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Annika benötigt dringend ein rollstuhlgerechtes Auto

Erbach. Für Bettina Badermann aus Erbach (Rhein-Hunsrück-Kreis) ist jeder Tag mit einem Kraftakt verbunden. Die 57-Jährige pflegt ihre mehrfach schwerstbehinderte Tochter Annika. Seit 25 Jahren rund um die Uhr. Sie wuchtet sie von ihrem Bett in den speziellen Rollstuhl und zurück, wickelt, füttert, umsorgt sie. Alle zwei bis drei Stunden muss Annika umgelagert werden. Bis vor einiger Zeit hob Bettina Badermann die junge Frau auch alleine in ihr Auto, um mit ihr zum Arzt zu fahren, Besorgungen zu machen oder einen Ausflug. Das geht heute nicht mehr.

Hirnhautentzündung hinterlässt bei Säugling schwere Schäden

Annika kam vor 25 Jahren als gesundes Baby zur Welt. Doch vier Tage nach ihrer Geburt traf die Familie das Schicksal mit voller Wucht. Annika bekam eine Hirnhautentzündung und eine Blutvergiftung. In Folge dessen erlitt sie eine schwere Hirnblutung und lag 14 Tage im Koma. „Die Ärzte wollten die Geräte ausschalten, weil sie nicht daran geglaubt haben, dass Annika überlebt“, sagt Bettina Badermann. Sie macht eine Pause, fügt hinzu: „Aber ich wollte das nicht. Und ich denke, das war auch gut so.“ Denn der kleine Säugling kämpfte sich zurück ins Leben.

Doch die Hirnhautentzündung hatte Annikas Gehirn schwer geschädigt. Seitdem ist sie blind und hat keine Kontrolle über ihren Körper. Sie kann nicht stehen, nicht alleine essen, und kaum sprechen. Hinzu kommen epileptische Anfälle, mit denen die 25-Jährige regelmäßig zu kämpfen hat.

Annika sitzt in ihrem Rollstuhl, in der Hand einen gelben Plastikring. Sie steckt ihn in den Mund und kaut darauf herum. Auf ihrem Bett im Wohnzimmer liegen allerlei Babyspielzeuge, mit denen sie sich beschäftigen kann. „Sie ist wie ein kleines Baby“, sagt ihre Mutter. Alles, was sie in die Hand nimmt, erkundet sie mit dem Mund. Und wenn es dann noch rasselt oder klackert, ist die Freude groß.

Als Annika 16 Jahre alt war, versteiften Ärzte in einer elfstündigen Operation ihre Wirbelsäule. „Annika hat in jedem Wirbel eine Titanschraube und Metallstäbe“, erzählt ihre Mutter. Hinzu kommt, dass Annikas linke Hüftpfanne nicht ausgebildet war, weil sie nie auf eigenen Füßen stehen konnte. Die Ärzte entfernten den Oberschenkelkopf und versahen ihn mit einer Titanplatte. Ein Bein ist nun 14 Zentimeter kürzer als das andere. „Sie wird niemals laufen können. Deshalb haben sich die Ärzte zu dieser OP entschieden, um ihr die Schmerzen zu nehmen, die sie hatte“, sagt ihre Mutter.

Unter der Woche besucht Annika die Tagesförderstätte der Lebenshilfe Rhein-Hunsrück in Kastellaun – an vier Tagen halbtags und einen Tag ganztags. Dies sind heute die einzigen Gelegenheiten, zu denen Annika das Haus verlassen kann. Denn Mutter und Tochter stehen vor einem großen Problem. Vor zwei bis drei Jahren schaffte es Bettina Badermann noch, ihre Tochter in einen speziellen, dem Körper angepassten Sitz ins Auto zu heben und sie festzuschnallen. Anschließend verstaute sie Annikas Rollstuhl im Kofferraum.

Heute ist Annika eine junge Frau geworden, hat in den vergangenen Jahren zehn Kilo zugenommen und wiegt heute 50 Kilo. Hinzu kommt: Die Anstrengungen der vergangenen Jahre sind auch an Bettina Badermann nicht spurlos vorbeigegangen. Sie hatte vier Bandscheibenvorfälle, bekam im September 2014 das erste künstliche Kniegelenk eingesetzt, im Juni 2016 das zweite. „Ich bekomme meine Tochter gerade noch so auf ihr Bett gehoben“, sagt Bettina Badermann.

HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unserer Zeitung, will Mutter und Tochter aus ihrer derzeit ausweglosen Situation helfen. Denn Annika benötigt ein Spezialfahrzeug, in das ihr Rollstuhl einfach über eine Rampe hineingeschoben wird und in dem sie im Rollstuhl sitzen bleiben kann. Da Annikas Wirbelsäule seit der großen Operation sehr empfindlich ist, muss das Fahrzeug auch hydraulisch gefedert sein, um die Stöße abzufangen.

Doch Bettina Badermann kann sich ein solches Spezialfahrzeug nicht leisten. Sie ist auf staatliche Unterstützung unter anderem durch Hartz IV und Pflegegeld angewiesen, weil sie nicht arbeiten gehen kann. Wenn Annika einen epileptischen Anfall hat, muss Bettina Badermann zur Stelle sein und schnell jemanden suchen, der ihre Tochter aus der Tagesförderstätte abholt. Oder Annika kann die Einrichtung gar nicht erst besuchen, wenn sie am Abend zuvor gekrampft hat. Das passiert ungefähr einmal in der Woche. „Welcher Arbeitgeber macht das schon mit?“, fragt ihre Mutter. Deshalb will sich HELFT UNS LEBEN jetzt um ein passendes Fahrzeug kümmern.

Seit mehr als zwei Jahren versucht Bettina Badermann alle notwendigen Einkäufe und Behördengänge zu machen, wenn ihre Tochter in der Tagesförderstätte ist. Ist ihre Tochter aber krank oder die Einrichtung geschlossen, ist das nicht möglich, weil Annika nicht alleine zu Hause sein kann.

Keine Möglichkeit, ohne Hilfe gemeinsam das Haus zu verlassen

Bettina Badermann kann ihre Tochter weder zum Facharzt fahren, noch Ausflüge mit ihr unternehmen, sie zum Friseur fahren oder Bekannte besuchen. Ihr Leben daheim in dem 200 Jahre alten Bauernhaus in Erbach beschränkt sich auf das Erdgeschoss. Mit ihrer Tochter schläft Bettina Badermann gemeinsam im Wohnzimmer. Die Räume sind eng. Die Treppe ins Obergeschoss können weder die Tochter noch die Mutter erklimmen. Dort oben wohnt der erwachsene Sohn von Bettina Badermann. „Wenn er nicht hier wäre, würden wir das alles nicht schaffen“, sagt sie. In seiner Freizeit neben seinem Job hilft er seiner Mutter, kümmert sich um Garten oder um Feuerholz.

