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Die Kinder sind mein Leben“

Dausenau. Hunderte Kinder hat sie in ihr Haus, ihre Arme und ihr Herz aufgenommen: Tanja Lichius kann nicht anders. „Die Kinder sind mein Leben“, sagt sie. „Da gibt es nichts links und rechts davon.“ Mit ihrem Bruder Mike führt Lichius das Sozialpädagogische Haus Waldesruh in Dausenau (Rhein-Lahn-Kreis), eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung – genau so, wie ihre Eltern und Großeltern es schon taten.

„Ich bin praktisch hier aufgewachsen“, sagt Lichius. „Wie ich waren auch meine Eltern immer hier. Hier waren meine Freunde und mein Lebensmittelpunkt.“ Das hat sich bis heute nicht geändert. Und genau wie eine leibliche Mutter möchte Lichius ihren Kindern ein liebevolles, geschütztes, stärkendes und anregendes Umfeld bieten, das sie auf das Leben „da draußen“ vorbereitet. Doch finanziell stoßen die Geschwister immer wieder an Grenzen. Jetzt erreichte ihr Hilferuf HELFT UNS LEBEN, die Initiative unserer Zeitung für Menschen in Not.

Der Knackpunkt: Das Haus aus dem Jahr 1927 ist nicht barrierefrei und verfügt über keinen Aufzug. So musste vor einiger Zeit zum Beispiel ein Zwillingspärchen getrennt untergebracht werden, weil eines der Mädchen im Rollstuhl sitzt. Dieses Kind zog in eine Einrichtung für Erwachsene mit Körperbehinderung, das andere in die Waldesruh. „Das war furchtbar für die Mädchen.“ Und auch am eigenen Leib hat Lichius schon Erfahrungen gemacht, als sie vergangenes Jahr mit gebrochenem Bein über Stockwerke humpeln musste.

30 Kinder zwischen 2 und 18 Jahren betreut das Kinderheim Waldesruh aktuell. Dabei handelt es sich nicht um Vollwaisen, sondern häufig um Kinder aus sozial benachteiligten Familien oder solche mit diversen familiären Problemen. Teils geht eine Inobhutnahme des Jugendamtes voraus, um ein Kind vor Missbrauch, Misshandlung oder Vernachlässigung zu schützen. Manche Eltern sind im Gefängnis, drogensüchtig oder schwer krank. Aber auch Kinder mit sozialen oder schulischen Schwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten, die aus unterschiedlichen Gründen im sozialen Gefüge ihres Umfeldes nicht klarkommen, finden einen Platz in der Jugendhilfeeinrichtung. „Manchmal werden die Kinder aber auch tatsächlich zu Vollwaisen, während sie hier sind“, sagt Lichius. Einige bleiben nur wenige Tage, andere viele Jahre.

Grundsätzlich ist das Ziel, die Kinder zurück in die Familien zu bringen – in ihre eigene oder eine Pflegefamilie. Deswegen kooperiert das Heim eng mit Ärzten, Psychologen, dem Jugendamt, weiteren Behörden und mit den Eltern. Einige Kinder aber kehren nie zurück. Das Heim wird ihr Zuhause, von hier aus besuchen sie die Schule, erlernen Berufe und starten in ein eigenständiges Leben.

Kein Wunder, dass die Kinder, die in der Dausenauer Einrichtung ankommen, häufig voller Ängste, Frustrationen oder Aggressionen sind. Rund 30 Mitarbeiter kümmern sich 24 Stunden am Tag auch darum, dass die jungen Menschen ihre Probleme aufarbeiten, soziale Kompetenzen entwickeln und ihre Persönlichkeit entfalten – alles in enger Zusammenarbeit mit Therapeuten und Fachkräften sowie Behörden. „Da geht natürlich im Alltag auch einiges zu Bruch“, erzählt Lichius. „Türen, Möbel, Einrichtungsgegenstände, Spielzeug“ müssen hin und wieder erneuert werden.

Die idyllische Lage der Waldesruh mitten im Grünen hilft bei der Zerstreuung. Aber bei schlechtem Wetter wird es mit 30 Kindern im Haus häufig eng. Sie brauchen viel Bewegung, haben sie nicht die Möglichkeit, neigen sie dazu, andere zu ärgern und zu provozieren. Dann werden die Räumlichkeiten zu eng, um sich aus dem Weg zu gehen und die Energien abzubauen. Deswegen wünschen sich die Geschwister Lichius einen Tobe-Raum mit Kletterwand und anderen Aktions- und Bewegungsmöglichkeiten.

Natürlich gibt es für jedes Kind, das die Geschwister aufnehmen, ein Leistungsentgelt vom Staat. Davon werden Betreuung und Verpflegung finanziert, Kleidergeld gibt’s extra. Je besser Tanja Lichius haushaltet, desto mehr bleibt für Freizeitaktivitäten wie Schwimmbadbesuche übrig. Unterstützung findet das Haus bei vielen Vereinen, die die Waldesruh-Kinder mit offenen Armen aufnehmen. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder integriert sind und kein Heimstempel aufgedrückt wird.“

Scharf rechnen muss Lichius aber immer – und ohne die zusätzliche Unterstützung und Spenden von Unternehmen, Stiftungen oder Privatleuten wäre vieles nicht möglich. Die Bad Emser Calc-Limax-Stiftung zum Beispiel finanziert seit Oktober mit einer festen Zuwendung Hobbys, die mehr kosten als ein Mitgliedsbeitrag – etwa Klavierunterricht, Tennis oder Selbstverteidigung. Auch HELFT UNS LEBEN möchte die Arbeit der Geschwister Lichius unterstützen und den Kindern helfen, einen guten Weg in ihr Leben zu finden.

