Menü

Jonas gewinnt ein weiteres Stück Selbstständigkeit

Ein Treppenlifter hilft der Familie Kaiser aus Kaifenheim im Alltag – HELFT UNS LEBEN übernimmt Löwenanteil der Kosten

Kaifenheim. Jonas Kaiser ist richtig gut gelaunt, seine Eltern sind stolz. Der 16-Jährige hat gerade erfahren, dass er einen Ausbildungsplatz in der Verbandsgemeindeverwaltung in Kaisersesch sicher hat. Jonas hat im Praktikum überzeugt, richtig los geht es aber erst in einem Jahr. Bis dahin besucht der Kaifenheimer die zehnte Klasse der Realschule plus in Kaisersesch. Die Noten sind gut, die Zukunft scheint rosig. Und obwohl Jonas Kaiser mit der Zusage eines Ausbildungsplatzes schon einen Schritt weiter sein mag als viele seiner Mitschüler, fallen dem 16-Jährigen viele Wege schwer.

150 Kilogramm wiegt der flotte elektrische Rollstuhl, der dem Kaifenheimer zu Hause und unterwegs Bewegungsfreiheit ermöglicht. Jonas Kaiser hat eine Muskelerkrankung, das Laufen fällt ihm schwer, auch die Lunge arbeitet nicht so, wie sie soll. Seine Situation verschlechterte sich in den vergangenen Jahren, seine Eltern Alexander und Bettina Kaiser nahmen viel Geld in die Hand, um das Eigenheim den Bedürfnissen anzupassen. Doch fiel es dem 16-Jährigen zunehmend schwer, die Treppe zu seinem Zimmer zu überwinden. „Wenn ich abends müde war, musste mich jemand tragen“, sagt Jonas Kaiser. Eine für einen 16-Jährigen und seine Familie unhaltbare Situation. Bettina Kaiser wendet sich im März an den Verein HELFT UNS LEBEN, eine Initiative der Rhein-Zeitung. „Wir hatten über einen Aufzug nachgedacht, aber unser Haus ist dafür einfach nicht geeignet“, blickt Alexander Kaiser zurück. Ein Treppenlift ermöglicht es Jonas Kaiser nun, sein Zimmer zu erreichen, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Die Krankenkasse beteiligt sich mit 4000 Euro, den größeren Anteil übernimmt HELFT UNS LEBEN. „Irgendwann stoßen Familien an ihre Grenzen, da greift dann unsere Vereinsarbeit“, sagt Anne Schattner. Jonas Kaiser schwingt sich aus seinem Rollstuhl auf den Sitz des Treppenlifters, der sich auf Knopfdruck in Bewegung setzt. „Ein wenig langsam ist das Ding schon“, scherzt der 16-Jährige, der mit seinem elektrischen Rollstuhl gerne etwas schneller unterwegs ist.

Zu seiner Ausbildungsstelle wird der Kaifenheimer, wie derzeit zu seiner Schule, mit dem Taxi fahren. Dass für ihn selbstverständliche Dinge wie der Schulbesuch in einer Regelschule möglich sind, dafür musste die Familie oft kämpfen. Glück hatte sie allerdings in Kaisersesch, „die Schule ist vorbildlich, was Inklusion angeht“, sagt Bettina Kaiser. Pünktlich zur Einschulung von Jonas wurde zum Beispiel ein Aufzug gebaut. Manche Dinge machen Jonas Kaiser aber auch das Leben schwer. In der neuen Turnhalle wurden nachträglich Gelenke eingebaut, damit sich die Türen automatisch schließen. „Die bekomme ich jetzt aber auch nicht mehr auf“, sagt der 16-Jährige und schüttelt mit dem Kopf. Leichter ist da mittlerweile der Weg in den Jugendraum. Eine selbst gebaute Rampe reicht aus, damit Jonas Kaiser auch dort selbstbestimmt und fast ohne Hilfe seine Zeit mit Freunden verbringen kann.

Foto: Jonas Kaiser aus Kaifenheim mit seinen Eltern Alexander und Bettina sowie Anne Schattner (rechts) vom Verein HELFT UNS LEBEN. Foto: Kevin Rühle

https://helftunsleben.de/jonas-gewinnt-ein-weiteres-stueck-selbststaendigkeit/

Leserspenden ebnen Wittlichs einen Weg

Familienvater kann wieder Wohnung verlassen

Oberraden. Multiple Sklerose hat Markus Wittlich an den Rollstuhl gefesselt, seinem Körper fast jede Kraft genommen. Und als die Ärzte dann auch noch bei seiner Frau – und Pflegerin – Sabine Brustkrebs diagnostizierten, war die Belastung für die kleine Familie aus Oberraden zu groß. Sie bat via HELFT UNS LEBEN um Hilfe – und bekam riesige Resonanz. Die Leser der Rhein-Zeitung zeigten sich so bewegt wie spendenfreudig und ebneten damit für die Wittlichs einen Weg.

