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Unsere Leser helfen uns zu helfen

Leseranwalt Jochen Kampmann im Gespräch mit Manuela Lewentz-Twer, Hans Kary und Thomas Regge

Jochen Kampmann: Liebe Frau Lewentz-Twer, wieder ist ein arbeitsintensives Jahr vorbei. Wie haben Sie dieses Jahr in Ihrer Arbeit für HELFT UNS LEBEN empfunden?

Manuela Lewentz-Twer: Die Arbeit für HELFT UNS LEBEN macht meinen Kolleginnen und Kollegen und mir persönlich immer noch unendlich viel Freude, von Jahr zu Jahr mehr möchte ich sagen. HELFT UNS LEBEN hat auch in diesem Jahr eine sehr breite Unterstützung durch unsere Leserinnen und Leser erfahren. Mich beeindruckt die große Spendenbereitschaft und mich bewegen die Menschen, denen wir mit unserem Verein ein Stück Hoffnung geben können. Neben der materiellen Unterstützung und finanziellen Entlastung tut es den betroffenen Personen einfach gut, dass ihre oftmals fast ausweglose Situation wahrgenommen wird und die Leistung, die in den Familien erbracht wird, Anerkennung findet. Es ist ein wesentlicher Anteil unserer Arbeit, Anteil zu nehmen am Schicksal der Betroffenen, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und Mut zu machen.

Jochen Kampmann: Das bedeutet, dass Sie auch persönlich engagiert sind?

Manuela Lewentz-Twer: Ich finde, es gehört einfach dazu, dass man sich auch persönlich engagiert. Wir sind glücklich, helfen zu können, aber wir tun das immer mit persönlichem Einsatz und mit vollem Herzen. Ohne menschlichen Zugang zu „unseren Familien“ könnten wir sicherlich nicht so unterstützen wie wir es durch den Verein tun. Ich glaube, das ist auch eins der Geheimnisse des langjährigen Erfolges von HELFT UNS LEBEN. Wir bewerten und entscheiden nicht anonym, sondern sind vor Ort und hören zunächst einmal zu. Unseren Familien tut es oft einfach nur gut, dass jemand ein offenes Ohr für sie hat und dann natürlich auch ganz pragmatisch dort hilft, wo es am Notwendigsten ist.

Jochen Kampmann: Herr Kary, was war für Sie besonders beeindruckend?

Hans Kary: Alle unsere Schützlinge beeindrucken mich. Es ist wirklich schwierig, einzelne Personen oder Fälle hervorzuheben. Aber ganz besonders berührt mich die Geschichte des vierjährigen Rico aus Oberhof. Rico leidet unter frühkindlichem Autismus und muss rund um die Uhr betreut werden. Seine 28-jährige, alleinerziehende Mutter Angelina hat uns beim Besuch von ihrem Alltag berichtet. Länger als ein oder zwei Stunden kann Rico nicht allein sein. Seine Betreuung fordert die junge Frau fast über ihre Grenzen, und auch, wenn sie selbst krank ist, kann sie sich nicht vorstellen, sich von ihrem Rico zu trennen. Diese Haltung bewundere ich und ich bin sicher, dass wir mit Hilfe unserer Leserinnen und Leser auch Mutter und Sohn unter die Arme greifen können.

Jochen Kampmann: Stellen Sie fest, dass die Anzahl der Anfragen steigt?

Manuela Lewentz-Twer: Ja. Uns erreichen jedes Jahr mehr Anfragen nach Unterstützung, die wir in jedem Fall detailliert prüfen und uns, sofern wir grundsätzlich die Möglichkeit zu helfen sehen, immer auch persönlich ein Bild machen. Das heißt also für meine Mitstreiter im Vorstand und für mich selbst Fälle sichten, bewerten, mit den Antragstellern telefonieren und dann natürlich auch zu den Familien oder zu den Personen hinfahren, sich vor Ort ein Bild machen und eine Meinung bilden. Wir sind also regelmäßig im gesamten Verbreitungsgebiet der Rhein-Zeitung unterwegs. Über die „größeren Fälle“ berichtet dann auch immer die Rhein-Zeitung, darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von kleineren Projekten, die dazu kommen.

Jochen Kampmann: Herr Regge, Sie sind seit etwas mehr als einem Jahr Geschäftsführer im Mittelrhein-Verlag. Sie kennen den Verlag und damit auch HELFT UNS LEBEN bereits seit etlichen Jahren. Wie beurteilen Sie die Arbeit von HELFT UNS LEBEN?