Das Haus hatten noch die Eltern von Bettina Badermann gekauft, die in der Vergangenheit beide an Krebs gestorben sind. Sie besaßen keine Restschuldversicherung. Das Haus muss Bettina Badermann weiter abbezahlen. Auch der Vater von Annika und ihrem Bruder ist bereits verstorben.

HELFT UNS LEBEN bittet um Spenden für das Mädchen und seine Mutter. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13, Betreff: Annika.

Foto: Alleine kommen Annika Badermann (vorn) und ihre Mutter Bettina nur bis an die Rampe vor ihrer Haustür. Dann ist Schluss. Die Auffahrt zu ihrem Haus in Erbach ist steil, geschottert und mit dem Rollstuhl nicht zu bewältigen. In ihr Auto kann Bettina Badermann ihre Tochter nicht mehr allein heben. HELFT UNS LEBEN will die Anschaffung eines Fahrzeugs unterstützen, in das Annikas Rollstuhl hineingefahren werden kann. Foto: Denise Bergfeld

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Eine starke Familie braucht Hilfe

36-Jährige pflegt ihren an MS leidenden Ehemann – und erkrankt selbst an Krebs

Oberraden. Wenn Amerikaner „tough“ sagen, dann meinen sie damit Menschen wie Sabine Wittlich: Eine Frau, die kämpft und nicht jammert. Eine, die stark ist – aber jetzt doch in einer Situation steckt, in der sie um Hilfe bitten muss. Denn die junge Mutter aus Oberraden (Kreis Neuwied) hat nicht nur einen schwer kranken Mann zu pflegen, sie hat auch Krebs. Die Chemotherapie raubt der 36-Jährigen die Kraft.

Ihren Mann Markus weiterhin aus dem Rollstuhl in den Wagen zu hieven, um ihn am Familienleben teilhaben zu lassen, schafft sie nicht mehr. Den geleasten Citroën Berlingo könnte sie ablösen, wenn sie ihren Bausparvertrag kündigt. Doch den Wagen dann rollstuhlgerecht umbauen zu lassen, kostet fast 8000 Euro. Das ist einfach nicht mehr drin. Familie Wittlich braucht Hilfe.

Rückblende: Markus Wittlich ist ein sportlicher, junger Mann und in vielen Bereichen aktiv. Er hat schon Marathonläufe gemeistert, ein Sandsack hängt im Zimmer, er werkelt gern in der Garage. Dann 2006 der Schock: Die Ärzte diagnostizieren Multiple Sklerose (MS). Die Nervenkrankheit verläuft chronisch progredient, wie die Mediziner sagen. Das bedeutet zu Deutsch: Sein Zustand verschlechtert sich unaufhaltsam.

Anfangs sind die Symptome schwach ausgeprägt. Markus Wittlich kann noch halbtags als selbstständiger Computerfachmann arbeiten, kann Auto fahren, das Ehepaar fliegt gemeinsam in den Urlaub – zuletzt vor vier Jahren nach Korfu. Und sie bekommen sogar einen Sohn: Jonathan – „Joni“ genannt – ist heute dreieinhalb Jahre alt und der Wirbelwind in der Wohnung. „Er hält uns auf Trab“, sagt Sabine Wittlich, und sie lächelt dabei, weil sie das bei allem Stress nur positiv meint. Das Kind hält die Familie auch hoch.

Viel weniger erfreulich ist der Zustand ihres Mannes. Der hat sich dramatisch verschlechtert. Nach mehreren septischen Schocks ist Markus Wittlich bettlägerig, auf eine Verbesserung ist nicht mehr zu hoffen. Wenn der 48-Jährige sich bewegen will, leidet er an starker Ataxie: Er zittert, seine Arme schlagen unkontrolliert aus. Er kann nicht selbstständig essen, nur durch einen Strohhalm trinken. Wenn er redet, ist er vor allem für Außenstehende nur schwer zu verstehen. Bei all dem ist er aber geistig uneingeschränkt auf der Höhe. Markus Wittlich bekommt seinen Verfall voll mit.

Dass er deswegen nicht verbittert ist, verdankt er vor allem seiner Frau. Die macht morgens den Sohn fertig, bringt ihn in den Kindergarten, geht dann halbtags arbeiten und pflegt anschließend den Mann. Die Familie ist trotz allem noch viel unterwegs, macht immer wieder kleine Ausflüge. Möglich ist das, weil die Eltern und Schwiegereltern unterstützen, wo sie können. Auch Nachbarn, Freunde und Bekannte helfen immer wieder mit. Die Gemeinde hat bei der letzten Straßenerneuerung sogar ein kleines Stück Weg zum Garten mitteeren lassen. So hat Sabine Wittlich wenigstens die Chance, ihren Mann im Rollstuhl aus dem Haus zu bekommen – auch wenn der Weg ziemlich steil ist. „Wir sind manches Mal in den Büschen gelandet, aber Markus ist hart im Nehmen“, sagt sie und zwinkert ihrem Mann lächelnd zu.

Ihn in ein Pflegeheim zu geben, wäre weniger anstrengend und finanziell deutlich günstiger, kommt für Sabine aber nicht infrage. „Ich bin sicher, dass es ihm bei uns besser geht und wir besser auf ihn aufpassen“, erzählt sie mit voller Überzeugung. Und für den Sohn ist es unheimlich wichtig, dass der Papa da ist. „Als Markus kürzlich im Krankenhaus lag, hat er immer und immer wieder nach ihm gefragt“, sagt sie und berichtet von einer innigen Vater-Sohn-Beziehung trotz aller Einschränkungen: Wenn sie ihren Mann ins Auto gehievt hatte, war etwa klar, wer neben ihm sitzt und ganz begeistert ist.

Doch das ist heute praktisch unmöglich. Pfingsten war es, als Sabine Wittlich sich abtastete und dabei Knoten fühlte. „Bis dahin war ich nie krank, hatte nicht einmal einen Schnupfen. Da hatte ich ja auch überhaupt keine Zeit für“, erzählt sie. Doch dann die Schockdiagnose: Brustkrebs. Mittlerweile ist die 36-Jährige operiert worden. Die Aussichten? Ungewiss. Klar ist nur, dass Sabine Wittlich am Anfang von einem Jahr Chemotherapie steht. Und das hat Konsequenzen: Ihren Halbtagsjob als Physiotherapeutin kann sie vorerst nicht mehr ausüben. Auch für die Pflege ihres Mannes bräuchte sie Unterstützung. Passendes Personal zu finden, ist aber schwierig. Gleiches gilt für die Suche nach einer geeigneten Wohnung. Denn so sehr sich Wittlichs dank der tollen Dorfgemeinschaft in Oberraden wohlfühlen und so schön es ist, dass die Wohnung mit 130 Quadratmetern so geräumig ist, dass Markus im Rollstuhl halbwegs rangieren kann: Sie ist eigentlich zu teuer und vor allem alles andere als barrierefrei. Aber das bräuchten sie eigentlich, um mobil zu bleiben. Auch dabei braucht Familie Wittlich Hilfe.

