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Unsere Leser zeigen Herz

Knapp 750 000 Euro sind bisher an die RZ-Aktion HELFT UNS LEBEN gespendet worden Auch für Helfer sind es bewegende Zeiten. Überall im Land werden Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gesammelt, und überall bricht der Spendeneingang alle Rekorde. Auch bei HELFT UNS LEBEN (HUL), der Leseraktion der Rhein-Zeitung, sind die Verantwortlichen schier überwältigt: Am Mittwochnachmittag standen bereits 737 000 Euro auf dem Spendenkonto zu Buche, und es war noch kein Ende der Zuwendungen abzusehen. Manchmal sagt auch in einer solchen Situation ein einziges Wort mehr als viele: Das große „Danke“, das Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende der Aktion, am Mittwoch im Gespräch mit der Redaktion in ihren Laptop tippt, steht für sich. Im Gespräch zieht sie Bilanz und skizziert erste Ideen, wie es nun weitergehen könnte.

Frau Lewentz-Twer, das Spendenaufkommen ist überwältigend. Hätten Sie damit gerechnet, und was empfinden Sie angesichts der Zahlen? Alle meine Erwartungen sind übertroffen worden. Mein Herz ist erfüllt von Freude. Für diese großzügigen Spenden, die wir bis heute schon erhalten haben, möchte ich allen Leserinnen und Lesern meinen Dank zum Ausdruck bringen. Wie wollen Sie jetzt weiter vorgehen? Was kann man überhaupt schon planen, was muss noch ein paar Tage warten? Meine Kontaktpersonen in den betroffenen Orten informieren mich täglich und machen mich aufmerksam, wo wir spontan aktiv werden können. Größere Aktionen plane ich gemeinsam mit dem Landrat und Geschäftsleuten aus der Region. Diese Vertrauenspersonen haben Einblicke in die Gegebenheiten vor Ort und werden uns beratend zur Seite stehen. Ich denke, dass wir Anfang August konkreter werden können. Bis dahin müssen wir einfach noch warten. Wir wollen das Richtige tun und nicht einfach nur irgendwo irgendetwas abladen. Was berichten Ihnen Menschen, die spenden? Was aber auch Gesprächspartner aus der betroffenen Region? Sehr häufig höre ich, die Menschen vertrauen uns ihre Spenden an, da sie wissen, wir arbeiten ehrenamtlich, wir geben jeden Euro direkt an die Notleidenden weiter. Die Tatsache, dass wir über unsere Aktivitäten berichten, die Leser somit direkt mitnehmen, verschafft uns Vertrauen. Menschen aus der Region haben mir mitgeteilt, sie sind einfach überwältigt von der Hilfsbereitschaft und wie unbürokratisch bereits der erste Einsatz verlaufen ist, das Verteilen von Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Tierfutter. Was unterscheidet HELFT UNS LEBEN von anderen Hilfsangeboten? Was kann der Verein tun, was andere nicht oder nicht so gut hinbekommen? Wir kommen aus der Region, und wir kennen die Region. Jeder Euro, der gespendet wird, kommt bei den betroffenen Menschen auch an. Wir sind gut organisiert, prüfen jeden Antrag gewissenhaft. Und wir haben in der Rhein-Zeitung einen starken Partner, der für HUL sämtliche Verwaltungskosten übernimmt, was keine andere Hilfsorganisation bieten kann. Kann man sich jetzt auch aktiv an den Verein wenden, wenn man unterstützt werden möchte oder jemanden kennt, der Unterstützung braucht? Wie auch bisher können sich Menschen in Not direkt an HELFT UNS LEBEN wenden, ebenso Menschen, die uns auf Schicksale aufmerksam machen möchten. Wir prüfen im Anschluss jeden Antrag, hinterfragen, wie wir aktiv helfen können, und machen uns ein Bild vor Ort. Natürlich kommen Spenden nur dann zum Einsatz, wenn wir wissen, weder der Staat noch eine Versicherung müssen sich einbringen. Die Hochwassersituation ist ein furchtbares Ausnahmeereignis. Was ist Ihr ganz persönliches Erlebnis, das Sie (positiv oder negativ) am meisten bewegt hat? Und warum? Die Bilder von der Verwüstung, die ich gesehen habe, sind mir unter die Haut gegangen. Berichte von einem ehrenamtlichen Feuerwehrmann, seinen Erlebnissen, die er bei seinem Einsatz gemacht hat, die ihn nicht mehr loslassen und bewegen, haben mich sehr berührt. Zu hören, fast jeder vor Ort, der sich an unserem Wagen ein Päckchen mit Lebensmitteln abgeholt hat, kenne mindestens einen Menschen, der in der Flut verstorben ist, ist beklemmend. Dankbar empfinde ich die Tatsache, dass so viele Menschen jetzt mit ihren Gedanken und dem Herzen bei den Flutopfern sind. Sehr viele Menschen haben sich Urlaub genommen, wie ich erfahren durfte, nur um zu helfen. Diese Solidarität ist mehr als nur bewundernswert. Es zeigt mir: Wir sind eine Gesellschaft mit Werten und Herzenswärme.

Das Gespräch führte Chefredakteur Lars Hennemann Spendenbarometer 737 000 Euro Spenden haben unsere Leserinnen und Leser bis Mittwochnachmittag auf das Spendenkonto von HELFT UNS LEBEN, der Hilfsaktion unserer Zeitung, eingezahlt.

Vielen Dank für Ihre Solidarität!

RZ 22.7.2021