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Preiss schenkt in der Region 70 mal Unterstützung

Kastellaun. Anlässlich ihres 70. Geburtstags hat sich die Firma Möbel Preiss aus Kastellaun eine besondere Spendenaktion einfallen lassen. Unter dem Motto „70. Jubiläum – 70 mal Unterstützung schenken“ durften die Kunden entscheiden, welche Vereine und Organisationen Nutznießer einer Geldspende werden sollten. Preiss schüttete so im Jubiläumsjahr insgesamt 20 000 Euro in unterschiedlich hohen Einzelbeträgen an die einzelnen Empfänger aus.

„Unser 70. Jubiläum feiern zu dürfen, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit. Insbesondere sind wir dankbar, dass uns die Menschen in der Region so sehr unterstützen, sei es als engagierte Mitarbeiter und/oder als loyale Kunden“, sagt Preiss-Inhaber und -Geschäftsführer Walter Preiss.

Er sieht das Familienunternehmen in der sozialen Verantwortung: „Durch unseren vielseitigen Einsatz in den Vereinen und sozialen Einrichtungen im Umkreis wissen wir, wie viel Idealismus und unentgeltlicher Leistungswille nötig sind, um ehrenamtliche Unternehmungen am Laufen zu halten und voran zu bringen“, sagt Preiss. Kunden bestimmten bei der Aktion, wen das Möbelhaus mit einem Geldbetrag unterstützen sollte. Im Rahmen Ihres Kaufes schlugen sie vor, welchen Lieblingsverein oder welche favorisierte Institution mit einer Zuwendung bedacht werden sollte.

Herausgekommen ist eine lange und vielfältige Liste mit 70 Adressaten, die alle für ihr ehrenamtliches Engagement stehen und damit einen großen Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung leisten. „Wir sind begeistert, wie groß das Spektrum geworden ist und wie viele spannende Einrichtungen wir kennenlernen durften“, so Walter Preiss.

Die erste Auflage der diesjährigen Ehrenamtstage fand vom 9. bis 21. September statt. Dabei stellten sich neun Spendenempfänger jeweils zwei Tage mit Ihren Mitgliedern im Einrichtungshaus vor und präsentierten ihre ehrenamtliche Arbeit, was auf vielfältiges Interesse bei Kunden und Mitarbeitern von Möbel Preiss stieß.

„Ehrenamtliche Tätigkeiten sind besonders lobenswert, insbesondere, da die Zahl der Aktiven tendenziell immer mehr abnimmt. Umso mehr ist die Menge an einzelnen Vereinen, die mit einer Spende bedacht wurden, für uns ein grandioser Erfolg“, bilanziert Walter Preiss. Er hofft, mit dieser Aktion zu motivieren, um im nächsten Jahr noch viele weitere Adressaten beschenken zu können. Eine Fortführung der Idee ist für 2020 bereits in Planung.

Die 70 Spendenempfänger kommen überwiegend aus der heimischen Umgebung. Darunter sind drei DLRG-Ortsgruppen, Donum Vitae, neun Feuerwehren und drei Feuerwehr-Fördervereine, die Hos-pizgemenschaft Hunsrück Simmern, Kultur- und Musikvereine, insgesamt 13 Sportvereine, die Puricelli-Stiftung Rheinböllen, Kindergärten und Schulen, Karnevalsvereine, die Rettungshundestaffel Soonwald, die Vortour der Hoffnung, die für leukämie- und krebskranke Kinder radelt, die Lebenshilfe Kastellaun und nicht zuletzt die Hilfsorganisation unserer Zeitung, HELFT UNS LEBEN.

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Jetzt ist die Fa­mi­lie des klei­nen Fin­ley end­lich wie­der mo­bil

Ko­blenz/Ober Kos­tenz. Freu­dig und stolz zeigt der drei­jäh­ri­ge Fin­ley Seid­ler auf den wei­ßen Ford­bus, als er ge­fragt wird: „Wo steht denn dein neu­es Au­to?“ Dank Un­ter­stüt­zung der RZ-Hilfs­ak­ti­on HELFT UNS LE­BEN konn­te Fin­ley mit sei­nen El­tern Ste­fa­nie und Chris­toph Seid­ler im Ko­blen­zer Ford­s­to­re Fo­ers­ter ei­nen Ford Tour­neo Cust­om in Emp­fang neh­men. „Nach vie­len Tief­schlä­gen ist heu­te für uns ein gu­ter Tag. Jetzt sind wir end­lich wie­der mo­bil“, sagt Ste­fa­nie Seid­ler über­glück­lich. Für die sie­ben­köp­fi­ge Fa­mi­lie und ei­ne Kran­ken­schwes­ter brau­chen die Seid­lers ein Fahr­zeug mit ge­nü­gend Sitz­plät­zen.Fin­ley ist ein auf­ge­weck­ter Jun­ge, der auf den ers­ten Blick ge­nau­so fröh­lich her­um­tollt wie sei­ne Al­ters­ge­nos­sen. Doch Fin­ley kann noch nicht spre­chen, und sein Zu­stand kann sich ur­plötz­lich ver­schlech­tern. Dann muss sei­ne Luft­röh­re ab­ge­saugt wer­den, wenn er Nah­rung ver­schluckt hat, oder sei­ne Zun­ge ist in den Ra­chen ge­rutscht und blo­ckiert die At­mung. Des­halb muss er rund um die Uhr be­treut wer­den, und ei­ne um­fang­rei­che me­di­zi­ni­sche Not­aus­rüs­tung muss stän­dig in der Nä­he sein.