HELFT UNS LEBEN ruft zu Spenden für Familie Wittlich auf. Wer helfen möchte, überweist bitt auf das Konto bei der Sparkasse Koblenz (MALADE51KOB) mit der Iban: DE72.5705.0120.0000.0013 13. Wer eine barrierefrei Wohnung in Oberraden oder Umgebung anbieten möchte, wendet sich an ulf.steffenfauseweh@rhein-zeitung.net

Foto: Familie Wittlich aus Oberraden ist schwer vom Schicksal gebeutelt. Ehemann Markus ist aufgrund Multipler Sklerose mittlerweile bettlägerig, jetzt hat seine Frau Sabine auch noch Krebs. Sohn Jonathan (3), hier auf dem Schoß seines Opas, kann trotzdem noch lachen. Foto: Ulf Steffenfauseweh

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Jule braucht ein Auto, in das ihr Rollstuhl passt

16-Jährige aus Misselberg ist auf spezielles Hilfsmittel angewiesen – Wer packt beim Bau eines barrierefreien Zimmers mit an?

Misselberg. Jule ist fast 17, aber ihr Leben unterscheidet sich grundlegend von dem ihrer Alterskameraden. Schwerste Behinderungen und die Gefahr, jederzeit einen epileptischen Anfall zu erleiden, erfordern rund um die Uhr erhöhte Aufmerksamkeit. Ihre Einschränkungen werden zudem immer größer.

„Früher konnte sie allein durchs Dorf zur Oma“, sagt Mutter Silke Brenig. Das ist längst nicht mehr möglich. „Jule baut immer mehr ab“, bestätigt eine der Pflegerinnen, die sich tagsüber – auch in der Förderschule – mit um die Teenagerin kümmern. Die zurückgehende Mobilität stellt die Familie vor immer größere Schwierigkeiten. HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unserer Zeitung, will ein wenig Entlastung schaffen. Zudem hoffen Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary, dass sich der ein oder andere bereit erklärt, der Familie aus Misselberg (Rhein-Lahn-Kreis) tatkräftig unter die Arme zu greifen.

Jule kommt kaum noch raus. Sie ist zu Hause, in der Schule oder in Therapie. Für die Fortbewegung benötigt sie einen Elektrorollstuhl, doch der ist riesig und wiegt rund 130 Kilo. Nichts, was man in den Kofferraum des Autos laden kann, um nach Nassau zu fahren und dort an der Lahn zu spazieren. Das kleine Misselberg hat zwar Fußwege in wundervoller Natur zu bieten, doch für Rollstühle sind diese nicht geeignet. Im vorhandenen Klapprollstuhl kann Jule aber wegen körperlicher Beeinträchtigungen nicht lange sitzen. „Das reicht gerade mal für einen kurzen Einkauf“, sagt Silke Brenig. Deshalb will HELFT UNS LEBEN jetzt für ein passendes Fahrzeug sorgen, in das der Elektrorollstuhl über eine Rampe gefahren und im Wagen sicher verankert werden kann. Zugleich muss der Zugang vom Fahrerraum zu Jules Platz jederzeit frei sein, ohne dass die Begleitperson erst umständlich um das Fahrzeug herumlaufen muss. Der Grund: Die 16-Jährige kann urplötzlich schwerste epileptische Anfälle erleiden, die bis zum Atemstillstand reichen. Dann zählt jede Sekunde. Nachts wird Jule mittels eines Pulsoxymeters überwacht, dass bei einer kritischen Unterversorgung mit Sauerstoff Alarm schlägt.

Segen und Fluch zugleich ist die steile Treppe vom Flur zu Jules Zimmer im ersten Stock. Dass die 16-Jährige es krabbelnd noch allein hoch und runter schafft, betrachtet ihre Mutter Silke Brenig als eines der weniger werdenden Zeichen von Selbstständigkeit. „Das kann aber schon mit dem nächsten schweren Anfall vorbei sein“, sagt die 37-Jährige und fügt hinzu: „Wir hätten dieses Haus damals nicht gekauft, wenn wir gewusst hätten, wie es sich mit Jule weiterentwickelt.“ An einen Treppenlift aber ist nicht zu denken. Dafür ist in dem kleinen Häuschen im alten Ortskern Misselbergs gar kein Platz. Ein Außenlift würde mit rund 40.000 Euro zu Buche schlagen. Eine Summe, die außerhalb aller Möglichkeiten ist. Außerdem hat Jule ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. „Ich fürchte, dass sie irgendwann bettlägerig wird. Dann wäre es ideal, unten ein Zimmer für sie zu haben“, sagt Silke Brenig.

Die mögliche Lösung: Ein überdachter Bereich an der Rückseite des Hauses im Hof könnte mit gemauerten Wänden versehen und zu einem Jugendzimmer für Jule mit barrierefreier Nasszelle umgebaut werden. Die Beauftragung von Profis kann sich die Familie, die bis vor Kurzem von Hartz IV lebte, nicht leisten. „Uns wäre sehr geholfen, wenn jemand sich das mal anschauen würde, eine Idee entwickelt und beim Bau mit anpackt, damit wird das überhaupt bezahlen können“, sagt Silke Brenig. Manuela Lewentz-Twer , Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, macht der Misselberger Familie Mut. „Vielleicht wird jemand auf ihre Situation aufmerksam und kann helfen“, sagt sie. Durch die zahlreichen von der Hilfsorganisation unserer Zeitung unterstützten Projekte und die damit verbundene öffentliche Aufmerksamkeit entstehen oft Kontakte, weiß die Vorsitzende.