Und das ist in diesem Fall ganz wörtlich zu verstehen. Denn wenn Markus Wittlich bislang die Wohnung verlassen wollte, war das ein echter Akt. Entweder mussten Freunde gerufen werden, um ihn über die Treppen nach draußen zu hieven, oder seine Frau schob ihn über einen wackeligen Steg durch den abschüssigen Garten. Das ging ohnehin nur bei gutem Wetter, und selbst dann war es ein Unterfangen, das nicht nur einmal, auf der Seite liegend, in einem Busch endete. „Ein echtes Abenteuer“, sagt Sabine Wittlich und kann heute darüber schmunzeln. Denn jetzt kann sie ihren Mann über einen gepflasterten Weg in das von HUL rollstuhlgerecht umgebaute Auto schieben, was der Familie ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

„Meinen Geburtstag konnten wir in einem Café in Roßbach feiern, und kürzlich waren wir bei ,Horizonte‘ auf der Ehrenbreitstein“, berichtet sie freudestrahlend und erzählt, wie schön es für sie und vor allem Markus war, dort „endlich mal jemanden wiederzutreffen“.

Ähnlich ist es im Alltag. Einfach mal raus, ein bisschen spazieren fahren, mit Nachbarn reden – das geht jetzt. „Und wenn dann wie kürzlich plötzlich ein dickes Gewitter aufzieht, schafft man es auch wieder zurück ins Haus“, sagt sie. „Einfach toll“, findet Markus. „Echt deutlich mehr Lebensqualität“, sagt Sabine.

Und dass sie dabei lacht, dass sie deutlich erholter, ja richtiggehend aufgeblüht aussieht, freut die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary beim neuerlichen Besuch am meisten. Ganz, so sagt sie, ist der Kampf mit dem Krebs zwar noch nicht ausgestanden, aber auch hier ist sie auf einem guten Weg. Ihren Halbtagsjob als Physiotherapeutin wieder aufzunehmen, hat sie jedenfalls schon fest im Blick. „Ich brauch‘ Arbeit“, unterstreicht sie. Zu Hause freut sie sich trotzdem, dass es mit Nina Ragus seit einigen Monaten eine echte Hilfe gibt, die sich für die Familie auch menschlich als Glücksfall herausgestellt hat. Bis zum Ende des Jahres wird ihre Stelle noch von HUL finanziert. „Aber wir kommen im Oktober wieder und schauen, wie es aussieht“, stellt Manuela Lewentz-Twer eine Verlängerung in Aussicht. „Wir bleiben dran.“

Foto: Markus Wittlich kann dank der Leserspenden jetzt über einen sicheren Weg die Wohnung der Familie verlassen. Foto: Ulf Steffenfauseweh
https://helftunsleben.de/leserspenden-ebnen-wittlichs-einen-weg/

Spontan einen weiteren Treppenlift gebaut

Initiative unserer Zeitung löst weitere Hilfsaktion aus

Mendig. HELFT UNS LEBEN (HUL) trägt dazu bei, das Schicksal von Menschen mit Handicap erträglicher zu machen. Aber HUL kann noch mehr: Die Initiative unserer Zeitung für Kinder und Familien in Not löst ihrerseits weitere Hilfsaktionen von privater Seite aus. Davon konnten sich jetzt die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und HUL-Geschäftsführer Hans Kary in Mendig überzeugen.

Die neunjährige Lina Meurer leidet unter dem „Phelan-McDermit-Syndrom“ (PMS), einer genetisch bedingten globalen Entwicklungsstörung (die RZ berichtete). Besonders belastend sind die epileptischen Anfälle, die im Alter von drei bis vier Jahren begonnen haben. Ihre Mutter Melanie Geilen berichtet: „In der letzten Zeit hat sich die Situation noch verschlechtert. In der vergangenen Nacht hatte Lina drei Anfälle.“ Die Mutter ist Hebamme im Andernacher St.-Nikolaus-Stiftshospital.

