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Das Tagebuch eines pflegenden Partners


Bad Sobernheim. 2,5 Millionen pflegende Angehörige sind Tag und Nacht für ihre Lieben im Einsatz – etwa Gerd Stiwitz (65) aus Bad Sobernheim. In einem 73-seitigen Tagebuch hat er seine Gedanken, seinen Alltag festgehalten – überschrieben ist der kleine blaue Einband mit „…und dann bist du nur ein Kostenfaktor“.

Es setzt am 4. Juli 2015 ein, an dem Tag, an dem seine Frau Heidi (58) ein Aneurysma (geplatzte Schlagader im Gehirn) und wenige Tage später einen schweren Schlaganfall erlitt. Ihre rechte Hirnseite ist daraufhin paralysiert, nur mühsam gelingt der Neustart. Von der ersten Sekunde an ist Gerd an ihrer Seite, pflegt sie aufopferungsvoll und hilft ihr zurück ins Leben, unterstützt von hauptberuflichen Pflegern und Therapeuten. Seine Teilhaberschaft an einem Sobernheimer Fitnessstudio mit Jürgen Loch hat er längst aufgeben, um ganz für seine Heidi da zu sein. Die Idee, das Erlebte mit Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Kostenträgern niederzuschreiben, kam dem gelernten Schriftsetzer schon recht früh: „Sie entstand in der ersten Zeit von Heidis Erkrankung. Abends war ich fix und fertig, suchte nach einer Möglichkeit, zu verarbeiten, was ich erlebt habe, und das ist eine ernüchternde, eine erschütternde Ansammlung“, beschrieb er im Gespräch mit dem „Oeffentlichen“ bereits im Februar seine Empfindungen. Damals suchte er nach einem Kleinverlag, hat ihn mit Michael Müller (Special Print) in Kirn gefunden. Nächste Woche ist das Buch fertig. Dr. Willi Grüntgens, sein Sobernheimer Freund und Lektor, hat ihn beraten und auch das Vorwort verfasst.

Schon die Titel- und Rückseite mit der Ankündigung, das Tagebuch zu veröffentlichen, hat auf Facebook eine erneute Welle der Sympathie ausgelöst. 172 sogenannte „Likes“ hat er bekommen, alle wollen sie ein Tagebuch haben. Gut, denn knapp 700 Euro wird die erste Auflage (200 Exemplare) kosten. Gerd Stiwitz gibt die Tagebücher zum Selbstkostenpreis ab, weiß sich schon seit Jahren von engagierten Organisationen begleitet, beispielsweise von der Kirner Bürkle-Stiftung um Gudrun und Walter Wiest oder der Soonwaldstiftung um Herbert Wirzius sowie den Nachbarn, Freunden und Bekannten, die schon mal spontan vor der Haustür stehen und sie mit einer guten Gabe überraschen. Vom 1. bis 14. September reisen Heidi und Gerd wieder in die slowakische Adeli-Klinik, werden dort eine der besten therapeutischen Behandlungen erfahren. „Helft uns leben“, die Organisation unserer Zeitung, unterstützt das Ehepaar bereits zum zweiten Mal. Damit nicht genug: Freunde aus Bad Sobernheim um Ralf Erbach organisieren ein Benefizkonzert für Heidi und Gerd: am 2. November im Kaisersaal der Felkestadt. Auftretende Band: Goldrush aus dem Raum Trier.

Foto: Der Alltag eines pflegenden Angehörigen: Gerd Stiwitz aus Bad Sobernheim hat ein Tagebuch über sein Leben nach dem 4. Juli 2015 geführt und veröffentlicht es nächste Woche. Hinten: seine erkrankte Frau Heidi. Foto: Stefan Munzlinger

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Klöckners Traumhochzeit am Kap


Kapstadt. Mit dem Oldtimer ins Eheglück: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat ihrem Lebenspartner, dem Neuwieder Unternehmer Ralph Grieser, überraschend das Jawort gegeben. Die standesamtliche Hochzeit fand jedoch nicht in der Heimat, sondern in Südafrika statt, wo das Paar gute Freunde hat. „Ein besonderer Moment, ein besonderer Ort und besondere Menschen“, schwärmte die in Bad Kreuznach geborene Christdemokratin von der „wunderbaren“ Feier im kleinen Kreis.

