Menü

„Ein Beispiel gelebter Mitmenschlichkeit“

Koblenz. Als ein „leuchtendes Beispiel gelebter Mitmenschlichkeit“ würdigte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Mainzer Landtag, Christian Baldauf, die RZ-Aktion HELFT UNS LEBEN. Bei einem Informationsgespräch im Koblenzer Druckhaus der Rhein-Zeitung lobte er das Engagement des Vereins für Menschen in Not sowie die Spendenbereitschaft der Leserinnen und Leser unserer Zeitung.

Dem Treffen vorausgegangen war vor einigen Wochen ein Brief des Vorstandes von HELFT UNS LEBEN an alle Fraktionsvorsitzenden im Landtag. Aus der täglichen Praxis des Vereins wurde darin die Situation vieler Betroffener geschildert. Einzig Christian Baldauf hatte darauf reagiert und um einen Termin mit HELFT UNS LEBEN gebeten.

„Viele Familien, aber auch Alleinstehende, sind zurzeit durch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, die Herausforderungen von situationsbedingten Kita- oder Schulschließungen, aber auch durch Einschränkung sozialer Kontakte und vielem mehr stark betroffen“, erläuterte Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, die Hintergründe. „Uns erreichen immer häufiger Anfragen für Lebensmittelgutscheine oder für dringend notwendige Winterbekleidung für Kinder. Wir finden, die Landesregierung muss hier reagieren und darf diese Menschen nicht vernachlässigen“, sagt die Vorsitzende.

Dass die im Hartz-IV-Regelsatz (432 Euro für Erwachsene) festgelegten Beträge, wie etwa 150,60 Euro für Lebensmittel oder 37,84 Euro für Bekleidung, oft nicht ausreichen, sei unstrittig, war sich die Runde einig, dennoch könne nicht automatisch allein auf private Hilfsaktionen wie HELFT UNS LEBEN, die Tafeln, Sozialverbände oder Kirchen verwiesen werden. Der Staat dürfe sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen – auch und gerade im Krisenmodus.

Baldauf spann den Bogen weiter: „Es geht nicht allein um die Corona-Krise. Wir haben auch eine Klimakrise und schliddern, wenn wir nicht aufpassen, in eine Staatsschuldenkrise.“ Aufgabe der Politik müsse es sein, die Auswirkungen dieser Krisen sozialverträglich abzufedern. Familienunterstützende Maßnahmen gehörten ebenso dazu wie ein breiteres Angebot etwa in der Familienberatung oder Suchtberatung und führe über die Ausstattung von Schulklassen bis zur kompletten Digitalisierung des ländlichen Raums und den Ticketpreisen im ÖPNV. „Ziel muss es sein, dass wir Menschen in schwierigen Lebenssituationen jederzeit die Teilhabe ermöglichen, unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben. Und das nicht nur durch Transferleistungen.“ Dass HELFT UNS LEBEN als private Spendeninitiative der Rhein-Zeitung immer wieder unkompliziert und unbürokratisch Menschen helfe, die unverschuldet in Not geraten, sei auch in diesen Zeiten ein Lichtblick, sagt Baldauf: „Es zeigt auch, wie solidarisch die Menschen in Rheinland-Pfalz füreinander einstehen. Das macht Mut, und daher muss auch einmal ‚Danke‘ gesagt werden.“ Er sagte zu, HELFT UNS LEBEN bei einem der zahlreichen Fallbesuche hilfsbedürftiger Menschen zu begleiten.

Foto: Informierte sich über die Arbeit von HELFT UNS LEBEN, der Initiative unserer Zeitung: CDU-Fraktionschef Christian Baldauf (links). Rede und Antwort standen (von rechts) die Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer sowie die Vorstandsmitglieder Hans Kary und Peter Burger. (Foto: Sascha Ditscher)

https://helftunsleben.de/2943-2/

Für Kindergarten wird ein Traum wahr.

Kördorf. Schuhe aus. Jacken an die Haken hängen. Es ist ein ganz schönes Gewusel, als die Mädchen und Jungen des Kindergartens Kördorf im Rhein-Lahn-Kreis ihr neues Domizil am Waldrand in Beschlag nehmen. Dank HELFT UNS LEBEN geht für die Einrichtung ein Traum in Erfüllung. Nicht nur für die Kinder, Eltern und Betreuer ist das Projekt etwas ganz Außergewöhnliches, sondern auch für die Initiative unserer Zeitung – in mehrerlei Hinsicht.

Vor knapp einem Jahr hat der Kördorfer Kindergarten, tatkräftig unterstützt vom Förderverein, damit begonnen, die Idee einer Waldgruppe Wirklichkeit werden zu lassen. „Wir waren immer schon viel mit den Kindern draußen“, erzählt die Einrichtungsleiterin Kerstin Winter-Koch. Daraus entstand dann der Wunsch nach einer festen Außengruppe. Die Frage der Umsetzung konnte jedoch erst einmal nicht beantwortet werden. Das Problem: Die Kleinen sollten einen Ort haben, der ihnen auch mal Unterschlupf bietet, einen Ort, an dem sie sich aufwärmen können. Einen Bauwagen anzuschaffen und diesen den Bedürfnissen entsprechend umzubauen, sei finanziell „untragbar gewesen“, erinnert sich Kerstin Winter-Koch. Genau in dieser Zeit sei dann die Nachricht von HELFT UNS LEBEN gekommen, das Projekt zu unterstützen.