Ihr Lebensgefährte Sven Meurer ist gelernter Elektriker. Nach seiner zwölfjährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr arbeitet er heute als Haustechniker im Mendiger Caritas-Zentrum. Er klagt über bürokratische Probleme: „Die Krankenkasse lässt nun von ihrem Medizinischen Dienst (MDK) überprüfen, ob die Kosten für die ärztlich verordnete Begleitung durch eine medizinische Fachkraft für die Fahrt zur Christiane-Herzog-Schule in Neuwied weiter übernommen werden.“ Neben ihren Problemen gibt es aber auch positive Nachrichten: Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary waren gekommen, um den Treppenlift zu besichtigen, mit dem Lina von den Wohnräumen im Erdgeschoss zum Schlaf- und Badezimmer im Untergeschoss gefahren werden kann. Die Anlage sowie eine Rampe, auf der Lina im Rollstuhl in den Familienbus geschoben werden kann, waren durch HELFT UNS LEBEN finanziert worden.

Bei einer leckeren, von Melanie Geilen gebackenen Erdbeer-Joghurt-Torte berichteten die Eltern, der kürzlich erschienene HUL-Bericht über ihre Familie habe eine zusätzliche Hilfsaktion ausgelöst: So haben die Schlosserei-Mitarbeiter der Mayener Firma Ontex, Familienmitglieder und Freunde eine weitere Liftanlage an der Außentreppe des Hauses gebaut. Dadurch kann Lina im Rollstuhl auch außerhalb des Hauses sicher und bequem transportiert werden. Die Familie hatte das Haus gekauft. Deswegen konnte es nicht von Beginn an behindertengerecht geplant werden.

Auch die dreijährige Ella kümmert sich ihrem Alter entsprechend rührend um ihre ältere Schwester. Sie ist ein wahrer Wirbelwind. Stolz zeigt sie ihren Kaufladen. „Hier kannst du auch mit EC Cash bezahlen“, sagt sie fachmännisch.

Rasch spürt man, Ella tut allen gut, ihrer Schwester und den Eltern. Sven Meurer sagt, sie wären als Eltern lange Zeit skeptisch gewesen, ob sie sich einen weiteren Kinderwunsch erfüllen sollten. Melanie Geilen erklärt: „Heute wissen wir, es war die beste Entscheidung, noch ein zweites Kind zu bekommen.“ Beim Abschied sagen die Eltern: „Wir sind HUL megadankbar.“

Foto: Manuela Lewentz-Twer (links) und Hans Kary (rechts) konnten sich von der Funktionsfähigkeit des Treppenlifts überzeugen. Er transportiert die behinderte Lina sicher vom Erd- ins Untergeschoss des elterlichen Hauses. Melanie Geilen und Sven Meurer sowie Linas Schwester Ella sind froh über die von HELFT UNS LEBEN finanzierte Anlage. Foto: Winfried Scholz
https://helftunsleben.de/spontan-einen-weiteren-treppenlift-gebaut/

Mobile Toilette hilft Behinderten mit einem dringenden Bedürfnis

Peter Butz stellt Anlage in Mayen vor – Zahl der Anfragen könnte zum Problem werden

Mayen. Für Peter Butz ist es ein voller Erfolg: Am Samstag hat er auf dem Marktplatz in Mayen die mobile barrierefreie Toilette (MBT) präsentiert, die er für die Kontaktstelle des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) angeschafft hat. Das Interesse war so groß, dass es Butz mittelfristig sogar vor Probleme stellen könnte.

Butz’ Grundgedanke ist ganz einfach: Viele Menschen mit Behinderung können an öffentlichen Veranstaltungen nicht genauso teilnehmen wie Menschen ohne Behinderung – eben weil geeignete Toiletten fehlen. Da möchte Butz Abhilfe schaffen. Gegen eine Leihgebühr können Interessierte die MBT bei Veranstaltungen aller Art aufstellen. Aus den Gebühren – 150 Euro pro Wochenende plus eventuell anfallende Fahrtkosten – bestreitet der BSK die laufende Unterhaltung der mobilen Toilette.

Bei der MBT handelt es sich um einen gut 4 Meter langen und 2,5 Meter breiten Containerwagen mit einer Anhängerkupplung. An Ort und Stelle kann der Container ans Strom- und Wassernetz angeschlossen werden. Der barrierefreie Zugang wird über eine flache Rampe ermöglicht.

Im Innern des Wagens befindet sich neben der behindertengerechten Toilette mit Wasserspülung und Handwaschbecken auch eine Liege, die Menschen mit Katheter nutzen können. Außerdem ist der Container mit einem Hebelift ausstattet, sodass Menschen, die im Rollstuhl sitzen, eine Unterstützung beim Umsetzen bekommen. Die MBT ist eine Maßanfertigung für die Mayener Kontaktstelle des BSK.