Fin­ley ist das jüngs­te von fünf Kin­dern der Seid­lers, die aus Nord­deutsch­land nach Ober Kos­tenz in der Nä­he des Flug­plat­zes Hahn ge­zo­gen sind. Wie sei­ne Mut­ter be­rich­tet, kam Fin­ley im April 2016 als Früh­ge­burt in der 35. Wo­che auf die Welt. Der Kai­ser­schnitt ver­lief nicht oh­ne Kom­pli­ka­tio­nen. Fin­ley muss­te da­nach in­tu­biert und re­ani­miert wer­den. „Da kämpf­te er das ers­te Mal um sein Le­ben“, sagt Ste­fa­nie Seid­ler. Nach ei­ner Wo­che In­ten­siv­sta­ti­on konn­te er auf die nor­ma­le Kin­der­sta­ti­on ver­legt wer­den. Die ärzt­li­che Dia­gno­se lau­te­te: zu wei­cher Kehl­kopf.

Zu Hau­se be­merk­ten die El­tern, dass mit dem Kind et­was nicht stimm­te. Beim Füt­tern brauch­te er mehr als ei­ne Stun­de, da er sich im­mer wie­der stark ver­schluck­te. Fin­ley be­kam plötz­lich Fie­ber, und der Kin­der­arzt über­wies ihn mit Ver­dacht auf Lun­gen­ent­zün­dung ins Kran­ken­haus nach Ko­blenz. Die Mut­ter be­rich­tet: „Hier wur­de er we­gen ei­ner Bra­dy­kar­die (ver­lang­sam­ter Herz­schlag, der zu Herz­still­stand füh­ren kann) ins künst­li­che Ko­ma ver­setzt. Au­ßer­dem wur­de ei­ne Ta­chy­dys­pnoe (er­schwer­te Atem­tä­tig­keit, die ei­nen Herz-Kreis­lauf-Still­stand zur Fol­ge ha­ben kann) dia­gnos­ti­ziert. Die El­tern er­fuh­ren au­ßer­dem, dass die Zun­ge des Jun­gen in den Ra­chen rutscht und so­mit sei­ne At­mung blo­ckiert. Au­ßer­dem, dass er ein Aspi­ra­ti­ons­kind ist. Das be­deu­tet, dass ihm un­kon­trol­liert Es­sen und Ge­trän­ke in die Luft­röh­re rut­schen. Des­halb wur­de ihm im Al­ter von acht Wo­chen ein Luft­röh­ren­schnitt mit Ka­nü­le ge­legt. So konn­te der Jun­ge lang­sam aus dem Ko­ma ge­holt wer­den.

Im Al­ter von nun drei Jah­ren gibt es für Fin­ley gu­te und schlech­te Ta­ge. An schlech­ten muss er viel ab­ge­saugt wer­den und braucht Sau­er­stoff. Das ge­sund­heit­li­che Schick­sal des Jun­gen hat für die Fa­mi­lie auch wirt­schaft­li­che Kon­se­quen­zen. Die Mut­ter er­klärt: „Für mich ist es na­he­zu un­mög­lich, auch nur stun­den­wei­se ar­bei­ten zu kön­nen, um da­mit et­was zur Fa­mi­li­en­kas­se bei­zu­steu­ern. Da­durch ist mein Mann Al­lein­ver­die­ner und ver­sucht mit Über­stun­den, das Fi­nan­zi­el­le al­lein zu stem­men.“

Kürz­lich ist das Au­to der Fa­mi­lie ka­putt­ge­gan­gen, und zur­zeit ist es fi­nan­zi­ell nicht mög­lich, ein neu­es an­zu­schaf­fen. In der länd­li­chen Ge­gend ist die Fa­mi­lie auf ein Au­to an­ge­wie­sen. An­ders sind die Be­su­che bei der Lo­go­pä­din, da­mit Fin­ley spre­chen lernt, der Er­go­the­ra­pie, beim Arzt und re­gel­mä­ßi­ge Kon­trol­len im Kran­ken­haus nicht zu leis­ten. Eben­so nicht die not­wen­di­gen Din­ge des täg­li­chen Le­bens oder ge­mein­sa­me Fa­mi­li­en­aus­flü­ge.

