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Aaron erlitt als Frühchen schweres Leid

Nistertal. Im Februar wird der kleine Aaron aus Nistertal (Westerwaldkreis) vier Jahre alt. Er ist ein fröhlicher Junge, einer, der ein Liedchen auf den Lippen hat, so wie das Lied von der kleinen Wanze, die für ihr Leben gern auf der Mauer tanzt. Gemeinsam mit seiner großen zehnjährigen Schwester Sophie bringt er den Sonnenschein in den Alltag der Familie von Torsten und Dunja Seiler, wenn da nicht auch die vielen dunklen Momente wären: Aaron kann nicht sitzen, nicht krabbeln und nicht laufen.

Der „kleine Spatz“, wie ihn seine Eltern liebevoll nennen, kam als Frühchen zur Welt. Unmittelbar nach seiner Geburt riss eine Lunge, wodurch beide Lungenhälften einbluteten. Damit er sich selbstständig bewegen kann, ist Aaron heute auf den Rollstuhl angewiesen, doch der ist viel zu groß fürs Familienauto, einen in die Jahre gekommenen Opel Astra H, Baujahr 2006. Bettina Röder-Moldenhauer, die als Fotografin im Raum Westerwald für unsere Zeitung arbeitet, wurde auf den Fall aufmerksam und informierte HELFT UNS LEBEN. Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende der Initiative unserer Zeitung, verschaffte sich vor Ort einen Einblick in die Lebenssituation der Familie Seiler.

Aaron Benjamin Seiler, so heißt der kleine niedliche Junge mit den lockigen Haaren mit vollem Namen, wurde am 10. Februar 2015 als Frühchen geboren, nachdem sich seine Mutter zuvor im Krankenhaus mit einem Grippevirus infiziert hatte. Aaron wog 990 Gramm und war 36 Zentimeter groß, als er zur Welt kam. Unmittelbar nach seiner Geburt riss die linke Lunge des Säuglings. Ursache muss nach dem Befund der Ärzte die frühe Geburt und eine damit verbundene Unreife oder aber der Infekt der Mutter gewesen sein. Durch diesen Riss in der Lunge bluteten in der Folge beide Hirnhälften ein, links mehr als rechts. Im Laufe der nächsten Wochen kam es zu weiteren Rissbildungen, insgesamt achtmal. Durch die starken Hirnblutungen bildete sich ein Hypocepharlus, ein Wasserkopf. Ende April 2018 folgte eine OP am Kopf, seitdem wird Aaron mit einem sogenannten Shunt, einem Schlauch für den Hirnwasserablauf, versorgt.

„Es folgten noch viele kritische Tage, bis Aaron Anfang Juni nach Hause entlassen wurde. Die Ärzte hatten ihm zunächst nur eine fünfprozentige Überlebenschance gegeben“, berichtet Mutter Dunja. Nach einem Monat wollte er nichts mehr trinken. Der Junge erbrach sich ständig. Bis die Ärzte feststellten, dass der Schlauch im Kopf des Kindes verstopft war, verging eine Woche. Innerhalb von 24 Stunden musste Aaron zweimal operiert werden, danach kam es zu einem Nystagmus, seine Augen standen nicht mehr ruhig und liefen hin und her. Die rechte Körperhälfte war gelähmt wie nach einem Schlaganfall. „Die Ärzte teilten uns mit, dass sein Sehnerv durch den Hirndruck sehr beschädigt ist“, schildert Aarons Mutter die damalige Situation. Im vergangenen Dezember kam es zu einer weiteren Operation am Shunt, seither arbeitet er stabil. Aaron besucht den Förderkindergarten in Höhn, sein Essen bekommt er püriert vom Löffel, seine rechte Körperhälfte ist immer noch beeinträchtigt. Sieben Therapeuten kümmern sich die Woche über darum, dass sich sein Leben in kleinen Schritten bessern kann. Aaron hat einen Rollstuhl erhalten, damit er sich selbstständig bewegen kann, doch leider passt dieser nicht ins Familienauto. Vater Torsten bekam ob der ganzen Situation ein Burn-out, was ihn zu einem längeren Klinikaufenthalt zwang. Die Situation bleibt auch deshalb für die Familie zunehmend angespannt.