Rund zwei Jahre lang hatte Peter Butz an der Finanzierung der MBT gearbeitet, Die Hälfte der Kosten von rund 54 000 Euro hat die „Aktion Mensch“ beigesteuert, die andere Hälfte musste der BSK über weitere Spenden selbst finanzieren. Zu den Unterstützern zählt neben privaten Gönnern und Sponsoren aus der Wirtschaft auch HELFT UNS LEBEN, die Spendeninitiative unserer Zeitung, die sich mit einer Summe von 5000 Euro beteiligt hat.

Bei der Präsentation auf dem Mayener Marktplatz ist die MBT laut Peter Butz sehr gut angekommen. „Die Leute haben begriffen, dass man Menschen mit körperlicher Behinderung nicht zurücklassen darf“, sagt Butz. Für das laufende Jahr liegen ihm schon eine ganze Reihe von Buchungen vor, und auch für das kommende Jahr gibt es bereits Anfragen. „Der Wagen ist nicht angeschafft worden, damit er herumsteht“, sagt Peter Butz. „Aber wenn das so weitergeht, haben wir spätestens 2020 ein Problem. Dann reicht ein Wagen allein nicht mehr aus.“

Foto: Peter Butz hat die Anschaffung einer mobilen barrierefreien Toilette auf den Weg gebracht. Jetzt wurde die Anlage vorgestellt. Foto: Andreas Walz

https://helftunsleben.de/mobile-toilette-hilft-behinderten-mit-einem-dringenden-beduerfnis/

Mario Gügel freut sich auf Terrain Hopper

Dank der Initiative unserer Zeitung ist ein Ochtendunger bald wieder mobiler

Ochtendung. Der 32-jährige Mario Gügel aus Ochtendung ist bald wieder selbstständiger. Dank einer Geldspende von HELFT UNS LEBEN (HUL) kann ein neuer Terrain Hopper angeschafft werden, mit dem er sich allein auf der Straße und im Gelände bewegen kann. Sein aktueller Hopper, ein vierrädriges geländegängiges Minifahrzeug, ist defekt. HUL, die Initiative unserer Zeitung für Kinder und Familien in Not, sorgt für ein neues Fahrzeug. „Damit wollen wir Ihnen wieder ein Stück Hoffnung schenken“, betonte HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer, als sie zusammen mit HUL-Geschäftsführer Hans Kary die Familie in Ochtendung besuchte.

Der junge Mann ist seit seiner Geburt auf einen Rollstuhl angewiesen. „Einen eindeutigen Grund für seine schwere Behinderung konnten die Ärzte uns bisher nicht nennen“, erklärt seine Mutter Klaudia. Zunächst sei von einem Sauerstoffmangel im Gehirn bei der Geburt die Rede gewesen. Ein anderer Arzt habe dann von einem Gendefekt gesprochen. Die Mutter sagt: „Mein Mann und ich sind nur auf Mario fixiert.“

Zurzeit arbeitet der junge Mann in der Caritas-Werkstatt in Polch. Sein größtes Hobby sind seine ferngesteuerten Autos, die er gern im Gelände fahren lässt. Das konnte er bisher mit seinem geländegängigen Terrain Hopper selbst erreichen. Vor drei Jahren haben die Gügels das von vier Elektromotoren angetriebene und mithilfe eines Steuerhebels gelenkte Fahrzeug – hergestellt wird es in England – im Internet entdeckt und auf eigene Kosten gekauft. Wegen eines nicht selbst zu behebenden Softwarefehlers lässt es sich inzwischen aber nicht mehr richtig steuern.

Ein Software-Update rückt der englische Hersteller laut der Familie Gügel nicht raus. Die Familie müsse ein neues Fahrzeug kaufen und könne das defekte Gerät in Zahlung geben, heißt es weiter. Die Kosten dafür betragen 12 890 Euro. Einen Betrag von 2890 Euro wollen die Gügels selbst aufbringen, 10 000 Euro spendet HELFT UNS LEBEN. „Außerdem kümmern wir uns um den Kauf des neuen Fahrzeugs, die Transporte und die notwendigen Formalitäten, wie zum Beispiel die deutsche Betriebserlaubnis“, erklärt Hans Kary. Er sagt: „Damit wollen wir auch Ihre eigenen Bemühungen honorieren.“

Die Mutter von Mario Gügel geht arbeiten. Vater Guido kann wegen Operationen an der Bandscheibe seinen Beruf als Lkw-Fahrer zurzeit nicht ausüben. Wegen der Krankheit seines Sohnes ist er außerdem psychisch angeschlagen und wird deswegen in einer Tagesklinik in Saffig behandelt. Manuela Lewentz-Twer macht der Familie Hoffnung: „Wir kümmern uns jetzt um den neuen Terrain Hopper. Vielleicht geht es Ihnen dann wieder ein wenig besser.“