Foto: Noch kann Jule (vorn) die steile Treppe zu ihrem Zimmer selbstständig bewältigen. Doch für die Zukunft soll sie im Erdgeschoss ihr neues Domizil finden. Mutter Silke Brenig (rechts) hofft, auf tatkräftige Unterstützer. Bei der Anschaffung eines Autos, in das Jules großer Elektrorollstuhl passt, will HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unserer Zeitung ihren Beitrag leisten. Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary besuchen die Familie in Misselberg. Foto: Carlo Rosenkranz

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Mit Konzert weitere Spenden sammeln

Monreal. Die Schäden, die das Hochwasser am Pfingstsamstag in Monreal hinterließ, gehen insgesamt in die Millionenhöhe. Die meisten der rund 30 betroffenen Familien waren nicht versichert. Die Not der betroffenen Monrealer löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Nun konnte VG-Bürgermeister Alfred Schomisch eine erste Spendenbilanz ziehen, hatte doch die VG ein Spendenkonto für die Hochwasseropfer eingerichtet. Der VG-Chef zeigt sich dankbar für die große Solidarität, die die Mayen-Koblenzer mit den Hochwasser-Geschädigten üben: „Die vielen Spenden zeigen, es gibt ein großes Gemeinschaftsgefühl in unserer Region.“

Dass die Menschen in einem solchen Notfall füreinander einstehen, zeigen nicht nur die 120 Einzelspenden in Höhe von rund 84 000 Euro, sondern auch das ehrenamtliche Engagement von mehr als 160 Feuerwehrkräften und zahlreichen Freiwilligen aus der Region. Sie alle haben den vom Hochwasser Betroffenen am Pfingstwochenende unermüdlich geholfen. Damit alle Gelder dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden, verteilt die Verbandsgemeinde Vordereifel die Spenden.

Elmar Schmitz hat ein hohes Ziel. „Es wäre schön, wenn wir die 100.000-Euro-Schallmauer knacken könnten.“ Gemeinsam mit dem Fotografen Peter Seydel – beide sind gebürtige Monrealer – hatte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel die Idee, mit einem Benefizkonzert weitere Spenden für die Betroffenen zu sammeln. Für die Konzertveranstaltung – sie findet am Sonntag, 29. Oktober, um 17 Uhr in der Mehrzweckhalle in Monreal statt – konnten die Mainzer Hofsänger gewonnen werden. Der berühmte Männerchor ist seit vielen Jahren in Kooperation mit Lotto Rheinland-Pfalz unterwegs, um mit Konzerten Menschen zu helfen, die in Not geraten sind beziehungsweise, um gemeinnützige Projekte zu unterstützen. „Der finanzielle Grundstock für das Konzert in Höhe von 7000 Euro konnte durch Sponsoren bereits abgedeckt werden“, berichtet. Veranstalter der Benefizkonzerts ist der Musikverein Burgkapelle Monreal. „Es wäre schön, wenn möglichst viele Monrealer das Konzert besuchen würden. Es wird wunderbare Musik zu hören sein“, verspricht er. Der komplette Erlös aus dem Kartenverkauf und der Bewirtung in der Pause soll den Betroffenen zugutekommen. Neben der Burgkapelle ist auch Christian Jurecz mit im Boot. Der Chef von Gourmet Wagner sorgt für die kostenlose Bewirtung der Hofsänger und der Helfer.

Auch HELFT UNS LEBEN, die Initiative unserer Zeitung für Kinder und Familien in Not, unterstützt die Monrealer Flutopfer. Ihnen wurde eine Soforthilfe von 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Wer mithelfen möchte, kann unter dem Stichwort „Monreal“ an HELFT UNS LEBEN spenden – IBAN DE72 5705 0120 0000 0013 13, BIC MALADE51KOB.

Foto: Viele Namen der Bürger, die für die Flutopfer gespendet haben, füllen schon einige Blätter. Nun hoffen Christian Jurecz (von links), Elmar Schmitz, Peter Seydel, Bürgermeister Alfred Schomisch und Philipp Scholz, Geschäftsführer der Burgkapelle Monreal, auf viele Besucher beim Benefizkonzert der Mainzer Hofsänger, dessen Erlös auch der Flutopferhilfe zugutekommen wird. Foto: Elvira Bell

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Dank Leserspenden zurück ins Leben

Junge Frau sitzt seit einem Behandlungsfehler im Rollstuhl

Bad Marienberg. Elisa Bayer aus Bad Marienberg (Westerwaldkreis) ist nach einem ärztlichen Behandlungsfehler auf den Rollstuhl angewiesen. Die 23-Jährige wird von HELFT UNS LEBEN, der Initiative unserer Zeitung, auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Ihr Schicksal berührt unsere Leser: Nachdem unsere Zeitung im Juli über den Fall der jungen Frau berichtet hatte, haben viele Menschen gespendet.

So konnte bereits eine Metallrampe finanziert werden, die Elisa den Weg von ihrer Wohnung ins benachbarte Elternhaus und in den Garten erleichtert. Dank HELFT UNS LEBEN konnte Elisa zudem vor einigen Tagen mit den Fahrstunden für einen speziellen Führerschein beginnen. Wenn sie die Prüfung Ende August besteht, ist sie berechtigt, ein handbetriebenes Auto zu steuern. Beim Kauf eines solchen Fahrzeugs möchte HELFT UNS LEBEN Elisa ebenfalls zur Seite stehen und bittet daher weiter um Spenden. „Für diese Unterstützung bin ich sehr dankbar. Schritt für Schritt gewinne ich so ein Stück Freiheit zurück“, sagt Elisa, die lediglich von der Badezimmertür ein paar Meter mit dem Rollator bis zur Toilette laufen kann.

Knapp dem Tod entgangen

Zum Hintergrund: Im August 2015 steckt die heute 23-Jährige in der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester, als sie einen Bandscheibenvorfall erleidet. Die Ärzte empfehlen der jungen Patientin eine Infiltration, bei der ein Wirkstoffgemisch in die betroffene Stelle am Rücken gespritzt wird. Der Eingriff wird in einem Krankenhaus im nördlichen Rheinland-Pfalz vorgenommen. Doch schon kurze Zeit später leidet die Frau unter stärkeren Schmerzen als zuvor. Sie kann kaum noch laufen, ihr ganzer Körper ist gelähmt, sie hat hohes Fieber. Ihre Mutter Christine, die ihre wichtigste Stütze ist, bringt sie ins Krankenhaus, wo festgestellt wird, dass sie unter einem riesigen Psoas-Abszess leidet. Sie wird als Notfall nach Köln verlegt. Zunächst bessert sich Elisas Zustand, doch kurz darauf erbricht sie ununterbrochen, hat Lähmungserscheinungen. Die Diagnose: Hirnhautentzündung. Der Eiter ist von der Einstichstelle am Rücken bis in den Kopf und bis ins Becken gewandert. Ein Arzt verrät Elisa, dass sie nur überlebt hat, weil sie so jung ist und vorher kerngesund war.

Operationen können Elisas Schmerzen lindern, nicht aber eine inkomplette Querschnittlähmung durch die Schädigung des Rückenmarks verhindern (rechts ist sie ab Brusthöhe vollständig gelähmt, links hat sie noch ein leichtes Gefühl). Nachdem die Ärzte in Köln alle anderen Bereiche als Entzündungsherd ausschließen können, bleibt einzig die Einstichstelle der Infiltration übrig. Der Eingriff fand seinerzeit unter Teilnarkose statt. Elisa war im Wachzustand und berichtet, dass dabei Hygienestandards nicht eingehalten wurden. Die Familie hat einen Anwalt eingeschaltet.