Thomas Regge: HELFT UNS LEBEN ist eine Hilfsorganisation, die die Menschen in der Region zusammenbringt und damit wirklich Gutes erreicht. Das zeigt zum einen das große Vertrauen, das die Leserinnen und Leser „ihrer“ Zeitung entgegenbringen und ist zum anderen auch für unsere Zeitung ganz wichtig. Wir sind regional verankert und in erster Linie den Menschen in unserer Region verbunden und verpflichtet. Alle Leserinnen und Leser können sich sicher sein, dass mit ihrer Spende verantwortungsbewusst umgegangen wird. Wie Frau Lewentz-Twer ja schon ausgeführt hat, wird jeder Antrag persönlich geprüft und auch ich lese mit großem Interesse die Beiträge über die einzelnen Fälle. Der Verein arbeitet hoch professionell und ist untrennbar mit der Rhein-Zeitung und ihren Heimatausgaben verbunden. Ich freue mich, als neuer Geschäftsführer den Verein zu unterstützen, denn alle Kosten für Werbung und das Marketing trägt selbstverständlich die Zeitung, so dass alle Spenden ohne Abzug den Kindern und Familien in Not zu Gute kommen. Deshalb ist für mich auch selbstverständlich, die neueste Idee aus dem Vorstandsgremium zu unterstützen.

Manuela Lewentz-Twer: Für alle Unterstützerinnen und Unterstützer haben wir uns in diesem Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Wir möchten Ihnen – über die Berichterstattung hinaus – noch mehr über unseren Verein erzählen und Ihnen all die Personen, die das möglich machen, gern persönlich vorstellen. Und zwar am Mittwoch, 5. Dezember. Alle Informationen finden Sie auf der letzten Seite dieser Beilage. Aber bitte schnell mit der Anmeldung sein, denn unsere räumlichen Kapazitäten sind begrenzt. Wir alle freuen uns schon sehr auf Sie.

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Zwei Spitzenbands für die gute Sache

HELFT UNS LEBEN Benefizkonzert begeisterte

Mit rund 1400 Gästen voll besetzt war das „Wohnzimmer“ der Koblenzer, die Rhein-Mosel-Halle, beim traditionellen Benefizkonzert der Rhein-Zeitung mit dem Heeresmusikkorps Koblenz unter Leitung von Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe.

Auch die Marinierskapel der Königlichen Niederländischen Marine unter Major Arjan Tien stellte sich erneut in den Dienst der guten Sache, denn der Erlös der Veranstaltung, rund 15 000 Euro, kommt – wie seit 39 Jahren – der RZ-Aktion HELFT UNS LEBEN zugute. Deren Vorsitzende, Manuela Lewentz-Twer, informierte im Gespräch mit RZ-Chefredakteur Peter Burger die Konzertbesucher über das vielfältige Engagement des ehrenamtlichen Vereins. Foto: Sascha Ditscher

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OP warf junge Mutter mitten aus dem Leben

Ein Treppenlift kann Katharina Strüder etwas Freiheit zurückgeben – HELFT UNS LEBEN vor Ort in Ingelbach

Ingelbach. Ihre Tochter Louisa war gerade zwei Jahre alt, als bei Katharina Strüder aus Ingelbach ein angeborenes Rückenleiden entdeckt wurde. Eine Instabilität der Wirbelsäule, auch Wirbelgleiten genannt, wurde Ende 2015 bei der jungen Mutter diagnostiziert. Sie litt damals schon seit langer Zeit unter starken Schmerzen, die Ärzte verordneten ihr lediglich Physiotherapie. Doch die Bewegung half nicht und erst auf das konsequente Drängen der jungen Frau wurde eine Kernspintomografie durchgeführt.

„Da habe ich dann die Katastrophe gesehen“, erinnert sich Katharina Strüder. Wirbel waren verformt, einige Bandscheiben erst gar nicht mehr vorhanden. Eine Operation sollte Linderung bringen. „Ich bin davon ausgegangen, spätestens nach zehn Wochen wieder arbeiten zu können“, sagt die Diplom Kommunikationsdesignerin rückblickend. Doch es kam alles ganz anders. Katharina Strüders Krankheitsgeschichte nahm einen tragischen Verlauf. Eine zweite Operation folgte und statt der erhofften Genesung verschlechterte sich der Zustand der jungen Frau. Heute hat sie Pflegegrad drei, ihre Feinmotorik ist gestört und sie kann sich nur mühsam mit Gehhilfen oder einem Rollstuhl fortbewegen.