Foto: Dank einer Spende von HELFT UNS LEBEN erhält der schwer behinderte Mario Gügel einen neuen Terrain Hopper. Dies sicherten bei einem Besuch der Familie Gügel in Ochtendung die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer (links) und HUL-Geschäftsführer Hans Kary (rechts) zu. Foto: Winfried Scholz

https://helftunsleben.de/mario-guegel-freut-sich-auf-terrain-hopper/

Therapiestuhl erleichtert Philipps Leben

HELFT UNS LEBEN unterstützt Familie mit schwerbehindertem Jungen

Gollenberg. Für Philipp Müller und seine Familie bedeutet diese Spende von HELFT UNS LEBEN (HUL) eine wichtige Erleichterung im täglichen Leben: Dank unserer Leserinitiative konnte für den schwerstbehinderten 18-Jährigen aus Gollenberg (Kreis Birkenfeld), der seit seiner Geburt an einem seltenen Gendefekt leidet, ein höhenverstellbarer Therapiestuhl angeschafft werden. Auf ihm sitzt er zum Beispiel, wenn seine Mutter Claudia ihm am Küchentisch das Essen reicht oder wenn sie ihn im Bad wäscht.

Außerdem hat das Engagement des Vereins, der seit 38 Jahren mithilfe von Spenden unserer Leser Kindern und Familien in Not Unterstützung leistet, dazu geführt, dass sich die Krankenversicherung der Müllers jetzt doch noch zur Finanzierung eines Treppenlifts bereit erklärt hat.

Das war der Grund, warum sich Klaus Günther ursprünglich an HUL gewandt hatte. Er fährt Philipp Müller, der am sogenannten Cornelia-de-Lange-Syndrom mit multiplen Fehlbildungen wie Kleinwüchsigkeit und Anomalien der Gliedmaßen leidet, jeden Tag mit einem Bus des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) zur Peter-Caesar-Förderschule nach Idar-Oberstein. „Wenn ich ihn abgeholt habe, habe ich ja immer die Not der Mutter gesehen, wie sie sich abmühte. Irgendwann habe ich mir dann gedacht, so kann das nicht weitergehen – und habe mich bei HUL gemeldet, um auf die Notsituation der Familie hinzuweisen“, sagt Günther.

Die fünfköpfige Familie – zu ihr gehören noch Vater Edgar und die beiden jüngeren Geschwister Jonas (17) und Emily (12) – lebt in dem idyllischen Dörfchen Gollenberg in einem alten Bauernhaus. Die Schlafzimmer und das Bad befinden sich in der oberen Etage, und wenn Claudia Müller ihren Sohn nach unten brachte, musste sie ihn bisher durch das enge, steile Treppenhaus nach unten tragen. „Das war schon sehr mühsam, auch wenn Philipp nur 36 Kilo wiegt. Ich habe auch schon seit Jahren Rückenprobleme“, berichtet Claudia Müller.

Die Krankenkasse hatte zunächst die Kosten für einen Treppenlift nicht übernehmen wollen, weil der Umbau des Bads, den Vater Edgar überwiegend in Eigenregie übernommen hatte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war. Nachdem sich HUL eingeschaltet hatte, führte das bei der Krankenversicherung aber offenbar zu einem „Motivationsschub“, wie es Anne Schattner formuliert. Sie ist Leiterin des RZ-Lesermarkts sowie Beisitzerin des Vereins und hatte den Kontakt zu den Müllers aufgenommen. Da die Krankenkasse den Treppenlift schließlich doch bezahlte, habe man sich in den Gremien von HUL kurzentschlossen darauf verständigt, das Spendengeld der Gollenberger Familie für einen anderen, ebenso sinnvollen und notwendigen Zweck zu verwenden, sagt Schattner. So wurde der Therapiestuhl gekauft, der nun im alltäglichen Leben für Philipp und seine Familie vieles leichter macht, wie seine Mutter erleichtert betont.

