Wagner. Es ist staubig, extrem beengt und kalt in den Wintermonaten. In der warmen Jahreszeit ist die stickige Hitze unterm Dach dafür nahezu unerträglich. Da ist das Gefühl, mit der selbstlosen Tätigkeit unter schweren Bedingungen zusätzlich anderen Menschen helfen zu können, Motivation für die Frauen, immer weiterzumachen.

Die räumliche Situation wird sich in absehbarer Zeit nicht verbessern. Die Verbandsgemeinde stellt die Räume den Frauen kostenlos zur Verfügung. „Es würde daher keinen Sinn ergeben, wenn wir selbst andere Räumlichkeiten anmieten würden“, sagt Gabi Frank, auch wenn „man dann mehr machen könnte“. Eine ansprechendere Präsentation der Waren, mehr Platz für Kunden, um Kleidungsstücke in Augenschein zu nehmen und eine Erweiterung des Sortiments um Haushaltsgegenstände wie Geschirr wären wünschenswert. Aber bei angemieteten Räumlichkeiten wäre kein Erlös mehr übrig, den man Hilfsbedürftigen spenden könnte.

Etwa 100 Euro haben die Frauen nach einem Öffnungstag in der Kasse, macht 400 Euro pro Monat. „Die gespendete Kleidung kommt aus Rheinböllen und den umliegenden Dörfern, daher lassen wir die Einnahmen auch in der Verbandsgemeinde“, sagt Käthe Wagner. Mehr als 40 000 Euro haben die Frauen schon an Spendengeldern in den zurückliegenden 28 Jahren ausgeschüttet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass zu Anfang die Kleidung noch umsonst an Bedürftige abgegeben wurde.

Nutznießer waren bisher Organisationen und Vereine in der Verbandsgemeinde Rheinböllen, wie die Rumänienhilfe Argenthal, Schulen, Kindergärten, Messdiener, Kirchengemeinden, Pfadfinder, Feuerwehren, Pfadfinder, Hospiz, Telefonseelsorge und DRK. „Wir stimmen immer darüber ab, an wen wir spenden“, sagt Käthe Wagner. 1000 Euro erhält diesmal die Soonwaldstiftung.

Und 2000 Euro sind ein stattlicher Beitrag für das rollstuhlgerechte Fahrzeug für Annika Badermann und ihre Mutter Bettina, das dank der Initiative HELFT UNS LEBEN der Rhein-Zeitung aller Voraussicht nach bald angeschafft werden kann. Foto: Werner Dupuis

https://helftunsleben.de/kleiderkammer-spendet-fuers-rollstuhl-auto/

Annika benötigt dringend ein rollstuhlgerechtes Auto

Erbach. Für Bettina Badermann aus Erbach (Rhein-Hunsrück-Kreis) ist jeder Tag mit einem Kraftakt verbunden. Die 57-Jährige pflegt ihre mehrfach schwerstbehinderte Tochter Annika. Seit 25 Jahren rund um die Uhr. Sie wuchtet sie von ihrem Bett in den speziellen Rollstuhl und zurück, wickelt, füttert, umsorgt sie. Alle zwei bis drei Stunden muss Annika umgelagert werden. Bis vor einiger Zeit hob Bettina Badermann die junge Frau auch alleine in ihr Auto, um mit ihr zum Arzt zu fahren, Besorgungen zu machen oder einen Ausflug. Das geht heute nicht mehr.

Hirnhautentzündung hinterlässt bei Säugling schwere Schäden

Annika kam vor 25 Jahren als gesundes Baby zur Welt. Doch vier Tage nach ihrer Geburt traf die Familie das Schicksal mit voller Wucht. Annika bekam eine Hirnhautentzündung und eine Blutvergiftung. In Folge dessen erlitt sie eine schwere Hirnblutung und lag 14 Tage im Koma. „Die Ärzte wollten die Geräte ausschalten, weil sie nicht daran geglaubt haben, dass Annika überlebt“, sagt Bettina Badermann. Sie macht eine Pause, fügt hinzu: „Aber ich wollte das nicht. Und ich denke, das war auch gut so.“ Denn der kleine Säugling kämpfte sich zurück ins Leben.

Doch die Hirnhautentzündung hatte Annikas Gehirn schwer geschädigt. Seitdem ist sie blind und hat keine Kontrolle über ihren Körper. Sie kann nicht stehen, nicht alleine essen, und kaum sprechen. Hinzu kommen epileptische Anfälle, mit denen die 25-Jährige regelmäßig zu kämpfen hat.

Annika sitzt in ihrem Rollstuhl, in der Hand einen gelben Plastikring. Sie steckt ihn in den Mund und kaut darauf herum. Auf ihrem Bett im Wohnzimmer liegen allerlei Babyspielzeuge, mit denen sie sich beschäftigen kann. „Sie ist wie ein kleines Baby“, sagt ihre Mutter. Alles, was sie in die Hand nimmt, erkundet sie mit dem Mund. Und wenn es dann noch rasselt oder klackert, ist die Freude groß.