Nach dem Ende des Gesprächs stand für die HELFT-UNS-LEBEN-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer fest: Dieser Familie muss geholfen werden, und man muss alles dafür tun, dass sie den kleinen Aaron künftig im Rollstuhl in einem behindertengerechten Fahrzeug transportieren kann. Mit solch einem Fahrzeug wird man der Familie eine große Sorge abnehmen und ihr ein Stück Lebensqualität zurückgeben können. Hierzu können unsere Leserinnen und Leser einen wertvollen Beitrag leisten.

Die Hilfsorganisation bittet um Spenden für Aaron. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, BIC: MAL ADE51KOB, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13, Betreff: Aaron

Foto: Seine Eltern nennen ihn den „kleinen Spatz“: Aaron war nur 990 Gramm schwer, als er auf die Welt kam. Unmittelbar danach erlitt er einen Lungenriss – mit schlimmen Folgen. Manuela Lewentz-Twer (rechts), Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, verschaffte sich vor Ort einen Einblick in die Lebenssituation der Familie. Foto: Röder-Moldenhauer

https://helftunsleben.de/aaron-erlitt-als-fruehchen-schweres-leid/

Hilfe für eine Familie in Not

 Spenden unserer Leser erleichtern den Alltag von Bettina Badermann und ihrer schwerstbehinderten Tochter

Erbach. Die Spendenbereitschaft aus Leserschaft und Bevölkerung war enorm, als unsere Zeitung im Oktober über das schwere Schicksal von Bettina Badermann und ihrer schwerstbehinderten Tochter Annika aus Erbach im Rhein-Hunsrück-Kreis berichtete. Als gesundes Baby zur Welt gekommen, erlitt die kleine Annika eine Hirnhautentzündung und eine Blutvergiftung. In der Folge kam eine schwere Hirnblutung hinzu. Annika lag 14 Tage im Koma. Auch wenn die Ärzte damals wenig Hoffnung hatten: Sie kämpfte sich zurück ins Leben.

Aber die Krankheit blieb nicht ohne Folgen. Die Hirnhautentzündung hat Annikas Gehirn schwer geschädigt. Sie erblindete und hat keine Kontrolle über ihren Körper, kann nicht stehen, nicht allein essen, kaum sprechen. Hinzu kommen epileptische Anfälle, mit denen die junge Frau, die am 14. April 26 Jahre alt wird, regelmäßig zu kämpfen hat.

So gravierend die Krankheit von Annika ist, so mühsam gestaltete sich der Alltag ihrer Mutter, die sich für ihre Tochter aufopferte, bis ihr eigener Körper nicht mehr mitspielte. Die erwachsene Tochter regelmäßig vom Rollstuhl ins Auto zu heben, hat nach jahrelanger Belastung Spuren hinterlassen. Die Mutter erlitt vier Bandscheibenvorfälle, bekam im September 2014 das erste und im Juni 2016 das zweite künstliche Kniegelenk eingesetzt. Im vergangenen Jahr war die Belastungsgrenze bei Bettina Badermann erreicht. Sie war nicht mehr in der Lage, ihre Tochter zu heben.

Damit Annika aber weiterhin viermal in der Woche die Tagesförderstätte der Lebenshilfe Rhein-Hunsrück in Kastellaun besuchen kann, musste dringend ein Spezialfahrzeug angeschafft werden, in das Annikas Rollstuhl über eine Rampe hineingeschoben wird und in dem sie im Rollstuhl sitzen bleiben kann.

Seit die Ärzte bei Annika im Alter von 16 Jahren in einer elfstündigen Operation die Wirbelsäule versteiften, um ihr die Schmerzen zu nehmen, ist ihre Wirbelsäule äußerst empfindlich. Daher muss der Spezialtransporter auch hydraulisch gefedert sein, um Stöße abzufangen. Die Anschaffung eines solchen Fahrzeugs überstieg die finanziellen Möglichkeiten von Bettina Badermann bei Weitem. Ein Fall für HELFT UNS LEBEN. Nach dem Aufruf bei unserer Zeitung war die Hilfsbereitschaft unserer Leser enorm, sodass jetzt der entsprechende Kleinbus in Koblenz an die Familie übergeben werden konnte. Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, freute sich, dass die Spendenorganisation in diesem schweren Fall ein wenig Linderung für Bettina Badermann und ihre Tochter Annika ermöglichen konnte. Geschäftsführer Hans Kary nahm nicht nur den Dank der Fahrzeugempfängerinnen mit nach Hause. „Frau Badermann erzählte uns bei der Übergabe, dass unter anderem aufgrund unseres Artikels nach 40 Jahren eine ihrer Schulfreundinnen Kontakt zu ihr aufgenommen habe.“ Ein schöner Nebeneffekt, der durch die Hilfe unserer Zeitung, neben der praktischen Unterstützung für das tägliche Leben, auch möglich gemacht wurde.