Die Fa­mi­lie hat­te sich be­reits an den Ver­ein Mo­bil trotz Be­hin­de­rung und an das zu­stän­di­ge So­zi­al­amt ge­wandt. Nach de­ren Aus­kunft müss­te Fin­ley, um ei­nen Zu­schuss zu be­kom­men, im Aus­weis das Merk­zei­chen G (geh­be­hin­dert) ha­ben. Fin­ley hat in sei­nem Aus­weis aber „nur“ das Merk­zei­chen H (ab­so­lu­te Hilfs­lo­sig­keit).

Nach zahl­rei­chen er­geb­nis­lo­sen ei­ge­nen Be­mü­hun­gen wand­te sich die Fa­mi­lie in ih­rer Not an HELFT UNS LE­BEN. Die El­tern er­klär­ten: „Wir ha­ben bis jetzt im­mer al­les al­lein ge­schafft und ge­re­gelt. Wir kämp­fen je­den Tag. Aber wenn im­mer wie­der neue Stei­ne auf dem Weg lie­gen, ver­liert man den Mut und die Zu­ver­sicht.“

RZ-Mar­ke­ting­lei­te­rin und HUL-Vor­stands­mit­glied An­ne Schat­t­ner er­klärt: „Das Schick­sal von Fin­ley und sei­ner Fa­mi­lie hat uns sehr be­rührt. Nach ein­ge­hen­der Dis­kus­si­on im HUL-Vor­stand ha­ben wir be­schlos­sen, hier zu hel­fen. Ins­be­son­de­re, weil die Fa­mi­lie sich selbst be­müht hat und weil wir hier wie­der ei­nen Fall ha­ben, wo kei­ne staat­li­che In­sti­tu­ti­on hel­fen kann.“

Foto: Schwer kran­ker drei­jäh­ri­ger Jun­ge muss im­mer wie­der zum Arzt, doch für ein neu­es Au­to fehlt das Geld – Dank HELFT UNS LE­BEN fas­sen die Seid­lers wie­der Mut. Foto: Winfried Scholz

HUL-Vor­stands­mit­glied Prof. Dr. Pe­ter Bil­lig­mann er­läu­tert den Fall aus me­di­zi­ni­scher Sicht:

Das Be­son­de­re an Fin­ley Seid­lers Fall ist, dass es zwar Sym­pto­me, aber kei­ne ein­deu­ti­ge Dia­gno­se gibt. Fest steht, dass er be­reits nach der Ent­bin­dung in­tu­biert und re­ani­miert wer­den muss­te und nach ei­ner Wo­che In­ten­siv­sta­ti­on mit der Dia­gno­se „wei­cher Kehl­kopf“ ent­las­sen wur­de. Die so­ge­nann­te La­ryn­go­ma­la­zie ist ei­ne an­ge­bo­re­ne Er­wei­chung (Ma­la­zie) des Kehl­kop­fes (La­rynx) und be­darf in der Re­gel kei­ner The­ra­pie. Im Ver­lauf der ers­ten bei­den Le­bens­jah­re här­tet das Kehl­kopfske­lett aus. In sel­te­nen Fäl­len ist kurz­fris­tig ein Luft­röh­ren­schnitt er­for­der­lich. Fin­ley al­ler­dings ist be­reits drei Jah­re alt und lei­det noch im­mer an den Sym­pto­men ei­nes wei­chen Kehl­kop­fes. Nur mit ei­nem dau­er­haf­ten Luft­röh­ren­schnitt kann er über­le­ben. Zu­dem ist er ein so­ge­nann­tes Aspi­ra­ti­ons­kind. Es­sen und Ge­trän­ke rut­schen un­kon­trol­liert in die Luft­röh­re, so­dass er sich per­ma­nent ver­schluckt – mit der Ge­fahr, dass Nah­rungs­mit­tel in die Lun­ge ge­lan­gen kön­nen. Wer­den Kehl­kopf und/oder Luft­röh­re ver­engt, kann es zu Atem­not, bei le­bens­be­droh­li­cher Ver­le­gung der Luft­röh­re zu mas­si­ver Luft­not kom­men. Dar­über hin­aus lei­det Fin­ley an ei­ner Schlaf­apnoe, bei der nachts die Ra­chen­mus­ku­la­tur so er­schlafft, dass die Zun­ge in den Ra­chen rutscht und die At­mung blo­ckiert. Im schlimms­ten Fall kann das ei­nen Herz­still­stand zur Fol­ge ha­ben.

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Bendorfer spenden 2222 Euro für schwer kranke Johanna


Bendorf. Eine Spende in Höhe von 2222 Euro zugunsten der RZ-Initiative HELFT UNS LEBEN (HUL) kam aus Bendorf. Hauptanlass war der erste Geburtstag der Gaststätte Ferber, einer urigen Bierkneipe in der Luisenstraße. Spender sind das Wirtsehepaar Nicole und Matthias Damke (2. und 3. von links) sowie Michael Krämer (links), Inhaber des Lotto-, Tabakwaren- und Zeitschriftenladens am Kirchplatz, die den Scheck jetzt an RZ-Marketingleiterin und HUL-Vorstandsmitglied Anne Schattner (rechts) überreichten. Rund 1600 Euro waren bei einer Tombola mit 300 von Sponsoren gestifteten Preisen sowie durch ein Lotto-Glücksrad und Spendenbüchsen in den beiden Lokalen zusammengekommen. Die drei Bendorfer stockten die Summe dann auf 2222 Euro auf. Sie erklärten: „Nachdem wir den Artikel in der RZ gelesen hatten, ist uns tagelang das Schicksal der eineinhalbjährigen Johanna Weis aus Lochum nicht aus dem Kopf gegangen, die mit einem offenen Rücken zur Welt kam. Da wollten wir unbedingt helfen.“ Foto: Winfried Scholz

