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Leserspenden ebnen Wittlichs einen Weg

Familienvater kann wieder Wohnung verlassen

Oberraden. Multiple Sklerose hat Markus Wittlich an den Rollstuhl gefesselt, seinem Körper fast jede Kraft genommen. Und als die Ärzte dann auch noch bei seiner Frau – und Pflegerin – Sabine Brustkrebs diagnostizierten, war die Belastung für die kleine Familie aus Oberraden zu groß. Sie bat via HELFT UNS LEBEN um Hilfe – und bekam riesige Resonanz. Die Leser der Rhein-Zeitung zeigten sich so bewegt wie spendenfreudig und ebneten damit für die Wittlichs einen Weg.

Und das ist in diesem Fall ganz wörtlich zu verstehen. Denn wenn Markus Wittlich bislang die Wohnung verlassen wollte, war das ein echter Akt. Entweder mussten Freunde gerufen werden, um ihn über die Treppen nach draußen zu hieven, oder seine Frau schob ihn über einen wackeligen Steg durch den abschüssigen Garten. Das ging ohnehin nur bei gutem Wetter, und selbst dann war es ein Unterfangen, das nicht nur einmal, auf der Seite liegend, in einem Busch endete. „Ein echtes Abenteuer“, sagt Sabine Wittlich und kann heute darüber schmunzeln. Denn jetzt kann sie ihren Mann über einen gepflasterten Weg in das von HUL rollstuhlgerecht umgebaute Auto schieben, was der Familie ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

„Meinen Geburtstag konnten wir in einem Café in Roßbach feiern, und kürzlich waren wir bei ,Horizonte‘ auf der Ehrenbreitstein“, berichtet sie freudestrahlend und erzählt, wie schön es für sie und vor allem Markus war, dort „endlich mal jemanden wiederzutreffen“.

Ähnlich ist es im Alltag. Einfach mal raus, ein bisschen spazieren fahren, mit Nachbarn reden – das geht jetzt. „Und wenn dann wie kürzlich plötzlich ein dickes Gewitter aufzieht, schafft man es auch wieder zurück ins Haus“, sagt sie. „Einfach toll“, findet Markus. „Echt deutlich mehr Lebensqualität“, sagt Sabine.

Und dass sie dabei lacht, dass sie deutlich erholter, ja richtiggehend aufgeblüht aussieht, freut die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary beim neuerlichen Besuch am meisten. Ganz, so sagt sie, ist der Kampf mit dem Krebs zwar noch nicht ausgestanden, aber auch hier ist sie auf einem guten Weg. Ihren Halbtagsjob als Physiotherapeutin wieder aufzunehmen, hat sie jedenfalls schon fest im Blick. „Ich brauch‘ Arbeit“, unterstreicht sie. Zu Hause freut sie sich trotzdem, dass es mit Nina Ragus seit einigen Monaten eine echte Hilfe gibt, die sich für die Familie auch menschlich als Glücksfall herausgestellt hat. Bis zum Ende des Jahres wird ihre Stelle noch von HUL finanziert. „Aber wir kommen im Oktober wieder und schauen, wie es aussieht“, stellt Manuela Lewentz-Twer eine Verlängerung in Aussicht. „Wir bleiben dran.“

Foto: Markus Wittlich kann dank der Leserspenden jetzt über einen sicheren Weg die Wohnung der Familie verlassen. Foto: Ulf Steffenfauseweh
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