Wer HELFT UNS LEBEN und das Sozialpädagogische Haus Waldesruh unterstützen möchte, kann spenden. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, BIC

Foto: HELFT UNS LEBEN möchte das Kinderheim der Geschwister Mike und Tanja Lichius (links) unterstützen. Aus diesem Grund trafen sich die HELFT-UNS-LEBEN-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer (2. von rechts) und Geschäftsführer Hans Kary (rechts) mit den Heimleitern sowie Dirk Wiedenhues (3. von rechts) und Andrea Dillmann von Keitz von der Bad Emser Calc-Limax-Stiftung, die den Kontakt zur Initiative unserer Zeitung aufgenommen hatten. Foto: Michaela Cetton

https://helftunsleben.de/die-kinder-sind-mein-leben/

Krankheiten erschweren Johannas Leben

Lochum. Fröhlich und aufgeweckt lächelt die kleine Johanna in die Runde. Eineinhalb Jahre ist das Mädchen aus Lochum erst alt und hat doch schon so viel Leid erlebt – angefangen bei einer Operation wegen eines offenen Rückens (Spina bifida), als sie noch im Bauch ihrer Mutter Bianca Weis war, über Bakterien in der Gebärmutter, die zur frühen Frühgeburt in der 25. Schwangerschaftswoche führten, bis hin zu einer Hirnhautentzündung mit weitreichenden Folgen. Johannas Überlebenschancen tendierten gen null. Doch Johanna ist ein tapferes Mädchen, das schon etlichen Widerständen getrotzt hat.

Ihre positive Weiterentwicklung schien zuletzt allerdings stark gefährdet: Ihre alleinerziehende Mama Bianca, die sich rund um die Uhr um die Kleine kümmert, ist finanziell nicht in der Lage, einen Ersatz für das kaputte Auto zu kaufen. Dringend erforderliche Fahrten zu Spezialärzten oder zu verschiedenen Therapien sind aufgrund dieser fehlenden Mobilität nahezu unmöglich. Mutter und Kind sind derzeit weitgehend an ihre Wohnung im ersten Stock gebunden. Doch glücklicherweise kommt jetzt Unterstützung von HELFT UNS LEBEN, der Spendeninitiative unserer Zeitung. Bei einem Besuch in Lochum überzeugten sich Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, und Geschäftsführer Hans Kary persönlich von der schwierigen Situation und beschlossen sofort, der Familie zu helfen. Ein moderner, geräumiger Kombi, in den nicht nur Johannas Spezialkinderwagen, sondern perspektivisch auch ein Rollstuhl passt (denn ob sie jemals laufen kann, ist ungewiss), soll wieder Licht und Hoffnung in den Alltag von Bianca und ihrer Tochter bringen, kündigen Lewentz-Twer und Kary an.

Die 39-jährige Mutter zeigt sich von dieser Unterstützung überwältigt. Zu viele Schicksalsschläge haben sie in den vergangenen Jahren geprägt und emotional belastet, Hilfe hat sie in dieser Zeit nur selten erfahren. Schon kurz nach dem bekannt wurde, dass sie „mit einem gemeinsamen Wunschkind“ schwanger war, hat sie der Kindsvater sitzen lassen. Als dann festgestellt wurde, dass das Ungeborene am offenen Rücken leidet, war dies der Auftakt für unzählige Arztbesuche, Untersuchungen und Operationen. Vorgeburtliche Eingriffe bei dieser Fehlbildung sind eine Seltenheit, aber Bianca Weis hoffte, ihrem Kind somit schnellstmöglich helfen zu können. Doch durch die OP gelangten Bakterien in die Gebärmutter, die so gefährlich waren, dass Johanna schon eine Woche später per Kaiserschnitt auf Welt geholt werden musste. Kurz darauf wurde bei ihr ein sogenannter Shunt in den Kopf eingesetzt, ein Gerät, das Hirnflüssigkeit ableiten soll. Aber der Shunt arbeitet nicht immer reibungslos, verstopft bisweilen. Dann muss das Mädchen wieder operiert werden. Als die Kleine dann auch noch unter einer Hirnhautentzündung litt, bereiteten die Ärzte die Mutter aufs Abschiednehmen vor. Wie durch ein Wunder jedoch konnte Johanna glücklicherweise überleben, wird aber zeitlebens auf Hilfe angewiesen sein.

Umso wichtiger ist das Thema Mobilität für Bianca Weis. Der nächstgelegene Spezialist für ihre Tochter sitzt in Wiesbaden. Solange ihr altes Auto fahrbereit war, kein Problem. Nun aber hat das Fahrzeug seinen Geist aufgegeben und müsste für viel Geld instand gesetzt werden. Geld, das die Frau nicht hat. Einen medizinischen Fahrdienst für ihre Tochter gibt es nicht. Einkäufe erledigt die Mutter, unter einigem Aufwand, indem sie mit Johanna mit dem Bus nach Hachenburg fährt. Darüber hinaus haben beide kaum soziale Kontakte. Wie ein guter Geist erwies sich in der schwierigen Situation Matthias Gerlach, der Physiotherapeut der Kleinen, der als einziger Therapeut zweimal pro Woche zum Hausbesuch kommt. Er erkannte, dass hier eine nicht hinnehmbare Situation vorherrscht, und wandte sich an HELFT UNS LEBEN. Ein Glücksgriff, wie sich schnell herausgestellt hat, denn die Verantwortlichen im Vorstand brauchten nicht lange, um ihre Unterstützung zuzusagen.

HELFT UNS LEBEN, die Initiative unserer Zeitung, unterstützt Menschen in Not. Wenn auch Sie helfen möchten, die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13, BIC: MALADE51KOB

Foto: Damit es im Alltag von Bianca Weis (rechts) und ihrer Tochter Johanna wieder Hoffnung gibt, sicherten Manuela Lewentz-Twer (links) und Hans Kary (2. von rechts) die Unterstützung von HELFT UNS LEBEN zu. Das freut auch Johannas Physiotherapeut Matthias Gerlach. Foto: Röder-Moldenhauer

https://helftunsleben.de/krankheiten-erschweren-johannas-leben/

Doppelt helfen am Nürburgring


Nürburgring. Eine ganz besondere Aktion zugunsten des Vereins HELFT UNS LEBEN haben sich der Organisator der Nürburgring Classic, Marcus Herfort, und der Inhaber des Oldtimer-Zentrums Depot 3 in Mülheim-Kärlich, Ralph Grieser, ausgedacht. Im Rahmen der Veranstaltung (24. bis 26. Mai) können Spender gleich doppelt helfen: Für jede Spende in Höhe von 200 Euro wird ein krebskrankes Kind zu einer Rundfahrt über die legendäre Grand-Prix-Strecke eingeladen – und zwar von Promis wie einem Fernseharzt, einem Skateboard-Pionier, der Deutschen Weinkönigin Carolin Klöckner oder der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Kontakt und Infos unter Tel. 02630/956 54 24 oder per E-Mail unter info@depot3.de. Bei der Nürburgring Classic gehen 800 Oldtimer in mehr als 25 Rennen und Sonderläufen an den Start.

