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Thea­ter­ver­ein spen­det seit Jah­ren zum Woh­le an­de­rer

Miehlen. Der Theaterverein „Die Mühlbacher“ aus Miehlen spendet schon seit Jahren Gelder für den guten Zweck. Die Mitglieder geben, wo sie einen Mangel sehen oder wo es der Gemeinschaft der Bürger nützt. So sind in den vergangenen 15 Jahren schon einige Tausend Euro für karitative Zwecke geflossen. Jüngst gingen Spenden an den Tennisclub 1980 Miehlen sowie an den kleinen Rico aus Obernhof, auf den der Verein über die Hilfsaktion unserer Zeitung, HELFT UNS LEBEN aufmerksam geworden ist.Sonja Aulmann und Andrea Zöller vom Vorstand des Theatervereins waren zum Sommerfest des Tennisvereins gekommen und hatten ein Geschenk mitgebracht: 300 Euro überreichten sie symbolisch dem Vereinsvorsitzenden des Tennisclubs Egon Schumacher. Er möge das Geld für die Jugendarbeit des Tennisvereines verwenden.Dieser Betrag ist ein Teil des Verkaufs der Eintrittskarten für das Theaterstück „Lucifer“, das im April diesen Jahres im Bürgerhaus Miehlen aufgeführt wurde. Da freute sich Schumacher natürlich sehr, bedankte sich und sagte, ihm würden sicher genug nützliche Verwendungsmöglichkeiten für die Jugendarbeit einfallen.In jedem Jahr würden ein oder zwei Spenden ausgegeben, so Zöller. Die zweite Spende in diesem Jahr habe der kleine Rico aus Obernhof erhalten. Ihm wurden sieben Reittherapiestunden auf einem Hof bei Katzenelnbogen mit einer Fachkraft für tiergestützte Therapie ermöglicht.Auf den Jungen wurden die Amateurschauspieler durch einen Bericht in unserer Zeitung über unsere Hilfsaktion HELFT UNS LEBEN aufmerksam. So könnte es auch im nächsten Jahr wieder sein, denn natürlich spielen die „Mühlbacher“ voller Unternehmungslust weiter Theater.Es werde eine zeitgemäße Komödie sein, die den Besuchern einen vergnüglichen Abend bescheren soll. Wie üblich soll das Stück am letzten Wochenende im April an drei Tagen im Bürgerhaus in Miehlen aufgeführt werden. Soweit die Vorhaben der „Mühlbacher“.Wer sich nun auf dem Gelände des Tennisvereines umschaute, der sah beim Sommerfest viele junge Familien mit ihren Kindern, die zwischen den Tischen umherwuselten und registrierte auch, dass auf der Anlage nicht nur die Tennisplätze für die Spieler sehr gepflegt sind, sondern auch diverse Spielgeräte für die Kleineren vorhanden sind.Die älteren Kinder übten sich während des Festes schon auf dem Platz im Tennisspiel. Sie spielten schon in einer eigenen Mannschaft, war zu erfahren. Das komme nicht von ungefähr, denn die Jugendarbeit liege dem Verein am Herzen. Er fördere seine Kinder und Jugendlichen so intensiv, dass der Verein keine Nachwuchssorgen habe.

Foto: Der Theaterverein „Die Mühlbacher“ hat in diesem Jahr nicht nur an den Miehlener Tennisverein gespendet, sondern an auch den kleinen Rico aus Obernhof – für Reittherapiestunden. Foto: Andrea Zöller

https://helftunsleben.de/2191-2/

Schüler sammeln Geld für Rico

Spendenaktion an der Julius-Wegeler-Schule für vierjährigen Jungen

Koblenz. Über gute Noten freut sich jeder Schüler, zeigt es doch, dass sich das Lernen gelohnt hat. Aber an der Julius-Wegeler-Schule in Koblenz können gute Noten noch viel mehr, als nur schön auf dem Zeugnis auszusehen: Nach dem Spendenaufruf der Initiative HELFT UNS LEBEN für den vierjährigen Rico aus Obernhof organisiert die Schule mehrere Aktionen, um dem Jungen zu helfen. Unter anderem das Notenprojekt „15 Punkte für Rico“/„Note Eins für Rico“: Jeder Schüler kann pro MSS-Punkt 10 Cent spenden oder pro Note Eins einen Euro. So kann jeder Rico und seine Familie mit kleinen Beträgen unterstützen.