„Einige hatten Tränen in den Augen“, berichtet Winter-Koch. Mit Blick auf das nun aufgestellte Ergebnis des Engagements ist der Begriff Bauwagen allerdings nicht mehr wirklich passend. Das, was man bereits von Weitem am Ortsrand der Gemeinde Kördorf erkennen kann, ist vielmehr ein richtiges Haus – genauer gesagt ein neun Meter langes und rund 2,50 breites transportables „Tiny House“. Umgesetzt nach den Wünschen des Kördorfer Kindergartens gemeinsam mit HELFT UNS LEBEN hat es die Firma Holzbau Pletz aus Ortenburg im Landkreis Passau in Bayern. Ziel sei gewesen, „nur das Nötigste, aber alles, was notwendig ist“, einzubauen, erklärt Daniel Gemmer, dessen Sohn Jaron die Einrichtung besucht und der auch bei der Premiere dabei war. Dass dieses Vorhaben gelungen ist, zeigt die Aussage des Vierjährigen eindrucksvoll. „Man kann rein- und rausgehen, dort essen und es warm machen.

“Ein halbes Jahr dauerte die Bauzeit. Dabei habe man vor allem über die Einrichtung sehr genau nachgedacht, erläutert Hans Kary, Geschäftsführer von HELFT UNS LEBEN. Es gibt einen Holzofen, einen separaten Wasserkanister, für Strom und Licht sorgen Solarzellen. Verwendet wurden ausschließlich ökologische Baustoffe. Der Wagen sollte komplett autark sein. Eine Rampe ermöglicht auch körperlich behinderten Kindern den Zugang. Niemand soll ausgeschlossen werden. „Wir haben alle viel Liebe und Herzblut investiert“, sagt Kary über das Projekt, das ein ganz besonderes ist und in der Zukunft noch lange Bestand haben wird.

„Der Waldkindergarten wird kleine Kinder über die Generationen hinweg aufnehmen und in der Natur betreuen. Die Kinder von heute sind die Eltern von morgen. Wir schaffen hiermit einen Grundstein, der über Jahrzehnte für die Region ein Plus sein wird“, betont Manuela Lewentz-Twer. Diese Nachhaltigkeit und die Nähe zur Natur erachtet die Vorsitzende des Vereins HELFT UNS LEBEN als essenziell. „Das, was die Kinder in der Natur lernen und entdecken, ist der Boden für die weitere Entwicklung. Mit Sicherheit werden diese Kinder als Erwachsene auch den eigenen Kindern wieder den Zugang zur Natur ebnen“, ist sich Manuela Lewentz-Twer sicher. Es könne nicht sein, dass Kinder sagen, die Farbe einer Kuh sei lila, nur weil eine Werbung es suggeriert. Gern wäre Manuela Lewentz-Twer mit von der Partie gewesen, als die Kinder ihren „Bauwagen“ das erste Mal in Beschlag genommen haben. Doch Corona und die damit verbundenen Auflagen haben es aus Rücksicht auf die Gesundheit der Kinder verhindert. In Gedanken war die HUL-Vorsitzende aber auf jeden Fall dabei. „Beim Frühstück habe ich nur an diesen Moment denken können, wo die Kinder mit strahlenden Augen das erste Mal ihren neuen Platz im Wald entdecken durften“, erzählt sie. Wenn es die Situation erlaubt, wird sie der Einrichtung sicherlich einen Besuch abstatten. Für den Moment sei es jedoch das Wichtigste, dass die Kinder die Natur erleben und Einblicke erhalten, die ihnen ohne den Bauwagen verwehrt geblieben wären.

Mit einem Volumen von mehr als 60 000 Euro ist der Kördorfer Bauwagen die bislang größte Einzelmaßnahme des Vereins HELFT UNS LEBEN. Dass das Geld gut investiert ist, zeigen die zahlreichen positiven Rückmeldungen, die schon jetzt eingegangen sind. „Es ist ein Projekt, das vielen zugutekommt“, hebt Anne Schattner hervor, Leiterin Lesermarkt und Marketing und wichtige Säule des „HELFT-UNS-LEBEN“-Teams.

Viele Kinder profitieren davon, und es sollen noch viele mehr werden. Je nachdem, wie hoch die Spenden für die Initiative unserer Zeitung ausfallen, sollen ein bis zwei ähnliche Projekte jährlich im gesamten Verbreitungsgebiet der Rhein-Zeitung gefördert werden.Zweifel daran, dass auch die Leser die Idee gut finden, hat RZ-Chefredakteur Peter Burger, gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender von HELFT UNS LEBEN (HUL), nicht. „Die Leser identifizieren sich mit HUL und sind der Initiative emotional verbunden“, zeigt sich Burger erfreut. Hilfe aus der Region für die Region schätzten die Menschen dabei sehr – und genau das ist das Ziel der Arbeit von HELFT UNS LEBEN. Der Kördorfer Bauwagen ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel mit großer Strahlkraft. Als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnet ihn Thomas Regge, Geschäftsführer des Mittelrhein-Verlags. „Ich finde die Idee super“, sagt er. Dass der erste HUL-Bauwagen in Kördorf aufgestellt wurde, freut Regge, für den der Einrich eine zweite Heimat ist, besonders. Gerade in Regionen, die mit Blick auf schnelles Internet, Mobilfunk oder Ähnliches nicht so privilegiert sind wie andere, sei es wichtig, auf andere Weise zu unterstützen und gemeinsam Projekte umzusetzen. Dieser notwendige Zusammenhalt sei in dieser Region auf jeden Fall gegeben.

Den Kördorfer Kindergartenkindern konnte ein Traum erfüllt werden, mit dem Bauwagen steht der Waldgruppe nun nichts mehr im Weg. Die Einrichtung wird dann insgesamt Platz für 80 Kinder bieten – zehn mehr als bislang. Es wird also aufgestockt. Stehen bleiben wird man in Kördorf aber trotz dieses tollen Erfolgs nicht. „Wir haben alles, was wir brauchen, um uns weiterzuentwickeln“, gibt sich Kindergartenleiterin Kerstin Winter-Koch beim Blick in die Zukunft optimistisch.