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Besucher trotzen tapfer dem Regen bei Benefizkonzert im Stöffelpark

Enspel. Das Open-Air-Benefiz-Konzert „umsonst & draußen“ im Stöffel-Park lockte trotz der Unwetterprognose viele Besucher. Und in der Spendenbox landeten schließlich 821,31 Euro für HELFT UNS LEBEN, die Hilfsaktion unserer Zeitung.Für Stimmung sorgten die Bands Some Songs und Walk the Line. Letztere präsentierte altbekannte Rocklieder. Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang waren vom Feinsten. Es lohnt sich, diesen Lokalmatadoren zuzuhören, die das Können und Feeling für diese Musik haben. Später folgten Some Songs, fünf Musiker, die zum Erfolg des Events, das es übrigens seit fünf Jahren gibt, entschieden beigetragen haben. „Wir werden hauptsächlich neue Stücke spielen“, erklärten Günter Weigel und Norbert Gundermann vor ihrem Auftritt. „Und wir werden souliger“, meinten sie.Dazu passt die warme und kräftige Stimme von Penni Jo „The Voice“ Blatterman, die auch Songs von Amy Winehouse und Aretha Franklin interpretieren kann. Gemeinsame Sache machten sie mit den Männern von Walk the Line. „Fünf Stücke haben wir zusammen eingeübt.“ Bei einer Bandparty im Garten stimmten sie sich unter anderem bei „Lay down Sally“, „Honky Tonk Woman“ und „Mustang Sally“ aufeinander ein. Was ihre Musik auszeichnet? „Bei uns ist noch alles handgemacht, ohne technische Einspielungen.“Im Vorprogramm trat der Ire Vincent Murtagh auf. Anke Drumm (Rothenbach), die sowohl mit ihm als auch mit Musikern von Some Songs befreundet ist, hatte hier als Bindeglied gewirkt. „Ich mag seine Stimme“, sagte sie. Sie hatte dem Gitarristen und Sänger drei Gigs verschafft – im Freibad Westerburg, im „Grünen Drachen“ in Dreisbach und nun in Enspel. Die Größe des Events hatte ihn überrascht, sagte er. Bei seiner Musik sind Loops ein tragender Bestandteil, das hießt, er nimmt live Musik auf, die er dann abspielt – so kann er sich sozusagen selbst begleiten. Zwar mag er traditionelle irische Musik, spielt aber Modernes, und Grunge ist eher sein Ding. Der Mann aus Swinford/Mayo meinte liebevoll, der Westerwald erinnere ihn an sein Zuhause, es sei etwas „sleepy“ (verschlafen).Bei „umsonst & draußen“ konnte man alte Bekannte wiedersehen: Mehr als 500 Gäste wurden zu Anfang gezählt. Es kamen nach und nach noch viele weitere hinzu. Wie vor zwei Jahren war zu hören: „So viel war noch nie bei diesem Event los.“ Carmen Engel vom Stöffel-Park-Team sagte erstaunt: „Es war, als hätten die Leute nach den heißen Tagen richtig Lust auf kühles Wetter.“ Im Vergleich: Vor zwei Jahren waren es rund 350 Besucher. Trotz Regen und wieder Regen verharrten die Besucher. Und der ganz harte Kern, rund 100, blieb sogar bis zum Schluss. Die Stimmung war angenehm und positiv. Das sanfte Prasseln der Wassertropfen brachte etwas Kühle in die schwül-warme Luft, ließ die Schirme immer wieder aufploppen und die Regencapes rascheln. Ansonsten diente die Nissenhalle als Unterstand. Und die Musiker standen geschützt unter der Bühnenüberdachung.

Foto: Some Songs und Walk the Line (Foto) begeisterten im Stöffel-Park rund 500 Besucher. Foto: Tatjana Steindorf

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Spenden statt Geburtstagsgeschenke

Kördorf. Stolze 770 Euro hatte das Ehepaar Walther gesammelt. „Die Zahl passt doch gut zum 70. Geburtstag“, freute sich der aktive Rentner. „Die Spenden gehen zu 100 Prozent an die Bedürftigen“, betonte Manuela Lewentz-Twer. Zusammen mit Hans Kary engagiert sie sich ehrenamtlich für den Verein, und Verwaltungsgebühren fallen auch keine an. „Das ist ganz selten bei wohltätigen Organisationen unserer Größe“, weiß die Vorsitzende. „Wir achten darauf, dass das Geld lokal eingesetzt wird.“ So sind die 770 Euro bereits für eine baldige Spende in der Region mit eingeplant. „Sie werden davon lesen“, lautet das Versprechen. Schließlich sei es schön zu wissen, wenn das Geld quasi der eigenen Nachbarschaft zugutekomme. „Ich trinke und rauche nicht und habe alles, was ich brauche“, betont Günter Walther. Persönliche Erfahrungen rund ums Thema Gesundheit bestärkten ihn und seine Frau im Entschluss, zum Geburtstag lieber um Geld für die gute Sache zu bitten.