Anders als gehofft, konnte ihre Wirbelsäule bei der Operation nicht begradigt werden, starke Schmerzen bestimmen heute noch ihren Alltag. Hinzu kommt, dass sich im Operationsbereich starkes Narbengewebe gebildet hat. „Es traut sich niemand mehr daran“, sagt Katharina Strüder.

Die junge Frau hat resigniert und die Hoffnung auf eine erneute Operation und mögliche Heilung aufgegeben. Sie setzt alles daran, den Alltag mit der mittlerweile fünfjährigen Tochter zu meistern. So gut es eben geht. Ihre Eltern versuchen, die alleinerziehende Mutter zu unterstützen, doch wie Katharina Strüder selbst, stoßen auch sie immer wieder an ihre Grenzen. Die Krankheit stellt die komplette Familie auch vor große finanzielle Herausforderungen.

Die junge Frau bewohnt mit ihrem Kind im Obergeschoss ihres Elternhauses eine eigene Wohnung, behindertengerecht ist diese aber nicht. Und selbst mit Zuschüssen von der Kranken- oder Pflegekasse könnte Katharina Strüder, die eine kleine Erwerbsminderungsrente bezieht, es sich nicht leisten, das Badezimmer so umzubauen, dass sie es gut nutzen kann.

Von einem Treppenlift wagt sie erst gar nicht zu träumen. „Das kann ich nicht bezahlen“, sagt sie. So muss sie immer wieder unbeschreiblich viel Kraft aufwenden, um die Treppenstufen, die zu ihrer Wohnung führen, zu bewältigen.

„Es gibt Tage, da bleibt mir nichts anderes übrig, als auf dem Po Stufe für Stufe hinunterzurutschen, wenn ich das Haus verlassen will“, beschreibt sie ihre Situation. Und genau das soll mit HELFT UNS LEBEN, der Hilfsorganisation unserer Zeitung, anders werden. Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary besuchten Katharina Strüder mit ihrer kleinen Tochter Louisa.

Sie waren sich sofort einig, dass ein Treppenlift Katharina Strüder ein Stück Freiheit und Selbstständigkeit zurückgeben könnte. „Gerade mit dem kleinen Kind ist es doch wichtig, dass Katharina Strüder mal vor die Türe kommen und am Leben teilhaben kann“, sagt Manuela Lewentz-Twer. Sie ist zuversichtlich, dass dies mit Hilfe der Leser unserer Zeitung schon bald realisiert werden kann.

Denn Hürden liegen der 34-Jährigen Ingelbacherin jeden Tag aufs Neue im Weg. Sei es die Beantragung eines Rollstuhls bei ihrer Krankenkasse, das ewige Warten auf einen Sonderparkausweis für schwerbehinderte Menschen oder das Kämpfen gegen diverse Ablehnungsbescheide. Für alles, was ihr Leben leichter und den Alltag mit ihrer Krankheit erträglicher machen könnte, muss sie kämpfen, hart kämpfen. Glücklicherweise steht Katharina Strüder regelmäßig Nicole Stoessel von der Kirchlichen Sozialstation in Altenkirchen zur Seite. Die Betreuerin leistet der Ingelbacherin seelische Unterstützung, hat ein offenes Ohr für ihre Probleme und überlegt mit ihr gemeinsam, was sie tun kann, um ihren beschwerlichen Alltag zu verbessern.

Eine große Verbesserung könnte auf jeden Fall schon mal ein Treppenlift bringen und das Leben von Katharina Strüder und ihrer Tochter leichter machen.

Foto: Manuela Lewentz-Twer (links) und Hans Kary (rechts) wollen Katharina Strüder (Mitte) und ihrer kleinen Tochter Louisa helfen. Betreuerin Nicole Stoessel (2. von links) und Anja Lanio (2. von rechts) von der kirchlichen Sozialstation in Altenkirchen wissen, wie schwer der Alltag der Frau ist. Foto: Beate Christ

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Große Bilanz von HELFT UNS LEBEN

Leseranwalt Jochen Kampmann ist Ihr Mann in unserer Redaktion

Das ganze Jahr über berichten wir in regelmäßigen Abständen, wie wir dank der großartigen Spendenbereitschaft unserer Leser mit HELFT UNS LEBEN dazu beitragen können, dass die Not vor unserer Haustür abgemildert werden kann. In der heutigen Ausgabe gibt es eine Beilage, sozusagen eine Jahresbilanz dessen, was HELFT UNS LEBEN 2018 getan hat. Ein Blick zurück ist gut und wichtig, ebenso wichtig ist aber auch, dass nach vorn, in die Zukunft also, geschaut wird. Denn Notsituationen werden – das ist leider eine bedauerliche Konstante des Alltags – nicht weniger.