Kampf mit den Behörden

Seit Beginn ihrer Erkrankung werden Elisa und ihre Familie außerdem von einem langen Kampf mit Behörden aufgerieben. Lange Zeit fühlte sich kaum eine Stelle für sie zuständig, sodass die junge Frau über Monate nicht einen Cent Einnahmen hatte. Ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester musste sie abbrechen. Die rückwirkende Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente ist bis heute nicht geklärt. Aktuell kämpft Elisa darum, dass sie in ihrem Behindertenausweis das Merkzeichen „ag“ (außergewöhnliche Gehbehinderung) erhält. Ohne dieses Zeichen ist sie nicht einmal berechtigt, auf einem Behindertenparkplatz zu parken.

Trotz aller Rückschläge lässt sich Elisa nicht unterkriegen. Die ehemalige Handballerin und Schwimmerin ist eine starke Persönlichkeit, die sich danach sehnt, endlich wieder selbstständig Auto zu fahren, sich mit Freunden zu treffen, auszugehen, wann sie möchte – wie es für Menschen in ihrem Alter üblich ist. „Zurzeit muss ich ja immer meine Mutter bitten, wenn ich irgendwohin will“, erzählt sie.

Die Hilfsorganisation bittet um Spenden für Elisa. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, BIC: MAL ADE51KOB, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13, Betreff: Elisa

Foto: Dank der Unterstützung von HELFT UNS LEBEN wurde bereits eine Rampe an Elisa Bayers Wohnung installiert. Foto: Röder-Moldenhauer

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Unschuldig in Not: HELFT UNS LEBEN unterstützt Elisa Bayer

Junge Frau ist nach Behandlungsfehler auf den Rollstuhl angewiesen

Bad Marienberg. Ein bisschen mehr Freiheit – das ist der Herzenswunsch von Elisa Bayer aus Bad Marienberg. Eigentlich selbstverständlich für eine junge Frau. Doch seitdem vor zwei Jahren Elisas Leidensgeschichte begann, ist für die 22-Jährige nichts mehr selbstverständlich. Nach unzähligen Operationen und einem lebensbedrohlichen Zustand ist sie inzwischen fast ständig an den Rollstuhl gefesselt. Lediglich ein paar Schritte kann die ehemals gesunde Frau mithilfe eines Rollators gehen. Spontane Unternehmungen mit Freundinnen sind nicht mehr möglich, sodass sie die meiste Zeit in ihrer Wohnung verbringen muss. Auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben wird Elisa jetzt von HELFT UNS LEBEN, der Initiative unserer Zeitung, unterstützt.

Im August 2015 steckt Elisa in der Ausbildung zur Kinderkrankensschwester, als sie einen Bandscheibenvorfall erleidet. Die Ärzte empfehlen der jungen Patientin eine Infiltration, bei der ein Wirkstoffgemisch in die betroffene Stelle am Rücken gespritzt wird. Der Eingriff wird in einem Krankenhaus im nördlichen Rheinland-Pfalz vorgenommen. Doch schon kurze Zeit später leidet Elisa unter stärkeren Schmerzen als zuvor. Sie kann kaum noch laufen, ihr ganzer Körper ist gelähmt, sie hat hohes Fieber. Ihre Mutter Christine, die ihre wichtigste Stütze ist, bringt sie ins Krankenhaus, wo festgestellt wird, dass sie unter einem riesigen Psoas-abszess leidet. Sie wird als Notfall nach Köln verlegt. Zunächst bessert sich Elisas Zustand, doch schon kurze Zeit später erbricht sie ununterbrochen, hat Lähmungserscheinungen, ist wesensverändert. Die Diagnose: Hirnhautentzündung. Der Eiter ist von der Einstichstelle am Rücken bis in den Kopf und bis ins Becken gewandert. Ein Arzt verrät Elisa, dass sie wohl nur überlebt hat, weil sie so jung ist und vorher kerngesund war. Ihr Fall wurde schon bei Ärztekongressen besprochen.

In der Folge führt die Erkrankung bei Elisa zu Stuhl- und Harninkontinenz. Verschiedene Operationen können ihre Schmerzen lindern, nicht aber eine inkomplette Querschnittlähmung verhindern (die rechte Seite ist ab Brusthöhe vollständig gelähmt, links hat Elisa noch ein leichtes Gefühl). Nachdem die Ärzte in Köln alle anderen Bereiche als Entzündungsherd ausschließen können, bleibt einzig die Einstichstelle der Infiltration übrig. Der Eingriff fand seinerzeit unter Teilnarkose statt. Elisa hat selbst mitbekommen, dass der Mediziner dabei zwar Handschuhe trug, aber mehrfach den Raum verlassen hat. Außerdem wurden offenbar weitere Hygienestandards nicht eingehalten. Die Familie hat einen Anwalt eingeschaltet, um das Krankenhaus zu verklagen.

Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, und Hans Kary, Geschäftsführer der Hilfsinitiative, haben sich Elisas Fall angenommen. Schon kurzfristig haben sie ihr zugesagt, ihr eine Rampe an die Terrassentür bauen zu lassen, damit sie mit ihrem Rollstuhl einfacher in den Garten und ins Nachbarhaus zu ihren Eltern fahren kann. Darüber hinaus stellen sie Elisa in Aussicht, sie bei der Prüfung zu einem speziellen Führerschein für handbetriebene Autos sowie bei der kostenintensiven Anschaffung und Spezialumrüstung eines Fahrzeugs zu unterstützen.

Foto: Manuela Lewentz-Twer (links) und Hans Kary haben angekündigt, dass HELFT UNS LEBEN die an den Rollstuhl gefesselte Elisa Bayer und deren Mutter Christine unterstützt. Foto: Röder-Moldenhauer

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Die Flut ist weg, aber die Not bleibt

50000 Euro Soforthilfe für Monreal reichen nicht aus

Monreal. Es geht alles ganz schnell, als der Trillbach, sonst ein schmales Rinnsal, am Pfingstsamstag in Monreal (Kreis Mayen-Koblenz) über seine Ufer tritt. Nach einem Starkregen werden in der Eifelgemeinde mehr als 27 Häuser durch die Fluten verwüstet. Auch bei Sabine Derichs und ihrer Familie wirken die Erinnerungen an den Abend vor fast fünf Wochen, als das Wasser kam, noch stark nach. Das Unwetter hat überall Spuren hinterlassen.