Foto: Strahlende Gesichter: Die Mädchen und Jungen des Kördorfer Kindergartens sowie die Betreuer Rita Theis und Chris Dietrich freuen sich sehr über ihre neue von HELFT UNS LEBEN geförderte Unterkunft. Foto: Markus Eschenauer

https://helftunsleben.de/fuer-kindergarten-wird-ein-traum-wahr/

Mit Leidenschaft im Einsatz für die Mitmenschen

Region. Ein gut gefülltes Programm hatte sich Ralph Grieser für dieses Jahr überlegt. 25 besondere Veranstaltungen wollte der Inhaber und Geschäftsführer des Oldtimerzentrums Depot 3 in Mülheim-Kärlich Liebhabern alter Fahrzeuge bieten. Doch die weltweite Corona-Pandemie machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Grieser bedauert das sehr – insbesondere auch deshalb, weil damit die Aktivitäten für HELFT UNS LEBEN (HUL), die Initiative unserer Zeitung, eingeschränkt waren. Damit konnten stets viele Spenden für Kinder und Familien in Not gesammelt werden.

Ralph Grieser liegt es am Herzen, sich für Hilfsbedürftige einzusetzen. Er spricht von „Leidenschaft“, wenn er dazu beitragen kann, dass den Menschen Gutes getan wird. Genau wie bei den historischen Karossen geht der 50-Jährige mit viel Schwung Projekte an, setzt Ideen mit Elan um. Seine Ehefrau Julia Klöckner teilt diese Einstellung. „Ich finde es ganz wichtig, in der Region zu helfen“, sagt Grieser, der in Neuwied am Rhein aufgewachsen ist. Um Elend zu sehen, müsse man nicht weit gehen, sondern nur vor der eigenen Haustür suchen. Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende des Vereins HELFT UNS LEBEN, lobt diese Einstellung und das daraus erwachsene Engagement. „Es ist toll, wenn die wenige Freizeit, die zur Verfügung steht, für die gute Sache verwendet wird“, sagt Lewentz-Twer mit Blick auf den Terminkalender des überregional bekannten Unternehmers und der Bundesministerin. Sie würde sich darüber freuen, wenn mehr Politiker Interesse für die bedeutsame Arbeit von HELFT UNS LEBEN zeigten und Unterstützung anböten. 90 Prozent der Spendengelder kommen von Privatpersonen – also Lesern, erläutert HUL-Geschäftsführer Hans Kary in diesem Zusammenhang. Das macht auch Ralph Griesers Einsatz zu etwas Außergewöhnlichem.

Neben Oldtimern und Services führen die Veranstaltungen zur Drei im Namen des Mülheim-Kärlicher Fahrzeugzentrums. Die Erlöse aus den Ausfahrten und anderen Veranstaltungen wie dem stilvollen Gänseessen zum Jahresabschluss 2019 kommen komplett oder in großen Teilen HELFT UNS LEBEN zugute. Ein hoher fünfstelliger Betrag sei im vergangenen Jahr auf diese Art und Weise zusammengekommen, betont Hans Kary. Die Trackdays auf dem Nürburgring, bei denen professionelle Rennteams Test- und Einstellfahrten an ihren Rennautos vornehmen, konnten stattfinden. Ebenso fanden die Frühlings- und die Schweizausfahrt im Sommer noch statt. Mit den „Espresso-Ausfahrten“ hat Grieser zudem ein Krisenformat gefunden.

Andere Spektakel sind im Moment nicht möglich und müssen verschoben werden – und das ein oder andere Event hätte es in sich gehabt. Ursprünglich sollten in diesem Jahr an sechs Terminen nicht nur die Kopiloten bei einem professionellen Rennfahrer zum Zug kommen, sondern auch Kinder mit Behinderung. Dafür hatte Grieser eigens einen Audi 200 zum viersitzigen Rennwagen umgebaut. Einiges wurde in das Projekt investiert, um den Kindern eine Freude zu machen. Am Steuer hätten Prominente wie Smudo von den Fantastischen Vier oder Fernsehkoch Horst Lichter gesessen. Da diejenigen, für die diese Extratouren gedacht sind, oftmals zu Risikogruppen zählen, musste das Projekt auf Eis gelegt werden – zumindest vorübergehend. „Wir werden mit den Aktivitäten wieder starten, sobald wir grünes Licht bekommen“, verspricht Grieser. Die Planungen für das kommende Jahr laufen bereits, und es hoffen natürlich alle, dass sie umgesetzt werden können.Denn der Autofan Grieser bedauert es sehr, dass durch Corona auch die Arbeit von Hilfsorganisationen eingeschränkt ist. „Gerade in Zeiten der Krise leiden die Menschen noch mehr, die ohnehin nichts haben“, sagt er. „Deswegen ist es so wichtig, dass wir Leute an unserer Seite haben“, betont Manuela Lewentz-Twer, die ebenfalls stets mit großer Begeisterung die wichtige Aufgabe von HELFT UNS LEBEN voranbringt.

Das Ziel, die mit den Oldtimerveranstaltungen erzielte Spendensumme aus dem Vorjahr zu toppen, wird wegen Corona vermutlich nicht klappen. Einen Jahresabschluss zugunsten von HELFT UNS LEBEN soll es aber dennoch geben, verspricht Grieser. Das Gänseessen aus dem Jahr 2019 soll wiederholt werden – online. Im kommenden Jahr, so der gemeinsame Wunsch von Manuela Lewentz-Twer, Hans Kary und Ralph Grieser, wird dann wieder richtig durchgestartet.

