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Traktorfreunde „hinterlassen“ fast 6000 Euro

Spende geht an HELFTUNSLEBEN und die Mukowiszidose-Regionalgruppe in Siegen

Fensdorf. Das Treffen der Traktorfreunde Westerwald am Sonntag am Fensdorfer Bürgerhaus war von einer starken Portion Wehmut begleitet. „Es ist heute quasi unser Abschiedstreffen nach einem 20-jährigem Wirken“, sagte Gruppensprecher Reinhard Krämer. Als krönenden Abschluss der agilen Interessengemeinschaft überreichte das Team sodann eine Jahresspende in Höhe von 5820 Euro. Das Geld geht in zwei Teilen an HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unserer Zeitung, sowie an die Mukowiszidose-Regionalgruppe in Siegen.

Die langjährige Initiative HELFT UNS LEBEN unterstützt Kinder und Familien in Not. „Dank der Spendenaktion können wir das Leben hilfsbedürftiger Menschen erhellen, auch wenn es manchmal bloß ein Funke ist, den wir bringen“, heißt es da. „Wir kämpfen für die Heilung“, betont Birgit Ger-hardus von der Siegener Regionalgruppe, zumal jährlich einige Hundert Kinder im Land mit der Stoffwechselerkrankung Mukowiszidose geboren werden.

Während die segensreiche Arbeit beider Initiativen zum Wohl der Betroffenen künftig entschlossen fortgeführt wird, endet nun die 20-jährige Ära der Traktorfreunde Westerwald in Fensdorf. Zentraler Punkt der Interessengemeinschaft war das alljährliche Fensdorfer Traktortreffen, jeweils im Dienst an der guten Sache. Insgesamt erwirtschaftete das etwa 15-köpfige Team der Aktiven seit 1999 nahezu 100 000 Euro für gemeinnützige Zwecke. Fans alter Zugmaschinen aus nah und fern zog es Jahr für Jahr am zweiten Augustwochenende nach Fensdorf, des Gaudis und der Geselligkeit wegen, aber auch, um zu helfen.

Beim Abschiedstreffen gruppierten sich die Helfer um einen Eicher-Traktor, genauer gesagt um den legendären „25-er Tiger“, Baujahr 1961. Begonnen hatte 1999 alles mit 19 „eigenen“ Schleppern. „Zur ersten Veranstaltung in Form eines Dorffestes kamen 70 und zu den letzten Treffen je nach Wetterlage bis zu 200 Trecker“, erinnert sich Reinhard Krämer im Beisein der ersten Mitstreiter Christof Becher und Martin Hüsch.

Foto: Mit der Übergabe einer Jahresspende in Höhe von sage und schreibe 5820 Euro beendeten die Traktorfreunde Westerwald am Sonntag ihr 20-jähriges Wirken im Dienst an der guten Sache. Foto: Joachim Weger

https://helftunsleben.de/traktorfreunde-hinterlassen-fast-6000-euro/

2000 Besucher beim letzten Traktorentreffen

Am Fensdorfer Bürgerhaus waren mehr als 200 Trecker zu bewundern

Fensdorf. Die Idee zur Interessengemeinschaft „Traktorfreunde Westerwald“ entstand 1998 bei einem Kneipengespräch – 20 Jahre und 20 erfolgreiche Traktortreffen später musste Reinhard Krämer, Gründungsmitglied der Traktorfreunde, feststellen: „Wir haben ein riesiges Organisationsproblem. Dieses Fest auf die Beine zu stellen ist wirklich viel Arbeit. Man muss immer schon ein Jahr vor Festbeginn planen: Wo bekomme ich die Klohäuschen her? Kann der TÜV vor Ort sein? Woher bekommen wir die Getränke?“

In den vergangenen 20 Jahren habe man einige Mitglieder der Interessengemeinschaft alters-, krankheits- oder unfallbedingt verloren. „Diese helfenden Hände fehlen uns nun“, ergänzt Krämer. Und aus der Jugend hatte sich auch niemand finden lassen, der die Festorganisation übernehmen wollte. Viele junge Leute mussten aus beruflichen Gründen aus der Gegend wegziehen. Krämer versichert aber: „Falls sich doch noch Nachfolger finden lassen, würden wir alten Hasen ihnen natürlich unter die Arme greifen.“ Doch stünden die Karten hierfür einfach schlecht.

Hilfe von außerhalb wollten die Traktorfreunde sich auch nicht holen. Krämer stellte klar: „Die Verbindung zu diesem Ort sollte schon bestehen bleiben. Und wenn wir Organisatoren von außerhalb holen würden, dann könnten wir die Preise auch nicht mehr so niedrig halten.“ Tatsächlich kostete jedes Getränk auf dem Traktorfest wieder nur einen Euro. Krämer war trotz des bevorstehenden Endes der Interessengemeinschaft bestens gelaunt: „Das Wetter passt, und mit gutem Gewissen lassen wir es heute noch einmal richtig krachen!“
Schon am Samstag war auf dem Fest für gute Unterhaltung gesorgt worden: ein ortsansässiger Musikverein, der die Interessengemeinschaft schon seit Stunde eins unterstützt hatte, spielte Countrymusik für die erschienenen Traktorfreaks.
Das Highlight des Sonntags war zweifelsohne das Geschicklichkeitsfahren. 15 Traktorfahrer stellten im Wettbewerb ihr Fahrgefühl unter Beweis: Wer kommt mit seinem Traktorreifen am nächsten an das auf einer Rampe platzierte Ei heran, ohne es durch zu viel Gas zu zerstören? Wer kann aus dem Traktorfenster heraus im Fahren das Spiel „Heißer Draht“ gewinnen? Wer kann mit seinem Traktor auf einer Metallwippe balancieren? Die stolzen Gewinner bekamen am späten Sonntagnachmittag Siegerpokale überreicht – auch für die Kategorien „schönster Traktor“ und „ältester Traktor“ gab es etwas zu gewinnen.
Und jedem Abschied wohnt ein neuer Anfang inne: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion war in den vergangenen Wochen die 30 Jahre alte Ulme auf dem Dorfplatz des Fensdorfer Bürgerhauses von Unbekannten gefällt worden. Die Pflanzenhof Schürg GmbH aus Wissen hatte den Traktorfreunden Westerwald eine Eiche vermacht, die gestern Nachmittag dort eingepflanzt wurde, wo die Ulme einst wurzelte: „Das ist unser Abschiedsgeschenk an die Ortsgemeinde und soll an die Traktorfreunde erinnern: die Eiche steht symbolisch für den berühmten Traktorhersteller Eicher!“, scherzte Krämer.
Der gesamte Erlös des Dorffestes wird wieder gespendet. Erstmals wird auch der Hilfsorganisation unserer Zeitung, HELFT UNS LEBEN, eine Geldspende zukommen.
Foto: Reinhard Krämer von den Traktorfreunden Westerwald moderierte das Geschicklichkeitsfahren: Hier geht es darum, welcher Traktorfahrer näher ans Ei kommt, ohne es zu zerstören – ein Highlight dieses und all die vergangenen Jahre. Foto: Johannes Mario Löhr
https://helftunsleben.de/2000-besucher-beim-letzten-traktorentreffen/