„Seit 41 Jahren wohne ich hier, aber so etwas hatten wir vorher noch nie erlebt“, sagt Derichs. Mit ihrem Mann wird sie von dem Unwetter überrascht. „Auf einmal war der Strom weg – dann war das Wasser plötzlich ganz schnell da.“ Gerade noch können sie die zwei Autos aus der Garage herausfahren. Dann ist der Keller ihres Wohnhauses schon überflutet. Innerhalb von Sekunden steigt das Wasser auf Hüfthöhe. Langsam kriecht es die Treppe hoch ins Erdgeschoss. In Eile bringen die Eheleute noch die wichtigsten Papiere in Sicherheit. Doch viel ist nicht mehr zu retten: Das gesamte Mobiliar im Keller ist reif für den Müll; Boden und Wände müssen raus.

So wie den Derichs geht es an dem Pfingstwochenende Anfang Juni rund 30 Familien in Monreal. Die Schäden gehen insgesamt in die Millionenhöhe, doch die meisten waren nicht versichert. Die Hilfsorganisation unserer Zeitung HELFT UNS LEBEN unterstützt daher die Betroffenen.

In Monreal werden dringend viele Spenden benötigt. Davon können sich Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary, Vorsitzende und Geschäftsführer von HELFT UNS LEBEN, bei einem Besuch im Dorf überzeugen. Damit die Flutopfer bald Gegenstände ersetzen und die unteren Stockwerke wieder bewohnbar machen können, entscheiden die beiden noch an Ort und Stelle, dass die Spendeninitiative unserer Zeitung eine Soforthilfe in Höhe von 50000 Euro zur Verfügung stellt. „Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es muss mit weiteren Spenden weitergehen“, sagt Kary.

Im Namen der Betroffenen dankt Thomas Theisen, Erster Beigeordneter von Monreal, für die Hilfsbereitschaft. Er selbst wohnt in einer der drei Straßen, in denen der Trillbach die großen Verwüstungen anrichtete. Theisen hat Glück: Sein Grundstück bleibt von den Wassermassen weitestgehend verschont. Doch bei seinen Nachbarn an der Walkmühle sieht es anders aus. „Manche Familien haben teilweise alles verloren“, sagt er.

Zwar ist die Feuerwehr schnell zur Stelle, die Solidarität im Ort und in der Umgebung groß. Bis zu 150 Helfer, darunter zehn Löschgruppen, sind im Einsatz, um den Betroffenen unter die Arme zu greifen. Doch gravierende Schäden sind nicht abzuwenden: In vielen Keller- und Ferienwohnungen steht das Wasser bis zu 1,70 Meter hoch. Fünf Autos werden komplett zerstört. Auch ein benachbartes Ehepaar im Seniorenalter trifft es hart. Allein dort entsteht ein Schaden von rund 200.000 Euro.

Als gebürtige Monrealer hatten Peter Seydel und Elmar Schmitz die Idee, mit einem Benefizkonzert Spenden zu sammeln. Die Mainzer Hofsänger sind am Sonntag, 29. Oktober, in Monreal zu Gast. Der komplette Erlös soll den Betroffenen zugutekommen. Veranstalter ist der Monrealer Musikverein Burgkapelle.

Damit alle Gelder dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden, verteilt die Verbandsgemeinde Vordereifel die Spenden. Bis zum 16. Juli haben die Betroffenen Zeit, sich zu melden.

So hoch stand das Wasser im Keller: Sabine Derichs (3. von links) und Sohn Julian (links) zeigten den Besuchern die Schäden. Elmar Schmitz (von links), Hans Kary und Manuela Lewentz-Twer von HELFT UNS LEBEN sowie Ortsbeigeordneter Thomas Theisen waren tief bewegt von den Schicksalen. Fotos: Anne Fuhrmann

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Warum der kleine Leo ein Liegerad braucht

Achtjähriger Wirbelwind leidet an einem seltenen Gendefekt – Familie wünscht sich gemeinsame Ausflüge

Nassau. Leo ist ein wahrer Wusel. Der rotblonde Junge mit den Sommersprossen hält selten länger still. Schneller als man gucken kann, wechselt er den Standort, ist immer in Bewegung und am liebsten draußen. Das Problem: Der Achtjährige kann sich kaum selbst beschäftigen, und dass er seine wenige Häuser weiter wohnenden Cousinen und seinen Cousin ohne Begleitung besucht, ist undenkbar. Leos Möglichkeiten sind durch geistige und körperliche Beeinträchtigungen stark eingeschränkt. Ein Gendefekt bremst seine Entwicklung. Die Eltern Katja und Peter Hammerstein sind permanent gefordert. „Das geht an die Substanz“, sagen sie. „Leo steckt voller Energie. Selbst wenn er sich mal ausgepowert hat, braucht er nur ein paar Minuten Pause, um wieder Kraft zu schöpfen.“ Ihnen fehlt eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die sie gemeinsam als Familie ausüben können, bei der Leo mithalten kann.

Der Wirbelwind hat erst mit dreieinhalb Jahren laufen gelernt und geht langsam und unsicher. An selbstständiges Radfahren ist gar nicht zu denken. Dabei sind er und seine Eltern so gern mit dem Fahrrad unterwegs. Doch aus seinem Kinderanhänger ist Leo seit vergangenem Jahr rausgewachsen und größere Modelle gibt es nicht. Zudem sind die Möglichkeiten mit Leos 30 Kilo und weiteren 15 Kilo für den Anhänger begrenzt. Damit kommt man nicht mal aus dem Nassauer Stadtkern bis zum Haus der Familie im ansteigenden Kaltbachtal. Die Hammersteins haben deshalb einen Traum: endlich wieder gemeinsame Radtourenunternehmen. Dabei soll ihnen ein speziell auf Leos Bedürfnisse abgestimmtes Tandem-Liegerad mit Elektromotor helfen, auf dem Leo vor einem Elternteil sitzen und mittreten kann.

Ein erster Test beim Händler war durchweg positiv. Die Initiative unserer Zeitung HELFT UNS LEBEN will die Anschaffung finanzieren, denn für die mehr als 7600 Euro kommt die Krankenkasse trotz Leos Pflegegrad 4 und einem Grad der Behinderung von 100 Prozent nicht auf. Und der Kaufpreis übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Familie. Zumal das Liegerad-Tandem ein paar Extras benötigt, um Leo gerecht zu werden. Spezielle Schienen und Pedale sollen verhindern, dass seine Beine beim Treten auseinanderdriften und seine Knie Schaden nehmen. Ein Dreipunktgurt soll den Achtjährigen sicher auf dem Sitz halten.