Foto: Die Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, Manuela Lewentz-Twer, und Geschäftsführer Hans Kary (links) bedanken sich bei Günter Walther für die großzügige Spende in Höhe von 770 Euro. Foto: Johannes Koenig

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Herzenswunsch geht für Saffigerin in Erfüllung


Saffig. Ilse Dechmann ist eine Kämpfernatur: Immer wieder musste die 59-Jährige schwere Schicksalsschläge verkraften. Im Herbst vergangenen Jahres diagnostizierten die Ärzte bei der Frau aus Saffig Lungenkrebs, der aufgrund einer Medikamentenunverträglichkeit nicht behandelt werden kann. Für die Zeit, die ihr noch bleibt, hat Ilse Dechmann einen großen Herzenswunsch: Sie möchte gemeinsam mit ihren drei Kindern und drei Enkeln Zeit auf Mallorca verbringen – dort wohnt ihre älteste Tochter Selma, dort schöpfte die 59-Jährige schon einmal neue Kraft. Mithilfe der Initiative unserer Zeitung für Familien in Not, HELFT UNS LEBEN, geht dieser Wunsch jetzt in Erfüllung.

Ilse Dechmann hat schwere Zeiten hinter sich: Die fünffache Mutter musste früh von ihrem Sohn Kenny Abschied nehmen, der im Alter von 22 Monaten verstarb. Er war herzkrank. 2010 erschütterte ein weiterer schwerer Schicksalsschlag die Familie. Tochter Laura wird im Alter von 16 Jahren umgebracht – eine Tragödie, die ihre Angehörigen bis heute nicht loslässt: „Das hat uns alle komplett verändert“, erzählt die älteste Tochter Selma Hesso.

Sie selbst hielt es nach dem Tod ihrer Schwester nicht mehr in Deutschland aus: Selma Hesso ging nach Mallorca und arbeitet dort seit sieben Jahren hart dafür, sich eine Existenz auf der Urlaubsinsel aufzubauen. Vor zwei Jahren zogen Ilse Dechmann und die restliche Familie nach. Nach aufreibenden Jahren kommen alle auf der Insel endlich etwas zur Ruhe. Dann kommt die Krebsdiagnose.

Zur Behandlung zieht Ilse Dechmann mit Tochter Sakia zurück nach Deutschland. Sie verträgt die Chemotherapie nicht und erleidet drei Schlaganfälle. Die 59-Jährige kämpft sich durch eine dreimonatige Reha, bis sie mit dem Rollator wieder kurze Strecken zurücklegen kann. Aufgrund der Schlaganfälle kann die Chemotherapie nicht fortgesetzt werden. Wie viel Zeit ihr noch bleibt, weiß Ilse Dechmann nicht. Umso kostbarer sind die Momente, die sie mit ihrer Familie verbringen kann.

Dass sie dank HELFT UNS LEBEN drei gemeinsame Wochen in Cala Rajada, wo Tochter Selma wohnt, miteinander erleben dürfen, hat die ganze Familie wahnsinnig gefreut: „Das hätten wir uns so gar nicht ermöglichen können“, zeigt sich Selma Hesso gerührt von der Hilfsbereitschaft. Wegen der Schlaganfälle darf Ilse Dechmann nicht fliegen, deswegen gestaltet sich die Anreise nach Mallorca etwas komplizierter: Die Familie braucht einen großen Mietwagen, um neben dem Gepäck auch Rollstuhl und Rollator transportieren zu können. Des Weiteren muss die kleine Reisegruppe mehrere Übernachtungsstopps einplanen, da Ilse Dechmanns Gesundheitszustand es nicht zulässt, lange Strecken im Auto zurückzulegen. Für die Überfahrt mit der Fähre von Barcelona nach Mallorca ist eine Kabine reserviert, in der sich Ilse Dechmann ausruhen kann.

Die Schwestern Selma und Sakia Hesso sowie Enkelin Cecilia fahren mit der 59-Jährigen im Auto nach Spanien, die weiteren Familienmitglieder legen die Strecke mit dem Flugzeug zurück. Auf Mallorca verbringen die Angehörigen drei gemeinsame Wochen, bevor die Ärzte dann in Deutschland Ilse Dechmanns Krebserkrankung mit einer Immuntherapie weiterbehandeln. „Auf Mallorca kann Mama ein bisschen Kraft dafür sammeln“, hofft Selma Hesso.