Dass ihr Sohn schwerstbehindert das Licht der Welt erblickte, „kam für uns ohne Vorwarnung“, sagt Claudia Müller. Oft haben Kinder mit dieser Generkrankung eine sehr geringe Lebenserwartung, was laut Vater Edgar häufig damit zusammenhängt, dass sie nur über eine Magensonde ernährt werden können. „Meine Frau hat aber einen eisernen Willen gezeigt und es geschafft, Philipp mit dem Löffel füttern zu können. Das war entscheidend“, sagt er. Auch in der Folgezeit nahm Claudia Müller ihren Sohn überall hin mit, etwa zu den Pferden im Stall, und suchte in Selbsthilfegruppen den Kontakt mit anderen Betroffenen, deren Kinder an dem nach der niederländischen Ärztin Cornelia de Lange benannten Syndrom leiden. Die beiden jüngeren Kinder der Müllers sind übrigens kerngesund, und über Philipp sagt seine Mutter liebevoll: „Er ist eben einfach etwas exotischer.“ Sie betont, wie dankbar die Familie darüber ist, dass sie mithilfe der HUL-Spende nun einen Therapiestuhl für Philipp besitzt. Und dass es wegen des Einlenkens der Krankenversicherung auch inzwischen mit dem Einbau des Treppenlifts geklappt hat. Denn diese beiden Anschaffungen „bedeuten für Philipp und uns alle mehr Lebensqualität und auch mehr Sicherheit“, sagt Claudia Müller.

Foto: Durch dieses enge Treppenhaus musste Claudia Müller (sitzend, Mitte) ihren Sohn Philipp bisher nach unten tragen. Über den Einbau eines Lifts und den dank einer Spende von HUL möglich gewordenen Kauf eines Therapiestuhls freuen sich Schwester Emily, Vater Erhard (oben), Betreuer Klaus Günther und Anne Schattner, Leiterin des RZ-Lesermarkts. Foto: Reiner Drumm

https://helftunsleben.de/therapiestuhl-erleichtert-philipps-leben/

Bodener spenden für HELFT UNS LEBEN

Boden. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ortsgemeinde Boden bieten Plaudernachmittage für alle an, außerdem viele Wanderungen, Dorfausflüge, Radtouren, Frühwanderungen mit Frühstück und vieles mehr. Die Teilnehmer spenden aber auch immer wieder Geld für einen guten Zweck. Nun konnten 400 Euro bei einem Besuch des Druckhauses der Rhein-Zeitung in Koblenz an die Aktion HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unserer Zeitung, überreicht werden. Foto: privat

https://helftunsleben.de/bodener-spenden-fuer-helft-uns-leben/

Auch Niklas stand die Freude im Gesicht

Neues Auto macht Familie mit schwerstbehindertem zehnjährigen Kind das Leben erträglicher

Vallendar. „Niklas hat ein Zeichen gegeben, dass er sich freut.“ Diese Aussage seiner Eltern Gina und Albert Kolic aus Vallendar war wohl für alle, die in diesem Fall geholfen haben, das schönste Dankeschön. Die RZ-Initiative für Kinder und Familien in Not, HELFT UNS LEBEN (HUL), konnte das Schicksal des Jungen und seiner Familie zumindest etwas erträglicher machen. Dank einer Spende von HUL übergaben im Koblenzer Volkswagen Nutzfahrzeugzentrum die Geschäftsführerin Gabi Esser und Vertriebsleiter Sonderfahrzeuge Ralf Schneider ein VW-Nutzfahrzeug T6 Kombi mit Klapprampe und geprüftem Rückhaltesystem für einen Rollstuhl.

Der zehnjährige Niklas Kolic ist seit Geburt schwerstbehindert. Komplikationen während der Geburt führten zu Sauerstoffmangel in seinem Gehirn. Dadurch sind Hirnbereiche außer Kraft, die für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind. Deswegen kann der Junge weder seine Gliedmaßen noch sonstige Körperteile bewusst ansteuern und bewegen. Die Folge: Niklas kann weder laufen noch sprechen oder selbstständig essen. Außerdem leidet der Junge an epileptischen Anfällen, bei denen immer wieder die Gefahr besteht, dass er sich und andere verletzt. Er ist vollständig auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen und muss ständig betreut werden. Momentan muss noch davon ausgegangen werden, dass sich an Niklas‘ Gesundheitszustand nichts ändert. Durch spezielle Therapien und Operationen hoffen die Ärzte jedoch, Körperfunktionen wieder aktivieren zu können.

Messungen im Gehirn haben ergeben, dass Niklas sehr wohl bewusst ist, was um ihn herum passiert. Er ist durchaus in der Lage, Dinge intellektuell einzuschätzen und emotional darauf zu reagieren. So war zum Beispiel die Freude in seinem Gesicht zu sehen, als sein Vater ihn im Rollstuhl das erste Mal ins neue Auto schob.