Foto: Gemeinsam für die gute Sache: Bei einem Treffen in Kamp-Bornhofen am Rhein haben sich Ralph Grieser (links), Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary über die wichtige Arbeit von HELFT UNS LEBEN ausgetauscht. Foto: Eschenauer

https://helftunsleben.de/mit-leidenschaft-im-einsatz-fuer-die-mitmenschen/

Lions-Kalender gespickt mit tollen Preisen

Andernach/Neuwied. Corona zum Trotz: Der Adventskalender des Lions Club Neuwied-Andernach bleibt auch in seiner 2020er-Ausgabe hoch attraktiv. Ab Montag geht er in den Verkauf. „Unsere Sponsoren sind uns praktisch alle treu geblieben“, freut sich Präsident Curt Beckmann und ergänzt, dass man sich im Club natürlich vorher Gedanken gemacht hat, ob man die Einzelhändler angesichts der Sondersituation überhaupt reinen Herzens ansprechen kann.

Erste vorsichtige Versuche gaben dann aber Auftrieb: „Wir waren schon überrascht, wie sehr sie uns die Stange halten. Es gab kein Stöhnen oder Murren. Und so haben wir wieder Preise mit einem Gesamtwert von mehr als 25 000 Euro zusammenbekommen“, sagt er und unterstreicht: „Dass solche karitativen Aktionen im Corona-Jahr nicht hinten herunterfallen, ist wirklich bemerkenswert und zeigt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Und das ist den Lions wichtig. Denn mit dem traditionell an den Neuwieder Markttagen durchgeführten Büchermarkt muss dieses Jahr schon eine Veranstaltung für den guten Zweck ausfallen. Um die zahlreichen sozialen Kinder- und Jugendprojekte in den beiden Städten weiter finanzieren zu können, ist es da besonders wichtig, dass wenigstens die größte Einnahmequelle des Clubs sprudelt.

In den vergangenen Jahren konnten unter anderem Klassenfahrten ins Museum Monrepos, die Jugendbetreuung im Treff am Ring, ein Jugend-Technik-Camp in Andernach, ein Zirkusprojekt an der Heinrich-Heine-Schule und die Anschaffung von Tablets für die Gehörlosenschule realisiert werden. „Dinge, die für viele Schulen beziehungsweise Eltern sonst nicht finanzierbar gewesen wären“, hält Lions-Activity-Beauftragter Wolfgang Sulzbacher fest.Für das kommende Jahr sind neben der weiteren Unterstützung laufender Projekte auch neue Aktionen geplant. Unter anderem sollen HELFT UNS LEBEN, die Spendenaktion unserer Zeitung, und das Sommercamp aller Konfirmanden der Neuwieder Marktkirche unterstützt werden.

Bei den bisherigen elf Auflagen des Kalenders kamen insgesamt mehr als 300 000 Euro zusammen. „Die erfolgreichste Einzel-Benefiz-Aktion in unserer mehr als 50-jährigen Geschichte“, macht Beckmann deutlich.Die Preise des 2020er-Kalenders können sich wie immer sehen lassen. Insgesamt sind es mehr als 500 – darunter zahlreiche Gutscheine für Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants auf beiden Seiten des Rheins, VIP-Eintrittskarten zum Truck Grand Prix und selbst ein Goldbarren. Erstmals gibt es auch Preise, die man nicht kaufen kann, wie einen persönlichen Empfang durch Schauspieler Jan-Josef Liefers und handsignierte Bücher von Bestsellerautor Frank Schätzing und Tatortkommissar Axel Prahl. „Das ist noch mal ein kleiner Bonus obendrauf“, sagt Lions-PR-Beauftragter Uwe Schöllkopf.Er hat auch – vor zwei Jahren – das Foto der winterlichen Marktkirche geschossen, das in diesem Jahr den Adventskalender ziert. „Mittlerweile gibt es etliche Käufer, die die Kalender sammeln“, berichtet er. Denn die einzelnen Türchen müssen nicht geöffnet werden, um zu gewinnen. Jeder Kalender hat stattdessen eine Nummer, die im Internet bekannt gegeben wird. Die Gewinne an den einzelnen Tagen sind auch auf der Rückseite verzeichnet.

„Dass solche karitativen Aktionen im Corona-Jahr nicht hinten herunterfallen, ist wirklich bemerkenswert und zeigt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“Lions-Präsident Curt BeckmannHier gibt es den KalenderDie Auflage des Kalenders bleibt wie in den Vorjahren auf 8000 Exemplare limitiert. Der Verkauf für 5 Euro pro Stück beginnt am Montag, 12. Oktober. Da die Markttage nicht stattfinden, wird er erstmals auch online bestellbar sein – in Dreiersets zum Originalpreis plus Versandkosten unter: www.my-lions.de, lions24.de und ideemediashop.de.

Die klassischen Verkaufsstellen sind in Neuwied: Becker Optik, Café Auszeit (Marktkirche), Höger Floristik, Hof Apotheke, Optik Jungbluth, Obstgut Müller, Bäckerei Preißing, Rewe Müller, Rosen-Apotheke, Ringmarkt-Apotheke, Sparkasse, Thalia, Tourist-Info, VR-Bank. In Andernach: Ahsenmacher GmbH, Geysir Info, Hagebaumarkt.

Foto: Freuen sich über die vielen Sponsoren und sind zuversichtlich, auch mit dem Erlös des 2020er-Adventskalenders wieder viele sinnvolle Projekte unterstützen zu können: (von links) Die Lions Uwe Schöllkopf, Wolfgang Sulzbacher und Curt Beckmann sowie Marktkirchen-Pfarrer Werner Zupp. Foto: Ulf Steffenfauseweh

https://helftunsleben.de/lions-kalender-gespickt-mit-tollen-preisen/

Ein Bobbycar nur für die kleine Antonia

Rhein-Lahn. Als „Magenta-Girlie-Beetle“ präsentiert Michael Kees im Internet eine Augenweide von einem Bobbycar. Beim zweiten Blick fällt noch mehr auf an dem Modell mit dem namensstiftenden Lack. Der Schriftzug „Antonia“ vorne und hinten an der Karosserie weist darauf hin, dass es sich um ein Geschenk handelt – und zwar für ein Mädchen, dessen Familie jüngst die Initiative HELFT UNS LEBEN unserer Zeitung unterstützt und vorgestellt hat. Der Bericht darüber weckte Kreativität.