Als Annika 16 Jahre alt war, versteiften Ärzte in einer elfstündigen Operation ihre Wirbelsäule. „Annika hat in jedem Wirbel eine Titanschraube und Metallstäbe“, erzählt ihre Mutter. Hinzu kommt, dass Annikas linke Hüftpfanne nicht ausgebildet war, weil sie nie auf eigenen Füßen stehen konnte. Die Ärzte entfernten den Oberschenkelkopf und versahen ihn mit einer Titanplatte. Ein Bein ist nun 14 Zentimeter kürzer als das andere. „Sie wird niemals laufen können. Deshalb haben sich die Ärzte zu dieser OP entschieden, um ihr die Schmerzen zu nehmen, die sie hatte“, sagt ihre Mutter.

Unter der Woche besucht Annika die Tagesförderstätte der Lebenshilfe Rhein-Hunsrück in Kastellaun – an vier Tagen halbtags und einen Tag ganztags. Dies sind heute die einzigen Gelegenheiten, zu denen Annika das Haus verlassen kann. Denn Mutter und Tochter stehen vor einem großen Problem. Vor zwei bis drei Jahren schaffte es Bettina Badermann noch, ihre Tochter in einen speziellen, dem Körper angepassten Sitz ins Auto zu heben und sie festzuschnallen. Anschließend verstaute sie Annikas Rollstuhl im Kofferraum.

Heute ist Annika eine junge Frau geworden, hat in den vergangenen Jahren zehn Kilo zugenommen und wiegt heute 50 Kilo. Hinzu kommt: Die Anstrengungen der vergangenen Jahre sind auch an Bettina Badermann nicht spurlos vorbeigegangen. Sie hatte vier Bandscheibenvorfälle, bekam im September 2014 das erste künstliche Kniegelenk eingesetzt, im Juni 2016 das zweite. „Ich bekomme meine Tochter gerade noch so auf ihr Bett gehoben“, sagt Bettina Badermann.

HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unserer Zeitung, will Mutter und Tochter aus ihrer derzeit ausweglosen Situation helfen. Denn Annika benötigt ein Spezialfahrzeug, in das ihr Rollstuhl einfach über eine Rampe hineingeschoben wird und in dem sie im Rollstuhl sitzen bleiben kann. Da Annikas Wirbelsäule seit der großen Operation sehr empfindlich ist, muss das Fahrzeug auch hydraulisch gefedert sein, um die Stöße abzufangen.

Doch Bettina Badermann kann sich ein solches Spezialfahrzeug nicht leisten. Sie ist auf staatliche Unterstützung unter anderem durch Hartz IV und Pflegegeld angewiesen, weil sie nicht arbeiten gehen kann. Wenn Annika einen epileptischen Anfall hat, muss Bettina Badermann zur Stelle sein und schnell jemanden suchen, der ihre Tochter aus der Tagesförderstätte abholt. Oder Annika kann die Einrichtung gar nicht erst besuchen, wenn sie am Abend zuvor gekrampft hat. Das passiert ungefähr einmal in der Woche. „Welcher Arbeitgeber macht das schon mit?“, fragt ihre Mutter. Deshalb will sich HELFT UNS LEBEN jetzt um ein passendes Fahrzeug kümmern.

Seit mehr als zwei Jahren versucht Bettina Badermann alle notwendigen Einkäufe und Behördengänge zu machen, wenn ihre Tochter in der Tagesförderstätte ist. Ist ihre Tochter aber krank oder die Einrichtung geschlossen, ist das nicht möglich, weil Annika nicht alleine zu Hause sein kann.

Keine Möglichkeit, ohne Hilfe gemeinsam das Haus zu verlassen

Bettina Badermann kann ihre Tochter weder zum Facharzt fahren, noch Ausflüge mit ihr unternehmen, sie zum Friseur fahren oder Bekannte besuchen. Ihr Leben daheim in dem 200 Jahre alten Bauernhaus in Erbach beschränkt sich auf das Erdgeschoss. Mit ihrer Tochter schläft Bettina Badermann gemeinsam im Wohnzimmer. Die Räume sind eng. Die Treppe ins Obergeschoss können weder die Tochter noch die Mutter erklimmen. Dort oben wohnt der erwachsene Sohn von Bettina Badermann. „Wenn er nicht hier wäre, würden wir das alles nicht schaffen“, sagt sie. In seiner Freizeit neben seinem Job hilft er seiner Mutter, kümmert sich um Garten oder um Feuerholz.

Das Haus hatten noch die Eltern von Bettina Badermann gekauft, die in der Vergangenheit beide an Krebs gestorben sind. Sie besaßen keine Restschuldversicherung. Das Haus muss Bettina Badermann weiter abbezahlen. Auch der Vater von Annika und ihrem Bruder ist bereits verstorben.

HELFT UNS LEBEN bittet um Spenden für das Mädchen und seine Mutter. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13, Betreff: Annika.

Foto: Alleine kommen Annika Badermann (vorn) und ihre Mutter Bettina nur bis an die Rampe vor ihrer Haustür. Dann ist Schluss. Die Auffahrt zu ihrem Haus in Erbach ist steil, geschottert und mit dem Rollstuhl nicht zu bewältigen. In ihr Auto kann Bettina Badermann ihre Tochter nicht mehr allein heben. HELFT UNS LEBEN will die Anschaffung eines Fahrzeugs unterstützen, in das Annikas Rollstuhl hineingefahren werden kann. Foto: Denise Bergfeld

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