Das Glück der beiden ist noch jung. Kennengelernt hatten sie sich, so heißt es, bei der Radbenefizveranstaltung Vor-Tour der Hoffnung – einer Aktion für krebskranke Kinder, bei der die 46-jährige CDU-Politikerin und frühere Deutsche Weinkönigin von der Nahe regelmäßig und gern in die Pedale steigt. Ende Januar 2018 hatte sich Julia Klöckner dann in Aachen bei der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ öffentlich und sehr vertraut mit ihrem neuen Begleiter gezeigt. Später sah man sie häufiger zusammen in Neuwied. Der Unternehmer aus dem Stadtteil Heimbach-Weis betreibt im Gewerbepark Mülheim-Kärlich das Oldtimerzentrum Depot 3, das vom Verkauf über Restaurierung und Service bis zur Unterbringung ein Komplettpaket anbietet. Erst vor Kurzem hat Depot 3 eine Oldtimerveranstaltung zugunsten unserer Leseraktion HELFT UNS LEBEN veranstaltet, bei der Grieser und Klöckner im beigefarbenen Mercedes 190 SL, Baujahr 1959, teilgenommen haben. Kein Wunder also, dass das junge Glück auch in Südafrika in einem schmucken Oldtimer zur standesamtlichen Trauung und zu einem anschließenden Picknick fuhr.

Die Hochzeit kommt für die Öffentlichkeit überraschend. Für Grieser und Klöckner hingegen stand dies schon länger fest. „Er hat mir an Ostern im vergangenen Jahr einen Heiratsantrag gemacht“, erzählte die Chefin der rheinland-pfälzischen CDU unserer Zeitung. „Ostern ist unsere Zeit“, erklärte sie die Wahl des Termins, der nur Familie und engsten Freunden bekannt war. „Es war eine Privatsache, die privat gefeiert werden sollte“, sagte Klöckner. Aber auch daheim wird das Ehepaar noch zu einer Feier einladen.

Jetzt aber gönnen sich die beiden zunächst ein paar Flittertage am Kap. Die Laptops sind dabei, ein wenig wird auch gearbeitet – aber erst am Wochenende steigen sie wieder voll ein.

An ihrem Alltag zwischen Klöckners Heimat im Weindorf Guldental, Neuwied und Berlin wird sich nach Angaben des Paares nichts ändern. „Jeder hat alle Schlüssel“, beschrieb sie ihr Leben zwischen den drei Standorten, bei dem oft große Mobilität gefordert ist. Auch namenstechnisch muss sich niemand umstellen: Beide behalten ihre bisherigen Namen.

Übrigens: Auf Geschenke möchte das frischgebackene Ehepaar verzichten. Stattdessen haben Julia Klöckner und Ralph Grieser ein Spendenkonto eingerichtet. Der Erlös fließt nach ihren Angaben in die Leseraktion HELFT UNS LEBEN für Not leidende Familien in unserer Region, für die Vor-Tour der Hoffnung für krebskranke Kinder und in eine Initiative des Bistums Mainz, die bestens zum Ort der Hochzeit passt: „Future for Africa“ – eine Aktion, die Spenden sammelt für die Berufsausbildung afrikanischer Jugendlicher.

Die IBAN des Spendenkontos Grieser/Klöckner lautet: DE14 5745 0120 0130 7884 41

Foto: Heimlich ins Eheglück: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) mit ihrem frischgebackenen Ehemann, dem Neuwieder Unternehmer Ralph Grieser, nach der Trauung. Das Paar gab sich an Ostern überraschend in Südafrika das Jawort. Foto: privat

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Auch für Jonah Hilfe gefunden

Rhein-Lahn. Seit Monaten fiebern die Menschen der Region mit den schwer kranken Brüdern Nico und Jonah aus Wasenbach und zeigen enorme Hilfsbereitschaft, unter anderem bei Typisierungsaktionen und Spendenaufrufen wie dem der Initiative HELFT UNS LEBEN unserer Zeitung. Und es gibt sehr gute Neuigkeiten, wie die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS auf der Facebook-Seite „Nico und Jonah wollen leben“ mitteilt: „Nico hat die ersten 100 kritischen Tage nach der Transplantation sehr gut überstanden. Die dritte Knochenmarkpunktion hat gezeigt, dass er das Knochenmark zu 100 Prozent angenommen hat.“ Es geht also Stück für Stück bergauf für den Achtjährigen. Und es gibt noch eine wunderbare Nachricht für seinen einjährigen Bruder: „Denn auch für Jonah wurde endlich ein passender Spender gefunden. Die Transplantation ist für das vierte Quartal diesen Jahres geplant“, heißt es von der DKMS.