Ins Leben gerufen wurde diese Aktion von Christian Reif, Lehrer an der Julius-Wegeler-Schule. Ricos Mutter Angelina Bergmann ist eine ehemalige Schülerin Reifs, und als er den Spendenaufruf entdeckte, wusste er, dass etwas getan werden muss. „Ich hab mich gefragt, was wir als Schule tun können. Da ist mir dann die Idee mit den Noten gekommen.“ Mit Plakaten und vielen Informationen machte er die Schüler auf die Idee aufmerksam. Vor allem da jetzt die Klausurenphase zwischen den Herbst- und Weihnachtsferien beginnt, haben Schüler eine gute Möglichkeit, für Rico zu spenden. „Freut man sich über seine Note, kann man Rico daran teilhaben lassen“, erklärt Reif. Er hat auch schon ein zweites Projekt geplant: Zusammen mit den Schülern der Mediengestaltung und Hauswirtschaftslehre sollen auf dem Weihnachtsmarkt selbst designte Weihnachtskarten und Plätzchen verkauft werden. Deren Erlös geht ebenfalls an die Familie Bergmann.

„Alle waren begeistert von der Idee und haben sich direkt dafür angeboten“, berichtet Reif stolz, der sich sehr über die Unterstützung der Mediengestalter und Hauswirtschaftslehre gefreut hat.

Er hofft darauf, dass die Initiative der Schüler bei der Notenaktion genau so groß sein wird. „Wenn jeder mitmacht, würden wir in zwei Klausurenphasen schon 1200 Euro zusammenbekommen.“ Eine konkrete Vorstellung, wie hoch der gesammelte Betrag für Rico insgesamt sein könnte, hat Reif allerdings noch nicht. „Um die 4000 oder 5000 Euro wäre aber auf jeden Fall ein gutes Ziel.“

https://helftunsleben.de/schueler-sammeln-geld-fuer-rico/

Medikamente wirken bei Rico einfach nicht

Der Vierjährige aus Obernhof ist auf Therapien angewiesen

Rhein-Lahn. Er weiß noch genau, wo er fürs Osternest Moos gesammelt hat, sieht, wenn der Nachbar ein Ersatzrad am Auto montiert hat, erkennt, wenn der Schreibtischstuhl nicht an seinem eigentlichen Platz steht. Rico ist ein pfiffiger Junge voller Lebensfreude. Doch die Momente, in denen es dem Vierjährigen schlecht geht, überwiegen. Er ist auf dem Stand eines Zweijährigen, hat frühkindlichen Autismus und leidet unter Intelligenzminderung. Der kleine Mann braucht die volle Aufmerksamkeit seiner Mama Angelina Bergmann – und das 24 Stunden an sieben Tagen die Woche. Die Alleinerziehende weiß: Wenn das so bleibt, schafft sie es nicht. Hier kommt HELFT UNS LEBEN (HUL), die Hilfsorganisation unserer Zeitung, ins Spiel. Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary besuchten jetzt die Familie, um sich ein Bild von deren Situation in Obernhof zu machen.

Wie prekär die Situation tatsächlich ist, wird durch die Erzählungen Angelina Bergmanns schnell deutlich. Die 28-jährige Mutter kann mit ihrem Sohn praktisch nirgendwo hingehen, ohne dass sich nicht mindestens eine Person gestört fühlt. Gerade in der Arztpraxis angekommen, fängt der Junge an zu schreien, dauert es zu lang an der Fleischtheke im Supermarkt, schlägt er plötzlich um sich, sind die beiden gerade auf dem Spielplatz angekommen, möchte er wieder nach Hause. „Rico kann keine Reize filtern, vor vielen fremden Leuten hat er Angst, gerade vor Kindern“, sagt Mama Angelina und erklärt, dass viele Leute darauf mit Unverständnis reagieren und sie beschimpfen oder wegschicken.