Bettina Badermann war ihre Dankbarkeit anzumerken. Neben den vielen Spendern hob sie stellvertretend die Unterstützung der Feuerwehr und der Kleiderkammer Rheinböllen hervor. Die 17 Frauen hatten kürzlich aus dem Verkaufserlös ihrer Kleidung 2000 Euro beigesteuert, die mithalfen, das Spezialfahrzeug zu finanzieren.

Foto: Im Volkswagen Nutzfahrzeugzentrum Koblenz wurde das Spezialfahrzeug übergeben. Verkaufsleiter Ralf Schneider (von links) und Geschäftsführerin Gabi Esser übergaben Bettina Badermann die Autoschlüssel und einen Blumenstrauß. Ihr Sohn Lars und Tochter Annika haben schon in dem neuen Kleinbus Platz genommen. Rechts im Bild HELFT UNS LEBEN-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary. Foto: Sascha Ditscher

https://helftunsleben.de/hilfe-fuer-eine-familie-in-not/

Familie kämpft sich durch schwere Zeiten

Sophie (9) leidet an Leukämie und ist nach einer Hirnblutung gelähmt und blind

Kleinmaischeid. Endlich durfte Sophie nach Hause. Wenigstens für ein paar Tage konnte die Neunjährige raus aus dem Krankenhaus. Die ganze Familie war mal wieder zusammen in Kleinmaischeid (Kreis Neuwied). Freude – auch wenn es nicht mehr so ist, wie es war, und nie mehr so werden wird.

„Letztes Jahr ist sie hier zu Weihnachten noch durchs Haus gesprungen“, sagt Anke Queitsch. Jetzt sitzt sie bei ihrer Tochter am Bett, hält die Hand der Kleinen und schaut sie liebevoll an. Das Mädchen scheint mit offenen Augen zu schlafen. Immerhin entspannt: keine Schmerzen. Eine halbe Stunde vorher sah das noch anders aus.

Es begann vor einem Jahr. Sophie hatte Fieber, es ging nicht weg, sechs Wochen lang. Die Ärzte untersuchten ihr Blut und bestätigten den schlimmen Verdacht: Leukämie. Das Mädchen bekommt Chemotherapie – und eine Hirnblutung. Um Druck zu nehmen, müssen die Ärzte ihr vorübergehend ein Stück Schädeldecke entfernen. Sophie liegt auf der Intensivstation der Uniklinik Bonn. Vier Wochen Koma. Als sie wieder aufwacht, ist sie gelähmt und blind. Bis heute kann sie Arme und Beine nicht bewegen, der Kopf zeigt leichte Reaktionen. „Die Ärzte hoffen, dass es mit den Armen wieder etwas wird, und mit einer Therapie kann sie eventuell 40 Prozent ihrer Sehkraft zurückerhalten. Aber ob sie jemals wieder läuft, steht in den Sternen“, erzählt Jana Johannes.

Die Angst, etwas falsch zu machen

Die Freundin der Familie hat beim Besuch von HELFT UNS LEBEN, der Hilfsaktion unserer Zeitung, die Gesprächsführung. Anke Queitsch muss sich um ihre Tochter kümmern, ist angespannt: Nach elf Monaten Krankenhaus und Reha-Klinik durfte sie mit Sophie erstmals für ein paar Tage nach Hause. Und dann das: Der Bauch ist ganz hart, Sophie geht’s nicht gut. Die Mutter macht sich Vorwürfe. Hat sie was falsch gemacht?

Die aus Bonn hergeeilte Krankenschwester versichert das Gegenteil, doch erst als Einläufe die erhoffte Wirkung bringen, entspannt sich die Mutter. „Es ist immer ein Auf und Ab“, seufzt sie. „Ich hatte mich so gefreut, endlich heimzudürfen.“ Elf Monate lang hat sie bei ihrer Tochter im Krankenhaus gesessen. „Manchmal wäre ich am liebsten aufgestanden und einfach gegangen“, gibt sie zu, weiß aber: „Das würde sie nicht aushalten. Ich bin ihr letzter Halt.“