https://helftunsleben.de/doppelt-helfen-am-nuerburgring/

Mitfahrt im Oldtimer schenken


Nürburgring/Mülheim-Kärlich. Am Wochenende vom 24. bis 26. Mai gehen mehr als 800 Starter bei der „Nürburgring Classic“ an den Start. 25 Rennen und Sonderläufe auf dem Grand-Prix-Kurs und der Nordschleife stehen für die Oldtimer auf dem Programm. Der Organisator der „Classic“, Marcus Herfort, und das Oldtimer-Zentrum Depot3 in Mülheim-Kärlich haben sich eine besondere Benefizveranstaltung für das Oldtimerfest einfallen lassen: Charity-Fahrten zugunsten von HELFT UNS LEBEN, der Hilfsaktion der Rhein-Zeitung.

Wer 200 Euro für HELFT UNS LEBEN spendet, tut nicht nur Gutes, sondern schenkt Menschen, denen es nicht so gut geht, ein unvergessliches Erlebnis bei der Mitfahrt in einem Oldtimer. Als Piloten sind unter anderem Titus Dittmann, Fernseharzt und Schauspieler Doc Esser, die Deutsche Weinkönigin Carolin Klöckner sowie die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner mit dabei. Eingebunden in die Charityaktion ist auch der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein in Koblenz, Dr. Thomas Nüsslein. Er hat geschaut, wem seiner vielen Patienten eine besondere Freude gemacht werden kann. Mehr als 30 Co-Piloten konnten gefunden werden.

Eingeladen zum Spenden sind auch alle, die den Co-Piloten selbst benennen wollen. Dafür muss man in der Überweisung an HELFT UNS LEBEN nur den Namen des Co-Piloten angeben.

Die Organisation der Fahrten übernimmt das Team von Depot3, Tel. 02630/956 54 24 oder per Mail unter info@depot3.de Die Kontoverbindung von HELFT UNS LEBEN bei der Sparkasse Koblenz lautet: DE 725 705 012 000 000 013 13

https://helftunsleben.de/2054-2/

Ilona Knebel ist an ihre Wohnung gefesselt

Sinzig. Wie ist es wohl, nicht allein durch die Stadt bummeln zu können, weil die Beine einen nicht mehr tragen? Und wie ist es, wenn selbst der eigentlich um die Ecke liegende Discounter unmöglich zu Fuß zu erreichen ist? Das weiß Ilona Knebel aus Sinzig, die 2006 von jetzt auf gleich aus ihrem aktiven Leben ausgebremst wurde.

Diesen Tag im Juni wird die 57-Jährige niemals vergessen. Als sie am Morgen aufwacht, kann sie auf einmal nicht mehr laufen. Diagnose: Schlaganfall. Und allein dabei bleibt es nicht, denn im Krankenhaus kommt ein weiterer hinzu. Vier Tage lang liegt sie auf der Intensivstation. „Ich habe damals gedacht, jetzt ist es ganz aus“, sagt die Sinzigerin heute rückblickend. Von jetzt auf gleich ist Ilona Knebel, die Angestellte beim Sparkassen- und Giroverband Bonn war, nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Knapp drei Jahre lang sitzt sie nach dem Schlaganfall im Rollstuhl, bis sie endlich wieder laufen lernt. Aber es reicht bei Weitem nicht aus, um in ihren Job zurückzukehren. „Mitten aus dem Berufsleben raus. Das war das Schlimmste für mich. Ich bin so gern arbeiten gegangen. Ganz plötzlich ist einfach alles anders“, sagt Ilona Knebel. Seit 2008 lebt sie von ihrer Rente. „Zwar habe ich wieder einigermaßen laufen gelernt, aber nur am Rollator. Anders ging es nicht“, berichtet die Sinzigerin. Und selbst das ist heute noch nicht immer so einfach, denn Ilona Knebel leidet an schweren Gleichgewichtsstörungen. „Berge kann ich zum Beispiel nicht allein hinuntergehen. Da kann ich mich nicht mehr halten“, erzählt sie.

2014 tritt dann ein neuer Mensch in ihr Leben. In ihrem Partner Richard Kurkowski findet sie Halt. Durch ihn lernt sie sogar, am Stock zu laufen. Doch dann ereilt sie ein neuer Schicksalsschlag. Im November 2016 hat sie einen schweren Unfall mit ihrem Rollator und zieht sich einen Wadenbeinbruch und einen Kreuzbandriss zu.

Aber Ilona Knebel gibt nicht auf. Sie ist eine Kämpferin. Und sie schafft es erneut auf die Beine, kann zu Hause sogar wieder am Stock gehen. Jedoch allein mit dem Rollator in die Stadt zu laufen oder nur zum nahe gelegenen Discounter – das ist seitdem nicht mehr drin. Gleiches gilt für einen Spaziergang an der Ahr mit ihren fünf und sieben Jahre alten Enkeln. „Es ist schwer, den Kindern zu erklären, dass die Oma das nicht kann“, sagt sie traurig. Wenn ihr Lebensgefährte nicht da sei, sitze sie einsam herum, keine Menschen in der direkten Nachbarschaft und keine Chance, allein aus dem Haus zu gehen. Manchmal würden sie ihre Schwestern fahren, aber die hätten auch nicht immer Zeit, erzählt sie. „Früher war ich immer sehr viel unter Menschen, aber heute kann ich das durch meine Krankheit nicht mehr“, sagt Ilona Knebel.