Die zweijährige Antonia Bach aus Brohl-Lützing ist schwer erkrankt und leidet an Tumoren in beiden Augen. Im VW-Autohaus Wöll in Katzenelnbogen erhielten ihre Eltern kürzlich einen neuen Transporter dank HELFT UNS LEBEN. Bei Michael Kees reifte die Idee, der kleinen Antonia eine zusätzliche Freude zu machen. Seit 30 Jahren ist er übrigens Kunde des Autohauses und fährt ein metallic-schillerndes Cabrio. Nun veredelte er ein Bobbycar, auf dem ein VW-Emblem und der Zusatz GTI zu finden sind.

Mehr noch gefallen Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary von HELFT UNS LEBEN bei der Übergabe in Nastätten auf dem Parkplatz der Firma Heymann die Schmetterlinge auf dem Lack und das Kärtchen mit den Worten „mit Liebe gemacht“, das Kees ans Lenkrad geknotet hat.

Im Gegenzug erhält der Spender aus St. Goarshausen einen Teddybären mit einem Shirt der Rhein-Zeitungs-Aktion.Blicke auf Details lohnen sich. So hat Michael Kees das helle Leder von Sitzbank und Lenkrad von Hand vernäht. Zehn Stunden Arbeit hat der 50-Jährige aufgewendet, wobei die Lackierung und einige Nebengewerke nicht mitgerechnet sind. „Es gibt immer nur ein Stück“, sagt der in Braubach tätige Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Loreley über seine Bobbycar-Spezialanfertigungen.

Mehr schöne Bobbycars der Marke Eigenbau gibt es auf der Internetseite von Michael Kees zu sehen: www.kultbobbys.de

Foto: Michael Kees hat viel Zeit und Kreativität in Antonias Bobbycar investiert. Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary von HELFT UNS LEBEN revanchieren sich mit einem Teddy. Foto: Thorsten Stötzer

https://helftunsleben.de/2839-2/

Neues Auto erleichtert Jamies Leben sehr

Ochtendung. Auf bewundernswerte Weise meistert die Familie Marmé aus Ochtendung seit zwölf Jahren ihr schweres Schicksal: die Pflege und Betreuung ihres schwerstbehinderten Sohns Jamie. Nun gab es einen wahren Glückstag im Leben der Eltern Anke und Thomas sowie Jamies Schwestern Emily (9) und Lilly (5).

Im Koblenzer Autohaus Foerster überreichte Anne Schattner, Vorstandsmitglied von HELFT UNS LEBEN (HUL), der Initiative unserer Zeitung, einen Ford Transit Tourneo Customer mit Hochdach und elektrischem Hecklift für den Transport einer Person im Rollstuhl. Das Auto ist von HUL zum großen Teil mitfinanziert worden. „In dem Auto finden nun die gesamte Familie und die Betreuerin Platz, um zu den zahlreichen verschiedenen Therapien, aber auch zu den wenigen Freizeitunternehmungen reisen zu können“ erklärt Anne Schattner. Bis jetzt waren dafür immer zwei Autos notwendig, und der in die Jahre gekommene VW Caddy wurde für Jamies größer gewordenen Rollstuhl langsam zu klein. Thomas Marmé, Lokführer bei der Mittelrheinbahn, berichtet: „Als am 4. März, es war mein Geburtstag, der positive Anruf von Frau Schattner kam, hat man mich wohl in ganz Ochtendung vor Freude laut rufen gehört.“ Seine Frau Anke, die seit drei Jahren als Hilfspflegekraft in einer Einrichtung für Schwerstbehinderte arbeitet, ergänzt: „Wir hatten schon die Hoffnung aufgegeben, eine ausreichende Unterstützung für das dringend benötigte Auto zu bekommen.“ 250 Stiftungen hatte die Familie angeschrieben. Von zehn gab es eine Zusage für eine Geldspende. Der Tipp, sich an HUL zu wenden, führte schließlich zum Erfolg.

Der Wagen, mit dem Jamie im Rollstuhl transportiert werden kann, ist unersetzlich für seine Behandlung, die unter anderem in Köln, St. Augustin, Unna oder Bielefeld stattfindet. Ferien verbringt die Familie in einem Kinderhospiz. „Das ist nicht nur eine Einrichtung für todkranke Kinder“, erklärt Anke Marmé auf. Dort wird Jamie betreut, und die Eltern und seine Geschwister können sich erholen. „Emily und Lilly mögen das sehr“, sagt die Mutter. Auch sonst kümmern sie sich liebevoll um ihren Bruder, auch ihre Spielkameraden. „Bei uns ist meistens volles Haus, und die Kinder besuchen auch immer Jamie“, sagt die Mutter. Jamie hat seit Ende August einen neuen Freund, der ihn glücklich macht. „Laffi“ ein Straßenhund aus Rumänien, der durch Vermittlung des Tierschutzvereins zu Familie Marmé kam. Der Vater zeigt stolz ein Handyfoto, auf dem Jamie mit sichtlich glücklichem Ausdruck mit Laffi schmust.Glücklich nimmt Familie Marmé ihr neues Auto, das wesentlich von HELFT UNS LEBEN finanziert wurde, in Empfang. Mit der Familie freuen sich HUL-Vorstandsmitglied Anne Schattner (links) und Kfz-Meister Stephan Kern (rechts) vom Koblenzer Autohaus Foerster. Foto: Winfried ScholzSeltener Gendefekt ist große HerausforderungDer zwölfjährige Jamie leidet an einem seltenen Gendefekt. Das Chromosom 7 fehlt, die Kiefer-Gaumenspalte fehlt. Die Gehirnhälften sind nicht richtig zusammengewachsen. Die Eltern berichten: „Die Ärzte im Krankenhaus sagten uns, wir bräuchten das Kind nicht für die Kita anzumelden, das würde es nicht erleben.“ Jetzt geht Jamie in die siebte Klasse der Christiane-Herzog-Schule in Neuwied. Neben einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung sind zahlreiche Fahrten zu verschiedenen Krankenhäusern und Therapieplätzen in ganz Deutschland erforderlich.