Mit ihrer Spende können wir Mitbürgern helfen, die unverschuldet in Not geraten sind. Was für die Vorsitzende von HELFT UNS LEBEN, Manuela Lewentz-Twer, ganz wichtig ist, dass jeder Spender weiß, dass sein Geld ausschließlich den Hilfsbedürftigen zugutekommt, dass kein Cent in irgendeine Verwaltung fließt oder für andere Aufwendungen dient.Auch die vielen Kolleginnen und Kollegen, die für HELFT UNS LEBEN tätig sind, machen das ehrenamtlich. Sämtliche Kosten, die zwangsläufig entstehen, werden von unserem Verlag getragen.Unterstützen Sie HELFT UNS LEBEN. Das ist, sozusagen als persönliche Jahresbilanz, meine Bitte.

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Musikalischer Hochgenuss für guten Zweck

Kapelle der königlichen Marine der Niederlande und das Koblenzer Heeresmusikkorps gestalten ein mitreißendes Konzert

Koblenz. Einen musikalischen Hochgenuss haben rund 1400 Besucher beim diesjährigen Benefizkonzert zugunsten der RZ-Hilfsaktion HELFT UNS LEBEN erlebt. Zwei Orchester der Spitzenklasse begeisterten das Publikum: die Kapelle der königlichen Marine aus den Niederlanden und das schon seit 39 Jahren vertraute Heeresmusikkorps (HMK) Koblenz. Die Rhein-Mosel-Halle, „unser gemeinsames Wohnzimmer“, wie sie die HMK-Leiterin Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe nannte, war ausverkauft.

Die Marinemusiker begannen mit „Variationen über Wilhelm von Oranien“ von Richard Strauß. Wie Major Tien im RZ-Gespräch erläuterte, hatte Strauß das Stück 1892 anlässlich der Hochzeit der Tochter von König Wilhelm II. geschrieben. 40 Jahre später wurde es dann zur niederländischen Nationalhymne.

Elf kleine Sätze „Ragtimes und Habaneras“ schrieb der deutsche Komponist Hans Werner Henze in den 1950er-Jahren. Beim Concertino für Posaune des Felix-Mendelssohn-Zeitgenossen Ferdinand David gab es für den Solisten Hauptfeldwebel Frank Kramer verdientermaßen spontanen Applaus. „Die Kollegen haben auf einem sensationell hohen Niveau gespielt“, lobte später Alexandra Schütz-Knospe im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das galt auch für die Darbietung der „Festlichen Ouvertüre zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution in G-Dur op. 72“ von Reinhold Glière. „Ein festliches, tolles Stück, das wir neu in unser Repertoire aufgenommen haben“, erklärte Major Tien. Ans Publikum gewandt, meinte er leicht verschmitzt: „Eine Ouvertüre zum Schluss eignet sich auch bestens zur Eröffnung der Pause und des zweiten Teils.“

Den bestritten die Koblenzer Heeresmusiker, charmant und eloquent moderiert von Alexandra Schütz-Knospe. Neben der Marschkomposition Viribus Unitis von Josef Bach boten sie glänzend interpretierte Unterhaltungsmusik aus den 1980er-Jahren. Bei der für einen Oscar nominierten Filmmusik „Silverado“ von Bruce Broughton führte der neue stellvertretende Orchesterchef Hauptmann Wolfgang Dietrich den Taktstock.

Bei „Annie’s Dream“ aus der Feder des Schweizer Armee-Dirigenten Christoph Walter zeichnete sich das Trompetenregister des Heeresmusikkorps in besonderem Maße aus. Für den flotten Marsch „Slipstream“ hatte der 1951 geborene englische Komponist Philip Starke 1987 den BBC-Preis für neue Blasmusik gewonnen. „Da geht es flott vorneweg. Passen Sie auf, dass wir Ihnen nicht enteilen“, warnte die Musikkorps-Chefin schelmisch. Das taten die Musiker dann doch nicht. Denn sie hatten ja noch den mit Applaus im Stehen belohnten musikalischen Höhepunkt im Gepäck: ein Medley aus acht Pop- und Schlagertiteln, alle aus dem Jahr 1988 – darunter der Michael-Jackson-Hit „Man in the Mirror“, „Wahre Liebe“ von den Ärzten, „Ella elle l’a“ von France Gall, „Solang man Träume noch leben kann“ (Münchner Freiheit) oder die grandiose Pop-Hymne „One Moment in Time“ von Whitney Houston.