Vor ihrem Unfall ist sie noch mit ihrem alten schweren Dreirad gefahren, aber das geht nun nicht mehr – wegen der Kraftlosigkeit und Schmerzen im rechten Bein. Die Kosten für ein neues Therapierad jedoch will die Krankenkasse Ilona Knebel zufolge nicht übernehmen. „Ich sei viel zu alt, hat sie mir mitgeteilt“, berichtet die Sinzigerin, die sich eigentlich nur eines wünscht: wieder ein bisschen mehr Unabhängigkeit und Bewegungsfreiheit. „Es ist so wichtig für mich, dass ich hier mal rauskomme und etwas anderes sehe“, sagt sie. „Aber ein Rad mit Hilfsmotor kann ich mir leider nicht leisten. Ich wäre auch schon über ein gebrauchtes sehr dankbar, aber auch da übersteigen die Kosten meine Rente“, berichtet sie. Hoffnung, dass sich ihre gesundheitliche Situation irgendwann verbessern wird, gibt es nicht, meint sie. So hat ihr Schwerbehindertenausweis G eine unbefristete Gültigkeit.

In ihrer Not wendete sich Ilona Knebel an HELFT UNS LEBEN, die Hilfsaktion unserer Zeitung. Bei einem Besuch in ihrer Wohnung wird auch sofort klar: Das Stück Lebensqualität in Form von Bewegungsfreiheit fehlt. Dabei könnte ein Elektrodreirad Abhilfe schaffen. „Ich könnte zum Beispiel allein in die Stadt, zum Einkaufen oder mal zum Kaffeetrinken nach Kripp fahren“, zählt sie auf. Und nicht nur das: Sie könnte auch endlich mal wieder in die Natur, an die Ahr – einfach gemeinsam mal wieder mit ihren beiden kleinen Enkeln die Zeit genießen.

HELFT UNS LEBEN bittet die Leser, Ilona Knebel zu helfen, und ruft zu Spenden auf. Konto: BIC: MALADE51KOB; IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13.

Foto: Mehr Selbstständigkeit, das wünscht sich die Sinzigerin Ilona Knebel nach ihrem Schlaganfall. Bei einem Besuch in ihrer Wohnung sieht auch Hans Kary, Geschäftsführer von HELFT UNS LEBEN, sofort: Hier fehlt ein Stück Lebensqualität in Form von Bewegungsfreiheit. Foto: Vollrath

https://helftunsleben.de/1997-2/

Isi soll Fabians Helfer in der Not werden

Waldböckelheim. Isi heißt Isi, weil sich Fabian das so ausgesucht hat. „Das ist mir einfach eingefallen“, sagt der zehnjährige Junge aus Waldböckelheim. Seine Augen fokussieren die Hündin, die es sich im Wohnzimmer der Familie Kaiser in Waldböckelheim gemütlich gemacht hat. Fabian hofft, dass Isi im kommenden Jahr jeden Tag bei ihm sein wird. Denn Isi ist an diesem Nachmittag nur zu Besuch. Und sie ist keine gewöhnliche Hündin. Sie wird gerade zur Warnhündin ausgebildet – mit dem Schwerpunkt Früherkennung bei epileptischen Anfällen. Isi wäre Fabian eine große Hilfe: Der Junge leidet seit dem Jahr 2012 unter epileptischen Anfällen.

Die Krankheit ist eine große Belastung für Familie Kaiser. Für Fabian selbst, aber natürlich auch für seine Eltern. Deswegen haben sie sich zum Ziel gesetzt, ihrem Sohn einen Warnhund aus dem WZ Hundezentrum in Lalendorf (Landkreis Rostock) zur Verfügung zu stellen. Es gibt allerdings ein Problem: Die dortige zweijährige Ausbildung eines Warnhundes mit speziellen Eigenschaften und die anschließende Begleitung durch die Einrichtung in Rostock sind sehr teuer. Fabians Familie ist mit der finanziellen Belastung restlos überfordert.

So viel zur Widrigkeit, die die Investition mit sich bringen würde. Am Tag, als sich Isi und Fabian zum zweiten Mal begegnen, spielt das für die beiden keine Rolle, sie tollen durch die Wohnung, und Maria Kaiser, die Mutter Fabians, kann zumindest für einen Moment abschalten. „Fabian ist ein ganz anderer Junge, wenn er den Hund sieht“, sagt Maria Kaiser. Normalerweise ist er verschlossen, „er sitzt oft am Tisch und fährt dann teilnahmslos ein Spielzeugauto auf der Platte hin und her. Oder er hört sich allein Hörbücher an. Als Eltern macht uns das sehr traurig.“

Mit Isi, einer Mischlingshündin, ihre Eltern sind ein Labrador und ein Australian Shepherd, ist das anders. Schon beim ersten Treffen hatten Fabian und die Hündin einen direkten Draht zueinander.

Maria Kaiser hat im vergangenen Jahr überhaupt erst davon erfahren, dass es Epilepsiehunde gibt, und sich danach direkt weiter darüber informiert. Denn seit dem Ausbruch der Krankheit im Jahr 2012 ist die Belastung für die Familie hoch. „Die Anfälle treten total unterschiedlich auf. Manchmal wiederholen sie sich von einem Tag auf den nächsten. Manchmal vergehen zwei, manchmal vier Wochen. Manchmal komme ich aus der Küche zurück ins Wohnzimmer und sehe, dass Fabian am Boden liegt und krampft“, betont Maria Kaiser, die als Hebamme arbeitet. Sie spricht von den gravierenden Vorfällen, denn „Zuckungen, flackernde Augen, das passiert jeden Tag“.

Fabian kommt nun in ein Alter, in dem er merkt, dass er mit den epileptischen Anfällen ein Problem hat. Generell ist er nicht so weit entwickelt wie andere Zehnjährige. Seine Aussprache ist nuschelig, das Lernen fällt ihm sehr schwer. „Bis zu seinem vierten Lebensjahr war Fabians Entwicklung völlig unauffällig“, sagt Maria Kaiser. Ob es einen direkten Zusammenhang mit der Epilepsie gibt? „Das lässt sich nicht ganz sicher sagen“, betont die Mutter des Zehnjährigen, aber die Vermutung liegt natürlich nahe. Vor allen Dingen, weil es seit Jahren nur wenige Fortschritte gibt.