Foto: Glücklich nimmt Familie Marmé ihr neues Auto, das wesentlich von HELFT UNS LEBEN finanziert wurde, in Empfang. Mit der Familie freuen sich HUL-Vorstandsmitglied Anne Schattner (links) und Kfz-Meister Stephan Kern vom Koblenzer Autohaus Foerster. (Foto: Winfried Scholz)

vorheriger
Artikel
nächster
Artikel

https://helftunsleben.de/neues-auto-erleichtert-jamies-leben-sehr/

Technik bringt ein Stück Freiheit zurück

Cramberg. Ein Besuch im Zoo, ein Ausflug mit den sieben und fünf Jahre alten Kindern Neele und Nils oder einfach ein Spaziergang über Feldwege sind für die Familie Nott aus Cramberg keine Selbstverständlichkeit. „Da kommt der Papa nicht durch“, heißt es oft. Das Limit setzen die kleinen Vorderräder am Rollstuhl von Thorsten Nott, der an einer komplexen Krankheit leidet, die vom linken Fuß ausstrahlt.

Einen Aktivrollstuhl mit Kraftverstärker besitzt der Familienvater, ein Handbike hat er sich selbst gekauft. Ein Freewheel am Rollstuhl, das über Kantsteine hinweghilft und Wiesen passierbar macht, fehlt ihm jedoch, weil es die Krankenkassen nicht bezahlen. Darum kümmert sich nun die Initiative HELFT UNS LEBEN unserer Zeitung. Vom „fit machen fürs Gelände“, spricht Geschäftsführer Hans Kary, als er mit der Vorsitzenden Manuela Lewentz-Twer die Familie in ihrem Haus in Cramberg besucht.Thorsten Nott bringt das Anbauteil mit noch viel mehr in Verbindung: „Man bekommt ein Stück Freiheit wieder.“ Das ist ein Hoffnungsschimmer in einer umfangreichen Leidensgeschichte, deren Auslöser die Krankheit CRPS ist, per Definition ein „komplexes regionales Schmerzsyndrom“, das früher auch Morbus Sudeck genannt wurde. Der heute 36-Jährige musste allerdings lange auf die richtige Diagnose warten. „Keiner konnte mir sagen, was ich eigentlich habe und was das ist“, berichtet Nott.

Nach einem Unfall im Oktober 2018, bei dem er im eigenen Haus eine Treppe hinabstürzte, vermuteten die Mediziner lange einen Außenbandriss. Erst in der Reha wurde erkannt, dass sein Knie erhebliche Schäden erlitten hatte. Wie Thorsten Nott schildert, ging es von einem Orthopäden zum nächsten, während der Fuß auf das Zwei- bis Dreifache des Gewohnten angeschwollen war und sich verfärbte. Erst bei Fußgelenksspezialisten im St. Josefs-Hospital in Wiesbaden kam die Vermutung auf, dass es sich um CRPS handeln könne. Ein Experte in Mainz bestätigte dies. Die Gelenkskrankheit, die ebenso die Hände befallen kann, prägt nun den Familienalltag. Die Ursachen könnten vielfältig sein, erklärt der Betroffene, doch letztlich steht fest: „Der Fuß ist faktisch unbrauchbar. Der Dauerschmerz ist immer da.

“Da kein Fall für die Berufsgenossenschaft vorliegt und Thorsten Nott kein Privatpatient ist, mussten andere Wege gefunden werden, um den Alltag zu bewältigen. Obendrein verstarben seine Mutter und sein Vater, als er erkrankt war. „Wie sie das in ihrer Partnerschaft tragen, ist wirklich eine große Leistung“, sagt Manuela Lewentz-Twer. „Das tun, was wir uns wünschen, wenn wir selbst in der Situation dieser Menschen wären“, beschreibt sie als den Grundgedanken und die Motivation von HELFT UNS LEBEN.

Wie die Ehefrau Irina Nott erzählt, machte die Sozialstation in Diez auf die Initiative der Rhein-Zeitung aufmerksam. Ohnehin gestalten die Notts trotz allem entschlossen weiterhin ihr Leben selbst, auch wenn sogar mit Freewheel nicht mehr an Fußball und Joggen zu denken ist. Im Mai dieses Jahres kam die kleine Pia als drittes Kind zur Welt. Der Vater befindet sich in einer Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten.„Ich habe mich tierisch darüber gefreut, dass mir das ermöglicht wurde“, lobt Nott seinen Arbeitgeber, die Verbandsgemeinde Diez. Gut 17 Jahre lang hat er vorher als gelernter Fleischer in Diez geschafft und war danach zwei Jahre als Maschinenführer in einem Betrieb der Baustoffbranche in Nentershausen. Im neuen Job würde er gern in einer sozialen Abteilung tätig sein, denn „ich möchte Leuten helfen“. Außerdem will sich Thorsten Nott als Schwerbehindertenbeauftragter zur Verfügung stellen.

Foto: Thorsten Nott ist bereit, sein Schicksal zu meistern. Ein Freewheel am Rollstuhl wäre eine Erleichterung für ihn, Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary von HELFT UNS LEBEN wollen dafür sorgen. (Foto: Thorsten Stötzer)

https://helftunsleben.de/2818-2/

„Das beste Auto der Welt“ für die kleine Antonia

Katzenelnbogen. Als sie mit ihrer Tochter Antonia (2) im Arm vor dem neuen VW-Transporter steht, kann sich Jennifer Bach ein paar Tränen der Rührung nicht verkneifen. „Das ist das beste Auto der Welt“, schwärmt auch Antonias Schwester Johanna (8). Zusammen mit Ehemann Patrick war die Familie aus Brohl-Lützing im Landkreis Ahrweiler in den Einrich nach Katzenelnbogen aufgebrochen, um dort beim Autohaus Wöll den neuen Transporter in Empfang zu nehmen.