Gemeinsam spielten die beiden Orchester neben den Nationalhymnen mit dem „Groot Rotterdam Marsch“ und „Alte Kameraden“ zwei klassische Militärmärsche ihrer Länder. RZ-Chefredakteur Peter Burger hob dann auch den völkerverbindenden Charakter der Musik und die inzwischen gewachsene Freundschaft der beiden Nachbarn hervor: „Wer hätte vor 70 Jahren gedacht, dass Niederländer und Deutsche einmal zusammen „Alte Kameraden“ spielen.“

Foto: Nach ihren Einzelauftritten traten die Musiker der Kapelle der königlichen Marine aus den Niederlanden und des Koblenzer Heeresmusikkorps (HMK) gemeinsam auf die Bühne, um die Nationalhymnen, den „Groot Rotterdam Marsch“ und „Alte Kameraden“ zu intonieren. Foto: Sascha Ditscher

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Wenn Menschen ans Ende ihrer Kräfte geraten

So unterstützen unsere Leser durch großzügige Spenden für HELFT UNS LEBEN in Not geratene Mitbürger

Rheinland-Pfalz. Es sind bewegende Momente, wenn HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unsererZeitung, „Vollzug“ melden kann. Vorsitzende Manuela Lewentz-Twer und Geschäftsführer Hans Kary haben übers Jahr zahlreiche Gelegenheiten, Menschen aufzusuchen, die von Schicksalsschlägen hart getroffen wurden. Solche Besuche gehen manchmal unter die Haut. Doch wenn mithilfe der Spendengelder der Leser unserer Zeitung die Not dieser Menschen zumindest ein wenig gelindert werden kann und die große Dankbarkeit der Spendenempfänger für die beiden Überbringer spürbar ist, wissen Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary, dass sich nicht nur der organisatorische Aufwand und der Einsatz für die Spendenempfänger gelohnt hat. Sie erfahren auch immer wieder aufs Neue, wie hoch die Bereitschaft der Menschen in unserem Verbreitungsgebiet ist zu helfen, wo es wirklich notwendig ist.

Einige Hilfseinsätze veranschaulichen dies beispielhaft. So konnte durch Spenden unserer Leser der Aktionsradius der Familie Brenig aus Misselberg im Rhein-Lahn-Kreis deutlich vergrößert werden. Die schwerbehinderte Jule, 17 Jahre alt, ist auf einen speziellen Elektrorollstuhl angewiesen. Weil das 130 Kilo schwere Gerät nicht in einen Kofferraum passte, schaffte HELFT UNS LEBEN für die Misselberger Familie einen Ford Tourneo an, der für die Erfordernisse der Brenigs umgebaut wurde. Mittels einer Rampe kann der Elektrorollstuhl direkt und ohne große Kraftanstrengung ins Heck verladen und dort gesichert werden. Jule kann für die Fahrt in ihrem Rollstuhl sitzen bleiben oder im Innenraum Platz nehmen.

Um Mobilität ging es auch in einem Fall in Erbach (Rhein-Hunsrück-Kreis). Hier war Bettina Badermann nicht mehr in der Lage, ihre 25 Jahre alte schwerstbehinderte Tochter Annika vom Bett in den Rollstuhl und dann ins Auto zu heben. Ihr Körper spielte nach mehreren Bandscheibenvorfällen und mit zwei künstlichen Kniegelenken einfach nicht mehr mit. Um weiterhin am täglichen Leben, zumindest den eingeschränkten Möglichkeiten entsprechend, teilnehmen zu können, musste ebenfalls ein Spezialfahrzeug her. Auch hier setzte eine große Spendenwelle ein. Neben vielen kleinen und großen Privatspenden sammelten die Gemeinde, Vereine und Verbände bei Aktionen und Festen Geld für die Badermanns. Ein Kleinbus mit spezieller Ladevorrichtung für Annikas Rollstuhl sprang am Ende dabei heraus – und es blieb sogar noch Geld übrig, um die geschotterte Einfahrt vor dem Haus der Badermanns in Erbach zu befestigen. Jetzt kann Bettina Badermann dank der Unterstützung des Bauunternehmens Schmitt aus Liebshausen problemlos das Fahrzeug bis zur eigenen Haustür rangieren.