Foto: Dem achtjährigen Nico geht es nach der Knochenmarktransplantation gut und auch für Jonah ist ein Spender gefunden. Foto: Facebook/privat

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Oldtimer für den guten Zweck unterwegs

Mülheim-Kärlich. Zugunsten der Hilfsaktion unserer Zeitung, HELFT UNS LEBEN, hat eine Oldtimerausfahrt mit rund zwei Dutzend herrlichen Autos und vielen prominenten Teilnehmern stattgefunden. Mit dabei waren Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die Deutsche Weinkönigin Caroline Klöckner und FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner. Veranstalter war die Firma Depot 3, die diese Ausfahrt schon seit einigen Jahren für den guten Zweck durchführt, in diesem Jahr auch für die weltweite Sozialstiftung Skate-Aid von Titus Dittmann.

HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer bedankte sich bei Depot-3-Inhaber Ralph Grieser dafür, dass er HUL seit einiger Zeit unterstützt. Sie war in Begleitung von Verlagsgeschäftsführer Thomas Regge und HUL-Geschäftsführer Hans Kary nach Mülheim-Kärlich gekommen. Dort berichtete sie über die Arbeit von HELFT UNS LEBEN und schilderte einen Fall, bei dem eine Frau durch den Tod ihres Lebensgefährten in finanzielle Not geraten ist. Diese muss sich jetzt allein um ihre beiden Töchter kümmern, eine ist von Geburt an querschnittsgelähmt. Konkret in diesem Fall hat Ralph Grieser geholfen. Manuela Lewentz-Twer sagte: „Ich hoffe, wir werden noch öfter zusammenarbeiten.“

Grieser, dessen Geschäftsbereich sämtliche Leistungen rund ums Thema Oldtimer umfasst wie Verkauf, Restaurierung, Service, TÜV-Abnahme und Unterbringung, erklärte, dass er von dem Arzt Dr. Peter Billigmann auf HUL aufmerksam gemacht wurde. Der Mediziner nahm ebenso an der Ausfahrt teil wie neben anderen Persönlichkeiten der Debeka-Vorstandsvorsitzende Thomas Brahm, der Inhaber der Koblenzer Fahrradfirma Canyon, Frank Arnold, und der Bendorfer Unternehmer Nikolaus Schär.

Ralph Grieser fuhr mit seiner Lebenspartnerin Julia Klöckner in einem beigefarbenen Mercedes 190 SL, Baujahr 1959. Weinkönigin Caroline Klöckner, nicht verwandt mit der Ministerin, steuerte in Begleitung ihres Bruders Alexander eine wunderschöne „Pagode“, einen Mercedes-Benz 280 SL von 1971. Die Technik bereitete ihr keine Probleme. „Ich stamme aus einer Ingenieursfamilie“, erklärte sie lachend. Christian Lindner fuhr mit seiner Partnerin Franca Lehfeldt einen BMW M5 von 1985 aus dem Fundus von Depot 3. Von dort stammt auch der Mercedes-Benz 300 SL, Baujahr 1987, den HUL-Geschäftsführer Hans Kary steuerte. Zu bestaunen waren unter anderem ein Ferrari 348 und einige Porsche 911 aus verschiedenen Epochen. Ziel der Ausfahrt war ein kleiner Ort in der Nähe von Marburg/Lahn. Hier befindet sich ein privates Museum mit einer der größten Sammlungen historischer Rennwagen.

Foto: Von der Mülheim-Kärlicher Firma Depot 3 startete eine Oldtimerausfahrt zugunsten der RZ-Hilfsaktion HELFT UNS LEBEN. HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und HUL-Geschäftsführer Hans Kary sowie Mittelrhein-Verlag-Geschäftsführer Thomas Regge freuten sich über die vielen prominenten Teilnehmer, darunter Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Deutsche Weinkönigin Caroline Klöckner und FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner. Foto: Winfried Scholz

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Mitsingparty: Spaß für den guten Zweck


Feldkirchen. Spaß haben und etwas für einen guten Zweck tun – das will Jens Martienssen Gründonnerstag, 18. April. erneut miteinander verbinden, wenn er um 20 Uhr ins „Alt Wollendorf“ zur großen Mitsingparty einlädt. Der Eintritt ist dabei frei, die Gäste werden aber gebeten, eine Spende für HELFT UNS LEBEN zu geben. Die Leserinitiative der Rhein-Zeitung setzt sich für Not leidende Menschen in der Region ein und will unbürokratisch da Hilfe leisten, wo Menschen durch die Maschen des Sozialsystems rutschen oder an starren Schranken der Gesundheitskassen scheitern.