Aber zu Hause gibt es noch vier Menschen, denen sie gern Halt geben würde. Vier Menschen, die sie auch sehr stolz machen. „Sie sind so selbstständig, stark und tapfer“, schwärmt Anke Queitsch von ihren Kindern Melinda (18), Ricardo (17), Pia (13) und Tim (11), die seit Januar praktisch allein im kleinen Mietshaus in Kleinmaischeid sitzen. Anfangs war der geschiedene Vater noch einmal eingezogen, doch jetzt ist er wieder meist beruflich unterwegs. Mit einer Tagesmutter vom Jugendamt hat es nicht funktioniert. Ab und zu kommen Bekannte und Freunde. Auch die noch berufstätigen Großeltern in Sachsen machen sich in Notsituationen auf den Weg und helfen. Die meiste Zeit jedoch übernimmt die älteste Tochter die Verantwortung. Melinda geht bei einem Maler in die Lehre. Sie organisiert das Familienleben und hat nebenbei das Zimmer, das sich Pia und Tim teilen, renoviert.

Freizeit? Jana Johannes hat sie ein paar Mal mit zum Nürburgring genommen. Ein paar unbeschwerte Stunden. Die beiden verbindet die Liebe zum Motorsport. Pia und Tim durften dank des Fördervereins der Uniklinik eine Woche Ferien auf dem Reiterhof machen. „Das war super“, erinnert sich Pia. Keines der Kinder klagt, auch wenn sie die Mutter vermissen und genauso wie sie um die kleine Schwester bangen. Der Zusammenhalt in der Familie ist stark.

Dass alle trotz der widrigen Umstände in der Schule gut mitkommen, ist dennoch fast ein Wunder. „Ricardo war anfangs im Schnitt von einer 1 auf eine 3 abgesackt, ist jetzt aber wieder bei einer 2“, erzählt Jana Johannes. Über die Schule kam auch der Kontakt zu HELFT UNS LEBEN zustande. Anke Queitsch ist nicht der Typ, der gern um Hilfe fragt. Lehrerin Elke Strauscheid fiel das leichter. „Die Familie wird Geld für Umbauten von der Pflegekasse bekommen. Aber das wird nicht reichen, zumal die Mutter ein Auto braucht, in dem sie einen Rollstuhl unterbringen kann“, schrieb sie an unsere Leser-Spendeninitative.

Die Krankheit bestimmt alles

Und der Bedarf ließ sich beim Besuch leicht überprüfen. Mit dem alten Nissan Micra vor der Haustür wird Anke Queitsch ihre Tochter nicht transportieren können. Und auch im Haus ist einiges zu tun. Die Einnahmen reichen dafür nicht. Anke Queitsch ist gelernte Schneiderin, hatte gerade eine Umschulung zur Hauswirtschafterin abgeschlossen, als die Erkrankung ihr „den Boden unter den Füßen wegriss“. Arbeiten kann sie jetzt natürlich nicht. So lebt die Familie von Hartz IV, Kindergeld und Unterhaltszahlungen des Vaters. Viel kommt da nicht zusammen.

Eigentlich wäre es am besten, in eine behindertengerechte Unterkunft zu wechseln. Doch die zu finden und umzuziehen, dafür fehlen im Moment Kraft und Zeit. Außerdem ist das Verhältnis zum Vermieter gut. „Hier ist nicht alles optimal, aber wir fühlen uns wohl“, erzählt Anke Queitsch. Sie weiß aber auch, dass der alte Teppichboden möglichst bald durch Laminat ersetzt werden muss. Das ist viel hygienischer, wenn die geschwächte Tochter nach Hause kommt. Zu Weihnachten, so hofft sie, könnte es wieder soweit sein. Und das wäre für die Familie das schönste Geschenk: wenigstens für ein paar Tage wieder zusammen zu sein.

HELFT UNS LEBEN bittet die Leser, Familie Queitsch zu helfen und ruft zu Spenden auf. Konto: BIC: MALADE51KOB; Iban: DE72 5705 0120 0000 0013 13.

Foto: Anke Queitsch sitzt bei ihrer Tochter Sophie (9) am Bett. Das Mädchen ist seit einer Hirnblutung infolge einer Chemotherapie gelähmt und blind. Freundin Jana Johannes hofft, dass eine Therapie ihr wenigstens einen Teil der Sehkraft zurückbringt und sie langfristig wieder etwas mobil macht. Foto: Ulf Steffenfauseweh

https://helftunsleben.de/familie-kaempft-sich-durch-schwere-zeiten/