Acht Medikamente hat Fabian ausprobiert, etliche stationäre Behandlungen hinter sich. Die Anfälle verschwanden nicht. Nun wird er an der Uniklinik in Freiburg auf medizinisches Cannabis eingestellt. Mit ersten Erfolgen: Zuletzt lernte er einige Reihen des Einmaleins recht schnell. Die Mutter sagt: „Das war vorher undenkbar.“

Letztlich will Maria Kaiser, dass Fabian „ganz normal am Leben teilnehmen kann“. Dabei soll Isi eine entscheidende Rolle spielen. Allein die Anwesenheit des Hundes kann dafür sorgen, dass Fabian mutiger und selbstbewusster wird, auch im Umgang mit anderen Menschen, dass er seine Umwelt selbst entdecken kann. Denn aktuell muss er ständig überwacht werden, auch in seiner Grundschule, der Kleistschule in Bad Kreuznach, weilt eine Integrationskraft an seiner Seite. Noch wichtiger wäre aber natürlich, dass Isi erkennen könnte, sobald sich bei Fabian ein Anfall ankündigt. Mit Schrecken denkt Maria Kaiser noch an den ersten Zwischenfall im Jahr 2012 zurück. Sie habe ihren Sohn mitten der Nacht krampfend im Bett entdeckt, wie sie selbst sagt. Sie hat die Hoffnung, dass die Anfälle vielleicht irgendwann im Alter weniger werden. Bis dahin soll am liebsten Isi ihrem Sohn zur Seite stehen.

HELFT UNS LEBEN, die Initiative unserer Zeitung für Menschen in Not, unterstützt die Suche nach Spenden für den unter Epilepsieanfällen leidenden Fabian. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13, Betreff „Fabian“.

Foto: Sie wollen ein Herz und eine Seele werden: der zehnjährige Fabian aus Waldböckelheim, der seit dem Jahr 2012 unter Epilepsieanfällen leidet, und Isi, ein Mischling aus Labrador und Australian Shepherd. Die Ausbildung des Hundes kostet viel Geld und überfordert Fabians Familie. Foto: Christoph Erbelding

https://helftunsleben.de/2017-2/

Ein neues Bad soll Malaks Alltag erleichtern

Wölferlingen. Wer die fünfjährige Malak Dhaibi aus Wölferlingen zum ersten Mal sieht, der verliert sich sofort in ihren großen, braunen Kulleraugen und ihrer wilden Lockenmähne. Doch mehr noch als ihr Äußeres, fasziniert die Kleine ihre Gegenüber mit ihrem strahlenden Lächeln und ihrer grenzenlosen Fröhlichkeit. Für ihre Eltern, Sara El Oirdi und Jamal Dhaibi, ist Malak gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Lina und dem 11 Monate alten Mohammed Mouad der Sonnenschein. Doch dass das kleine Mädchen aus Wölferlingen einen solchen Lebensmut hat, ist keineswegs selbstverständlich, wie die Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary von HELFT UNS LEBEN, der Initiative unserer Zeitung für Menschen in Not, nun bei einem Besuch der jungen Familie in Wölferlingen feststellen mussten. Schließlich ist Malak rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen.

Das Schicksal von Malak begann bereits mit der Geburt vor fünf Jahren in Italien: Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester kam sie in der 31. Schwangerschaftswoche zur Welt. Während bei der Entbindung von Lina alles reibungslos verlief, kam es bei Malak zu Komplikationen. Sauerstoffmangel während der Geburt sorgte für bleibende Hirnschäden bei der Kleinen. Malak leidet daher seit ihrer Geburt an einer Zerebralparese samt spastischer Parese; ihr Bewegungsapparat ist stark eingeschränkt, und die Extremitäten sind teilweise gelähmt. Hinzukommen Verhaltensstörungen und das West-Syndrom, eine seltene Epilepsie-Form, an der Malak ebenfalls erkrankt ist.

Zwillingsschwester Lina kann nach Belieben spielen, toben und in den Kindergarten „Flohzirkus“ direkt neben dem Haus der Familie gehen, was Malak nicht kann. Sie besucht vielmehr die Integrative Kindertagesstätte Sonnenblumental der Lebenshilfe in Höhn und ist größtenteils auf ihren Rollstuhl angewiesen. „Sie will immer am liebsten gleich mitspielen, wenn sie Lina spielen sieht. Doch das geht nicht, und das macht Malak traurig. Sie schreit dann manchmal“, verrät Mutter Sara, die als Gesundheits- und Krankenpflegerin im Brüderkrankenhaus in Montabaur arbeitet, sich derzeit aber in Elternzeit befindet. Auch in der Nacht muss jedes Mal ein Elternteil in einem Bett neben der Fünfjährigen schlafen, denn immer wieder erleidet sie epileptische Anfälle. Medikamente haben nach den Worten von Vater Jamal, der in Rennerod beim Logistikunternehmen Kühne und Nagel beschäftigt ist, in der Vergangenheit für eine Linderung der Symptome bei seiner Tochter gesorgt. „Malak kann trotzdem nicht die ganze Nacht durchschlafen“, erklärt der Vater, der aus Marokko stammt, aber mehrere Jahre in Italien lebte. Ebenda lernte er auch seine Frau Sara, eine gebürtige Marokkanerin, kennen, die allerdings seit ihrem fünften Lebensjahr in dem südeuropäischen Staat lebte, dort die Schule besuchte und studierte, ehe sie 2015 zusammen mit ihrem Mann und den Zwillingen in den Westerwald nach Kaden kam. Ende 2017 erwarben sie schließlich ihr jetziges Haus in Wölferlingen, direkt neben Steffen und Petra Kummerow, die HELFT UNS LEBEN auf das Schicksal Malaks aufmerksam gemacht haben. Schließlich ist die jetzige Bleibe der Familie Dhaibi nur teilweise behindertengerecht: Eine ebenerdige Einfahrt in die Wohnung gibt es bisher nicht. Zudem sind sowohl das Bad als auch die Dusche nicht dafür ausgelegt, um mit dem Rollstuhl hineinfahren zu können. Malak muss daher regelmäßig von ihren Eltern getragen werden. „Jetzt im Kindesalter mag das ja noch gehen, aber was ist in zehn Jahren?“, sorgt sich Petra Kummerow, der die Familie ans Herz gewachsen ist, um die Zukunft der Familie.