„Die Idee für die Mitsingparty kam mir, als mir jemand vom Rudelsingen erzählte. Da hat es bei mir klick gemacht, weil ich das aus meiner Collegezeit in England kenne und immer schon mal in meiner Heimat machen wollte. Die Leinwand mit den Texten wirkt wie ein Magnet auf das Publikum, wenn man das Lied kennt“, sagt der Chiropraktiker aus Feldkirchen und ergänzt: „Singen ist gesund, und fast jeder singt auch gerne. Es macht einfach riesig Spaß. “

Im Unterschied zu anderen Veranstaltungen gleicher Art gibt Martienssen vor dem Gesang immer noch ein kleines Rätsel auf. So projiziert er vor jedem Song ein Bild an die Wand, und die Gäste dürfen raten, welches Lied folgt. Allzu schwer dürfte das jedoch nicht werden, da Martienssen aus seinem durchaus umfassenden Repertoire nur etwa 60 der bekanntesten Lieder für die Mitsingparty vorbereitet hat, wie er mitteilt. Rock-, Pop-, Swing-, Schlager-, Tanz- und Trinklieder will er mit seiner Gitarre spielen, und dann sollen alle singen: „Falsch, laut und mit Begeisterung. Denn gemeinsam klingt es immer gut“, sagt er. Bei der ersten Auflage vor zwei Jahren kam das übrigens bestens an. Im Spendentopf lagen am Ende mehr als 500 Euro für den guten Zweck.

Foto: Jens Martienssen lädt zum Mitsingen ein. Foto: privat

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Comeback in Etzbach: Lampenfieber spielt im Herbst


Etzbach. „Lampenfieber“ geht an Bord: „Weiber und Wunder“ sind zu erleben, wenn die Amateurtheatergruppe nach einem Jahr Pause wieder spielt. Im November wird das neue Stück an der neuen Spielstätte Bürgerhaus Etzbach aufgeführt. Zu einer ersten Lesung kamen die Schauspieler jetzt zusammen.

Am großen Tisch sind alle sehr gespannt, als Christa Bitzer die dicken Textmappen austeilt. Denn für ein paar Jahre hatte die Regisseurin die Stücke zwar eigens für Lampenfieber aufbereitet, sich jedoch auf andere Autoren verlassen. Nun hat sie wieder selbst zur Feder gegriffen und den seit Jahren erfolgreichen Schauspielern ihre Rollen auf den Leib geschneidert: „Weiber und Wunder an Bord“ stammt komplett aus Christa Bitzers Feder.

Zum Inhalt: Drei Frauen nehmen an einer Flusskreuzfahrt teil. Ihr Ziel: Sie wollen reicher von Bord gehen, als sie vorher waren. Zu dumm, dass die eine zwar Hochdeutsch spricht, dafür aber den IQ eines Küchenstuhls hat, und die anderen beiden nicht so durchtrieben sind, wie sie selbst meinen. Wer Lampenfieber kennt, kann sich vorstellen, was für ein Spaß das wird, denn die Rollen werden verkörpert von den „Altmeisterinnen“ Anne Preuß, Renate Krämer und Arlett von Glasow. Bevor die drei Damen mit Kräuterpülverchen und Wahrsagerei ihren Reibach bei einem selbst ernannten Casanova, einem Muttersöhnchen oder einer Schriftstellerin mit Schreibblockade machen können, müssen sie aber erst einmal am cleveren Schiffspersonal vorbei. Und der schweigsame Gast der Bar ist ebenso wenig hilfreich wie die flotte „Madame Franziska“. Schon bei der ersten Lesung am runden Tisch war klar, dass den Fans wieder ein paar vergnügliche Stunden bevorstehen. Und auf das Bühnenbild an Bord der „MS Lampenfieber“ darf man ebenfalls gespannt sein.

