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Familie Morris hofft für Justin auf ein Auto

Weißenthurm. Justin kann nicht sprechen, nicht laufen, kaum sehen. Der 18-Jährige ist schwerbehindert. Mit Mutter, Stiefvater und zwei Schwestern lebt der junge Mann in Weißenthurm. Sehnlichster Wunsch der Familie: einfach leben. Mit Justin. So normal wie möglich. Das ist derzeit aber kaum machbar, weil Justin nicht mobil ist.

Im elf Jahre alten Familien-Twingo ist kein Platz für Justin und seinen Rollstuhl. Mit ihm zu Ärzten, Therapien oder einfach mal ins Grüne zu fahren geht nicht. „Wir können unseren Sohn nicht transportieren“, sagt Honorata Morris. Wie sehr die 40-Jährige unter Druck steht, ist ihr anzumerken. Immer wieder kämpft die dreifache Mutter mit den Tränen, als sie beim RZ-Besuch Justins Geschichte erzählt. „Schon in der Schwangerschaft war mir klar, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist.“ Sie berichtet von fehlender Gewichtszunahme, Blutungen, frühzeitigen Wehen, einem Nierenkollaps. Trotzdem hieß es, mit dem Kind sei alles in Ordnung. Erst 17 Stunden nachdem die Fruchtblase platzte, kommt Justin am 9. Juni 2001 in Essen zur Welt – eine Woche vor dem errechneten Termin. Er wiegt rund 2500 Gramm, kommt in ein Wärmebettchen. Als die junge Mutter ein paar Stunden später versucht, ihren Sohn zu stillen, läuft er blau an, wird in eine Kinderklinik auf die Intensivstation verlegt.

Morris entlässt sich selbst, will bei ihrem Sohn sein. „Es war schrecklich, er lag nur da, bewegte sich nicht, überall waren Schläuche“, erinnert sie sich. Ärzte stellen einen Herzfehler fest, geben dem Neugeborenen eine Überlebenschance von 50 Prozent – der Anfang vieler weiterer Diagnosen, Behandlungen, Operationen. „Das ist Spekulation, aber ich glaube, die Ärzte haben nach der Geburt nicht erkannt, dass es sich um einen Notfall handelte“, meint die Mutter.

Als Justin sechs Jahre alt ist, entdeckt ein Arzt, dass seine Hüfte gebrochen ist. Nach der OP bleiben seine gespreizten Beine acht Monate lang eingegipst. „Justin hat nur noch geschrien, bei Untersuchungen mussten ihn mehrere Leute festhalten, ich konnte nicht mehr und mein Sohn auch nicht“, schildert Morris, wie die kleine Familie an die Grenze ihrer Kräfte gelangte.

Justins leiblicher Vater kümmert sich nicht um seinen Sohn. Vor rund vier Jahren lernte Morris im Internet ihren jetzigen Mann kennen. Der gebürtige Amerikaner holte sie und ihre drei Kinder zu sich nach Weißenthurm. Tochter Chantal ist heute 20, Nesthäkchen Chayenne 10 Jahre alt. „Wir kämpfen uns durch jeden Tag“, berichtet der 51-Jährige. Wegen seines geschwächten Immunsystems ist Justin sehr häufig krank, jeder Infekt macht sich heftig bemerkbar. „Und er ist traumatisiert, wenn er einen Arzt sieht, reagiert er panisch“, schildert Morris. Ein zahnärztlicher Eingriff muss daher unter Vollnarkose stattfinden – mit der Gefahr, dass Justin nicht überlebt. Im Sommer hat er die Christiane-Herzog-Schule beendet, ist seitdem zu Hause. „Wir müssen alle mal durchatmen, Justin auch“, bekräftigt Morris. Mit Blicken und Gesten können sich die Eltern mit ihrem Sohn verständigen. „Wir würden so gern frei sein, ein Leben haben mit Justin“, sagt seine Mutter, die sich beim Transport ihres Sohnes im Rollstuhl an den acht Stufen, die zu ihrer Wohnung führen, das Knie verletzte. Sie musste operiert werden, kann nun das Bein nicht mehr belasten. „Ein behindertengerechtes Auto wäre für uns eine große Erleichterung“, sagt sie.


HELFT UNS LEBEN unterstützt die Familie Morris und bittet um Spenden für Justin auf das Konto: BIC MALADE51KOB, IBAN DE72 5705 0120 0000 0013 13, Betreff „Justin“.

Foto: Honorata und Frank Morris wünschen sich ein behindertengerechtes Auto, um mit ihrem behinderten Sohn Justin mobil zu sein. Foto: Katharina Demleitner.

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