Die Situation isoliert die Familie mehr und mehr. Teils fühlt sich Angelina Bergmann alleingelassen. Das erkennt auch Manuela Lewentz-Twer und drückt ihr Mitgefühl aus, während sie Rico liebevoll den Arm streichelt: „In meinen Augen scheint es wichtig zu sein, auch für Sie kleine Freiräume zu schaffen.“

Schnell wird deutlich, dass das Angelina Bergmann nicht macht – und nicht kann. Denn niemand hat genügend Kraft, um den Jungen mal einen Tag lang zu betreuen. Ihr Vater ist gestorben, ihre Mutter gesundheitlich angeschlagen. Einen Partner gibt es im Leben der jungen Frau nicht. Zumindest ihre Schwester oder eine Freundin können Rico mal für ein, zwei Stunden nehmen. Ihren Sohn in eine 24-Stunden-Betreuung zu geben, das kommt für die 28-Jährige nicht infrage. Eine passende Betreuung für Kinder mit einem solchen Krankheitsbild gebe es ohnehin nicht in der Nähe. Und für die Mutter steht fest: „Ich werde mein Kind nicht weggeben. Ich möchte das Leben mit meinem Kind zusammen schaffen.“ Als wäre die Situation nicht schon schlimm genug, schlagen viele der Medikamente, die der blonde Junge bekommt, auch nicht (mehr) an. Zudem werden die Abstände größer, bis er gewisse Dinge allein schafft.

Windeln wechseln, Zähne putzen, waschen, füttern: Für die Alleinerziehende ist dies alles sehr anstrengend, erzählt sie. Denn vieles mag Rico so gar nicht leiden, entwickelt eine enorme Kraft, wenn er sich wehren möchte. Angelina Bergmann hat kürzlich Pflegestufe 4 für ihren Sohn beantragt. Ein schwerer Schritt, aber die verzögerte Entwicklung von Rico lässt ihr keine andere Wahl. „Es hat ewig gebraucht, bis Rico allein Pipi machen konnte“, erzählt die Powerfrau verzweifelt.

Immerhin sei der ältere Nachbar von unten sehr kulant, obwohl er wirklich alles mitbekommen würde, wenn der Vierjährige mal wieder laut wird. Manuela Lewentz-Twer macht der Mutter Mut: „Vielleicht hilft es zusätzlich, wenn Sie Ihr Umfeld über Ihre Situation informieren. Dadurch wird es oftmals besser.“

Vor Kurzem wurde zudem Diabetes Typ 1 bei der 28-Jährigen diagnostiziert. Bis zuletzt arbeitete sie als Mediengestalterin 30 Stunden die Woche von zu Hause aus, während der Junge in der Kita in Singhofen war. Doch all ihre eigenen Probleme stellt die Frau hintenan. „Für mich ist es das Schlimmste, seinen Leidenskampf zu sehen. Er frisst alles in sich rein. Mein Wunsch wäre es, dass sich das reduziert.“

Die Liste der Baustellen und der nötigen Therapien ist lang: Förderung der Sprache, Reduzierung der Aggressivität und Reizüberflutung. Wenn nur eine Therapie zu 5 Prozent anschlagen würde, so die Frau aus Obernhof, wäre das ein Erfolg. „Was wir jetzt alles schaffen, sehe ich als Grundstein für später“, sagt sie und kommt auf die Delfintherapie zu sprechen, die 15 000 Euro kostet, aber Erfolg versprechend scheint. „Wir sehen direkt, dass wir hier helfen können“, versichert Hans Kary. Angelina Bergmann kann ihre Tränen nicht zurückhalten. Manuela Lewentz-Twer fügt hinzu: „Wir können Berge versetzen.“ Die beiden machen der Familie Mut, dass sich der eine oder andere bereit erklärt, zu spenden.

HELFT UNS LEBEN bittet um Spenden für Familie Bergmann. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13, Betreff: Rico.

Foto: Manuela Lewentz-Twer (links), Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, und Geschäftsführer Hans Kary besuchten Angelina Bergmann und ihren Sohn Rico in Obernhof. Die Vertreter der Hilfsorganisation erkannten schnell: Auch wenn der Vierjährige ein pfiffiger Junge voller Lebensfreude ist, kann die Familie jede Hilfe brauchen. Foto: Rödder

https://helftunsleben.de/medikamente-wirken-bei-rico-einfach-nicht/