Die Aufführungen 2019 finden nur an zwei Wochenenden statt, denn das Bürgerhaus Etzbach bietet mehr Plätze als die alte Spielstätte in Breitscheidt. Wie gehabt wird jedoch freitags bis sonntags gespielt, und der Eintritt kostet unverändert 10 Euro. Nur die letzte Sonntagsaufführung ist als Benefizveranstaltung zugunsten von HELFT UNS LEBEN 2 Euro teurer.

Der Vorverkauf beginnt am 30. September im Blumen- und Dekohaus (Hamm, Lindenallee 39), bei Blumen Pattberg (Oppertsau), bei Michaela Neuhaus (Hamm, Lindenallee 11), bei Christa Bitzer (Breitscheidt) und bei Dörner-Moden (Altenkirchen).

Foto: Am großen Tisch sind alle gespannt: Autorin Christa Bitzer teilt die Rollenbücher aus. Foto: Silvia Patt

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Familie Hahn braucht Glück

Urbar. Gaby Hahn aus Urbar (Kreis Mayen-Koblenz) und ihre Töchter Jenny (28) und Julia (10) mussten in ihrem Leben schon zahlreiche Rückschläge verkraften und Probleme meistern. Im vergangenen Jahr verstarb ihr Lebensgefährte Berthold Klinkhardt. Gaby Hahn spricht immer noch von „meinem Mann“. Er war der Vater der beiden Kinder. Tochter Jenny sitzt wegen einer angeborenen Querschnittlähmung im Rollstuhl. Durch den plötzlichen Tod von Hahns Lebensgefährten verschärften sich erheblich die finanziellen Probleme der Familie. Auf Rat einer Bekannten hatte sich die Mutter an die RZ-Hilfsaktion HELFT UNS LEBEN (HUL) gewendet.

Beim Besuch der HUL-Vorsitzenden Manuela Lewentz-Twer und HUL-Geschäftsführer Hans Kary bekannte die 53-Jährige ganz offen: „Mein Mann war ein herzensguter Mensch, aber er konnte nicht mit Geld umgehen.“ Er ist im vergangenen Jahr in der Nacht vor seinem Geburtstag plötzlich auf dramatische Weise im Beisein der beiden Kinder gestorben.

In der Folge häuften sich die finanziellen Probleme der Familie. Gaby Hahn ist noch dabei, die nicht unerheblichen Bestattungskosten in Raten zu bezahlen. Weil sie nicht verheiratet waren, bekommt sie keine Witwenrente. Vor dem Tod des Vaters kümmerten sich beide Eltern im Wechsel um die Pflege von Tochter Jenny. Dies übernimmt nun ein Pflegedienst. Daher entfällt für die Familie das Pflegegeld. Der verstorbene Vater arbeitete als Kameramann bei Kanal 10. Außerdem hatte er eine kleine Firma für Hausmeisterdienstleistungen. Dafür besaß er einen Kleintransporter, der auch für den Transport von Jennys Rollstuhl entsprechend ausgebaut war. Kurz vor dem Tod des Mannes gab es daran einen größeren Defekt. Die Reparaturkosten beglich die Mutter aus dem Verkauf des Autos. Zum Transport von Jenny im Rollstuhl bleibt ihr noch ein 18 Jahre alter VW Caddy. Gaby Hahn sagt: „Ich bange täglich, dass hier wieder was kaputt geht.“ Weil sie wegen ihrer schwer behinderten Tochter nur halbtags arbeiten kann, hat sie nur ein geringes Einkommen. Als Inklusionshelferin betreut sie beeinträchtigte Kinder an der Urbarer Grundschule. Tochter Jenny arbeitet in der Koblenzer Rhein-Mosel-Werkstatt. Die Anhängerin der TuS Koblenz spielt wie ihr Vater begeistert Tischtennis. Dreimal in der Woche trainiert sie bei der Koblenzer Rollstuhl-Sportgemeinschaft. Auch die jüngere Schwester spielt Tischtennis. Daneben tanzt Julia in der Garde des Horchheimer Carneval-Vereins. Gaby Hahn sagt: „Trotz aller Schicksalsschläge lassen wir uns nicht unterkriegen. So erziehe ich auch meine Kinder.“

Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary waren sich nach dem Gespräch einig: „Diese Einstellung und vor allem ihr ständiges Selbstbemühen wollen wir würdigen. Wir wollen Ihnen helfen.“ Diese Mitteilung löste bei Mutter und Tochter Freudentränen aus. Die HUL-Vorsitzende Lewentz-Twer betonte abschließend: „Ihr Schicksal geht auch mir ganz nahe. Man braucht auch mal Glück. Sie haben es verdient.“

Foto: Die HUL-Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer (links) und HUL-Geschäftsführer Hans Kary (Mitte) wollen Gaby Hahn und ihrer schwer behinderten Tochter Jenny in ihrer prekären Lage helfen. Foto: Winfried Scholz

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Konzert entführt in Klangwelten Skandinaviens

Spay. Die Zuschauer der bis auf den letzten Platz gefüllten alten Kirche in Spay erlebten ein besonders beeindruckendes Konzert des Daniel-Sticken-Trios. Das Trio in einer ungewöhnlichen Besetzung mit Daniel Stickan (Kirchenorgel/Jazzpiano), Uwe Steinmetz (Saxofon) und Simin Tander (Gesang) brachte Klangwelten von sphärischer Spiritualität, die auch den skandinavischen Jazz auszeichnet, zu Gehör. In Kooperation mit der Franz-Krautkremer-Stiftung veranstaltete die Goldschmiede Hofacker zu Ehren ihres Gründers Paul Otto Hofacker dieses Benefizkonzert, dessen komplette Einnahmen HELFT UNS LEBEN, der Initiative unserer Zeitung für Menschen in Not, zugutekommen. Foto: Sarah Reuther

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Kein Happy End, aber es gibt Hoffnung in der Not

Kein Happy End, aber es gibt Hoffnung in der Not

Kleinmaischeid. Diese Story hat kein Happy End. Es ist nicht die schöne Geschichte, die wir schon so oft schreiben durften: HELFT UNS LEBEN (HUL) macht auf eine Notlage aufmerksam, die Leser spenden, und zum Schluss gibt es eine Übergabe mit glücklichen Gesichtern. Diese Geschichte ist in Teilen auch so, aber im entscheidenden Punkt anders: Sophia ist tot.

Dank der überwältigenden Hilfsbereitschaft der RZ-Leser konnte HUL dem Mädchen nur noch einen letzten Wunsch erfüllen – und ihren Hinterbliebenen helfen, die Trauer zu verarbeiten. Immerhin: Mutter Anke sieht heute, acht Monate später, wieder etwas positiver in die Zukunft.

Es ist im Dezember 2017, als die RZ erstmals über Familie Queitsch berichtet. Damals darf Sophia (9) nach monatelangem Martyrium endlich nach Hause, zumindest für ein paar Tage. Das Kind scheint auf dem Weg der Besserung. Leukämiebefund, Chemotherapie, Hirnblutung, Koma, vier Wochen lang: All das liegt hinter ihr. Über Monate hat Mutter Anke an Sophias Bett in der Bonner Uniklinik gesessen, notgedrungen ihre vier „großen“ Kinder allein lassen müssen.

Das früher so quickfidele Mädchen ist weiterhin praktisch blind und nahezu gelähmt. Aber wenigstens zu Weihnachten darf Sophia wieder nach Kleinmaischeid. Sie hat sich etwas erholt, man hofft, dass sich ihr Zustand weiter verbessert.

Dass auf lange Zeit immer wieder Klinikaufenthalte nötig sein werden, scheint aber auch klar. Und so braucht die Familie dringend einen Wagen, in dem sie das Kind samt Rollstuhl transportieren kann. Nur wie soll sie den finanzieren? Anke Queitsch ist alleinerziehend. Arbeiten kann sie nicht. Sie muss sich um ihr Kind kümmern, für das sie zum letzten Strohhalm geworden ist.

HUL ruft zu Spenden auf, und die Leser lassen sich nicht lumpen. Der Transporter ist schon bestellt, da kommt die niederschmetternde Nachricht: Der Krebs siegt doch, die Ärzte geben den Kampf gegen die Leukämie auf. Sie entlassen Sophia nach Hause, können nicht einmal sicher sagen, dass sie noch ihren zehnten Geburtstag erlebt.