Möglich machte das eine Spende von „HELFT UNS LEBEN“ (HUL), der Initiative unserer Zeitung. „Wir freuen uns für Euch von ganzem Herzen“, sagt die Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer. Zusammen mit Geschäftsführer Hans Kary war sie zur Autoübergabe gekommen. „Das gibt wieder einen Impuls und einen Hoffnungsschimmer. Die vielen Spenden unserer Leser haben das ermöglicht“, so Manuela Lewentz-Twer. Für sie und ihre Mistreiter ist es auch immer wieder ein gutes Gefühl, wenn so eine Aktion erfolgreich zum Abschluss gebracht wurde. „Denn man weiß dann, man kann helfen.“

Das sei eine wahnsinnig große Erleichterung, fasst Jennifer Bach ihre erste Reaktion in Worte. Die Familie ist täglich sehr viel unterwegs, denn bei Antonia wurden im vergangenen Jahr in beiden Augen Tumore festgestellt. Es folgten Chemo- und Brachytherapien, die für das kleine Mädchen sehr kräftezehrend waren. „Aktuell sind wir aber in einer Therapiepause“, erzählt die Mutter, während Antonia fröhlich an einem Keks knabbert. „Antonia gibt nicht auf, warum sollten wir es tun?“, umreißt Vater Patrick die starke Motivation der Familie. Nicht in Katzenelnbogen mit dabei sein konnte aber die älteste Tochter Amy (12), die selbst gerade in einer Klinik ist. So ist die Familie täglich für die Kinder unterwegs, regelmäßig angesteuert wird unter anderem das Ambulante Kinderhospiz Koblenz. „Die haben auch den Kontakt zu ,HELFT UNS LEBEN‘ hergestellt“, erzählt Jennifer Bach. Und so kann der bisher genutzte Familienvan – nach rund 200 000 gefahrenen Kilometern – endlich stillgelegt werden. Ein Schritt, der überfällig war, denn das Fahrzeug war zuletzt ständig reparaturbedürftig. „Ich hatte schon Angst, wenn ich nur an einer Werkstatt vorbeifuhr“, scherzt Patrick Bach. Denn die Reparaturen brauchten die finanziellen Reserven der fünfköpfigen Familie auf, ohne dass der Zustand des Fahrzeugs sich nachhaltig verbesserte, stattdessen hangelte man sich von Reparatur zu Reparatur. Das gehört aber nun der Vergangenheit an, der neue Transporter erleichtert die regelmäßigen Fahrten ins Krankenhaus nach Koblenz, zur Uniklinik in Essen oder zum Hospiz in Wilhelmshaven, wo dann auch mal die ganze Familie etwas durchschnaufen kann.

„Es ist toll, dass es so viele Einrichtungen gibt, um Kindern zu helfen“, lobt Manuela Lewentz-Twer die bestehende gute Infrastruktur. Dennoch gibt es immer noch viel zu tun. Ein kleines Extra hatte sich Familie Bach für das neue Auto noch gewünscht: „Das Fahrzeug hat auch, wie besprochen, eine Anhängerkupplung“, versichert Autohausinhaber Mark Beck, bevor er mit der Einweisung beginnt. Wozu aber wird die Anhängerkupplung eigentlich gebraucht? „Wir haben einen kleinen Wohnwagen und konnten seit zwei Jahren nicht mehr damit vereisen“, erzählt Jennifer Bach. Etwas, was die Familie nun bald gern zusammen nachholen möchte. Und wo ging es bisher immer hin? „Nach Italien, genauer gesagt nach Venetien“, verrät Patrick Bach noch.

Foto: Mark Beck, Hans Kary und Manuela Lewentz-Twer (von links) übergeben Patrick, Johanna, Jennifer und Antonia Bach in Ketzenelnbogen den neuen geräumigen Transporter. Foto: Johannes König

https://helftunsleben.de/2810-2/

Hier können sich Kinder richtig auspowern

Dausenau. Zwei Monate lang haben die 30 Kinder und Jugendlichen im Sozialpädagogischen Haus Waldesruh in Dausenau während des Lockdowns völlig abgeschottet von der Außenwelt zugebracht. Keine Schule, kein Besuch bei Freunden, kein Stadtbummel, kein Sport im Verein. Mit Familienmitgliedern waren die drei- bis 20-jährigen Bewohner der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung nur über Videokonferenzen in Kontakt. Jede Möglichkeit, in dieser besonderen Situation mal Dampf abzulassen und Abwechslung zu erleben, war hochwillkommen. Gut, dass der neue Tobe-Raum mit Kletterwand und anderen Aktions- und Bewegungsmöglichkeiten gerade rechtzeitig fertig geworden war. Finanziert hat ihn HELFT UNS LEBEN, die Initiative unserer Zeitung für Menschen in Not.