Auch sonst strahlt er häufig Zufriedenheit aus. Man sieht ihn lachen, und seine Augen verraten, dass er sich geborgen fühlt. Dafür sorgen rund um die Uhr seine Eltern und Großeltern, die er über alles liebt. Ihnen ist keine Mühe zu groß, allerdings ist die Pflege mit größten Einschränkungen für die Familie verbunden. Der Vater ist Busfahrer. Er hat seine Schichten so legen lassen, dass er möglichst viel Zeit für seinen Sohn aufwenden kann. Er fährt mit dem Rad zur Arbeit. Den Kleinwagen benötigt die Mutter für Besorgungen und Arztbesuche.

Ein weiteres Problem, das immer prekärer wird: Niklas wiegt inzwischen 20 Kilogramm und wird naturgemäß ständig schwerer. Dadurch wird es absehbar nicht mehr möglich, den Jungen in den Kleinwagen zu tragen, um zu seinen medizinischen Behandlungen zu fahren. In dieser Situation wandten sich der Vallendarer Architekt Guido Fries und seine Frau Christine an HUL. Sie kennen die Familie Kolic seit zehn Jahren. Im HUL-Vorstand wurde dann entschieden, dass hier mit einem Fahrzeug geholfen wird. Dabei handelt es sich um einen Umbau eines VW-Nutzfahrzeuges in Zusammenarbeit mit der Firma AMF in Apen/Norddeutschland. Damit ist es möglich, dass der Junge während der Fahrt im Rollstuhl sitzen bleiben kann.

Guido Fries sagte bei der Fahrzeugübergabe: „Wir sind superglücklich, dass HELFT UNS LEBEN hier schnell und unbürokratisch geholfen hat. Sie erfüllen der Familie Kolic heute einen Traum.“ Albert Kolic bedankte sich mit bewegenden Worten: „Wir haben ganz viel Freude, weil uns das Leben dadurch erleichtert wird.“

Foto: Die Freude im Gesicht des zehnjährigen Niklas Kolic ist unübersehbar. Mit ihm freuen sich seine Eltern (Bildmitte) sowie (von links) Gabi Esser, die Geschäftsführerin des VW-Nutzfahrzeugzentrums, das Ehepaar Christine und Guido Fries, Vertriebsleiter Ralf Schneider sowie (von rechts) die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und HUL-Geschäftsführer Hans Kary. Foto: Winfried Scholz

 

https://helftunsleben.de/auch-niklas-stand-die-freude-im-gesicht/

Landräte spenden für Zoo und HUL

Statt Geschenken bei Abschied und Einführung

Kreis Neuwied. Blumenberge und überquellende Weinkeller wollten sie nicht. Deshalb verzichteten Neuwieds Landrat Achim Hallerbach und sein Vorgänger Rainer Kaul bei der Amtsübergabe auf Geschenke. Stattdessen baten sie die Gäste der Feier um Spenden für HELFT UNS LEBEN (HUL) und den Neuwieder Zoo. Das hoch erfreuliche Ergebnis präsentierten sie jetzt bei der symbolischen Scheckübergabe. Direktor Mirko Thiel freute sich über 8400 Euro für den privat getragenen Zoo. HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer bedankte sich im Namen des Spendeninitiative unserer Zeitung für 4525 Euro und versicherte, dass das Geld für bedürftige Menschen in der Region eingesetzt wird.

Foto: Landrat Achim Hallerbach (links) und sein Amtsvorgänger Rainer Kaul (rechts) überbrachten dicke Schecks für Zoo und HUL. Es freuten sich (von links) Zoo-Direktor Mirko Thiel, Zoo-Wirtschaftsberater Dieter Rollepatz, die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Birgit Klütsch, Geschäftsführerin des Zoo-Fördervereins. Foto: Ulf Steffenfauseweh

https://helftunsleben.de/landraete-spenden-fuer-zoo-und-hul/

Mörschbacher Wehr setzt auf Gemeinschaft

Weihnachtsbaumverkauf widmet Freiwillige Feuerwehr dem sozialen Zweck – Erlös geht an HELFT UNS LEBEN

Mörschbach. Gemeinschaft leben und pflegen, dies hat sich die Freiwillige Feuerwehr Mörschbach zur Aufgabe gemacht. Mit einer außergewöhnlichen Aktion hat sie in den vergangenen Jahren nicht nur dafür gesorgt, dass viele Einheimische und Ortsfremde einen schönen Weihnachtsbaum erhalten konnten, sondern auch gesellschaftlich ein wichtiges Signal gesetzt. Im Rahmen von HELFT UNS LEBEN, der Spendenaktion unserer Zeitung, unterstützt die Feuerwehr mit dem Erlös ihrer Weihnachtsbaumaktion in diesem Jahr die Familie von Bettina Badermann aus Erbach.