Neue Horizonte soll der Familie ein Rad der Marke Hase eröffnen. Um sich fachkundig beraten zu lassen, waren die Hammersteins eigens zu einem Fachhändler ins hessische Trebur gefahren. Die gemeinsame Proberadtour wischte alle anfänglichen Zweifel, wie Leo auf das ungewohnte Rad reagieren würde, rasch vom Tisch. „Normalerweise lehnt er solche Dinge kategorisch ab“, sagt Leos Mutter, als Manuela Lewentz-Twer, die Vorsitzende des Vereins HELFT UNS LEBEN, und Geschäftsführer Hans Kary die Familie besuchen. Sichtlich erleichtert berichtet Katja Hammerstein von Leos spontaner Reaktion auf die Proberunde mit seinem Vater Peter. „Er hat gesagt: Noch mal!“ Das Radfahren ist eine gemeinsame Leidenschaft der Hammersteins, der sie sich in jüngster Zeit nicht mehr zusammen widmen konnten. Leo fährt zwar gelegentlich auf einem Reha-Rad, aber er kann aus eigener Kraft nur kurze Strecken zurücklegen, und ein Erwachsener muss stets eine Hand an der Schiebestange haben. Umso erfreuter sind Katja und Peter Hammerstein über den positiven Verlauf der Probefahrt. „Mir ist das Herz aufgegangen“, berichtet Mutter Katja.

Sportliche Betätigung und gemeinsame Familienausflüge erhoffen sich die Hammersteins vom Hase-Tandem, mit dem sie im Lahn- und Rheintal fahren möchten. „Dann radeln wir auch mal nach Bad Ems“, versprechen sie ihrem Sohn, der sich schon auf die Stadt mit dem Tunnel und dem Schwimmbad freut.

Foto: Leo und seine Eltern Katja und Peter Hammerstein freuen sich auf ein besonderes Fahrrad, das der Familie künftig wieder gemeinsame Touren ermöglichen soll. Die Initiative unserer Zeitung HELFT UNS LEBEN will die Anschaffung finanzieren. Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer (rechts) und Geschäftsführer Hans Kary (Mitte) besuchten die in Nassau lebende Familie. Foto: Carlo Rosenkranz

https://helftunsleben.de/warum-der-kleine-leo-ein-liegerad-braucht/

Wenn das Schicksal mehr als einmal zuschlägt

Was Joachim Albrecht erlebt hat, reicht für mehrere Leben – Ein neues Auto könnte seines zumindest ein wenig erleichtern

Koblenz. „Schreiben Sie ja nicht, dass ich an den Rollstuhl gefesselt bin“, sagt Joachim Albrecht. Die Floskel vom Fesseln mag er nicht hören, weil sie einfach nicht stimmt. „Der Rollstuhl ist mein Freund. Erst der Rollstuhl macht mich mobil, gibt mir Lebensqualität“, stellt der 47- Jährige klar. Und sein umgebauter Kia. Doch der alte Koreaner ist marode, vom Rost zerfressen. Keine  Chance mehr auf die nächste TÜV-Plakette, die in wenigen Wochen fällig wird. Und nun?

Ein neuer Wagen: Für den Schwerstbehinderten ist der unbezahlbar. Kostenträger, die einspringen, gibt  es nicht. Erstmals seit seinem Unfall vor fast 30 Jahren hat Albrecht Angst vor der Zukunft. Angst, künftig räumlich gefangen zu sein. Angst, einen wichtigen Teil selbstbestimmten Lebens, den er sich trotz vieler Schicksalsschläge bewahrt hat, endgültig zu verlieren. Die Hilfsorganisation unserer Zeitung HELFT UNS LEBEN will und wird den Koblenzer deshalb unterstützen.

19 Jahre alt  ist Joachim Albrecht, als er mit einem Motorrad zwischen Bettendorf und Nastätten gegen einen Baum kracht. „Wohl selbst verschuldet“, gibt er unumwunden zu. Der fünfte und sechste Halswirbel brechen beim Aufprall, Albrecht schwebt Wochen lang zwischen Leben und Tod, ist voll querschnittsgelähmt. Seither lebt er von einer schmalen Rente. Binnen weniger Sekunden wurde da nur aufgrund jugendlichen Leichtsinns ein Leben zerstört, mag da so manch Außenstehender denken. Doch Joachim Albrecht wischt sich die Tränen schnell ab. Sechs Wochen heult er am Stück. dann ist Schluss. „Wir brauchen Dich“, sagen ihm Mutter, Vater und Schwester, als er Wochen nach dem Unfall wieder ansprechbar ist. Sie wollen ihm Mut machen, zeigen, dass sein   Leben durch die Behinderung nicht wertlos geworden ist. Und sie sollen damit recht behalten – auf traurige Art und Weise. 2005 stirbt Albrechts Vater – unerwartet und plötzlich. Seine gehörlose Mutter ist nun oft auch auf die Hilfe des Sohnes angewiesen. Gleichzeitig pflegt die Mutter den jungen Mann zu Hause, hilft ihm bei der Körperhygiene und all den Dingen, die der Sohn mit seinen  zwei zu sogenanntenFunktionshänden versteiften Händen und einem nahezu bewegungslosen Körper nicht mehr leisten kann.

Immer wieder besucht auch die Schwester den Bruder, hilft, wo sie kann. Bis sie vor einigen Jahren wegen Diabetes fast das ganze Augenlicht verliert. „Nun müssen wir ihr zur Seite stehen“, sagt Albrecht. Und dann vor wenigen Monaten der nächste  Schock: „Die schlimmsten zehn Minuten meines Lebens“, offenbart Joachim Albrecht. Er liegt im Bett, als er einen dumpfen Aufprall aus dem Bad hört. Albrecht weiß sofort, dass etwas  Schlimmes passiert ist. Alleine in seinen Rollstuhl schafft er es nicht, panisch muss er warten. „Ich konnte ihr nicht helfen, nur den Notruf wählen und abwarten“, erzählt er. Die Diagnose:  Schlaganfall. Seine Mutter überlebt, bleibt aber halbseitig gelähmt – und wird zum Pflegefall.

Joachim Albrecht holt die Mutter von Nassau zu sich nach Koblenz, 50 Quadratmeter misst die  Wohnung im Wohnpark gegenüber dem Evangelischen Stift, die sich die beiden nun teilen. Das Pflegebett der Mutter nimmt das halbe Wohnzimmer ein. Lange überlegen musste er trotzdem  nicht: „Meine Mutter hat so viel für mich getan, das bin ich ihr schuldig.“ Eine größere, barrierefreie und bezahlbare Wohnung wäre ein Traum. Doch die Suche ist schwierig. „Rollstuhlfahrer sind noch unbeliebter als Kinder“, weiß Albrecht. Nicht schuldig, aber irgendwie verantwortlich, ihnen beizustehen, fühlt sich Albrecht für frisch verletzte Querschnittspatienten gegenüber im   Stiftungsklinikum. Das Krankenhaus hat ihm vor einigen Jahren einen Job als Patientenberater angeboten, 450 Euro verdient er so für die oft klamme Haushaltskasse dazu. Dabei ist seine Arbeit  eigentlich unbezahlbar wertvoll. „Ich kann drei wichtige  Worte sagen, die kein Arzt sagen kann“, weiß Joachim Albrecht: „Ich verstehe dich.“