Diese Sorge wird ihr nun allerdings genommen werden. „Für Frau Lewentz-Twer und mich war von Anfang an klar, dass wir die kleine Malak und ihre Familie unterstützen müssen“, erklärte HELFT UNS LEBEN-Geschäftsführer Hans Kary nach dem Gespräch mit der jungen Familie in Wölferlingen, bevor die HELFT UNS LEBEN-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer die freudige Nachricht überbrachte: „Wir werden Ihnen beim Umbau des Bades helfen.“ Das jetzige Badezimmer und eine dahinterliegende Abstellkammer sollen nun zu einem behindertengerechten Bad samt ebenerdiger Dusche umgebaut werden, in das Malak problemlos mit ihrem Rollstuhl fahren kann. Damit der ganzen Familie mit diesem Umbau der Alltag erheblich erleichtert wird, können die Leser unserer Zeitung einen wertvollen Beitrag leisten.

HELFT UNS LEBEN, die Initiative unserer Zeitung für Menschen in Not, bittet um Spenden für Malak. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, BIC: MAL ADE51KOB, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13, bitte den Betreff „Malak“ angeben.

Foto: Die HELFT UNS LEBEN-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer (rechts) und Geschäftsführer Hans Kary (links) besuchten in Wölferlingen die kleine Malak Dhaibi (vorne Mitte), die in dem Westerwaldort seit einem Jahr mit (von links) Zwillingsschwester Lina, Mutter Sarah, Vater Jamal und Bruder Mohammed Mouad wohnt. Die Familie benötigt dringend ein behindertengerechtes Bad, um Malak besser duschen und pflegen zu können. Foto: Andreas Egenolf

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Auch der kleine Jonah braucht einen Spender

Rhein-Lahn. Luft zum Durchatmen für die Familie von Nico und Jonah aus Wasenbach in der Verbandsgemeinde Diez: Die Initiative unserer Zeitung HELFT UNS LEBEN für Menschen in Not hat eine Sofortspende in Höhe von 5000 Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld soll die Eltern bei der Organisation rund um die Behandlung ihrer Söhne, also Arzt- und Therapiefahrten, Krankenhausaufenthalten und Ähnlichem, unterstützen. Viel Überzeugungsarbeit leisten musste Landrat Frank Puchtler nicht, als HELFT UNS LEBEN-Geschäftsführer Hans Kary und die Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer ihn im Kreishaus auf der Insel Silberau in Bad Ems besuchten. Schließlich kennen die beiden das schwere Los der Brüder und haben genau mitverfolgt, wie es den Kindern in den vergangenen Monaten ergangen ist. Landrat Puchtler hatte bereits die Schirmherrschaft für die Typisierungsaktion im November übernommen. Mittlerweile wurde glücklicherweise ein Stammzellenspender zumindest für eins der Kinder gefunden. Der Kreischef möchte die Wasenbacher weiterhin begleiten. Und HELFT UNS LEBEN greift der gebeutelten Familie gern unter die Arme, um ihr den schweren Alltag zu erleichtern.

Das harte Schicksal der Jungs hat eine Welle der Anteilnahme und Hilfsbereitschaft im ganzen Rhein-Lahn-Kreis und darüber hinaus ausgelöst. Der achtjährige Nico und sein mittlerweile einjähriges Brüderchen Jonah leiden am gleichen seltenen Gendefekt, dem sogenannten Chediak-Higashi-Syndrom. Die Immunkrankheit wird vererbt und schränkt die Lebenserwartung der Betroffenen extrem ein – sie werden selten älter als 20 Jahre. Nur eine Knochenmarkspende kann die Erkrankten retten.

Fast 1000 Menschen hatten sich bei der vom TV Wasenbach organisierten Aktion typisieren lassen, und vielleicht war es sogar einer dieser Freiwilligen, der sich tatsächlich als „genetischer Zwilling“ von Nico herausgestellt hat (die Identität des Spenders bleibt zunächst anonym). Wie großartig das ist, wird klar, wenn man die Statistik betrachtet: „Wenn einem ein Mensch gegenübersteht, liegt die Chance, dass er den gleichen genetischen Code hat, ab 1 zu 20 000 aufwärts“, erklärt Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). „Bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein passender Spender.“ Deswegen sei es für Erkrankte enorm wichtig, dass sich viele Menschen typisieren lassen.

Zu Beginn der Arbeit der DKMS vor etwa 20 Jahren wurden im ganzen Jahr sieben Transplantationen durchgeführt. „Mittlerweile finden wir zu 80 Prozent einen passenden Spender“, sagt Steinbauer. Im Jahr 2018 konnten deutschlandweit 5460 Knochenmarkspender vermittelt werden. Im ganzen Land stehen laut DKMS fast sechs Millionen mögliche Spender bereit, weltweit sind es etwa achteinhalb Millionen – Deutschland stellt also den Löwenanteil an potenziellen Lebensrettern in diesem Bereich. Nico hat seinen Lebensretter gefunden. Gemeinsam mit seinen Eltern hat er eine zermürbende Zeit hinter sich, und nervenaufreibend ist die Situation noch immer. Denn für eine Stammzellentransplantation muss das eigene Knochenmark zunächst komplett zerstört werden. Dazu werden die Patienten mit Chemotherapien behandelt und in Isolierzelten abgeschirmt. „Der kleinste Keim könnte die Menschen dann umbringen“, sagt Bettina Steinbauer. Nach zehn Tagen kann man feststellen, ob das neue Knochenmark ansetzt. Diese Hürde hat Nico gemeistert: „Die erste Knochenmarkpunktion hat ergeben, dass das neue Mark zu 100 Prozent angewachsen ist“, erzählt Nicos Mutter Daniela.

Die Transplantation sei im Allgemeinen gut verlaufen, Nico habe nur unter kleineren Nebenwirkungen gelitten – ein wenig Fieber, Hautausschlag, Erbrechen, Durchfall. Er habe auch nur wenige Blutkonserven gebraucht. Zweimal wöchentlich wird der Gesundheitszustand des Kindes genau überprüft. Die nächste Knochenmarkpunktion steht auch schon im Kalender – Termine, denen die Familie stets mit flauem Magen entgegenschaut.