Hell, freundlich und bunt ist der große Raum, der ganz und gar darauf ausgelegt ist, dass man sich darin mal richtig auspowern und viel Spaß haben kann. An den Griffen an der Decke kann man sich entlanghangeln, auf einem Ball geradezu durch den Raum schweben, man kann schaukeln oder den Boxsack mal die Fäuste spüren lassen. Der Boden besteht komplett aus weichen Matten, sodass sich niemand wehtut, wenn er abstürzt oder wenn man darauf miteinander rangelt. „Die Kinder haben tierischen Spaß hier drinnen“, sagt Tanja Lichius, die das Haus Waldesruh mit ihrem Bruder Mike leitet. Für die kleineren ihrer Schützlinge gibt es eine vielfältig nutzbare Bewegungslandschaft, auf der man klettern und balancieren lernen kann, ohne Gefahr zu laufen, tief zu fallen. Aber auch jene, die motorische Defizite haben, können davon profitieren. Eine Ergotherapeutin nutzt die neuen Möglichkeiten bei ihrer Arbeit mit den Kindern in der Dausenauer Einrichtung.Die jungen Menschen in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung werden von den neuen Bewegungsmöglichkeiten profitieren. Davon ist Tanja Lichius fest überzeugt. „Sie haben mir damit einen Traum erfüllt“, sagt sie unumwunden, als Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, und Geschäftsführer Hans Kary besichtigen, was mit Finanzierung durch die Initiative unserer Zeitung möglich geworden ist. Der Besuch vor Ort war wegen der zeitweise strengen Corona-Auflagen bis in den August verschoben worden. Als ausgebildete Motopädin weiß Einrichtungsleiterin Tanja Lichius, dass Bewegung in vielerlei Hinsicht auch positiv auf Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen der Wahrnehmung und anderen Auffälligkeiten wirken kann.

Wie im Falle des Tobe-Raums sind Tanja und Mike Lichius für jede Unterstützung von außen dankbar. Als die Schulen wegen Corona geschlossen hatten und die Kinder am Fernunterricht teilnahmen, fehlte es beispielsweise an ausreichend EDV-Ausstattung. „Spender haben uns einige Laptops für den Heimunterricht finanziert“, sagt Mike Lichius. Auch einen leistungsfähigen Drucker habe man mit Hilfe von Spenden angeschafft, um die Arbeitsblätter für alle Schulpflichtigen unter den 30 Waldesruh-Bewohnern auszudrucken. Sollten aber im Laufe des neuen Schuljahres steigende Infektionszahlen dazu führen, dass der Präsenzunterricht wieder längere Zeit ausfällt, reiche die Zahl der vorhandenen Laptops wohl nicht aus.Grundsätzlich ist das Ziel des Sozialpädagogischen Hauses, die Kinder zurück in die Familien zu bringen – in ihre eigene oder eine Pflegefamilie. Nicht immer ist das möglich. Während manche zwei bis drei Jahre in der Waldesruh unterkommen, gibt es auch einige, die seit mehr als zehn Jahren in der Obhut von Tanja und Mike Lichius sowie den 30 Betreuern der Einrichtung sind. Um diesen den Übergang in die Selbstständigkeit zu erleichtern, wenn sie eine Ausbildung oder ein Studium beginnen, hofft das Geschwisterpaar, eines Tages auch Appartements auf dem Waldesruh-Gelände einrichten zu können. So könnten die jungen Erwachsenen eigenständig leben und gleichzeitig den engen Kontakt zu den über Jahre vertrauten Bezugspersonen aufrechterhalten.

„Wenn die Kinder die Möglichkeit haben, in der Nähe zu bleiben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie ihre Ausbildung abschließen und den Führerschein machen“, sagt Mike Lichius. Seine Schwester erzählt von einer jungen Frau, die in der Waldesruh zu Hause war, eine Wohnung in der Nähe gefunden hat und nun eine Ausbildung absolviert. „Sie kommt jeden Abend hierher und hat Redebedarf“, sagt Tanja Lichius. Aber auch für minderjährige Mütter mit ihren Kindern wäre ein Appartement in der Dausenauer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung das ideale Umfeld.

Wer HELFT UNS LEBEN und das Sozialpädagogische Haus Waldesruh unterstützen möchte, kann spenden. Bankverbindung: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, IBAN DE72 5705 01 20 0000 0013 13

Foto: Kinder und Jugendliche des Kinderheims Waldesruh haben ihre Dankbarkeit für den neuen Tobe-Raum auf einem Plakat zum Ausdruck gebracht, das die Geschwister Mike und Tanja Lichius den Gästen von HELFT UNS LEBEN bei der Besichtigung der Einrichtung zeigen. Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer (links) und Geschäftsführer Hans Kary (rechts daneben) sind begeistert von der Ausstattung des Tobe-Raums. Foto: Carlo Rosenkranz

https://helftunsleben.de/hier-koennen-sich-kinder-richtig-auspowern/

„HELFT UNS LEBEN“ kennt keine Pause

Rheinland-Pfalz. Ihr Einsatz für Menschen in Not kennt keine Sommerpause: „HELFT UNS LEBEN“, die große Hilfsaktion unserer Zeitung, entfaltet auch während der Corona-Krise ihre Wirkung. Das wurde bei der Jahresversammlung des gemeinnützigen Vereins in Koblenz deutlich.

HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer konnte dabei auf zahlreiche erfolgreiche Projekte im nördlichen Rheinland-Pfalz verweisen: „Wir sind allen unseren Spendern sehr dankbar für die großartige Unterstützung, die es uns wiederum ermöglicht, den unverschuldet in Not geratenen Menschen wirksam zu helfen“, so die Vorsitzende.

Gemeinsam mit HUL-Geschäftsführer Hans Kary präsentierte sie den „HELFT UNS LEBEN-Bären“, das neue HUL-Maskottchen: Zu kaufen gibt es das TÜV-zertifizierte Plüschtier unter rz-Shop.de, oder auch telefonisch (0261/97 43.517). Bei einer Spende ab 300 Euro zugunsten von „HELFT UNS LEBEN“ gibt’s den HUL-Bären als Geschenk.

Foto: Gemeinsam mit dem Vorstand von „HELFT UNS LEBEN“ präsentierten die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary das neue HUL-Maskottchen, einen Plüschbären im passenden Outfit. Foto: Katharina Demleitner

https://helftunsleben.de/helft-uns-leben-macht-keine-pause/