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Leser machen Familie Funk mobil

Neuwieder können ihren Kindern dank Spezialfahrzeug wieder etwas von der Welt zeigen

Neuwied. Anfangs sah es nach einem unmöglichen Unterfangen aus: Familie Funk aus Neuwied brauchte dringend ein neues Fahrzeug. Aber nicht irgendeins: Echte Hilfe würde nur ein Spezialtransporter bringen, in den gleich zwei Elektrorollstühle passen. Für insgesamt fünf Personen müsste Platz sein, und in eine Tiefgarage sollte der Wagen auch noch fahren können. Sonst wäre Mutter Helena aufgeschmissen, wenn sie mit ihren Kindern – wie so häufig – zum Spezialarzt fahren muss.

Denn: Zwei der drei Kinder der Familie, Sohn John und Tochter Vanessa, leiden an einer seltenen und unheilbaren Erbkrankheit. Die „Mitochondriale Cytopathie“ verändert, verkrampft und verdreht ihre Muskulatur. Bei John ist die Krankheit weit fortgeschritten, er kann nicht mehr sprechen und ist dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen. Auch Vanessa wird irgendwann nicht mehr gehen können. 70 000 Euro, so hatte Vater Jakob ausgerechnet, würde ein geeignetes Fahrzeug kosten. Unmöglich für ihn als Alleinverdiener, wusste er und wandte sich deshalb an HELFT UNS LEBEN (HUL). Und hier wurde aus der scheinbar unmöglichen Mission eine erfolgreiche. Denn nachdem ein HUL-Mitglied die Familie besucht und sich sich davon überzeugt hatte, dass sie unverschuldet in große Not geraten ist, rief der Hilfsverein unserer Zeitung zu Spenden auf. Und die Leser zeigten sich so mitfühlend wie großzügig.

Parallel hatte HUL-Geschäftsführer Hans Kary seine Drähte zu den Autohäusern in der Region glühen lassen. Und tatsächlich flatterte ihm kurz darauf vom „Volkswagen Zentrum Koblenz“ ein ideales Angebot auf den Tisch: Ein ein Jahr alter Leasingrückläufer mit gerade einmal 17 000 Kilometer auf dem Tacho entpuppte sich als Schnäppchen, das all das mitbrachte, was die Familie braucht. Unter dem Strich kamen nicht nur die dafür erforderlichen 32 000 Euro zusammen, HUL konnte die Familie auch noch in einen lang ersehnten Urlaub schicken. Sichtlich erholt kehrten die Funks davon zurück und konnten anschließend den Schlüssel für den umgebauten VW entgegennehmen. Den haben Funks übrigens umgehend genutzt. Direkt in den Herbstferien probierten sie den Wagen bei einer spontanen Tour zur Nordsee aus. „Es war wunderschön“, schwärmte Jacob Funk anschließend und dankte im Namen seiner Familie „allen, die so reichlich gespendet haben“, von Herzen.

Foto: Dank der großen Spendenbereitschaft der Leser unserer Zeitung konnte HELFT UNS LEBEN der Neuwieder Familie Funk, bei der zwei Kinder an einer seltenen Erbkrankheit leiden, einen speziell umgebauten Transporter zur Verfügung stellen. Foto: Sascha Ditscher

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