Nur, wer selbst betroffen ist, da ist Joachim Albrecht   überzeugt, kann wirklich nachempfinden, wie es sich anfühlt, plötzlich vor einem völlig veränderten Leben zu stehen, nicht mehr zu wissen, wie es weitergeht. Vieles könne man dann auch einfach  nicht schönreden. „Man gibt seine Intimität ab, wenn man ins Krankenhaus kommt. Und man bekommt sie nie mehr zurück.“

Mit seinem Kia erhielt Albrecht  vor 13 Jahren aber  immerhin ein Stück weit seine Mobilität zurück, einen Teil seines selbst bestimmten Lebens. Der Wagen war damals schon gebraucht, aber ein Glücksfall. Einkäufe erledigen, in Urlaub fahren,  Ärzte aufsuchen oder zum Rollstuhl-Rugby-Training fahren: All das konnte Joachim Albrecht mit dem auf seine Behinderung zugeschnittenen Auto alleine bewerkstelligen. Doch nun droht ihm, von all diesen Facetten des sozialen und öffentlichen Lebens abgeschnitten zu werden. Denn weil er den Unfall damals selbst verschuldete und es sich um keinen Berufsunfall handelte, gab es  niemanden in Regress zu nehmen, und auch die Berufsgenossenschaft ist für Hilfsmittel nicht zuständig, die Albrecht braucht, sondern die Krankenkasse. Und von der gibt es keine Beihilfen und Unterstützungen für ein behindertengerechtes Auto. 70.000 Euro kostet ein Wagen, wenn er einen Rollstuhl, wie den von Joachim Albrecht aufnehmen kann. Alle Bedienelemente müssen per Hand erreichbar sein. Alleine für den Umbau werden rund 40.000 Euro fällig. Eine Summe, die Albrecht niemals mehr in seinem Leben alleine schultern könnte. Umso mehr ist er dankbar über die Unterstützung von HELFT UNS LEBEN.

Foto: Der Rost hat sich durch den ganzen Unterboden seines Autos gefressen, eine neue Tüv-Plakette gibt es nicht. Ein neuer, behindertengerechter Wagen ist für Joachim Albrecht  unbezahlbar. HELFT UNS LEBEN möchte den Koblenzer nun unterstützen. Foto: Annette Hoppen

 

https://helftunsleben.de/wenn-das-schicksal-mehr-als-einmal-zuschlaegt/

Leutesdorfer hat schon elf Amputationen hinter sich

44-Jähriger leidet am Winniwarter-Buerger-Syndrom

Leutesdorf. Dominik Ostermann verliert seine Beine und seine Arme – Stück für Stück. Elf Amputationen hat er schon hinter sich, eine ganze Reihe werden wahrscheinlich noch folgen. Denn  der 44-Jährige, der in Leutesdorf wohnt, leidet an dem äußerst seltenen Winniwarter-Buerger-Syndrom.

Eine Krankheit, bei der die Blutgefäße von Armen und Beinen verstopfen und schließlich  absterben.  2007 bemerkte Ostermann die ersten Symptome bei sich: „Es fing an mit Schmerzen in den Zehen, die sich schließlich rot-violett verfärbten. Zwei Jahre hat es gedauert, bis die Ärzte  herausgefunden haben, woran ich leide“, berichtet Ostermann.

Nicht zu wissen, was er hat, machte ihn geradezu verrückt: „Das war die Hölle. Du weißt, dass etwas nicht mit dir stimmt, aber  niemand kann dir sagen, was es ist.“ Mittlerweile kennt Ostermann einen Namen für das, was ihn plagt, doch er weiß jetzt auch, was ihn erwartet, denn das Winniwarter- Buerger-Syndrom ist  unheilbar. „Es hört erst auf, wenn die Extremitäten weg sind. Organe sind nicht betroffen“, berichtet Ostermann sachlich. Wie viel Zeit ihm bleibt, ist unsicher: „Es kann in ein bis zwei Jahren sein oder in 20.“ Von seinen Beinen sind nur noch Stümpfe übrig, in einer Hand beginnen die Finger zu kribbeln – ein schlechtes Zeichen, wie der 44-Jährige weiß.

Seine Teilnahme an einer Studie der Berliner Charité, bei der bundesweit 51 Patienten mitmachten, zeigte keinen Erfolg. Die Medikamente, die er nun jeden Tag einnehmen muss, sind vor allem dazu da, die Zersetzung der Gefäße zu  verlangsamen und die starken Schmerzen zu unterdrücken, die damit einhergehen. Jede Woche steht ein Besuch beim Arzt an, der Ostermanns Werte kontrolliert. „Ich rechne jeden Tag damit,  dass ich wieder in die Klinik muss“, meint der ehemalige Lokführer. Seinen Job kann er seit der ersten Amputation nicht mehr ausüben, die Umschulung zum Mediengestalter musste er mehrfach abbrechen, mittlerweile ist er Frührentner.

Besonders bitter für ihn: „Ich war im ersten Jahrgang, der nicht mehr verbeamtet wurde. Sonst würde ich heute finanziell nicht so schlecht dastehen“,  erklärt Ostermann. Seit Kurzem bezahlt seine Krankenkasse unter anderem seine Magentabletten nicht mehr. Eine bezahlbare behindertengerechte Wohnung hat er nach langer, verzweifelter Suche zwar gefunden, den Wunsch, trotz seiner Einschränkungen noch Auto zu fahren, kann er sich jedoch aus eigenen Mitteln nicht ermöglichen. Der notwendige Umbau seines Wagens würde rund 20.000 Euro kosten. Hierfür erhofft er sich Unterstützung durch die Spendeninitiative HELFT UNS LEBEN.

Eigene Fahrten zum Einkaufen sind momentan für Dominik Ostermann unmöglich. Er ist vor allem auf die Hilfe seiner besten Freundin Nicole Eszterle angewiesen, die er als „Engel in der Not“ bezeichnet. Während seine frühere Lebensgefährtin ihn mit seinem Leiden allein ließ, blieb Eszterle an seiner Seite, pflegte ihn und half ihm, wann immer es nötig war. Sie ist einer der Gründe dafür, dass Ostermann trotz allem, was ihm widerfahren ist  undwas ihm noch bevorsteht, das Lachen nicht verloren hat. „Irgendwann kann einen nichts mehr schocken. Ich tue mir und meinem Umfeld keinen Gefallen, wenn ich den Kopf hängen lasse.“

Foto: Dominik Ostermann hat durch seine Krankheit schon den größten Teil seiner Beine verloren. Auch seine Arme werden folgen. Seine beste Freundin Nicole Eszterle steht ihm bei. Foto:  Christina Nover

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