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Im Wilden Westen erklingen Weihnachtslieder

Was Besucher am 16. Dezember beim zweiten Adventssingen in Mörschied alles erwartet

Mörschied. „O Tannenbaum“ statt „Tal des Todes“ und „Süßer die Glocken nie klingen“ statt „Schatz im Silbersee“: Die für ihre sommerlichen Karl-May-Festspiele bekannte Freilichtbühne Mörschied verwandelt sich am Samstag, 16. Dezember, zum zweiten Mal in eine Konzertarena. Nach der erfolgreichen Premiere 2016 mit einem rund 500-köpfigen Chor steht dann im Rahmen des Weihnachtsmarkts in der Nationalparkgemeinde ab 17.30 Uhr das zweite offene Adventsingen auf dem Programm.

Wo sonst Apachenhäuptling Winnetou und sein Blutsbruder Old Shatterhand gegen böse Bleichgesichter und rachsüchtige Rothäute kämpfen, Gewehrschüsse knallen und es heftige Explosionen gibt, erwartet die Besucher am dritten Adventswochenende erneut eine stimmungsvolle Kulisse für eine besinnliche Benefizaktion, bei der der frohe Schall schöner Weihnachtslieder durch die Luft tönt. Die Planungen für die zweite Auflage des Adventssingens, das auch diesmal als ein generationenübergreifendes Gemeinschaftserlebnis gedacht ist, sind seit September in die heiße Phase übergegangen. Das Organisationsteam um Jürgen Römer, Marktmeister Meik Schwinn sowie Vertreter der Gemeinde und sämtlicher Ortsvereine hat die Grundzüge für den Ablauf der Veranstaltung bereits festgezurrt. Viele bewährte Elemente werden beibehalten, es gibt aber auch einige Neuerungen.

Die wichtigste besteht darin, dass vor dem Beginn des eigentlichen Adventssingens eine Sternwanderung zur Karl-May-Freilichtbühne geplant ist. Von drei Startpunkten aus können sich die Besucher ab 15.30 Uhr auf den Weg nach Mörschied machen: Herrstein (an der VG-Verwaltung), Kempfeld (Festplatz/neues Gemeindehaus) und Veitsrodt (Marktgelände) sind die Treffpunkte.

„Prominenz“ am Start

Jede Tour wird von Vertretern des Nationalparks und von Wanderpaten begleitet. Auf der Strecke ab Herrstein sind es VG-Chef Uwe Weber und der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Noss, ab Kempfeld Edelsteinkönigin Anna Lena Märker und ab Veitsrodt Landrat Matthias Schneider, der auch Schirmherr des Adventssingens ist.

Schon sicher ist, dass auf freiwilliger Basis Schüler der Idarbachtalschule Tiefenstein (ab Veitsrodt), der Grundschule Kempfeld und der IGS Herrstein/Rhaunen nach Mörschied aufbrechen werden. Großen Wert legt Jürgen Römer auf die Feststellung, dass auch die Teilnahme von Erwachsenen, von Vereinen und Firmen ausdrücklich erwünscht ist, „Jeder, egal, ob alt oder jung, ist eingeladen, mitzuwandern und später auch mitzusingen“, betont er.

Ähnlich, wie es in der biblischen Weihnachtsgeschichte der Stern von Bethlehem tut, wird am 16. Dezember ein helles Licht den Teilnehmern der drei Wanderungen den Weg zu ihrem Ziel weisen. Denn auf der Freilichtbühne werden von einer Spezialfirma Geräte für einen Laserstrahl installiert, der hoch in den Himmel leuchtet. Möglich wird diese Aktion durch das Sponsoring durch den Förderverein der Deutschen Edelsteinstraße um den Vorsitzenden Martin Schupp. Keiner der Wanderer muss sich zudem Gedanken machen, wie er nach dem Adventssingen und dem anschließenden Besuch des Mörschieder Weihnachtsmarkts, der im zur Freilichtbühne gehörenden Westerndorf mit seinen Hütten stattfindet, wieder zu seinem Ausgangsort zurückkommt. „Dank der Firma Bohr können wir einen kostenlosen Bustransfer nach Herrstein, Kempfeld und Veitsrodt anbieten“, sagt Römer. Zwischen 19 und 21 Uhr werden die Busse unterwegs sein.

Geplant ist, dass die Teilnehmer der jeweiligen Wandergruppen nach dem Eintreffen gemeinsam ihre Plätze auf der Tribüne einnehmen, wobei ihr Einzug vorher vom Moderator der Veranstaltung, dem früheren Herrsteiner VG-Bürgermeister Klaus Beck, den anderen Besuchern angekündigt wird. Anders als bei der Premiere 2016, als der Musikverein Mörschied diesen Part übernahm, fungieren am 16. Dezember die Sänger der Idar-Obersteiner Bachwagge als Ton- und Taktgeber. Sie werden zusammen mit dem Publikum im etwa 45 Minuten dauernden Programm rund 15 bekannte Lieder anstimmen.

Als besonderes Dekorationselement wird der im Ort lebende Nationalparkranger Oliver Groß erneut seinen Riesen-Adventskranz mit einem Durchmesser von 15 Metern auf dem Gelände der Freilichtbühne aufbauen. Alle Kinder erhalten nach Ende des Adventsingens von Nikolaus, Winnetou, Old Shatterhand und der Edelsteinkönigin ein kleines Geschenk. Eintritt wird für die Teilnahme an der Veranstaltung nicht verlangt.

Spenden für guten Zweck

Die Organisatoren hoffen aber darauf, dass die Besucher sehr spendierfreudig sind. Das eingesammelte Geld dient der guten Sache und soll diesmal unter drei Begünstigten aufgeteilt werden. Neben dem Förderverein Lützelsoon, der krebskranke und notleidende Kinder sowie deren Familien unterstützt und bereits 2016 von der Mörschieder Benefizaktion profitierte, werden in diesem Jahr auch die Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands älteste Stammzellenspenderdatei, die sich dem Kampf gegen die Leukämie verschrieben hat, und die Initiative HELFT UNS LEBEN, mit der sich die Rhein-Zeitung für Kinder und Familien in Not engagiert, mit Spendengeldern bedacht.

Sollte man wie bei der Premiere Glück mit dem Wetter haben, dann halten es sowohl Römer als auch Schwinn für realistisch, dass die zweite Auflage des Adventssingens noch mehr Besucher anlockt und man mit etwa 700 Zuschauern und Mitsängern auf der Tribüne rechnen kann. Einen positiven Effekt hat die Veranstaltung schon jetzt für den Mörschieder Weihnachtsmarkt. Denn war dieser in der Vergangenheit manchmal eine doch recht maue Angelegenheit, ist es inzwischen so, dass das Marktgelände voll ausgebucht ist und Schwinn nicht für alle Standbetreiber, die Interesse an einer Teilnahme zeigten, genug Platz zur Verfügung hat.

Foto: Viele bewährte Elemente werden beibehalten, es gibt aber auch einige Neuerungen beim zweiten Adventssingen in Mörschied: So wird es eine Sternwanderung von Herrstein, Kempfeld und Veitsrodt aus geben. Foto: Hosser (Archiv)

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