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Ein Bobbycar nur für die kleine Antonia

Rhein-Lahn. Als „Magenta-Girlie-Beetle“ präsentiert Michael Kees im Internet eine Augenweide von einem Bobbycar. Beim zweiten Blick fällt noch mehr auf an dem Modell mit dem namensstiftenden Lack. Der Schriftzug „Antonia“ vorne und hinten an der Karosserie weist darauf hin, dass es sich um ein Geschenk handelt – und zwar für ein Mädchen, dessen Familie jüngst die Initiative HELFT UNS LEBEN unserer Zeitung unterstützt und vorgestellt hat. Der Bericht darüber weckte Kreativität.

Die zweijährige Antonia Bach aus Brohl-Lützing ist schwer erkrankt und leidet an Tumoren in beiden Augen. Im VW-Autohaus Wöll in Katzenelnbogen erhielten ihre Eltern kürzlich einen neuen Transporter dank HELFT UNS LEBEN. Bei Michael Kees reifte die Idee, der kleinen Antonia eine zusätzliche Freude zu machen. Seit 30 Jahren ist er übrigens Kunde des Autohauses und fährt ein metallic-schillerndes Cabrio. Nun veredelte er ein Bobbycar, auf dem ein VW-Emblem und der Zusatz GTI zu finden sind.

Mehr noch gefallen Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary von HELFT UNS LEBEN bei der Übergabe in Nastätten auf dem Parkplatz der Firma Heymann die Schmetterlinge auf dem Lack und das Kärtchen mit den Worten „mit Liebe gemacht“, das Kees ans Lenkrad geknotet hat.

Im Gegenzug erhält der Spender aus St. Goarshausen einen Teddybären mit einem Shirt der Rhein-Zeitungs-Aktion.Blicke auf Details lohnen sich. So hat Michael Kees das helle Leder von Sitzbank und Lenkrad von Hand vernäht. Zehn Stunden Arbeit hat der 50-Jährige aufgewendet, wobei die Lackierung und einige Nebengewerke nicht mitgerechnet sind. „Es gibt immer nur ein Stück“, sagt der in Braubach tätige Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Loreley über seine Bobbycar-Spezialanfertigungen.

Mehr schöne Bobbycars der Marke Eigenbau gibt es auf der Internetseite von Michael Kees zu sehen: www.kultbobbys.de

Foto: Michael Kees hat viel Zeit und Kreativität in Antonias Bobbycar investiert. Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary von HELFT UNS LEBEN revanchieren sich mit einem Teddy. Foto: Thorsten Stötzer

https://helftunsleben.de/2839-2/

„Das beste Auto der Welt“ für die kleine Antonia

Katzenelnbogen. Als sie mit ihrer Tochter Antonia (2) im Arm vor dem neuen VW-Transporter steht, kann sich Jennifer Bach ein paar Tränen der Rührung nicht verkneifen. „Das ist das beste Auto der Welt“, schwärmt auch Antonias Schwester Johanna (8). Zusammen mit Ehemann Patrick war die Familie aus Brohl-Lützing im Landkreis Ahrweiler in den Einrich nach Katzenelnbogen aufgebrochen, um dort beim Autohaus Wöll den neuen Transporter in Empfang zu nehmen.

Möglich machte das eine Spende von „HELFT UNS LEBEN“ (HUL), der Initiative unserer Zeitung. „Wir freuen uns für Euch von ganzem Herzen“, sagt die Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer. Zusammen mit Geschäftsführer Hans Kary war sie zur Autoübergabe gekommen. „Das gibt wieder einen Impuls und einen Hoffnungsschimmer. Die vielen Spenden unserer Leser haben das ermöglicht“, so Manuela Lewentz-Twer. Für sie und ihre Mistreiter ist es auch immer wieder ein gutes Gefühl, wenn so eine Aktion erfolgreich zum Abschluss gebracht wurde. „Denn man weiß dann, man kann helfen.“

Das sei eine wahnsinnig große Erleichterung, fasst Jennifer Bach ihre erste Reaktion in Worte. Die Familie ist täglich sehr viel unterwegs, denn bei Antonia wurden im vergangenen Jahr in beiden Augen Tumore festgestellt. Es folgten Chemo- und Brachytherapien, die für das kleine Mädchen sehr kräftezehrend waren. „Aktuell sind wir aber in einer Therapiepause“, erzählt die Mutter, während Antonia fröhlich an einem Keks knabbert. „Antonia gibt nicht auf, warum sollten wir es tun?“, umreißt Vater Patrick die starke Motivation der Familie. Nicht in Katzenelnbogen mit dabei sein konnte aber die älteste Tochter Amy (12), die selbst gerade in einer Klinik ist. So ist die Familie täglich für die Kinder unterwegs, regelmäßig angesteuert wird unter anderem das Ambulante Kinderhospiz Koblenz. „Die haben auch den Kontakt zu ,HELFT UNS LEBEN‘ hergestellt“, erzählt Jennifer Bach. Und so kann der bisher genutzte Familienvan – nach rund 200 000 gefahrenen Kilometern – endlich stillgelegt werden. Ein Schritt, der überfällig war, denn das Fahrzeug war zuletzt ständig reparaturbedürftig. „Ich hatte schon Angst, wenn ich nur an einer Werkstatt vorbeifuhr“, scherzt Patrick Bach. Denn die Reparaturen brauchten die finanziellen Reserven der fünfköpfigen Familie auf, ohne dass der Zustand des Fahrzeugs sich nachhaltig verbesserte, stattdessen hangelte man sich von Reparatur zu Reparatur. Das gehört aber nun der Vergangenheit an, der neue Transporter erleichtert die regelmäßigen Fahrten ins Krankenhaus nach Koblenz, zur Uniklinik in Essen oder zum Hospiz in Wilhelmshaven, wo dann auch mal die ganze Familie etwas durchschnaufen kann.

„Es ist toll, dass es so viele Einrichtungen gibt, um Kindern zu helfen“, lobt Manuela Lewentz-Twer die bestehende gute Infrastruktur. Dennoch gibt es immer noch viel zu tun. Ein kleines Extra hatte sich Familie Bach für das neue Auto noch gewünscht: „Das Fahrzeug hat auch, wie besprochen, eine Anhängerkupplung“, versichert Autohausinhaber Mark Beck, bevor er mit der Einweisung beginnt. Wozu aber wird die Anhängerkupplung eigentlich gebraucht? „Wir haben einen kleinen Wohnwagen und konnten seit zwei Jahren nicht mehr damit vereisen“, erzählt Jennifer Bach. Etwas, was die Familie nun bald gern zusammen nachholen möchte. Und wo ging es bisher immer hin? „Nach Italien, genauer gesagt nach Venetien“, verrät Patrick Bach noch.

Foto: Mark Beck, Hans Kary und Manuela Lewentz-Twer (von links) übergeben Patrick, Johanna, Jennifer und Antonia Bach in Ketzenelnbogen den neuen geräumigen Transporter. Foto: Johannes König

https://helftunsleben.de/2810-2/