Es folgt die Zeit des Abschieds. Das Hospiz in Koblenz hilft der Familie, empfiehlt ihr einen letzten gemeinsamen Urlaub. HUL finanziert den gern. Weite Fahrten sind für Sophia nicht mehr möglich, aber den Queitschs gefällt es auch an der nahen Westerwälder Seenplatte sehr gut. Verwandte und Freunde kommen dazu. „Wir haben es sehr genossen. Diese Zeit hat uns viel bedeutet“, sagt Anke Queitsch heute und erzählt mit einem Lächeln, dass man im Lindner-Hotel „sehr lieb“ gewesen sei. „Sie haben Sophia sogar ihre Tiefkühlpizza gemacht. Sie wollte nichts anderes mehr essen“, sagt sie.

„Nein, wir haben nicht permanent geheult. Wir haben die Zeit wirklich genutzt. Natürlich hab ich zu kämpfen gehabt. Aber das macht man nicht vor den Kindern. Und es hat funktioniert. Sie war glücklich“, ist sie fest überzeugt. Ein Beispiel: Einmal sprang ein kleiner Hund zu Sophia auf den Rollstuhl und hat mit ihr gekuschelt. „Da war so ein Strahlen in ihren Augen. Sie hat es genossen.“

Heute begrüßt „Amy“ bei Queitschs Fremde eher skeptisch knurrend. Sophia möchte nach diesem Erlebnis so gern noch einen Hund haben, dass die Familie den fußballgroßen Chihuahua-Zwergspitz-Mischling anschafft. „Sie ist Sophias Hund“, sagt ihre Mutter – auch wenn sie ihn nicht mehr lange genießen konnte. Denn viel Zeit bleibt dem Mädchen nicht mehr. Ihren zehnten Geburtstag erlebt Sophia noch, fünf Tage später stirbt sie. „Sie hat auf ihren Lieblingsonkel aus München gewartet, um sich zu verabschieden“, weiß ihre Mutter.

Die fällt anschließend in ein tiefes Loch. Damit sie eine Chance hat, sich daraus wieder hervorzukämpfen, braucht sie ein Auto. Denn in Kleinmaischeid gibt es praktisch keinen öffentlichen Nahverkehr: Busse fahren selten und auf wenigen Routen, der nächste Bahnhof ist im 15 Kilometer entfernten Engers. Wie sollen Mutter und Geschwister die dringend angeratenen Therapieangebote annehmen? Sie kommen nicht hin. Das Koblenzer Hospiz legt es HUL ans Herz, hier zu helfen. Der Hilfsverein stimmt zu, auch wenn es nicht mehr für das Kind ist.

„Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen“, sagt Anke Queitsch. Denn so kann die Familie auch gemeinsam etwas unternehmen, kommt mal raus. Gleich in den Herbstferien fahren Mutter und Kinder zu Oma Tine nach Sachsen. Heute zeigt der Zähler des Ford Tourneo Connect an, dass Queitschs schon 5000 Kilometer unterwegs waren. „Es wäre so vieles ohne Auto nicht möglich gewesen“, sagt die Mutter.

Kürzlich zum Beispiel: „Wintertraum“ im Phantasialand. Queitschs haben Karten von einer Hilfsaktion in Brückrachdorf bekommen, dank des Wagens können sie sie auch in Brühl einlösen. „Die vier Kinder so vereint und glücklich zu sehen, das hat richtig gutgetan. Ich bin zwar mit keiner Achterbahn gefahren, habe den Besuch aber genossen ohne Ende. Das war Balsam für die Seele“, erinnert sie sich.

Und noch wichtiger: Anke Queitsch hat vor Sophias Erkrankung eine Umschulung zur Hauswirtschafterin absolviert. Jetzt kann sie dank Auto ein Praktikum bei einem ambulanten Pflegedienst in Selters annehmen. „Mit tut es gut. Zu Hause komme ich zu viel ins Grübeln. Unter Leuten fällt es mir leichter“, sagt sie und gibt zu, dass sie natürlich Tage hat, an denen sie am liebsten im Bett bleiben würde. „Aber auch dann ist die Ablenkung angenehm.“

Und die Arbeitsatmosphäre stimmt, sie kommt mit ihrem Chef und den Kollegen gut aus. Alle sind sich einig: Es passt. „Am 1. März fange ich dort fest an. In Vollzeit. Ich möchte weg von Hartz IV“, sagt Anke Queitsch, lächelt und betont: „Ich möchte dem Verein und den vielen Spendern Danke sagen. Danke, dass sie mir das ermöglicht haben, auch wenn leider alles anders gelaufen ist.“