Für die Besucher des Weihnachtsbaumverkaufs war es ein gelungenes Erlebnis, im vergangenen Dezember beim Baumverkauf der Mörschbacher Feuerwehr Gast sein zu können. „Das war eine ungeheure Arbeit“, erinnern sich die Feuerwehrleute ein knappes halbes Jahr später zurück an die Aktion in der Adventszeit, „aber der Einsatz hat sich absolut gelohnt.“

Bereits zum zweiten Mal lud die Feuerwehr am dritten Advent zum Weihnachtsbaumverkauf ein, um den Erlös der Aktion am Berghof zugunsten eines sozialen Zwecks zu spenden. „Es war uns wichtig, diese gute Aktion fortzuführen“, erklären Wehrleiter Michael Kassel und Stellvertreter Oliver Hemb. Nach dem Erfolg des Vorjahres waren auch im vergangenen Dezember die 18 Mitglieder der Feuerwehr, deren Familien und Freunde wieder mit großem Eifer im Einsatz, um für die Kunden die passende Nordmanntanne zu finden.

Rund 600 Leute kamen zur Veranstaltung, obwohl das Wetter sehr durchwachsen war und damit auch die Rahmenbedingungen für die Feuerwehr anspruchsvoll. „Es war trotz der Witterung ein Fest von Früh bis Dunkel“, sagen Hemb und Kassel. Vor allem stimmte die Einstellung bei allen Beteiligten. „Der Gedanke an die gute Sache stand bei allen im Vordergrund.“

Insgesamt etwa 200 Tannen wurden bei der zweiten Auflage der Mörschbacher Aktion in der Schonung am Berghof gefällt und an die Kunden verkauft. „Für uns ist der Weihnachtsbaumverkauf zu einer Herzenssache geworden“, erklären die Wehrleute. Die erste Auflage des Mörschbacher Weihnachtsbaumverkaufs war den Kindern einer Familientragödie gewidmet worden, die Folgeveranstaltung sollte nun über die Aktion HELFT UNS LEBEN ebenfalls Menschen in der Region zugute kommen. Der Erlös des Weihnachtsbaumverkaufs in Höhe von 3700 Euro fließt diesmal an die Familie Badermann. Seit 25 Jahren betreut Bettina Badermann in Erbach ihre mehrfach schwerstbehinderte Tochter Annika rund um die Uhr – sie soll durch die Spendenaktion unserer Zeitung unterstützt werden (wir berichteten).

Der Erlös der Mörschbacher Aktion soll der Erbacher Familie zukommen und zu einer weiteren Verbesserung der Situation beitragen. Die Mörschbacher Feuerwehr ist froh, dass sie den Alltag der Familie Badermann somit etwas erleichtern kann. Zuletzt konnte ein behindertengerechter Bus für die Familie angeschafft werden, weiterhin ist geplant, eine bislang geschotterte Einfahrt so zu befestigen, dass diese mit dem Rollstuhl bewältigt werden kann. Das an HELFT UNS LEBEN gespendete Geld der Mörschbacher Aktion erfüllt damit einen sinnvollen Zweck.

„Uns ist es wichtig, dass unsere Spende in der Region verwendet wird“, erklären Oliver Hemb und Michael Kassel stellvertretend. In Zukunft wollen die Mörschbacher Feuerwehrleute mit ihrem sozialen Engagement weitermachen. Der Weihnachtsbaumverkauf soll fortgesetzt werden.

„Wenn die Aktion von der Bevölkerung weiter so angenommen wird, könnte es sich zur Tradition entwickeln“, erklären die Aktiven, denen die beiden Erstauflagen des Weihnachtsbaumverkaufs noch in sehr guter Erinnerung sind. Insbesondere den bislang letzten verkauften Baum haben die Wehrleute noch besonders im Kopf. „Der letzte Baum, der im vergangenen Jahr verkauft wurde, war mehr als vier Meter lang“, erinnert sich Oliver Hemb, „da brauchte es schon die komplette Mannschaftsstärke, um den Baum einzupacken.“

Von dieser stolzen Nordmanntanne profitiert nun auch die Erbacher Familie Badermann unmittelbar – dank des sozialen Engagements der Mörschbacher Feuerwehr.

Foto: Eine gelungene Gemeinschaftsaktion stellt die Freiwillige Feuerwehr Mörschbach seit nunmehr zwei Jahren mit dem Weihnachtsbaumverkauf auf die Beine. Das gesamte Team der Feuerwehr und die Angehörigen engagieren sich beim Baumverkauf im Advent für den sozialen Zweck. Foto: Volker Boch

https://helftunsleben.de/moerschbacher-wehr-setzt-auf-gemeinschaft/