Und dann ist da noch Justin aus dem Andernacher Stadtteil Miesenheim (Kreis Mayen-Koblenz). Der 13-Jährige würde gern die Dinge machen, die seine Altersgenossen unternehmen – zur Schule gehen, mit seinem Fahrrad herumfahren. Aber das ist nicht möglich. Denn Justin leidet seit neun Jahren an einem inoperablen Hirntumor. Nach der jahrelangen Chemotherapie und der Einnahme starker Medikamente ist sein Körper extrem geschwächt. Er kann nicht mehr allein laufen, nur noch kurz im Rollstuhl sitzen und muss teilweise über eine Sonde ernährt werden. Die Familie hatte große Schwierigkeiten bei der täglichen Pflege. Denn das Badezimmer liegt im ersten Stock und ist nur über eine schmale, steile Treppe zu erreichen. Einen Treppenlift hatte die Krankenkasse schon genehmigt, aber der behindertengerechte Umbau des kompletten Badezimmers überstieg die Möglichkeiten der Familie. Auch eine Rampe zum Fahrzeug war notwendig, um den Rollstuhl zu verladen. Nach ihrem Besuch bei der Familie entschieden Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary dann: „Wir wollen Familie Dahm helfen.“

HELFT UNS LEBEN finanzierte die notwendige Rampe zum Hof und den Übergang vom Lift zum höher gelegenen Badezimmer. Eine Lösung für das Einladen des Jungen samt Rollstuhl in das Auto der Familie wurde ebenfalls vorangetrieben und eine klappbare Rampe mit einem Seilzug angebracht. Und der für den Badezimmerumbau benötigte Fliesenleger erhielt durch die Spenden der Leser unserer Zeitung eine Kostenübernahme für die noch nicht abgedeckten Anteile der Finanzierung.

Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary werden auch weiterhin für HELFT UNS LEBEN Menschen Unterstützung gewähren, die in ähnliche Not geraten sind und die manchmal keinen Ausweg aus ihrer Situation mehr sehen.

Foto: Bauunternehmer Volker Schmitt kam zur symbolischen Übergabe des frisch gestalteten Hofes zu Bettina Badermann und ihrer schwerstbehinderten Tochter Annika. Die Spendenbereitschaft unserer Leser für HELFT UNS LEBEN war Anfang des Jahres so groß, dass nicht nur ein Spezialkleinbus für die Badermanns angeschafft werden konnte. Durch zahlreiche Großspenden, unter anderem durch das Bauunternehmen Schmitt sowie die Feuerwehr Mörschbach, konnte nun auch die Einfahrt vor dem Wohnhaus in Erbach für das Fahrzeug entsprechend hergerichtet werden. Foto: Werner Dupuis

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Kammerlander ist ausverkauft

Veranstalter spendet Erlös ist für HELFT UNS LEBEN

Liebshausen. Das Liebshausener Unternehmen Bauunternehmung Schmitt präsentiert am Samstag, 27. Oktober, um 19 Uhr einen Multivisionsvortag mit dem Bergsteiger Hans Kammerlander unter dem Titel „Am seidenen Faden – von Südtirol zum Jasemba 7350m“ in der Antoniushalle in Liebshausen. Der Erlös der Veranstaltung kommt HELFT UNS LEBEN zugute, der Hilfsorganisation unserer Zeitung. Erfreulich dabei: Die Antoniushalle ist restlos ausverkauft. Die Karten gingen im Vorverkauf weg wie warme Semmeln, sodass am Ende ein stattlicher Spendenbetrag für die Hilfsorganisation der Rhein-Zeitung zu erwarten ist.