Die Zeit, die Ilse Dechmann bis zu ihrer Erkrankung auf der Insel verbrachte, half ihr damals sehr dabei, das in Deutschland Erlebte zu verkraften, weiß ihre Tochter. Die Momente, die die Familie gemeinsam auf Mallorca erleben wird, sind wertvoll: „Mama ist ganz hin und weg, dass sie ihre geliebte Insel noch mal sehen kann“, freut sich Selma Hesso.

Foto: Für Ilse Dechmann (2.von rechts) geht ein Herzenswunsch in Erfüllung: Sie bricht mit ihren Töchtern Selma (rechts) und Sakia Hesso (links) und Enkelin Cecilia zu einer letzten Reise nach Mallorca auf, um sich im Kreise der Familie von ihrer Lieblingsinsel zu verabschieden. Foto: Ingrid Geisler

https://helftunsleben.de/2130-2/

Familienauto fördert Johannas Entwicklung


Lochum. Bianca Weis kann ihre Freude kaum in Worte fassen: Damit sie ihre kleine, schwer kranke Tochter Johanna künftig wieder zu allen wichtigen Arzt- und Therapieterminen fahren kann, hat HELFT UNS LEBEN, die Spendeninitiative unserer Zeitung, der alleinerziehenden Mutter aus Lochum ein Auto finanziert. Das alte war nicht mehr fahrbereit, Geld für einen neuen Pkw hat die 39-Jährige nicht. Aufgrund dessen drohte die Entwicklung und Behandlung der eineinhalbjährigen Johanna ins Stocken zu geraten. Das wollten Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, und Geschäftsführer Hans Kary nicht hinnehmen und sicherten Bianca Weis beim ersten Treffen vor wenigen Wochen gleich ihre Unterstützung zu. Schon jetzt konnte das Auto, ein Jahreswagen Golf Variant mit geräumigem Kofferraum, an die kleine Familie übergeben werden.

Mutter Bianca ist von dieser Hilfe überwältigt. „Das ist einfach Wahnsinn“, sagt sie, als sie das erste Mal im Wagen sitzt, während ihr Gerhard Wöll vom Autohaus Wöll aus Katzenelnbogen die Funktionsweise erklärt. Nur mit diesem Pkw ist es der Alleinerziehenden möglich, die medizinische und therapeutische Entwicklung ihrer eineinhalbjährigen Tochter Johanna weiter zu forcieren.

Die Kleine kam als Frühchen mit offenen Rücken (Spina bifida) zur Welt. Eine schwere Hirnhautentzündung gefährdete zeitweise ihr noch junges Leben, sie kann nicht stehen und nicht laufen (wir berichteten). Doch Johanna ist ein tapferes Mädchen, kämpfte sich zurück und ist heute ein wahrer Sonnenschein. Aufgrund ihrer vielen Vorerkrankungen und Einschränkungen sind regelmäßige Arztbesuche bei Spezialisten in Wiesbaden dringend erforderlich. Wegen des kaputten Autos von Bianca Weis war dies zuletzt nicht mehr möglich. Ein unhaltbarer Zustand, befand Johannas Physiotherapeut Matthias Gerlach und informierte HELFT UNS LEBEN über die Situation. Die Spendeninitiative setzte sofort alle Hebel in Bewegung, um Familie Weis schnellstmöglich ein Fahrzeug zur Verfügung zu stellen.

Die Entscheidung fiel zugunsten eines Kombis, da der Spezialkinderwagen, in dem Johanna derzeit noch gefahren wird, zusammengeklappt hineinpassen muss. Perspektivisch wird die Kleine wohl einen Rollstuhl benötigen, auch für diesen ist im Kofferraum des Autos Platz. „Jetzt kann ich endlich wieder Arzttermine für Johanna vereinbaren“, berichtet Bianca Weis glücklich. Schon in wenigen Wochen beispielsweise muss das Mädchen zum MRT nach Wiesbaden gebracht werden.

Und die Mutter aus Lochum hat noch einen Grund, sich zu freuen: Denn auch unser Aufruf für eine mögliche Leihoma für Johanna war erfolgreich. Zwei Frauen aus der Region haben sich gemeldet, die Bianca Weis, die sich aktuell rund um die Uhr um die Tochter kümmert, zu entlasten. Für diese angekündigte Bereitschaft ist Johannas Mama ebenfalls sehr dankbar.

„Ich bin froh und erleichtert, dass wir der Familie so schnell helfen konnten“, sagt Manuela Lewentz-Twer. Anderen Menschen eine solche Freude zu bereiten, sei einfach schön und tue gut, fügt sie strahlend hinzu. „Die Zukunft von Bianca Weis und ihrer Tochter Johanna wird jetzt leichter“, ist sich die Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN sicher.