100 Tage nämlich dauert es etwa, bis man Entwarnung geben kann. „Aber die Krankheitsverläufe sind so extrem unterschiedlich, dass sich das nur schwer verallgemeinern lässt“, erklärt die DKMS-Expertin. Nico jedenfalls ist zu Hause richtig aufgeblüht, genießt die Zeit mit seinen Eltern, seinem Brüderchen, seinen Spielsachen. Immer wieder muss der Junge kurzfristig ins Krankenhaus, wenn etwa ein Blutwert aus der Norm fällt, aber meistens kann er auch schnell wieder nach Hause. Um all das Drumherum zu managen, kommt die Spende von HELFT UNS LEBEN für die Familie gerade richtig.

Während für Nico die Hoffnung auf ein zweites Leben täglich wächst, bangen die Eltern immer noch um ihren zweiten Sohn. Denn auch der kleine Jonah braucht dringend einen Stammzellenspender, damit er die Krankheit besiegen kann.

Wer die Initiative unserer Zeitung HELFT UNS LEBEN für Menschen in Not im Allgemeinen oder konkret die Brüder unterstützen möchte, kann spenden. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, BIC: MALADE51 KOB, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13. Stichwort: Nico und Jonah

Foto: Die beiden Brüder aus Wasenbach leiden beide an einem lebensbedrohlichen Gendefekt – ein hartes Doppellos für die Familie. Während für den älteren Nico ein Stammzellenspender gefunden wurde, bangen die Eltern um ihren kleinen Sohn Jonah. Foto: privat

https://helftunsleben.de/1837-2/

Aaron erlitt als Frühchen schweres Leid

Nistertal. Im Februar wird der kleine Aaron aus Nistertal (Westerwaldkreis) vier Jahre alt. Er ist ein fröhlicher Junge, einer, der ein Liedchen auf den Lippen hat, so wie das Lied von der kleinen Wanze, die für ihr Leben gern auf der Mauer tanzt. Gemeinsam mit seiner großen zehnjährigen Schwester Sophie bringt er den Sonnenschein in den Alltag der Familie von Torsten und Dunja Seiler, wenn da nicht auch die vielen dunklen Momente wären: Aaron kann nicht sitzen, nicht krabbeln und nicht laufen.

Der „kleine Spatz“, wie ihn seine Eltern liebevoll nennen, kam als Frühchen zur Welt. Unmittelbar nach seiner Geburt riss eine Lunge, wodurch beide Lungenhälften einbluteten. Damit er sich selbstständig bewegen kann, ist Aaron heute auf den Rollstuhl angewiesen, doch der ist viel zu groß fürs Familienauto, einen in die Jahre gekommenen Opel Astra H, Baujahr 2006. Bettina Röder-Moldenhauer, die als Fotografin im Raum Westerwald für unsere Zeitung arbeitet, wurde auf den Fall aufmerksam und informierte HELFT UNS LEBEN. Manuela Lewentz-Twer, Vorsitzende der Initiative unserer Zeitung, verschaffte sich vor Ort einen Einblick in die Lebenssituation der Familie Seiler.

Aaron Benjamin Seiler, so heißt der kleine niedliche Junge mit den lockigen Haaren mit vollem Namen, wurde am 10. Februar 2015 als Frühchen geboren, nachdem sich seine Mutter zuvor im Krankenhaus mit einem Grippevirus infiziert hatte. Aaron wog 990 Gramm und war 36 Zentimeter groß, als er zur Welt kam. Unmittelbar nach seiner Geburt riss die linke Lunge des Säuglings. Ursache muss nach dem Befund der Ärzte die frühe Geburt und eine damit verbundene Unreife oder aber der Infekt der Mutter gewesen sein. Durch diesen Riss in der Lunge bluteten in der Folge beide Hirnhälften ein, links mehr als rechts. Im Laufe der nächsten Wochen kam es zu weiteren Rissbildungen, insgesamt achtmal. Durch die starken Hirnblutungen bildete sich ein Hypocepharlus, ein Wasserkopf. Ende April 2018 folgte eine OP am Kopf, seitdem wird Aaron mit einem sogenannten Shunt, einem Schlauch für den Hirnwasserablauf, versorgt.

„Es folgten noch viele kritische Tage, bis Aaron Anfang Juni nach Hause entlassen wurde. Die Ärzte hatten ihm zunächst nur eine fünfprozentige Überlebenschance gegeben“, berichtet Mutter Dunja. Nach einem Monat wollte er nichts mehr trinken. Der Junge erbrach sich ständig. Bis die Ärzte feststellten, dass der Schlauch im Kopf des Kindes verstopft war, verging eine Woche. Innerhalb von 24 Stunden musste Aaron zweimal operiert werden, danach kam es zu einem Nystagmus, seine Augen standen nicht mehr ruhig und liefen hin und her. Die rechte Körperhälfte war gelähmt wie nach einem Schlaganfall. „Die Ärzte teilten uns mit, dass sein Sehnerv durch den Hirndruck sehr beschädigt ist“, schildert Aarons Mutter die damalige Situation. Im vergangenen Dezember kam es zu einer weiteren Operation am Shunt, seither arbeitet er stabil. Aaron besucht den Förderkindergarten in Höhn, sein Essen bekommt er püriert vom Löffel, seine rechte Körperhälfte ist immer noch beeinträchtigt. Sieben Therapeuten kümmern sich die Woche über darum, dass sich sein Leben in kleinen Schritten bessern kann. Aaron hat einen Rollstuhl erhalten, damit er sich selbstständig bewegen kann, doch leider passt dieser nicht ins Familienauto. Vater Torsten bekam ob der ganzen Situation ein Burn-out, was ihn zu einem längeren Klinikaufenthalt zwang. Die Situation bleibt auch deshalb für die Familie zunehmend angespannt.

Nach dem Ende des Gesprächs stand für die HELFT-UNS-LEBEN-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer fest: Dieser Familie muss geholfen werden, und man muss alles dafür tun, dass sie den kleinen Aaron künftig im Rollstuhl in einem behindertengerechten Fahrzeug transportieren kann. Mit solch einem Fahrzeug wird man der Familie eine große Sorge abnehmen und ihr ein Stück Lebensqualität zurückgeben können. Hierzu können unsere Leserinnen und Leser einen wertvollen Beitrag leisten.