13 der 14 Achttausender hat der Extrembergsteiger Hans Kammerlander bestiegen. Die Zuschauer in Liebshausen erwartet ein faszinierender Vortrag über die Erfahrungen und Erlebnisse des Extrembergsteigers, der zu den erfolgreichsten Alpinisten gehört und mittlerweile in einem Atemzug mit Bergsteigerlegende Reinhold Messner genannt wird.
Hans Kammerlanders Vortrag zieht das Publikum nicht nur durch die geschilderten Erlebnisse in seinen Bann. Die Multivisionsshow allein fasziniert schon. Einzigartige Luftaufnahmen aus den Dolomiten mit den berühmten Drei Zinnen, extreme Bilder von Klettertouren, von Steilabfahrten auf Ski und die gigantischen Riesen aus der Region des Dachs der Welt, dem Himalaya, bekommen die Zuschauer in Liebshausen zu sehen und gewinnen einen Eindruck von der „Sucht“ des Südtirolers.
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Vagabunden musizieren für den guten Zweck

Proben für Jubiläumskonzert laufen

Niederelbert. In Niederelbert laufen derzeit die Vorbereitungen für ein besonderes Konzertereignis. In genau drei Monaten wollen die 1968 gegründeten Vagabunden zeigen, dass sie auch nach 50 Jahren noch für tolle Stimmung sorgen können. In der Elberthalle wird die Kapelle am Samstag, 12. Januar, die Musik der 60er- und 70er-Jahre aufleben lassen. Viele Menschen, die mit den Vagabunden groß geworden sind, fiebern diesem Ereignis bereits entgegen. Das zeigt schon jetzt die Nachfrage, denn es sind bereits rund 130 Eintrittskarten verkauft.

Veranstalter des Konzerts wird der Niederelberter Wander- und Kulturverein sein. Dies mag im ersten Moment vielleicht überraschend klingen, aber „die Vagabunden sind ein Niederelberter Kulturgut“, erklärt der Vereinsvorsitzende Ferdi Schmitz. Wer das Konzert besucht, bekommt im Übrigen nicht nur Musik geboten, er unterstützt gleichzeitig einen guten Zweck: Der Verein hat bereits angekündigt, den Erlös der Veranstaltung für HELFT UNS LEBEN, die Hilfsorganisation unserer Zeitung, zu spenden. Seit Anfang 2017 wird für das Comeback-Konzert intensiv geprobt. Die Musik steht zu 90 Prozent, berichtet Keyboarder Rainer Mies. Viele Titel wurden neu arrangiert. „Nun arbeiten wir an den Feinheiten.“ Zum Programm gehört echte Tanzmusik aus den frühen Tagen der Bandgeschichte, aber es sind auch Country- und Instrumentalstücke dabei, sagt Mies. Ein Block mit Titeln im James-Last-Stil darf natürlich nicht fehlen, denn auch dafür stehen die Vagabunden. Aus Sicht der Fans zählt vor allem der Song „Monja“ zu den Höhepunkten, auf den sich viele bereits freuen, ist sich der Musiker sicher.

Unterstützt werden die Vagabunden beim Konzert vom Folkduo Orange Moon, das einige Titel beisteuern und auch mit der Band gemeinsam musizieren wird. „Wir haben schon jetzt mehr Stücke auf der Pfanne, als wir an dem Abend spielen können“, ergänzt Rainer Mies. In den nächsten Wochen müsse die Gruppe deshalb noch eine harte Auswahl treffenTickets für das Konzert am Samstag, 12. Januar, gibt es weiterhin in der Elbert-Apotheke in Niederelbert, in der Buchhandlung Erlesenes in Montabaur sowie bei den Bandmitgliedern. Sie kosten 10 Euro im Vorverkauf. An der Abendkasse werden dann 12 Euro fällig.

Foto: Die Vagabunden bereiten sich derzeit auf ihr Jubiläumskonzert in Niederelbert vor. Mehr als 130 Tickets wurden bereits verkauft. Foto: Nitz Fotografie

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Ein Sahnehäubchen zum Finale

Internationales Musikfestival Koblenz endet furios und umjubelt

Koblenz. 13 Konzerte in drei Wochen, 27 überwiegend junge Musikerinnen und Musiker. Sie alle stehen in den Startlöchern für eine internationale Karriere oder sind auf dem besten Weg dahin. Schon rein quantitativ ist beachtlich, was Benedict Kloeckner, als Cellist selbst einer der jungen Stars der Klassikszene, als Gründervater und künstlerischer Leiter des Internationalen Musikfestivals Koblenz („Imuko“) zur fünften Auflage seines Festivals auf die Beine gebracht hat. Und das finale Benefizkonzert in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle zugunsten des Leserhilfswerks HELFT UNS LEBEN dieser Zeitung wurde tatsächlich zu einem ganz besonderen Sahnehäubchen.