Foto: Manuela Lewentz-Twer (Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, links), ihre Tochter Jennifer Strunk (rechts), Hans Kary (Geschäftsführer von HELFT UNS LEBEN, 3. von rechts) sowie Gerhard Wöll (Autohaus Wöll) freuen sich, Bianca Weis und ihrer Tochter Johanna ein modernes, geräumiges Fahrzeug übergeben zu können, mit dem die kleine Familie endlich wieder wichtige Arzt- und Therapietermine wahrnehmen kann. Foto: Röder-Moldenhauer

https://helftunsleben.de/2106-2/

Feiern für den guten Zweck: HELFT UNS LEBEN erhält 1000 Euro aus Rettert

Rettert. Strahlende Gesichter in Rettert: 1000 Euro für die Initiative unserer Zeitung, HELFT UNS LEBEN, konnte Geschäftsführer Hans Kary in der idyllischen Einrichgemeinde von der Firma „Kaiser Reha-Fahrzeugtechnik“ entgegennehmen. „Mein Mann Frank wollte mal wieder was für die Geselligkeit im Ort tun und ist ein großer Fan vom Begge Peder“, erzählt Birgit Kaiser (Mitte). So kam das Eine zum Anderen und Mitte März trat der Begge Peder im Dorfgemeinschaftshaus in Rettert auf. Mit 270 Gästen war der Saal auch prompt ausverkauft. „Die Gemeinde hat uns die Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung gestellt, sonst wäre die Spende in der Höhe nicht möglich gewesen“, betont Birgit Kaiser. Und auch der Begge Peder gab noch etwas für den guten Zweck dazu. „Das ist eine großartige Sache“, gratulierte Hans Kary den beiden zu ihrer gelungenen Aktion. Den Thekendienst übernahmen die Freunde vom „Grilltreff“, der während der Grillsaison Dienstagabends auf dem Firmengelände abgehalten wird. Ein Schwerpunkt von „Kaiser Reha-Fahrzeugtechnik“ ist, wie der Name schon sagt, die behindertengerechte Umrüstung von Fahrzeugen. Aber auch alle alltäglichen Leistungen rund ums Auto, von Reparaturen bis zum Reifenwechsel, bietet die Kfz-Werkstatt in Rettert für alle Marken an. Foto: Johannes Koenig

https://helftunsleben.de/2097-2/

Spenden und leuchtende Kinderaugen

Koblenz/Mülheim-Kärlich. Sechs Oldtimer, die legendäre Nordschleife, spendable Firmen, prominente Fahrer und die Freude von an Krebs erkrankten Kindern oder ihrer Geschwister – das waren die Zutaten für eine Benefizaktion der besonderen Art. Ralph Grieser, Inhaber des Oldtimerzentrums Depot3 in Mülheim-Kärlich, hat diese initiiert und die ganz spezielle Mitfahrgelegenheit zugunsten von HELFT UNS LEBEN, dem Hilfsprojekt unserer Zeitung, am Rande der Nürburgring Classics organisiert. 10 000 Euro kamen zusammen, die in Projekte von HELFT UNS LEBEN fließen werden. Doch damit nicht genug: Weitere Unterstützung ist angesagt.

Zwei Porsche 911 waren die beliebtesten Oldtimer bei der Spendenaktion am Ring. 32 krebskranke Kinder oder, wenn es der Gesundheitszustand nicht zuließ, deren Geschwister konnten aber auch in Schätzen wie einem Ford GT 40 oder einem MG Platz nehmen und sich 15 Minuten über die berühmte Strecke fahren lassen. Am Steuer saßen Promis wie ein Fernseharzt, ein Skateboardpionier oder Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Ehefrau von Ralph Grieser. „Ich finde es toll, dass Julia Klöckner selbst gefahren ist“, betont Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN.

Möglich gemacht hatten die besondere Ausfahrt Firmen aus der Region, die gegen eine Spende die Kinder auf die legendäre Rennstrecke eingeladen hatten. „Die Spendendose ist gut gefüllt“, freut sich Grieser über viele Mitfahrer, die spontan die Gelegenheit nutzten. „Wir haben viele strahlende Kinderaugen gesehen.“

Der Unternehmer hat Erfahrung mit Benefizaktionen: 2018 sammelte Depot3 bei Veranstaltungen rund 40 000 Euro Spenden ein. „Das wollen wir in diesem Jahr auch erreichen und einen Teil davon an HELFT UNS LEBEN geben“, erklärte Grieser, der bei seiner Hochzeit mit Klöckner auf Geschenke verzichtet und um Spenden gebeten hatte. „Zwei Drittel gingen an HELFT UNS LEBEN“, berichtete der Autofan, dem es wichtig ist, aus der Region für die Region zu unterstützen. Der Erlös aus der Aktion am Nürburgring hat bereits Abnehmer gefunden. „Dank dieses Geldes können wir einer alleinerziehenden Mutter, die buchstäblich nichts hat, mit ihrem Kind, das an einem offenen Rücken leidet, helfen“, berichtet Manuela Lewentz-Twer. Die Unterstützung von Depot3 nimmt der Verein HELFT UNS LEBEN gern an: „Uns ist wichtig, konkret regionale Hilfe zu geben und auch zu bekommen“, sagte Hans Kary.