Die Hilfsorganisation bittet um Spenden für Aaron. Die Bankverbindung lautet: HELFT UNS LEBEN, Sparkasse Koblenz, BIC: MAL ADE51KOB, IBAN: DE72 5705 0120 0000 0013 13, Betreff: Aaron

Foto: Seine Eltern nennen ihn den „kleinen Spatz“: Aaron war nur 990 Gramm schwer, als er auf die Welt kam. Unmittelbar danach erlitt er einen Lungenriss – mit schlimmen Folgen. Manuela Lewentz-Twer (rechts), Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, verschaffte sich vor Ort einen Einblick in die Lebenssituation der Familie. Foto: Röder-Moldenhauer

https://helftunsleben.de/aaron-erlitt-als-fruehchen-schweres-leid/

OP warf junge Mutter mitten aus dem Leben

Ein Treppenlift kann Katharina Strüder etwas Freiheit zurückgeben – HELFT UNS LEBEN vor Ort in Ingelbach

Ingelbach. Ihre Tochter Louisa war gerade zwei Jahre alt, als bei Katharina Strüder aus Ingelbach ein angeborenes Rückenleiden entdeckt wurde. Eine Instabilität der Wirbelsäule, auch Wirbelgleiten genannt, wurde Ende 2015 bei der jungen Mutter diagnostiziert. Sie litt damals schon seit langer Zeit unter starken Schmerzen, die Ärzte verordneten ihr lediglich Physiotherapie. Doch die Bewegung half nicht und erst auf das konsequente Drängen der jungen Frau wurde eine Kernspintomografie durchgeführt.

„Da habe ich dann die Katastrophe gesehen“, erinnert sich Katharina Strüder. Wirbel waren verformt, einige Bandscheiben erst gar nicht mehr vorhanden. Eine Operation sollte Linderung bringen. „Ich bin davon ausgegangen, spätestens nach zehn Wochen wieder arbeiten zu können“, sagt die Diplom Kommunikationsdesignerin rückblickend. Doch es kam alles ganz anders. Katharina Strüders Krankheitsgeschichte nahm einen tragischen Verlauf. Eine zweite Operation folgte und statt der erhofften Genesung verschlechterte sich der Zustand der jungen Frau. Heute hat sie Pflegegrad drei, ihre Feinmotorik ist gestört und sie kann sich nur mühsam mit Gehhilfen oder einem Rollstuhl fortbewegen.

Anders als gehofft, konnte ihre Wirbelsäule bei der Operation nicht begradigt werden, starke Schmerzen bestimmen heute noch ihren Alltag. Hinzu kommt, dass sich im Operationsbereich starkes Narbengewebe gebildet hat. „Es traut sich niemand mehr daran“, sagt Katharina Strüder.

Die junge Frau hat resigniert und die Hoffnung auf eine erneute Operation und mögliche Heilung aufgegeben. Sie setzt alles daran, den Alltag mit der mittlerweile fünfjährigen Tochter zu meistern. So gut es eben geht. Ihre Eltern versuchen, die alleinerziehende Mutter zu unterstützen, doch wie Katharina Strüder selbst, stoßen auch sie immer wieder an ihre Grenzen. Die Krankheit stellt die komplette Familie auch vor große finanzielle Herausforderungen.

Die junge Frau bewohnt mit ihrem Kind im Obergeschoss ihres Elternhauses eine eigene Wohnung, behindertengerecht ist diese aber nicht. Und selbst mit Zuschüssen von der Kranken- oder Pflegekasse könnte Katharina Strüder, die eine kleine Erwerbsminderungsrente bezieht, es sich nicht leisten, das Badezimmer so umzubauen, dass sie es gut nutzen kann.

Von einem Treppenlift wagt sie erst gar nicht zu träumen. „Das kann ich nicht bezahlen“, sagt sie. So muss sie immer wieder unbeschreiblich viel Kraft aufwenden, um die Treppenstufen, die zu ihrer Wohnung führen, zu bewältigen.

„Es gibt Tage, da bleibt mir nichts anderes übrig, als auf dem Po Stufe für Stufe hinunterzurutschen, wenn ich das Haus verlassen will“, beschreibt sie ihre Situation. Und genau das soll mit HELFT UNS LEBEN, der Hilfsorganisation unserer Zeitung, anders werden. Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary besuchten Katharina Strüder mit ihrer kleinen Tochter Louisa.

Sie waren sich sofort einig, dass ein Treppenlift Katharina Strüder ein Stück Freiheit und Selbstständigkeit zurückgeben könnte. „Gerade mit dem kleinen Kind ist es doch wichtig, dass Katharina Strüder mal vor die Türe kommen und am Leben teilhaben kann“, sagt Manuela Lewentz-Twer. Sie ist zuversichtlich, dass dies mit Hilfe der Leser unserer Zeitung schon bald realisiert werden kann.

Denn Hürden liegen der 34-Jährigen Ingelbacherin jeden Tag aufs Neue im Weg. Sei es die Beantragung eines Rollstuhls bei ihrer Krankenkasse, das ewige Warten auf einen Sonderparkausweis für schwerbehinderte Menschen oder das Kämpfen gegen diverse Ablehnungsbescheide. Für alles, was ihr Leben leichter und den Alltag mit ihrer Krankheit erträglicher machen könnte, muss sie kämpfen, hart kämpfen. Glücklicherweise steht Katharina Strüder regelmäßig Nicole Stoessel von der Kirchlichen Sozialstation in Altenkirchen zur Seite. Die Betreuerin leistet der Ingelbacherin seelische Unterstützung, hat ein offenes Ohr für ihre Probleme und überlegt mit ihr gemeinsam, was sie tun kann, um ihren beschwerlichen Alltag zu verbessern.

Eine große Verbesserung könnte auf jeden Fall schon mal ein Treppenlift bringen und das Leben von Katharina Strüder und ihrer Tochter leichter machen.

Foto: Manuela Lewentz-Twer (links) und Hans Kary (rechts) wollen Katharina Strüder (Mitte) und ihrer kleinen Tochter Louisa helfen. Betreuerin Nicole Stoessel (2. von links) und Anja Lanio (2. von rechts) von der kirchlichen Sozialstation in Altenkirchen wissen, wie schwer der Alltag der Frau ist. Foto: Beate Christ

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