Eigentlich waren sogar zwei Extras zu vermelden: Einmal das Münchner Kammerorchester als Garant künstlerischer Qualität sowie vier Flügel auf der Bühne. Letzteres ist ein Luxus, den sich die wenigsten Veranstalter gönnen. Deswegen ist Johann Sebastian Bachs ursprünglich für vier Cembali und Orchester komponiertes a-Moll-Konzert BWV 1065 auch selten zu hören. Das zweite Extra kam in Form eines Überraschungsstars: Zu den Pianisten stieß neben Danae Dörken, José Gallardo, Louis Schwizgebel noch Martin Stadtfeld, der kurzfristig für Anna Fedorova einsprang. Was einstmals ein Konzert für vier Violinen und Streicher aus Antonio Vivaldis „L’Estro Armonico“ war, hat Bach hier geschickt umgearbeitet und für fein ausgesponnene Dialoge der Solisten untereinander und mit dem Orchester genutzt: ein Erlebnis, für das das Publikum in der beachtlich gefüllten Halle mit viel Applaus dankte, der sich nach Michael Tippetts von den Münchnern spannungsreich musizierter „Fantasia Concertante“ bei Robert Schumanns Cellokonzert a-Moll zum Jubel für Solisten und Orchester steigert.

Drei Sätze, die nahtlos ineinander übergehen, thematisch eng verzahnt und komponiert in nur zwei Wochen in Düsseldorf vom frischgebackenen Städtischen Musikdirektor. Ein emotionales Wechselbad: Benedict Kloeckner liefert mit dem von Konzertmeisterin Yuki Kasai geleiteten Kammerorchester eine adäquat ausgewogene Interpretation, die konträren Gefühlszuständen einfühlsam nachspürt.

Wahre Jubelstürme erntet schließlich das Doppelkonzert für Violine und Klavier d-Moll des vierzehnjährigen Felix Mendelssohn Bartholdy, ebenfalls ein kompositorischer Schnellschuss, in nur einem Monat zu Papier gebracht. Der erste Satz erreicht beinahe Beethoven’sche Dimensionen und Tiefe mit seinen kontrastiven Themen, seinen ausladenden Passagen, in denen die Solisten brillieren dürfen, was der berechtigt viel gelobte Geiger Benjamin Beilman und der in Genf geborene Pianist Louis Schwizgebel weidlich nutzen. Im langsamen Satz ergehen sich beide in schmeichelnder Kantabilität, Ruhe vor dem Sturm, den Beilman im Finale furios entfacht. Von so viel Feuer lässt sich Yuki Kasai mit dem Kammerorchester willig mitreißen.

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Finale mit Orchester und gleich vier Weltklassepianisten in einem Konzert

Endspurt: Noch sechsmal lassen junge Stars der Klassik beim Internationalen Musikfestival Koblenz große Werke der Kammermusik erklingen: Auf „Metamorphosen“ heute um 19.30 Uhr in der Johanniskirche Lahnstein, „Fandango“ am Donnerstag, 20. September, um 19.30 in der Abtei Rommersdorf, „Gegen den Strich“ am Freitag, 21. September, um 19.30 Uhr in der Abtei Sayn, „Lebensstürme“ am Samstag, 22. September, um 19.30 in der Gießhalle Sayn und das „Nachtkonzert“ ebendort um 22 Uhr folgt am Sonntag, 23. September, um 17 Uhr in der Rhein-Mosel-Halle Koblenz ein großes Finale. Auf dem Programm stehen Tippetts „Fantasie concertante“, Schumanns Cellokonzert a-Moll (Solist: Festivalleiter Benedict Kloeckner), Mendelssohns Doppelkonzert für Geige und Klavier d-Moll (Geige: Ben Beilmann). Aufsehenerregend wird die nicht alltägliche Besetzung in Bachs Konzert für vier Klaviere und Orchester BWV 1065 nach einem Werk Vivaldis mit den Solisten Danae Dörken, José Gallardo, Anna Fedorova und Louis Schwizgebel (Fotos von links). Unter Leitung von Jonathon Heyward spielt das Münchner Kammerorchester. Karten für dieses Benefizkonzert für das Leserhilfswerk HELFT UNS LEBEN dieser Zeitung zu Preisen ab 15 Euro (Ermäßigung für Abonnenten dieser Zeitung) und andere Konzerte des Festivals unter Telefon 0651/979 07 77 sowie online unter www.ticket-regional.de.
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