Foto: Manuela Lewentz-Twer (Mitte), Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, und Geschäftsführer Hans Kary (rechts) freuen sich über die Unterstützung durch Ralph Grieser, Inhaber des Mülheim-Kärlicher Oldtimerzentrums Depot3. Foto: Katharina Demleitner

https://helftunsleben.de/2083-2/

Neuer Kleinbus ist große Hilfe im Alltag

Höhr-Grenzhausen. Tapfer ist Jana Böcking. Und sie hat Stolz. Doch den kann sie sich derzeit nicht leisten. Denn die 45-Jährige aus Höhr-Grenzhausen ist seit elf Monaten Witwe – und das mit vier Söhnen im Alter von eineinhalb bis neun Jahren. Neben der Trauer ist auch noch die finanzielle Situation desaströs. Gerade ist ihr 16 Jahre alter Wagen kaputtgegangen. In dieser Notlage ist HELFT UNS LEBEN (HUL), die Initiative unserer Zeitung für Menschen in Not, schnell und unbürokratisch in die Bresche gesprungen. Geschäftsführer Hans Kary und Vorstandmitglied Anne Schattner übergaben der Familie jetzt einen blauen VW-Bus T 6.

„Das ist eine Sorge weniger“, sagt Jana Böcking und lächelt: „Ich liebe den Bus. Ohne Auto geht es leider gar nicht. Wie soll ich sonst einkaufen? Und ich muss die beiden Älteren zu zwei unterschiedlichen Schulen fahren und den Vierjährigen in den Kindergarten.“ Auch die vier Jungen sind begeistert vom schicken Multivan und turnen beim Termin mit unserer Zeitung im Innenraum herum. Hans Kary strahlt, als er diese ausgelassene Freude sieht. „Es war ein großes Glück, dass bei VW Nutzfahrzeuge Koblenz ein Leasing-Rückläufer kurzfristig zur Verfügung stand.“ So konnte HUL innerhalb von 14 Tagen der Familie in Höhr-Grenzhausen helfen. Jana Böcking ist darüber sehr dankbar. Auch über die Hilfe, die sie durch ihre Freunde erfährt. Sogar weitläufige Bekannte haben sich mittlerweile zu einem festen Halt entwickelt. „Mir wird mal gekocht, oder jemand macht die Wäsche. Das ist großartig.“

Dann kommt das Gespräch auf ihren verstorbenen Mann Roger. Immer wieder stockt die zarte Blondine in ihren Erzählungen, atmet tief durch und blinzelt Tränen weg. Man merkt: Jana Böcking hat es verinnerlicht, dass sie stark sein muss für ihre Kinder und für sich selbst. Die tiefe Trauer, die Verzweiflung kann sie nicht zeigen. Auch nach fast einem Jahr hat sie keinen Moment für sich gehabt, um den Verlust ihres Mannes zu verarbeiten. Roger Böcking war ihre Liebe, ihr Halt. Wegen einer Frühverrentung kümmerte er sich um Haushalt und Kinder. Die Wohnung in Höhr-Grenzhausen hatte er mit viel Geschick zu einem gemütlichen Nest umgebaut. Sie hingegen verdiente das Geld als Ergotherapeutin.

Im Dezember 2016 schien dann das Glück des Paares perfekt. Es hatte gerade erfahren, dass es das vierte Kind erwartet. Doch im Januar schlug das Schicksal erbarmungslos zu: Roger Böcking erhielt die Diagnose Krebs. Schnell ging es ihm immer schlechter. „Ich war schwanger und musste ihn pflegen.“

Im Juni 2018 starb er – gerade einmal 57-jährig. Das Leben von Jana Böcking und den Kindern war auf den Kopf gestellt. Und ist es immer noch. Man merkt: Verarbeitet hat die Höhr-Grenzhäuserin den Verlust noch nicht. Die Wucht des Verlustes trifft sie erst allmählich mit voller Härte. „Anfangs war ich wie betäubt, habe funktioniert. Ich wünsche mir so sehr mal Zeit für mich.“ Wie die Zukunft aussehen soll, weiß sie noch nicht.

Mit vier kleinen Kindern ist es ihr derzeit nicht möglich zu arbeiten. Sie hat die Elternzeit um zwei Jahre verlängert. Sie und ihre Söhne leben von einer kleinen Witwenrente, dem Halbwaisengeld der Jungen sowie Wohngeld. Kleidung wird meist gebraucht gekauft. Und Essen muss sie bei der Tafel holen. Ein Schritt, der ihr unendlich schwerfiel. „Aber ich habe keine Wahl“, sagt sie und schluckt. Für jemanden, der bisher im Leben immer allein zurechtkam, ist das Bitten um Hilfe schwierig.

Foto: Hans Kary (links) und Anne Schattner (rechts) von HELFT UNS LEBEN übergeben Jana Böcking und ihren vier Söhnen einen blauen VW-Bus. Seit dem Tod des Familienvaters stecken die fünf in finanziellen Schwierigkeiten. Foto: Camilla Härtewig

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