Foto: Anke Queitsch in der Tür ihres von HELFT UNS LEBEN gestifteten Autos. Dank des Wagens kann sie Therapieangebote annehmen und entkommt Hartz IV. Foto: Ulf Steffenfauseweh

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Weihnachtshaus: Die Lichter hüpfen an vielen Terminen

Feldkirchen. Dass zwei junge Männer seit sieben Jahren in ihrer Freizeit über Monate hinweg an einem Haus mehr als 30 000 Lämpchen installieren, um Besucher beschwingt auf Weihnachten einzustimmen, ist allein schon beachtlich. Dass Meikel Rockenfeller und Felix Jung aus Feldkirchen es aber geschafft haben, die Leute damit so zu begeistern, dass sie mittlerweile mehr als 40 000 Euro gespendet haben, ist noch eindrucksvoller: 40 000 Euro für die Rhein-Zeitungs-Leser-Initative „HELFT UNS LEBEN“. Die kann damit Menschen aus der Region ganz konkret das Leben ein wenig leichter machen. Menschen, die in der Regel unverschuldet, oft durch gesundheitliche Probleme, in Not geraten sind.

Der Clou, mit dem sich das Weihnachtshaus in Feldkirchen von vielen anderen, aufwendig geschmückten Gebäuden unterscheidet, ist, dass hier die Lämpchen nicht nur weiß und rot leuchten, sondern im Takt hüpfen. Jung und Rockenfeller haben sie so programmiert, dass sie zur Musik tanzen. Drei neue Songs (von fünf) sind in diesem Jahr dabei, kündigt Rockenfeller an, verrät aber natürlich wie immer nicht, welche das sind. „Rockin‘ around the christmas tree“, „Let it snow“ und Melanie Thorntons „Wonderful Dream“ waren in der Vergangenheit schon dabei, aber auch besinnliche, deutsche Klassiker wie „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ und „O du fröhliche“. Die Mischung macht’s. 18 Shows – an den kommenden beiden Freitagen, Samstagen und Sonntagen jeweils um 17, 18 und 19 Uhr – können sich die Besucher ansehen. Bezahlen müssen sie nichts, bekommen sogar von den „Glühweinengeln“ noch umsonst Getränke angeboten. Jung und Rockenfeller hoffen nur, dass die Spendenbox gefüttert wird – worauf sie sich in den vergangenen Jahren verlassen konnten. Und das Geld, das dort hineingeworfen wird, geht zu 100 Prozent an den guten Zweck. Jung und Rockenfeller behalten keinen Cent, haben vielmehr den Aufbau des Hauses aus eigener Tasche finanziert – inklusive der in jedem Jahr nötigen Erneuerungen. So mussten sie dieses Mal rund 300 defekte Lämpchen austauschen.

Dank des anhaltenden Erfolges – in den vergangenen Jahren kamen, Tendenz steigend, rund 5000 Besucher – haben sich Sponsoren gemeldet. Vor allem die Stadtwerke Neuwied (SWN) sind so zu einem praktisch unverzichtbaren Partner geworden, da sie die nicht unbeträchtliche Menge an Energie in Form von Ökostrom kostenlos zur Verfügung stellen. „Ohne die Unterstützung würde es gar nicht mehr gehen“, weiß Rockenfeller.

Schließlich hat sich das Projekt Weihnachtshaus in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Immer wieder kamen neue Elemente hinzu. Nur die Grundidee ist unverändert. Schließlich gibt der Erfolg den Machern recht. Es sind in den vergangenen Jahren immer mehr Besucher geworden. Daher raten Jung und Rockenfeller denen, die es nicht ganz so „kuschelig“ mögen, auch immer wieder dazu, freitags vorbeizukommen. Besonders voll wird es dagegen meist an den Sonntagen.

Das Weihnachtshaus steht in der Heinrich-Heine-Straße 31 in Feldkirchen. Die Shows finden statt am 7., 8., 9. sowie 14., 15. und 16 Dezember, jeweils um 17, 18 und 19 Uhr. Dauer: 15 bis 20 Minuten.

Foto: 30 000 Lichter erstrahlen am Weihnachtshaus in Feldkirchen nicht nur, programmiert von Felix Jung und Meikel Rockenfeller hüpfen sie auch zu Weihnachtsliedern im Takt und verzaubern so die Besucher. Am Freitag geht es wieder los. Foto: Meikel Rockenfeller

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